Kaum kommen grottenschlechte AL-Zahlen, krähen "Experten" (Wall Street) schon wieder nach QE3, das dem CBS-Artikel unten zufolge "im Herbst kommen soll". Vielleicht fallen Aktien gar nicht erst (trotz der sauschlechten AL-Zahlen gestern ging es nur -0,5 % runter, angemessen wäre -3 %), weil der Markt in seiner unendlichen Einsicht (Einfalt) das kommende QE3 bereits im Vorfeld einpreist. Wäre dies der Fall, könnte die QE3-Ankündigung sogar zu einer Sell-the-good-news-Reaktion führen.
Das Ekligste an dem ganzen Geseire ist die nach wie vor unterstellte Behauptung, QEx würde dem Arbeitsmarkt in irgendeiner Weise helfen. Wenn dem so wäre, wieso liegt dann nach neun Monaten QE2 (von Nov. bis Juni 2011) die Zahl der neuen Stellen bei nur 18.000, obwohl sie in dieser Phase des Recovery-Zyklus' normalerweise 10 x höher ausfallen sollte (Rosenberg). Die aktuellen - grottenschlechten - Zahlen stammen ja noch aus der Zeit, in der QE2 auf vollen Touren lief.
Ich gehe davon aus, dass die Fed bzw. Bernanke sehr genau wissen, dass der unterstellte "heilende" Zusammenhang zwischen Arbeitslosigkeit und QEx eine Lüge ist. Sie ähnelt Merkels "Wir müssen den Euro retten"-Lüge, bei der es in Wahrheit um das Ausbailen verzockter EU-Banken geht.
In USA hat die Arbeitslosigkeit ganz klar strukturelle Ursachen (Job-Verlagerung nach China usw.), die politisch nicht angegangen werden und daher noch lange erhalten bleiben. Mit obiger Lüge erzeugen Fed/Geithner somit ein argumentatives Perpetuum Mobile: Die hohe Arbeitslosigkeit liefert ihnen wohlfeile Pseudo-Gründe, QEx bis in alle Ewigkeit fortzusetzen. Und da QEx gegen Arbeitslosigkeit nicht hilft, bleiben die "Gründe" auf ewig erhalten.
Die wahren Gründe für QEx sind, das Pseudowachstum durch massive Staatsverschuldung und Dollar-Entwertung voranzutreiben. Das können Fed/Geithner/GS dem Ausland und den Wählern allerdings kaum als veritables Argument verkaufen.
Beruft sich die Fed hingegen (scheinheilig) auf die hohe Arbeitslosigkeit, kann sie sogar behaupten, genau dies sei ja ihr "Mandat". Sie müsse die AL-Quote senken und die Inflation in Schach halten. Da die übergeordnete Strategie indes "Inflationierung" ist, gelingt dieses Doppel-Kunststück nur, wenn sie die Inflation mittels lächerlicher "Kernrate" weglügt und den Arbeitsmarkt in Phasen, wo QEx läuft, mit dem Birth-Death-Model hedonistisch aufhübscht. Untern im Artikel steht der bezeichnende Satz, dass USA "noch lange negative Realzinsen braucht". Ist das wirklich so? Oder braucht die Finanzmafia sie, um sich auf Kosten der Sparer und der Menschheit (schwacher Dollar, Währungskrieg) gesundzustoßen?
Unterm Strich bleibt somit der hässliche Verdacht, dass die Fed gewillt ist, QEx mit Pseudo-Begründungen so lange weiter durchzuziehen, bis die gesamten Staatsschulden der USA im Soma-Account der Fed versteckt sind und EUR/USD auf über 2,00 gestiegen ist. USA hätte dann Geld gedruckt in Höhe der bisherigen Staatsverschuldung (14,3 Mrd. = 95 % des BIP) und müsste darauf keine Zinsen mehr zahlen, weil die Fed Zinsgewinne aus den aufgekauften Staatsanleihen ja an das Schatzamt zurücküberweist. Die damit einhergehende Dollarentwertung würde nominales Pseudo-Wachstum erzeugen (das real negativ wäre). Die Amis könnten sich sich dann selbstgefällig auf die Schulter klopfen, "immer noch" Wachstum zu erzeugen und die Lage im Griff zu haben.
All das ist Ponzi hoch drei. Amerika bedient sich zunehmend grenz-krimineller Methoden, um sich auf Kosten der Rest-Menschheit gesundzustoßen.
Fed will launch ‘QE3’ by fall, expert says
By Greg Robb, MarketWatch
WASHINGTON (MarketWatch) — The weak June nonfarm payrolls report will spur the Federal Reserve to launch a third round of asset purchases, known as quantitative easing, sometime this fall, said David Blanchflower, a professor at Dartmouth College.
“QE3 looks increasingly on the table. What are they going to do, let unemployment start rising again?” Blanchflower said in a telephone interview.
Blanchflower, a former member of the Bank of England’s monetary policy committee, said the current U.S. malaise is a rerun of the England economy earlier this year where talk about government austerity made consumers rein in their spending, and businesses then slammed the brakes on investment and hiring.
“The sheer talk of austerity pushed down animal spirits and raised markedly the prospects of further QE. How else are you going to get stimulus?” he asked.
[Das ist argumentativ der blanke Irrsinn. Wenn wegen der QE2-Folgen (Rohstoff-inflation) und explodierender Staatsverschuldung Sparbeschlüsse vorgelegt werden, können deren Wirkungen doch nicht QE3 rechtfertigen? A.L.]
Growth in England is very slow and should be a wake-up call in the U.S., he said.
“All the people arguing that fiscal contraction is expansionary are completely off track,” he said.
The Fed sees an economy that still needs negative real interest rates, but they have to push against members of Congress “who don’t understand that raising fears of financial collapse makes things worse,” he said.
The fiscal mess must be sorted out over a much longer time frame because the economy needs some stimulus in the short-term, he added. (Das übliche Spiel, sich auf kurzfristige Erfolge von Geldflutungen zu kaprizieren und die Folgen auf die lange Bank zu schieben - A.L.)
The Fed will wait until after the summer to decide how to do a new round of asset purchases and what to say, he said.
The next round of quantitative easing will be similar to the past two rounds because the Fed is extremely limited in what assets it can purchase, he said. The Fed has the authority to buy only Treasurys, mortgage-backed securities or short-term municipal bonds, Blanchflower said.
The Bank of England may launch another round of asset purchases before the Fed.
Other ideas floated as easing steps for the Fed just won’t work, he said.
For instance, having the Fed promise to keep rates low even longer than an extended period “is not very credible,” he said.
Optimists hoping for good news out of the monthly jobs report have their faith shaken, but the Street is already looking to next week's earnings season.
“What that means is ‘we’ll keep rates low until we don’t need to keep rates low,’” he said.
Although interest rates are low, most people can’t get banks to offer them a loan because of their credit ratings, he said.
Blanchflower said the slowdown in the U.S. is due to a weak global economy where retail sales are “in a collapse-mode” and consumers and manufacturing data have been negative.
“The world economy is slowing. Why does everyone think the U.S. is separate from it?” he asked.
Blanchflower criticized the European Central Bank decision to raise interest rates.
There is no wage pressure and inflation is falling. This makes it harder for countries on the periphery.
“It looks like policy makers are doing exactly the wrong things,” he said.
www.marketwatch.com/story/...e3-by-fall-expert-says-2011-07-08