Man wird sich deshalb spätestens im Herbst mMn eine vergleichbare Methode zu QE einfallen lassen. Das Geld vom Aktienmarkt kann mMn nicht ausreichend in den Staatsanleihemarkt rüber schwappen. Wenn eine deutliche Absetzbewegung sich andeutet sind die Aktienpreise schneller im Keller als mancher es sich vorstellen kann. Man sollte nicht den Fehler machen Marktkapitalisierungen mit Geld gleich zu setzen - es sind nämlich nur Träume. die in der Breite nicht realisierbar sind.
Das billige Geld und nicht QE inflationiert fast alle Rohstoffe und erzeugt damit die Zwickmühle in der auch die US-Wirtschaft steckt. QE selbst finanzierte praktisch die Sozialausgaben der USA und wirkte so nur sehr begrenzt auf die Rohstoffpreisentwicklung.
Seit zweieinhalb Jahren schwankt der Leitzins in den USA zwischen 0 und 0,25%. Seit fast 3 Jahren liegen die Zinsen der US-Staatsanleihen im Bereich unter 5 Jahren am Boden. Die USA gehören zu den Staaten, welche sich relativ kurzfristig verschulden. Ein großer Teil der US-Schuld fällt, bedingt durch die Refinanzierung innerhalb der letzten 2-3 Jahre, unter die neuen Bedingungen. Mit jedem Monat in dem die aktuellen Zinsverhältnisse weiter andauern wird der Schuldendienst "billiger" und die Umkehr schwieriger. Und die Fed hat nicht vor demnächst am Zins etwas zu verändern. Die Tür zu normalen Verhältnissen schließt sich also jeden Tag stärker und die USA werden deshalb den Niedrigzins bald nicht mehr verlassen können, mit allen Konsequenzen die daraus für die USA und die restliche Welt entstehen. Die restliche Welt muss sich also vom US-$ emanzipieren, was alles andere als einfach ist, oder sie bleibt im US-Chaos gefangen. Die USA dagegen müssen diese Emanzipation mit allen Mitteln verhindern oder sie müssen ihre Lasten weitgehend alleine tragen.
