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Meldung des Tages: Warum Telescope zum ersten börsennotierten Gewinner der Physical-AI-Revolution wird
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Der USA Bären-Thread

Knockout von Ing Markets Werbung

Passende Knock-Outs auf DAX

Strategie Hebel
Steigender DAX-Kurs 5,00 10,02 20,03
Fallender DAX-Kurs 5,57 10,00 19,98
Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen finden Sie jeweils hier: DE000NB109C8 , DE000NB19EX0 , DE000NB4UT96 , DE000NB40M59 , DE000NB2SBV3 , DE000NB4ZM80 . Bitte informieren Sie sich vor Erwerb ausführlich über Funktionsweise und Risiken der Produkte. Bitte beachten Sie auch die weiteren Hinweise zu dieser Werbung.

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pfeifenlümmel:

Auch wenn ich

4
23.11.10 18:19
bald wieder "Haue" kriege wegen meiner Spekulationswut ( der Meister macht aber gerade Pause!) wage ich doch mal, vor einer Goldhausse in den nächsten Tagen zu warnen. Gold steigt noch ( habe ich vor ein paar Tagen geschrieben ), aber der Kurs sieht verdächtig nach einen SKS Formation aus.
Antworten
pfeifenlümmel:

Gold ist

 
23.11.10 18:37
aber meiner Meinung nach bei 1250 abgesichert ( BM Antwort nicht möglich).
Antworten
Malko07:

Ischariot MD (#71700), wenn du glaubst,

3
23.11.10 18:39
Deutschland würde es ohne Europa besser gehen; naja, da kann ich dir deinen Irrglauben nicht nehmen.
Antworten
Dreiklang:

Malko "süße träume" und die realität

10
23.11.10 18:42
Die Realität ist doch, dass der Markt das Auseinanderfallen des Euro bereits einpreist. Im mindesten, das wäre doch noch die "light"- Variante.  Er preist evtl. den Default Spaniens und Portugals ein. Das wäre nicht mehr nur ein Auseinanderfallen, das wäre ein Euro-Crash.

In diesem Zusammenhang muss auch mit dem Märchen des großen Vorteils, den Dtl. aus dem Euro zieht, einiges zurechtgerückt werden.

Dtl. erbringt mit seiner Exportleistung einen ständigen Kapitaldienst am Euro. Denn nur dieser Export sorgt dafür, dass der Euro bisher seine Kaufkraft erhalten konnte. Viele Importe - z.B. Energie - sind für alle Länder im Euroraum unabdingbar. Deren Kosten würden ohne dt. Export wesentlich höher ausfallen. Eingesparte Kosten bei Importen schlagen sich direkt auf der Kapitalseite nieder. Hinzu kamen die Zinsvorteile, welche der Euro sofort ab Anfang und langjährig  brachte. Leider waren die strukturschwachen Staaten am Aufbau von Kapital nicht interessiert. Sie betrachteten vielmehr die Einführung des Euro als eine zu konsumierende Dividende.

Bedenkt man zusätzlich, welche enormen Mittel aus den Strukturfonds Richtung Süden flossen (schon seit den 80ern), bedenkt man welchen Lebensstandard die Schweiz hat und vergleicht man die Situation mit der Schwedens (auch ein Exportland!) , dann kann man bei D. nicht ernsthaft von "Vorteilen" reden. Richtig ist, Dtl. nahm enorme Nachteile auf sich, um die Traumvorstellung EU wahr werden zu lassen.  Hierzu gehörte auch der unter Keynes'-Aspekten völlig absurde Verzicht auf Konsum- und Investivleistung in den 90er Jahren (Japanisierung Deutschlands).  Mit Hilfe der Strukturfonds konnte Irland auch leicht auf Steuern aus Gewerbe verzichten. Deutscher Arbeitsplatzexport, von D. subventioniert. (usw...)

Woher sollen die Mittel kommen , um  
a) die Schulden zu tilgen
b) die strukturschwachen Staaten  zu (re)kapitalisieren?


Was a) anbetrifft, so ist der derzeit beschrittene Weg eine "MezzoGiornisierung" der (um)gefallenen Staaten. Diese Staaten können gar nicht "tilgen", weil "sparen" nicht funktioniert (Keynes!) . Es mangelt schlicht an der  Kapitalbasis. Die "MezzoGiornisierung" sorgt auch dafür, dass niemand mehr das Kapital stellen wird/stellen kann. Hier sind ca. 25   Jahre nicht genutzt worden - was das bedeutet, kann man sich am Beispiel der DDR vor Augen führen.

Um b) umzusetzen, müssten die "starken Staaten" die Mittel bereitstellen. Das wird aber nicht mehr möglich sein, weil a) alle Mittel bindet. Was auch bedeutet, dass der prekäre Zustand der EU stabilisiert wird - d.h. prekär stabilisiert wird.

Daher ist die Merkel-Deflation keine Perspektive für die EU. Der Kapital/Bondmarkt sieht das längst. An QE wird wohl kein Weg vorbeiführen. Aber es wird nicht QE in einem Währungsraum sein, sondern in mindestens zwei Räumen.
Antworten
pfeifenlümmel:

Hang seng bekommt Druck

4
23.11.10 18:45
durch die chinesische Notenbank, die den Mindestreservesatz der Banken auf 18 % gehievt hat, um die Inflation zu bekämpfen ( auch den Immobilienboom). Sollte der Wachstumsmotor China gebremst werden, würden auch wir abgebremst und die USA würden ihren Schrott nicht los.
Antworten
Malko07:

#71705: Die Deutschen werden nicht, nein, sie

6
23.11.10 18:45
haben einen Großteil des Immobilienwahnsinn in Irland und woanders finanziert. Sie haben die Wahl vor dem Totalverlust oder die Iren dazu zu kriegen einen erheblichen Teil abzuarbeiten. Und das ist sehr wohl möglich.
Antworten
Dreiklang:

#71731 Was die Iren anbetrifft

2
23.11.10 18:49
... so ist "abarbeiten" tatsächlich möglich. Das hilft der Zukunft des Euro aber nicht. Im Gegenteil, gerade das ist es, dessen man sich gerade gewahr wird!
Antworten
Malko07:

#71709: Na, wenn immer über die bösen

4
23.11.10 18:51
Kapitalisten gejammert wird und verlangt wird die Gläubiger am Schaden zu beteiligen wird man doch noch darauf hinweisen wo ein Großteil des Geldes herkommt. Es gibt darüber sehr brauchbare Zahlenwerke die man Lesen sollte bevor man so auf den Putz haut.
Antworten
Keno77:

@AL 71673 (zu Europa ohne Grenzen)

6
23.11.10 18:57

Die unbegrenzte Hilfs- und Einsatzbereitschaft Deutschlands bzw. Merkels für die "Sache des Euro" wirkt nun dann widersinnig, wenn man Merkel beim Wort nimmt, d.h. wenn man davon ausgeht, dass die dreistelligen Milliarden-Opfer tatsächlich nur wegen "europäischer Solidarität" oder des "Schutzes unserer Gemeinschaftswährung" ausgegeben würden. Tatsächlich geht es - knallhart - um die Rettung der in Irland und anderen PIIGS grandios verzockten deutschen Banken inkl. DeuBa. Nicht umsonst geriert sich auch Ackermann neuerdings als "europäischer Staatsmann", obwohl ihm das als gebürtiger Schweizer eigentlich am A.... vorbeigeht.

Schön, wenn es so wäre! Dann bräuchte ich mir ja um die künftige Haushaltssituation und die weiter anwachsende Verschuldung auch bei den stärkeren EU-Staaten (wie die BRD) keine Gedanken mehr zu machen. Die EU - Hilfsprogramme würden ein Ende finden, wenn die deutschen Banken "ihre Schäflein im Trockenen" hätten. Der ganze Spuk wäre dann vorüber.

Der von Dir zitierte FAZ-Artikel ist leider nicht gut recherchiert.  Die Deutsche Bank AG hat Ausleihungen an irische Banken in der Größenordnung von 300 Mio. €. Bei einem Eigenkapital der DB von 400 Mrd. Euro wäre selbst ein Totalausfall der 300 Mio. Euro nicht mehr als ein Peanuts - Betrag.

LBBW und DZ Bank haben Foderungen von 410 bzw. 310 Mio. € - vermutlich bei denen ebenfalls Peanuts.

Am dicksten im Irland - Geschäft steckt mit über 10 Mrd. Euro die HRE.  Aber deren Ausfälle dürften durch die bisherigen Staatshilfen bereits schon abgedeckt sein.

Ich befürchte, dass der derzeitige Wahnsinn der finanziellen Hilfen beidseits des Atlantik leider weitergehen wird.

 

 

Es ist die Aufgabe des Marktes, so viele Marktteilnehmer wie möglich in die Irre zu führen.
Antworten
Keno77:

Nachtrag "link" zu # 71734

 
23.11.10 19:02
www.handelsblatt.com/unternehmen/...ken-betroffen-sind;2695006
Es ist die Aufgabe des Marktes, so viele Marktteilnehmer wie möglich in die Irre zu führen.
Antworten
Malko07:

Ich sprach vor einigen Tagen

8
23.11.10 19:16
schon von einer neuen potentiellen Seitwärtsgeschiebe an den Aktienmärkten auf einem etwas höheren Niveau als die 12 Monate vorher. Immer wenn es mit den Aktienpreise in einer derartigen Welle abwärts geht, kommt es zwangsweise zu stärkeren Auflösungen beim $-CT. Und schon trommeln die Krugman-Fans geschlossen gegen den Euro. Das erleichtert  den Verkauf von US-Staatsanleihen und lenkt momentan auch stark von QE2 ab. Es konnte wirklich nicht so weiter gehen! Alle möglichen Staaten zweifelten den Us-$ an. Da sind dann erst mal Aktienkurse egal auch wenn es hier manchen gibt der glaubt QE2 wäre primär zur Stützung der Aktienkurse und man wollte so schon über ein Jahr andauernde Sehnsüchte nach einem Kurssturz verhindern.

#71729: Was hat man denn von Deutschland verlangt was nicht auch von anderen verlangt hat und das in einem proportional größeren Umfange? Und alles was beschlossen wurde, wurde mit unserem Einverständnis beschlossen. Um mal hinter die angezweifelten großen Vorteile zu blicken empfehle ich Gesprächen mit Firmenbesitzern/Managern, auch denen aus dem Mittelstand. Die können problemlos Aufklärung leisten. Dass arme Menschen/Staaten nicht sparen könnten und Schulden nicht tilgen könnten ist Krugman-Blödsinn. Die Geschichte ist voll von Gegenbeispielen.

Lustig ist auch die Verblendung durch die angelsächsische Propaganda. Bis jetzt haben wir 1 Staat der Eurozone geholfen, der Abschluss mit dem 2. steht unmittelbar bevor und der 3. wird wahrscheinlich in 2011 fällig. Alles was darüber hinaus geht sind feuchte Träume so lange die Wirtschaft auf einem nicht wesentlich tieferen Niveau wie jetzt verlaufen sollte. Seit Beginn der Krise haben wir allerdings 3 Staaten der EU geholfen und helfen weiterhin, die mindestens so Pleite sind. Da sie keinen Euro haben stehen diese Vorgänge selbstverständlich nicht im Fokus der Propaganda und deshalb kriegen es hier einige nicht mit.
Antworten
Malko07:

#71734: Wenn man vom Engagement

7
23.11.10 19:27
in Irland spricht, darf man nicht nur den Besitz von US-Staatsanleihen betrachten. Das sind Erdnüsse im Vergleich von Bankenanleihen und strukturieren Immobilienpapieren. Auch spricht die DB von "wirksam". Das bedeutet, dass es um wesentlich mehr gehen kann, wenn die DB, wie schon bei den US-Papieren, sich gegen Ausfall versichert hat. Dann wäre es interessant zu wissen bei wem diese Versicherung abgeschlossen wurde und ob dieser einen Ausfall ohne Hilfe des Steuerzahlers tragen könnte.

Es ist nicht möglich, dass der irische Staat pleite geht aber seine Banken überleben. Umgekehrt würde schon eher Sinn machen. Und das galt es zu verhindern. deshalb waren diesmal Deutschland und Großbritannien die ersten die auf Hilfe gedrängt hatten und sogar die Regeln vom Hilfsfonds verletzen wollten (am Staat vorbei direkt zu den Banken). Da waren aber einige Eurostaaten nicht bereit mitzumachen.
Antworten
Dreiklang:

Welche Folgen hätte QE für den Bondmarkt?

3
23.11.10 19:45
Eine Monetarisierungsgarantie der bestehenden Anleihen durch die EZB würde diese auf einen Einheitszins in der EU  ansteigen lassen. Alle diejenigen "Zocker", welche angeschlagene Staatsanleihen gekauft hatten, würden bei der gewonnenen QE-Wette jubeln. Nicht jubeln würde Schäuble, denn dies würde den Bund-Future geradezu kollabieren lassen. Schon deshalb kann Dtl. an einer Monetarisierung in der EZB kein Interesse haben - unabhängig davon, was ein Herr Ackermann empfiehlt. Die Frage wäre vor allem: Wie geht es dann weiter? Sollten neue Anleihen auch von der EZB besichert werden? Wenn nicht, hätte man für neue Bunds deutlich höhere Zinsen als bisher - vielleicht bei 4-5% , und für GR, P etc Zinsen von 9% und mehr. Hinzu käme ein enormer Schub der Asset-Inflation, der auf das reale Preisnivau durchschlagen und seinerseits höhere Zinsen begründen würde.

Da der Bund-Future aber  stabil bleibt - bzw. momentan wieder anzieht -  ist QE für den Bund offensichtlich kein Thema. Für die Anleihen der PIGS sieht es anders aus. und zwar trotz - oder gerade- wegen des "Rettungsschirms" . Der Bondmarkt glaubt nicht genug, er glaubt nicht die "Rettung".

Was wird geglaubt? Das Abdriften der "starken" Länder in eine neue  monetäre Union, die der EM EuropaMark. Der QE-Bedarf dieser Länder würde festgelegt bei Einführung der neuen Währung. Er würde in der neuen Zentralbank - praktisch die Bundesbank - bilanziert werden. Man könnte auch sagen: Der QE-Bedarf würde  durchgereicht. Danach wäre - und das ist entscheidend  - Schluss mit QE. Das   würde einen umfassenden Einstieg der Staaten bei ihren Banken bedeuten -z.B. auch der DBK -  mit der Option späterer Reprivatisierung. Einen EM-Bond würde es nicht geben. Jeder Staat wäre für seine Anleihen selbstverständlich selbst verantwortlich.

Beim Euro würde ähnlich verfahren. Mit QE wären die Staaten "clean" - ein Reset des Finanzsystems. Als  nächste Entscheidung stünde an, ob der Eurobond und ein gewisses Soll-Inflationsziel eingeführt wird - z.B. Inflation bei 5%.

Wie die Märkte reagieren, wird man u.a. am EMUSD und EURUSD sehen. EMUSD würde sich durch QE nicht davon abhalten lassen, höher als bisher  EURUSD (alt) zu notieren. EURUSD würde heruntergehen. Warum würde QE unterschiedlich bewertet werden? Weil:

- sich exportoriente Staaten für QE nicht international rechtfertigen müssen
- QE für die EM ein einmaliger Vorgang wäre.

Ganz im Unterschied zum USD. Die FED betreibt QE in einem extrem importorientierten Staat de facto unbegrenzt. Auch sämtliche vergangenen Blasen lassen sich als Teil eines QE-Programms interpretieren (Massive Ausweitung der Geldmenge...)

Der verbleibende Euro-Raum hätte die Qual der Wahl, ob er den Weg des Dollars gehen möchte oder sich aber der  "Austerity" künftig verschreibt. Für die EM kann  es nur die  Wahl der Geldwertstabilität geben. Etwas anderes erwartet der Bondmarkt nicht.
Antworten
pfeifenlümmel:

So ein Mist,

4
23.11.10 19:47
hätte heute gern mal den Einfluss Irlands auf die Kapitalmärkte gesehen ( Euro schwach, Gold stark, Silber schwächer ). So aber haben die Liebesgrüße aus Nordkorea auch direkten Einfluss und man weiß wieder nicht genau, welcher Gaul am meisten zieht.
Antworten
Malko07:

und man weiß wieder nicht genau,

2
23.11.10 19:52
welcher Gaul am meisten zieht.

Am stärksten ziehen die Kurse selber.

;o)
Antworten
DOOMSTER:

LOL FED Märchenstunde

3
23.11.10 20:18
* DJ Fed: Arbeitslosenquote 2010 bei 9,5% bis 9,7% (9,2% bis 9,5%)
(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires
November 23, 2010 14:10 ET (19:10 GMT)
* DJ Fed: Arbeitslosenquote 2011 bei 8,9% bis 9,1% (8,3% bis 8,7%)
(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires
November 23, 2010 14:10 ET (19:10 GMT)
* DJ Fed: Arbeitslosenquote 2012 bei 7,7% bis 8,2% (7,1% bis 7,5%)
(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires
November 23, 2010 14:10 ET (19:10 GMT)
* DJ Fed: Arbeitslosenquote 2013 bei 6,9% bis 7,4%
Antworten
DOOMSTER:

FED Märchenstunde die Zweite

 
23.11.10 20:19
* DJ Fed: US-BIP 2011 +3,0% bis +3,6% (zuvor: +3,5% bis +4,2%)
(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires
November 23, 2010 14:08 ET (19:08 GMT)
* DJ Fed: US-BIP 2012 +3,6% bis +4,5% (zuvor: +3,5% bis +4,5%)
(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires
November 23, 2010 14:09 ET (19:09 GMT)
* DJ Fed: US-BIP 2013 +3,5% bis +4,6%
(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires
November 23, 2010 14:09 ET (19:09 GMT)
Antworten
pfeifenlümmel:

Was aber, malko,

3
23.11.10 20:35
wenn die Iren ihren Premier ins Meer treiben und nix vom Sparen halten wollen? Sollen wir dann einmarschieren? Irre Iren, möchte man fast sagen.
Antworten
permanent:

Irland ist verzweifelt

9
23.11.10 20:53
Irland ist verzweifelt

"Wir haben zu lange keine Wut gezeigt"

In Irland herrscht absolute Verzweiflung, sagt Brendan Hennessy, der für die größte Wohlfahrtsorganisation des Landes arbeitet. Zu lange hätten die Iren keine Wut gezeigt, zu oft seien korrupte Politiker mit großen Mehrheiten wiedergewählt worden. Das hat auch mit der Geschichte Irlands zu tun: In den Zeiten der britischen Herrschaft wollte man das System austricksen. Das gilt noch heute.

n-tv.de: Was ist derzeit das vorherrschende Gefühl in Irland: Angst, Niedergeschlagenheit, Hoffnung, Trotz?

Brendan Hennessy: Absolute Verzweiflung. Man fühlt sich geradezu paralysiert. Mittlerweile gibt es aber auch ein bisschen Erleichterung, weil endlich jemand kommt, der hoffentlich weiß, was er tut.

Die EU und der Internationale Währungsfonds?

Ja.

Was ist der Grund für die Verzweiflung?

Die Menschen hatten bisher keine Gelegenheit, ihre Wut auszudrücken. Seit etwa eineinhalb Jahren nimmt die Regierung Einsparungen vor. Berühmt wurde ein Zitat unseres Finanzministers, der sagte, wenn das hier Frankreich wäre, gäbe es einen Aufstand. Wir haben die Kürzungen vielleicht zu brav hingenommen, ohne die Wut zu zeigen, die man mittlerweile regelrecht mit den Händen greifen kann. Nur: Auf wen sind wir wütend? Auf die Regierung oder auf uns?

Auf wen? Wer ist schuld?

Es kommt darauf an, wen man fragt. Die Regierung zeigt natürlich auf die Weltwirtschaft, der Finanzminister sagt andauernd, die Banken seien schuld. Zentralbankchef Patrick Honohan, der meist kein Blatt vor den Mund nimmt, sagt, 75 Prozent unserer Probleme seien hausgemacht. Das hat mit dem Bauboom zu tun und mit falschen Entscheidungen, mit denen die Immobilienpreise aufgeblasen wurden. Heute heißt es, dass es in Irland zu viele Banken gibt. Aber hätte man nicht vor fünf Jahren erkennen können, dass es in Irland zu viele Kredite gibt?

Also ist die Regierung schuld?

Ja, aber es hat auch damit zu tun, wie wir alle an diese Gier, an den Kapitalismus und den Materialismus geglaubt haben - wie wir daran geglaubt haben, dass man immer alles sofort haben muss, dass man auf Kredit kaufen muss statt auf etwas zu sparen. Ich glaube, dass wir noch nicht richtig darüber nachgedacht haben, wie sehr wir selbst verantwortlich sind für diesen ganzen Schlamassel. Was wirklich peinlich ist: Wir haben in den vergangenen Jahren zwei Mal europäische Verträge in Volksentscheiden abgelehnt, und jetzt stehen wir da und bitten Brüssel um Hilfe. Noch schlimmer ist, dass unsere Regierung offenbar gezwungen werden musste, sich helfen zu lassen. Das ist furchtbar peinlich.

Sie arbeiten für eine Vinzenzgemeinschaft, die Society of Saint Vincent de Paul ...

... das ist die größte Wohlfahrtsorganisation in Irland. Wir geben pro Jahr etwa 66 Millionen Euro aus, um Menschen zu helfen, die mit dem irischen Sozialsystem allein nicht überleben könnten. Die Zahl der Menschen, die zu uns kommen, ist in diesem Jahr um 30 Prozent gestiegen, an manchen Orten um 50 Prozent. Das ist ein enormer Anstieg. Es gibt Menschen, denen wir schon immer geholfen haben. Aber jetzt kommen viele neue Menschen zu uns. Unsere Hauptaufgabe ist derzeit, es diesen Menschen leichter zu machen, sich helfen zu lassen. Denn für viele ist das ein sehr schwerer Schritt. Interessanterweise bekommen wir gerade jetzt viele Spenden aus der Bevölkerung. Ich habe den Eindruck, dass man uns stärker vertraut als der Regierung.

Irland war bis in die 1990er Jahre ein Auswanderungsland, dann kam der Boom, der keltische Tiger, der Reichtum. Heute gibt es eine ganze Generation, die keine Armut mehr kennt, aber möglicherweise wieder kennen lernen wird. Wie wirkt sich das aus?

Wir haben gerade einen riesigen zweiten Terminal am Flughafen von Dublin eröffnet. Wofür? Damit die Menschen schneller auswandern können? Eine Kollegin hat mir gerade erzählt, dass der Freund ihrer Tochter nach Kanada geht. Die beiden sind seit sechs Jahren zusammen, die Frau hat Angst, dass sie ihre Tochter verliert. Vor 20 Jahren wäre das völlig normal gewesen. Ich denke, es ist ganz wichtig zu sehen, dass Irland nicht um 15 oder 20 Jahre zurückfallen wird. Die Regierung will den Haushalt um 16 Milliarden Euro kürzen, das ist eine gewaltige Summe, aber sie bringt uns nur zurück auf das Niveau von 2006, 2007. Das sollten wir nicht vergessen. Und trotz des rasanten Anstiegs der Arbeitslosigkeit haben noch immer mehr Menschen Arbeit als jemals in den Jahren vor dem Boom. Wir sind vielleicht auf dem Weg in eine Situation, wie wir sie Mitte der 1990er Jahre hatten, aber sicher nicht auf dem Weg in die 1980er Jahre. Die waren wirklich schlimm.

Was hat sich seither verändert?

Vor allem haben wir jetzt vielleicht eine Ahnung davon, was wir hätten anders machen können, und zwar nicht nur mit Blick auf die Wirtschaft, sondern in der gesamten Gesellschaft. Es geht um die Werte, die wir haben oder nicht haben. Als die Regierung am vergangenen Sonntag verkündete, dass sie Brüssel um Hilfe aus dem Rettungsschirm gebeten hat, ließ sie durchblicken, dass der Mindestlohn bald gesenkt werden muss. Sonst kündigte sie keine weiteren Schritte an. Natürlich muss man das prüfen, aber es ist traurig, dass die Regierung zuerst und allein an die denkt, die 8,55 Euro pro Stunde verdienen - was angesichts der Preise in Irland wirklich nicht viel ist. Das ist so falsch. Diese Leute waren es bestimmt nicht, die unsere Probleme verursacht haben. Wir sollten wirklich einmal über gesellschaftliche Solidarität nachdenken.

Deutschland fordert nun von Irland, seine vergleichsweise niedrigen Unternehmenssteuern zu erhöhen. Bekommen die Leute so etwas mit, ärgert man sich darüber?

Das ist in der Bevölkerung kein großes Thema. Ich persönlich glaube nicht, dass die Unternehmenssteuer auf absehbare Zeit gesenkt wird. Natürlich muss man darüber reden, und natürlich sollten diese Steuern nicht für unfairen Wettbewerb sorgen. Aber wenn Deutschland und die anderen EU-Länder jemals das Geld wiedersehen wollen, das sie Irland geben, dann sind die 12,5 Prozent eine der besten Möglichkeiten, um Irland wieder auf die Beine zu stellen.

Welche Rolle spielt die irische Geschichte in dieser Krise? Irland ist ja seit noch nicht einmal 100 Jahren unabhängig und nun wieder auf fremde Hilfe angewiesen.

Nationalstolz spielt eine sehr große Rolle. Ich habe in den 1990er Jahren eine Zeitlang in Deutschland gelebt. Damals wurde Irland wieder ziemlich populär - es war toll, aus Irland zu kommen. Mir fiel damals auf: Wenn ein Ire gefragt wurde, wo er herkam, sagte er, aus Irland, und dann nannte er vielleicht noch die Stadt, aus der er kam. Wenn man in Irland einen Deutschen fragte, wo er herkam, nannte er immer zuerst die Stadt, dann das Land.

Da haben die Deutschen sich vielleicht verändert.

Wir nicht, es ist immer noch toll, aus Irland zu kommen. In der Schule lernen wir, wie wir 800 Jahre lang gegen die Fremdherrschaft gekämpft haben und so weiter. Wenn man auf diese Art stolz auf sein Land ist, ist es schrecklich zu sehen, wie Inkompetenz und Gier uns in diese Krise geführt haben. Es ist wirklich deprimierend.

In Irland regiert seit den 1930er Jahren mit nur wenigen Jahren Unterbrechung ein und dieselbe Partei, Fianna Fáil. Das ist zugleich die Partei, die mit ziemlich vielen Korruptionsaffären in Verbindung gebracht wird. Ist es nicht überraschend, dass sie immer wiedergewählt wurden?

Ja, durchaus. Ich habe ja schon gesagt, dass uns lange die Wut gefehlt hat. Es gibt in Irland auch keine Kultur des Rücktritts, wie zum Beispiel in Großbritannien, wo Leute zurücktreten, wenn sie Fehler gemacht haben. Viele Leute waren in Fälle von Korruption verwickelt und sind dennoch mit großen Mehrheiten wiedergewählt worden. Das geht wahrscheinlich auf den Impuls in Irland zurück, das System auszutricksen. Als wir noch eine britische Kolonie waren, wollte man das System austricksen, und in gewisser Weise gilt das immer noch. Trotzdem kann ich mir nur schwer vorstellen, dass diese Regierung noch lange durchhält. Am 7. Dezember geht es im irischen Parlament um den Haushaltsentwurf für 2011. Danach dürfte die Regierung bald auseinanderfallen. Schon jetzt fordern Hinterbänkler der Koalition den Rücktritt des Taoiseach, des Premierministers.

Vor ein paar Jahren hat der deutsche Botschafter in Dublin ein paar unfreundliche Dinge über die irische Wirtschaft und Gesellschaft gesagt.

Der Mann hat damals ziemlichen Ärger bekommen. Vielleicht sollte sich die irische Öffentlichkeit bei ihm entschuldigen. Er hatte in vielen Dingen recht.

Mit Brendan Hennessy sprach Hubertus Volmer

Antworten
Platschquatsc.:

OEX-PCR zur Info

9
23.11.10 21:00
für die Bärengemeinde.
Das PCR im OEX ist letzte Woche schon auf über 2 gestiegen und gestern nun über 3, was üblicherweise eher kein Kontraindikator ist.
Ein Wert über 3 kommt sehr selten vor (9 mal seit 1987 mit dem akuellen) wenn ich richtig geschaut habe und das erstemal seit dem Top 2007.
Kurzfristig muß das nichts bedeuten für die nächsten Tage, zumal der Tag vor Thanksgiving eher grün ist.
Ich hab leider keinen vernüftigen Langfristchart aber die roten Punkte sind Spikes über 3 und nur der schwarze ist knapp darunter.
Dazu der aktuelle Spike und  der vom Crash 1987 ergibt dann 9.

Übrigens wurde der letzte Spike in 2007 nach dem Top Ende Oktober gemacht während einer Pullbackbewegung.
(Verkleinert auf 78%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 360599
Antworten
Eidgenosse:

Die Zauberlehrlinge

2
23.11.10 21:41
Mit ihren jüngsten Maßnahmen bekämpfen die Notenbanker
Symptome und nicht Ursachen. Und wissen anscheinend nicht,
welche Geister sie damit rufen.

www.zuam.ch/publications/2010_de/aktionaer_47_10.pdf
Über den Wolken...
Antworten
wawidu:

platschquatsch # 71745

4
23.11.10 21:46
Danke für diese wichtige Info! Die Superspikes beim PUT/CALL Ratio der OEX-Futures und Optionen sind in der Tat ein sehr zuverlässiger Indikator für Tops in allen Leitindizes. Ein einziges Mal hat dieser bislang getrogen. Dieses Phänomen basiert auf dem Sachverhalt, dass sich im OEX primär Instis tummeln, die über hervorragende Marktkenntnis verfügen und beim Eindruck einer bevorstehenden Trendwende in starkem Maße hedgen.
(Verkleinert auf 65%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 360607
Antworten
wawidu:

Velocity (1)

5
23.11.10 21:59
"Velocity is a ratio of nominal GDP to a measure of the money supply. It can be thought of as the rate of turnover in the money supply--that is, the number of times one dollar is used to purchase final goods and services included in GDP." (FED)

Hier und im Folgenden zeige ich die drei verfügbaren Velocity-Charts mit Stand von Q3/2010. Fazit: Der Fed ist bislang nicht gelungen, die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes wieder nachhaltig zu erhöhen.
(Verkleinert auf 88%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 360616
Antworten
wawidu:

Velocity (2)

2
23.11.10 22:02
(Verkleinert auf 88%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 360620
Antworten
wawidu:

Velocity (3)

3
23.11.10 22:15
Dies ist mE der übelste Chart: Die Umlaufgeschwindigkeit von M1 liegt aktuell unter der von 2003, und es noch nicht mal im Ansatz ein Anstieg zu erkennen, sondern allenfalls ein mickriger "Hoffnungsschlenker".
(Verkleinert auf 88%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 360623
Antworten
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