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Der USA Bären-Thread


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buju:

link zu #45100

 
19.06.09 11:24

blip.tv/file/1441621

 

irgendwie klappt das "embedden" nicht...dann halt der direkte link zum Film...es lohnt sich!

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daiphong:

Malko, langfristige Handelsdefizite

7
19.06.09 11:34
entstehen ausschließlich durch die langfristige Überbewertung einer Währung.

Die erzeugte man sich in den USA selbst und ganz alleine durch nationale Boomeuphorie, anschließen durch versteckte Inflation, versteckte Hausbauinflation, Massenverschuldung, Staatsdefizit usw.

Man hat die Vorteile der Billiglieferanten wie China genauso wie die Porsches aus D., Toyotas aus J., Öl aus Arabien etc. hemmungslos genossen und mit den Reserven bezahlt ohne jede Rücksicht auf Bilanzen, darin liegt das Problem. Nicht beim Billiglieferanten bzw. der verlängerten Werkbank.
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Malko07:

daiphong, in einem Punkt stimme ich

12
19.06.09 12:00
dir teilweise zu:

"langfristige Handelsdefizite entstehen ausschließlich durch die langfristige Überbewertung einer Währung."

Wie die Überbewertung allerdings zustande kam sollte man nicht unter den Teppisch kehren. Die Manipulationen auf der Währungsseite bei den Chinesen und Japaneren war und sind massiv. Wieso lassen die Chinesen ihre Währung nicht frei sondern koppeln sie fest an den US-$? Damit gibt es keine Chance, dass die Währungen auf Handelsungleichgewichte reagieren können. Die Japaner haben die Welt mit Yen zugeschissen nur damit ihr Export florieren kann. Wieso strebt ein Staat überhaupt Exportüberschüsse an?

Den Fehler den die USA gemacht haben ist nicht ausreichend auf diese Ungleichgewichte reagiert zu haben. Es ist sicherlich auch verlockend Waren sehr preiswert zu beziehen und sich zurückzulehnen. Jetzt müssen sie dafür die Rechnung begleichen. Allerdings wird die Rechnung bei den Exportüberschussländern höher ausfallen.
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Bärentatze:

@45102; vielleicht liegt ich falsch, aber

13
19.06.09 12:04
haben die Chinesen nicht Ihre Währung an den Dollar gekoppelt, und hätten aufwerten müssen, taten es aber nicht. Bei flexibler Währung hätte es der Devisenmakrt von alleine gemacht.

Ein zweiter Einwurf meinerseiten geht gegen die Billiglieferanten, die westlichen Industrien unterliegen verschiedener umweltschutzvorschriften, Arbeitsschutzgesetzen die in China nicht so vorhanden sind, was lag also näher als die Werkbanken dorthin zu verlängern um weitere Profite zu generieren. Wo kommt jetzt die Barbie (Mattel) her und wer steckt den Gewinn ein.

Tschüss und Schönes Wochenende.
Gruß Bärentatze

Zitat André Kostolany
"An der Börse ist alles möglich, auch das Gegenteil."
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minetopx:

Zum Verfall: Disco life .....

4
19.06.09 12:52
auf "Push starten" drücken

aktien.boerse.de/...e+asc&boerse_id=16&fund_order=name
(Dieses Posting gibt meine derzeitige Meinung wieder)
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daiphong:

Die Überbewertung wie die Defizite haben die USA

2
19.06.09 13:28
gegen fast alle Länder der Welt in großem Umfang, nicht nur gegen China. Daran ist direkt erkennbar, dass in China nicht das Hauptproblem liegt sondern in den USA selbst.
Natürlich ist auch China ein Problem, das hat man aber in den WTO-Verhandlungen und politisch gerade seitens der USA zugJassen. Gegen die Dollarbindung ist man ja nie entscheidend vorgegangen, weil sie den Dollar stütz. Japan ist ein ganz anderer, ganz besonderer Fall. Hier ist nicht die Abwertung das Problem, sondern die freigesetzte Liquidität.

Für uns ist nur wichtig, wie das real weitergeht, was wir wollen, ist dabei wurscht. Ich vermute, dass die USA kaum Protektionismus einsetzen, auch nicht gegen China, nicht in die Deflation gehen und noch länger nicht in die Inflation, sondern in Abwertung geraten. Was das dann bedeutet, wäre interessant, wenns denn so kommt.
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Anti Lemming:

Kass: Die "grünen Sprösslinge" sind vergilbt

10
19.06.09 13:46

The Green Shoots Turn Yellow
Doug Kass, street.com
06/17/09 - 12:01 PM EDT


I have consistently warned about the risks of as well as the emergence of a number of unprecedented and nontraditional [headwinds... - A.L.], like the cost and burden of tighter regulation that threaten corporate profit growth over the next several years.

The emboldened animal spirits that have contributed to the remarkable rally off the March lows have turned sheepish over the last week in the face of economic reality and stretched valuations.

As I have observed recently -- and as Best Buy (BBY) demonstrated in its earnings report yesterday -- the all important retail sector, for example, had a collective disappointment in May that featured progressive weakness during the month that has apparently continued into June.

I have long suggested that the intermediate-term outlook would be characterized by inconsistent and lumpy growth. At times it will appear that we are exiting the recession and then, soon thereafter, that we have re-entered recession -- difficult for investment managers (who are long-biased) and corporate managers (who have limited pricing power) to navigate.

We have not entered a "new investment dawn" -- as a still-shaky consumer provides a drag to domestic economic growth, the unsteady and uncertain transmission of credit, the reduced ability and/or higher cost of financing U.S. growth and the enlarged role of government in the private sector (among other factors) have all changed structurally for the worse from prior cycles.

It's different this time.

www.thestreet.com/print/story/10518519.html

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pfeifenlümmel:

Demand Is Not Behind This Rally

6
19.06.09 14:50
June 17, 2009
ENI`s CEO Says Demand Is Not Behind This Rally

The rise in oil prices this year has not been caused by a rise in demand, the head of Italian energy firm ENI said on Wednesday. "I don't see the consumption, I don't see the reason why oil prices should move up again," ENI Chief Executive Paolo Scaroni told reporters during a presentation about mechanisms to reduce volatility in the oil market.
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pfeifenlümmel:

The same players

7
19.06.09 15:02
"Market forecast supply and demand, in my view, will not support an oil price above $50, let alone above $70. So, obviously, the oil price is inflated, and they are inflated in the hands of the same players that brought about the global financial crisis." Fadel Gheit, senior energy analyst for Oppenheimer & Co.
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Anti Lemming:

Nicht nur beim Öl, auch bei Aktien

9
19.06.09 15:24
gab es enorme Preisanstiege ohne nennenswerte "Nachfrage".

Bei den Aktien nahm mit steigenden Kursen das Volumen deutlich ab. Grund: Die großen Fonds (fundamental orientiert) halten sich wegen der Gefahren und des nebulösen Ausblicks zurück. So hatten die Zocker und Hedgefonds den engen Markt "zum Spielen" für sich; er beugte sich deshalb leichter ihren vorgefassten Meinungen (sprich: stieg). Fundamentals interessieren Zocker nicht, sie sind daher auch kein Stolperstein für substanzlose Anstiege.

Im Ölmarkt mischen sicherlich auch ein paar Größen aus der Ölbranche mit, die in der Hauptreisezeit abkassieren wollen. Mit dem Inflationsgequatsche wurden auch noch zahlreiche ETF-Zocker angelockt, die den Trend - ganz im Sinne von Exxon und Co. - weiter treiben. Und wenn's mal fällt, wird in Nigeria schnell eine Pipeline gesprengt.

Mit wirtschaftlicher Erholung hat das in beiden Fällen wenig zu tun. Da sind - teils bewusst geschürte - "animal spirits" am Werk.
Antworten
pfeifenlümmel:

Unsere Experten

7
19.06.09 15:37
Mal provokativ gefragt: Haben die Analysten uns den Börsencrash auch vorhergesagt? Und nun zwei Jahrzehnte im Voraus Korrekturbedürfnis? Na ja, Banken wollen auch ihren Schnitt machen, haben sie ja auch nötig ( grins bei 20% Mindest-Reibach und dazu jedes Jahr zwei neue Nadelstreifenanzüge für jeden Oberprimaten ).


Langfrist-Studie

dpa-afx FRANKFURT. Der europäische Aktienmarkt wird im langfristigen historischen Trend laut den Experten der Deutschen Bank weiter fallen. Der Tiefststand im Bärenmarkt wäre auf lange Sicht noch nicht erreicht, schrieb Analyst Jim Reid in einer Studie vom Freitag. Die Experten glauben, dass eine Korrektur der Märkte bis zu zwei Jahrzehnte dauern könne.

Im Zuge der Finanzkrise haben fast alle westlichen Staaten ihre Wirtschaft mit milliardenschweren Hilfspaketen gestützt. Die dadurch entstandene Schuldenlast könnte zwar mittelfristig durch Inflation abgeschwächt werden. Das bliebe allerdings nicht ohne Folgen für den Aktienmarkt, denn auch dort würden durch Inflation die Bewertungen sinken.

Selbst wenn es bis Jahresende und 2010 zu einer Rally käme, würde das am langfristigen Trend nach unten nichts ändern, meinte Jim Reid.
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CarpeDies:

@ AL #45090

4
19.06.09 15:59
Deine sehr ausführliche Zusammenfassung der Abhängigkeit hätte ich schwerlich besser darstellen können, Danke!
Ich für meinen Teil wäre auch ab und zu mal gerne Mäuschen bei den Überlegungen der grossen (Pensions-)Fonds, die ja ständig auf der Suche nach renditestarken Anlagemöglichkeiten sind.
In der letzten Zeit scheint sich der Trend zu verstärken, in alternative Asset Geld zu pumpen.
Gold spielt dabei sicher eine Rolle; man  beachte dass der Diamantenpreis in der Krise stark gelitten hat Gold aber eher neue Höchstmarken erreicht hat.
Auch Wälder oder Agarflächen sind vor dem Zugriff der Grossen nicht mehr sicher.
Aber diese Möglichkeiten sind natürlich beschränkt und können nicht beliebig gespielt werden.
Ich könnte mir auch vorstellen, dass gerade in die Bric-Staaten immer mehr Mittel fliessen, da diese aussergewöhlich robust die bisherige Krise überstanden haben; der indische Aktienindex ist seit seinem Tief Ende 2008 ja um über 8% gestiegen. Brasilien ist auf dem besten Weg nach oben und verfügt mehr und mehr über einen stärker werdenden Binnenmarkt. Gleiches gilt natürlich auch in China, in dem z.B. die Verkäufe von Audi (derzeit mit Abstand grössten Hersteller von Premium-Auots)  dieses Jahr absolut und relativ zu den Vergleichszeiträumen des Vor(vor-)jahres stark ansteigen. In China haben wir ja auch noch die Situation einer stark unterbewerteten Währung.

Auch finde ich die Postings hier im Thread interessant, die darauf hinweisen, dass der Kapitalzufluss in die USA am versiegen oder sogar negativ ist. (Wäre also vielleicht auch ein Hinweis auf die sinkende Attraktivität des Aktien/Anleihe Markts:USA)

Wenn man jetzt auch noch davon ausgeht, dass in den Erste-Welt-Ländern aufgrund der Krise weniger Geld vorhanden ist, das angelegt werden muss, dann ist das ganze sicher nicht so prickelnd für die USA
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daiphong:

amüsant für zwischendurch: die Lage Mai 2003

2
19.06.09 16:34
www.handelsblatt.com/archiv/...-deflation-mit-abwertung;627327

der Dow hatte damals nominal den gleichen Stand wie heute
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daiphong:

ein bisschen alt, der Link? editor?

 
19.06.09 16:48
www. davor und dann:  handelsblatt.com/archiv/fed-bekaempft-deflation-mit-abwertung;627­327
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AngelaF.:

Es wird ungemütlich

6
19.06.09 17:22
für die Hedgefondsszene in London. Besonders beachtenswert der letzte Satz.

"Im Januar musste er harsche Kritik einstecken. Die kam auf, weil er vor einem Parlamentsausschuss zugab, dass Marshall Wace 2008 mit Leerverkäufen von Bankaktien Kasse machte, während die Regierung Milliarden ausgab, um ebenjene Banken zu retten. Das kam in den Medien irgendwie nicht gut an."



19.06.2009, 16:45 Uhr

Bedrohte Führungsrolle

Paranoia in der Londoner City
von Dirk Heilmann

Eine Initiative der Europäischen Kommission zur Regulierung von Hedge-Fonds lässt in der Londoner City die Wellen hochschlagen. Die Finanzszene wittert eine Verschwörung der EU-Partner gegen ihre Führungsrolle – und der Ausgangspunkt sind angeblich die Deutschen.

www.handelsblatt.com/unternehmen/...-der-londoner-city;2375163
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Eidgenosse:

Wadan-Werften vor massivem Beschäftigungsproblem

8
19.06.09 20:23
ROUNDUP: Wadan-Werften vor massivem Beschäftigungsproblem    WISMAR/WARNEMÜNDE/SCHWERIN (dpa-AFX) - Die Krise der Wadan-Werften in Wismar und Warnemünde ist am Freitag in ihrem ganzen Ausmaß deutlich geworden. Gegenwärtig sei kein Schiffbauprojekt des Unternehmens sicher finanziert und die Werft stehe vor einem "massiven Beschäftigungsproblem", sagte der vorläufige Insolvenzverwalter Marc Odebrecht am Freitag bei Belegschaftsversammlungen an beiden Standorten. Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) will sich um eine Kurzarbeitsregelung für die Betroffenen bemühen.
   Bereits von August an werde es in Warnemünde nichts mehr zu tun geben, sagte Odebrecht. Lieferanten hätten rund 90 Millionen Euro an offenen Forderungen gegenüber den Wadan-Werften. Das Unternehmen habe keine liquiden Mittel. Bis Ende Juli zahle das Arbeitsamt Konkursausfallgeld für die 2.400 Beschäftigten.

www.finanzen.net/nachricht/...em_Beschaeftigungsproblem_905238
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Malko07:

Pimco-Chef erwartet heftige Kurseinbrüche

13
19.06.09 20:37

Kapitalmarkt

Pimco-Chef erwartet heftige Kurseinbrüche

 

Mohamed El-Erian sah die Finanzkrise früh voraus. Nun rät der Mann mit Kultstatus Anlegern: "Wer unbedingt kaufen will, sollte nur Geld investieren, das er nicht für die Miete oder Ausbildung seiner Kinder braucht."

 

Herr El-Erian, Sie warnten früh vor einer ­Finanzmarktkrise. Was machte Sie stutzig?

Mohamed El-Erian: Wir pflegen eine konstruktive Paranoia. Ständig machen wir uns Sorgen und werden daher zum Glück selten auf dem falschen Fuß erwischt. Dazu agieren wir zu langfristig. Vor vier Jahren sprach jeder von einem neuen Wirtschaftszeitalter mit geringer Volatilität und einem Wachstum, das nicht zu stark und nicht zu schwach sei. Unsere Meinung war das nicht. 2005 trommelten wir unsere Kreditanalysten zusammen und sagten ihnen: Ignoriert die Bankstudien und schaut euch selbst im Häusermarkt von Florida, Massachusetts, Texas oder Kalifornien um.

Einige von ihnen arbeiteten als Makler, andere begleiteten Immobilienprofis. Durch ihre Berichte war klar, dass sich eine massive Blase bildete. Daher stellten wir uns seit 2006 sehr defensiv auf, reduzierten hochverzinste Unternehmensanleihen und Wertpapiere aus den Emerging Markets. Dagegen waren wir überzeugt, dass die US-Notenbank schon bald die Zinsen senken würde und erwarben Staatsanleihen, die in diesem Fall im Kurs steigen.

Wann ist das Gröbste überstanden?

El-Erian: Wir befinden uns auf dem Weg zu einer neuen Normalität, an die sich die Märkte erst langsam anpassen. Alles fing mit dem US-Immobilienmarkt im Jahr 2006 an. Das brachte die US-Banken 2007 in Bedrängnis und hob den britischen Verbraucher 2008 aus den Angeln. Als im September 2008 Lehman Brothers kollabierte, kam es zu einem Herzinfarkt der Weltwirtschaft. Derzeit wandelt sich die Finanz- in eine sozialpolitische Krise, wie man an den Ausschreitungen in Frankreich erkennen kann. Was heute ökonomisch sinnvoll sein mag, ist politisch nicht mehr durchsetzbar.

Was heißt das für Anleger?

El-Erian: Sie sollten sich jetzt defensiv aufstellen, um später offensiv vorgehen zu können. Nach vorne stürmen sollte man aber nicht vor 2010. Es ist zu früh einzusteigen. Wer unbedingt kaufen will, sollte nur Geld investieren, das er nicht für die Miete oder Ausbildung seiner Kinder braucht. Die Welt ist unberechenbar. Aktien könnten 30 bis 40 Prozent verlieren.

Was muss passieren, damit Sie wieder ­Aktien kaufen?

El-Erian: Zuerst muss sich das Finanzsystem normalisieren. Es ist für die Wirtschaft so nötig wie Öl für ein Auto. Erst wenn es fehlt, bemerkt man, wie wichtig es ist. Einige Bereiche haben sich beruhigt, aber die Banken geben noch keine Kredite aus. Als Nächstes müssen sich weltweit die Konsumnachfrage und Investitionen stabilisieren, und zwar unabhängig von Staatshilfe. Schließlich gibt es noch die große dunkle Wolke, die über den globalen Märkten hängt: Die Hypotheken und andere toxische Assets müssen aus den Bankbilanzen verschwinden. Jeder sieht die Gewitterwolke, niemand wagt, nach draußen zu gehen, um nicht in einen Sturm zu geraten. Das ist ein schwer zu lösendes Problem. Die Lösung kostet entweder den Steuerzahler Geld oder beschädigt das Vertrauen der Finanzmärkte. Beides wenig attraktive Aussichten.

Was halten Sie vom Plan des amerikanischen Finanzministers Tim Geithner? Er will potenzielle Investoren mit Kreditgarantien in diese toxischen Papiere locken.

El-Erian: Das ist ein cleverer Plan. Allerdings stellt sich die Frage, ob die Banken ihre Hypotheken verkaufen werden, weil sie dann gezwungen wären, einen realistischen Preis auszuhandeln. Vor allem schwach aufgestellte Banken wollen das nicht, weil sie die Papiere in der Bilanz zu einem höheren Preis verbucht haben.

Wie stabil sind die Banken weltweit?

El-Erian: Einige kleinere US-Banken werden scheitern, und auch international erwarten wir eine Konsolidierungswelle.

Wie bewerten Sie die bisherigen Rettungsmaßnahmen der Regierungen?

El-Erian: Wir sind wie Passagiere in einem Flugzeug, das durch einen schweren Sturm fliegt. Wir können die Piloten nicht sehen, die Tür zum Cockpit ist geschlossen. Im Geiste erwarten wir, dass sie die Maschine mit traumhafter Sicherheit landen werden.

Wenn man aber die Tür aufmachen würde, wären wir entsetzt von dem, was wir sehen: Die Piloten hämmern auf ihren Instrumenten herum, weil diese Werte anzeigen, die sie nicht nachvollziehen können. Wie erklärt man sich den Kollaps des deutschen Maschinenbaus? Wie können die chinesischen Exporte um die Hälfte einbrechen? Warum haben US-Unternehmen seit Ende 2007 rund fünf Millionen Stellen gestrichen? Die Piloten schauen ins Handbuch, aber da steht nichts. Wir erleben derzeit eine Politik der Experimente.

Stürzen wir ab?

El-Erian: Keine Frage, das Flugzeug wird an Höhe verlieren, und der Flug wird beschwerlich. Aber ein Absturz ist nicht sehr wahrscheinlich. Früher hatte der Flieger einen einzigen gewaltigen Motor: den US-Verbraucher. Er kaufte auf Kredit ein, was das Zeug hielt. Damit ist es dauerhaft vorbei. Die neue Normalität ist ein Flugzeug mit vielen kleineren Motoren: China, Indien und andere Emerging ­Markets. Die globale Wirtschaft wird langfristig nicht mehr um 5,5 Prozent jährlich wachsen, sondern nur noch um 3,5 Prozent.

Ganz ausschließen wollen Sie einen Crash aber nicht?

El-Erian: Ich lebe in Kalifornien in einem Erdbebengebiet. Es ist recht unwahrscheinlich, dass es zu einem Beben kommt, aber nicht unmöglich. Daher kaufe ich mir eine Versicherung. Auch beim eigenen Depot sollten Anleger die Möglichkeit einer langjährigen Depression berücksichtigen.

Wie bewerten Sie die Piloten?

El-Erian: Die Schulnoten von meiner Tochter werden immer aufgeteilt. Das will ich auch tun. Der US-Regierung gebe ich eine Eins für das Bemühen und eine Zwei für die Resultate. Teile der Krise haben sie in den Griff bekommen, aber noch nicht alles. Die europäischen Regierungen glaubten lange Zeit, dass es sich um ein rein amerikanisches Problem handelt. Sie unterschätzten die Konsequenzen unserer Fehler, es gab keine Verteidigungs­linien, als Lehman Brothers pleiteging.

Wo steht Europa wirtschaftlich?

El-Erian: Europa hinkt uns sechs Monate hinterher, ob es sich um die steigende Arbeitslosigkeit oder fallende Konsumausgaben handelt. In den USA übernimmt die Notenbank Fed quasi eine fiskalpolitische Funktion. Das hat den Vorteil, dass Amerika viel schneller auf die Krise reagieren kann. Aber auf lange Sicht setzt dies die Glaubwürdigkeit der Fed aufs Spiel. Die EZB dagegen agiert viel geschützter und unabhängiger. Der euro­päische Stabilitätspakt erlaubt dazu keine großen Haushaltsdefizite. Kurzfristig reagiert Europa schwerfälliger, aber das stärkt es auf lange Sicht.

Sollte Deutschland ähnlich wie die USA ein noch größeres Konjunkturpaket schnüren?

El-Erian: Deutschland muss die Lage in Irland, Griechenland, Spanien, Portugal, Polen oder Ungarn berücksichtigen. Als wichtigste Wirtschaftsnation in Europa könnte es sich leisten, seine Konjunktur mit Subventionen oder fiskalischem Stimulus zu stützen. Die kleineren Staaten stehen dann aber mit dem Rücken zur Wand. Sie können sich solche Stützungsaktionen angesichts hoher Haushalts­defizite nicht leisten, ihre Wirtschaft würde noch mehr in die Knie gehen. Deutschland steht vor einem interessanten Dilemma. Einerseits will es seiner Wirtschaft helfen, andererseits nicht die europäische Einheit gefährden.

Also muss Deutschland schwachen ­Nachbarn unter die Arme greifen.

El-Erian: Wenn Deutschland, Frankreich und die Niederlande die Euro-Zone erhalten wollen, müssen sie dafür tief in die Tasche greifen. Bei meinen zahlreichen Reisen nach Europa habe ich das Gefühl gewonnen, dass die Menschen die Kosten tragen wollen. Ihnen ist die euro­päische Idee sehr wichtig geworden. Niemand redet davon, den Euro wieder abzuschaffen oder die EU aufzulösen.

Wie sehen Sie die Aussichten für die ­deutsche Wirtschaft?

El-Erian: Deutschland beschreitet einen steinigen Weg. Ich erwarte vor 2010 keinen Aufschwung. Wichtig für das Land ist die wirtschaftliche Entwicklung in Asien, dorthin gehen viele Exporte.

Und was erwarten Sie von Asien?

El-Erian: Ironischerweise befinden sich die Emerging Markets in einer besseren Verfassung als die Industrienationen. Bei allen früheren Krisen war es genau umgekehrt. China verfügt über hohe Devisenreserven, einen gesunden Haushalt und eine enorm flexible Wirtschaftspolitik. China wird sich als Erstes von der Kreditkrise erholen, wie man bereits an den jüngsten Wachstumszahlen ablesen kann. Das wird sich sehr positiv auf Deutschland auswirken.

Pimco führt im Auftrag der US-Regierung gewaltige Finanzprogramme durch. So wickeln Sie Käufe und Verkäufe von kurzfristigen Unternehmensschuldverschreibungen im Wert von rund 250 Mrd. $ oder verbriefte Hypotheken im Wert von insgesamt 500 Mrd. $ ab. Besteht da nicht ein Interessenkonflikt?

El-Erian: Das wird in komplett getrennten Abteilungen abgewickelt. Die Regierung hat vor Ort alles überprüft und keine Interessenkonflikte gefunden.

Was kaufen Sie derzeit?

El-Erian: Es ist an der Zeit, sich vor Inflation zu schützen. Entsprechende Assets wie Rohstoffe sind preiswert zu haben. Die Gefahr ist aber zu glauben, jetzt böte sich die Chance des Jahrhunderts. Das ist nicht die Zeit, aufs Ganze zu gehen und alles an der Börse zu investieren. Zudem sollte man sich mit kleinen Renditen zufriedengeben.

Welche Asset-Allocation empfehlen Sie?

El-Erian: Wenn ich das Geld langfristig anlege, würde ich ein Drittel in Aktien investieren. Davon sollte nur ein Drittel auf US-Aktien entfallen und der Rest global verteilt sein. Ein weiteres Drittel wäre für inflationsgeschützte Anlagen wie Rohstoffe oder inflationsgeschützte Anleihen bestimmt. Das restliche Drittel entfällt auf Anleihen. Davon würde ich die Hälfte in Staatsanleihen investieren, die andere Hälfte in Unternehmensanleihen in Sektoren, die derzeit ignoriert werden. Dazu zählen etwa der Bereich Landwirtschaft oder grüne Technologien.

Kritiker werfen Ihnen vor, im Fernsehen oder in Interviews regelmäßig Assets zu empfehlen, die in Ihrem Depot liegen und die dadurch im Kurs steigen.

El-Erian: Der Vorwurf erstaunt mich. Wenn ich gefragt werde, was ich denke, sage ich die Wahrheit. Soll ich etwa lügen? So gesehen promoten wir unsere Anlagen. Für Blogger ist unsere Offenheit ein gefundenes Fressen. Aber die Sache hat einen enormen Vorteil: Wir erhalten viel Resonanz. Das gehört zu unserer Kultur. So trommeln wir einmal im Jahr alle 800 Portfoliomanager und Analysten aus der ganzen Welt für drei Tage zusammen. Querdenker von außen halten Vorträge zu Themen ihrer Wahl, un­sere jungen, neuen Mitarbeiter, die noch frisch und unvoreingenommen sind, erzählen ihre Sicht der Welt. ­Damit zwingen wir uns, anderen zuzuhören, um nicht Geisel unserer Ansichten­ zu werden.

Bei Börsenhändlern ist Pimco schlicht als "der Strand" bekannt, weil die Zentrale ihrer Firma südlich von Los Angeles ­direkt am Pazifik liegt. Ist das günstig?

El-Erian: Insgesamt ist es ein Vorteil. Wir halten uns nicht die ganze Zeit im Dunstkreis der Wall Street auf und hören die gleichen Dinge wieder und wieder. Deswegen schwimmt Pimco oft gegen den Strom. Aber es gibt auch Nachteile. Ich sitze oft im Flugzeug, um Kunden zu besuchen. Außerdem stehe ich jede Nacht um drei Uhr auf. Die meisten Mitarbeiter sitzen bereits um 4.30 Uhr am Arbeitsplatz, weil die Märkte in Europa dann geöffnet sind und die Börse in New York bald aufmacht. Das beeinflusst auch unser Familienleben: Meine fünfjährige Tochter bringt mich jeden Abend um 19.30 Uhr ins Bett. Die ganze Familie geht früh zu Bett: Zuerst kommt der Hund, dann meine Frau.

www.ftd.de/boersen_maerkte/aktien/marktberichte/...%FCche/528100.html

Antworten
Katjuscha:

Malko07, dein Posting zeigt mal wieder

9
19.06.09 20:54
eindrucksvoll, wieso wir hier in einem Bärenthread sind.

Ich könnt den gleichen Artikel nochmal posten, aber andere Stellen blau und rot kennzeichnen. Und schon würde man ein ganz anderes Bild bekommen. Ich seh in dem Artike jedenfalls interessante Stellen, die Bullen zufrieden stellen dürften.
"Bankraub: eine Initiative von Dilettanten. Wahre Profis gründen eine Bank."

Bertolt Brecht
Antworten
wawidu:

Mannomann!

11
19.06.09 21:02
globaleconomicanalysis.blogspot.com/2009/...t-offers-hard.html

market-ticker.denninger.net/archives/...hing-Ive-Seen-Yet.html
Antworten
TGTGT:

Die Woche der banken endet

5
19.06.09 21:36
diesmal war es keine Woche von großen Kursaktionen bei Finanztiteln - es war die einzige Woche seit langem ganz ohne Big Player. Damit fehlte, so zumindest mein Eindruck, intraday der Trend zum traden und der Handel wurde schon fast langweilig. Wir haben uns mitlerweile schon so an die Fakeaktionen der Big Jungs gewöhnt, das wir (zumindest ich) sie glatt vermissen - ich finde traden mit einer Fed die ständig die Marktteilnehmer probiert auf breiter Front in ihreren Scheinen "platt" zu machen viel interessanter und spannener und warte somit auf den Montag.... denn dann ist der Verfall ganz vorbei, die Banken ziehen sich größten Teils zurück vom Intradaypushen und es kommen wieder normale Umstände (wobei der Ausdruck "normal" dabei eher für extreme Kursschwankungen steht)..... Börse wie sie zum traden und beobachten doch weitaus interessanter ist. Und nächste Woche wird sich auch der von den Big Playern angestrebte Trend zeigen, diese Woche war, wie schon öfters erwähnt, nicht representativ für die zukünftige Richtung im weekly sondern nur durch Wetten bedingt.... ich zweifle noch an das die Big Player diesen Trend ohne weiteres fort setzen ohne erstmal die vielen shorties zu killen (mM).
Wer gut mit Geld umgeht, dem wird es folgen wie ein treuer Hund seinem Herrchen ^^
Antworten
Kicky:

noch ist Polen nicht verloren

9
19.06.09 22:37
ftalphaville.ft.com/blog/2009/06/19/58121/...strong-after-all/
Probleme in Polen häufen sich:Moodys hat 5 Banken auf D oder C herabgestuft,die Arbeitslosigkeit steigt,der PLN fällt,noch nie war man in Polen so verschuldet......
Antworten
Kicky:

black male age 29 hispanic male age 18

5
19.06.09 22:48
projects.nytimes.com/crime/homicides/map?src=tp
unglaublich....With this interactive map of NYC homicides, the company has given you a great way to kill the rest of your Friday and figure out where not to move next.

auch interessant:
A New York Times analysis found that foreclosure rates in the region were highest in areas
with high minority populations. Zoom in to see foreclosures at the street level.
www.nytimes.com/interactive/2009/05/15/.../0515-foreclose.html
Antworten
Kicky:

wer ist schuld an der Subprime Crisis?

5
19.06.09 22:58
www.nytimes.com/2009/05/16/nyregion/...d=1&_r=2&ref=us
..... Late to arrive in the Northeast, the foreclosure crisis has swept through the New York region at an explosive pace in the past two years, destroying billions of dollars in housing wealth, according to a New York Times analysis of foreclosures filed since 2005 and federal mortgage data.

It now touches every corner of the region, from estates along the Connecticut Gold Coast to the suburban tracts of Long Island, where 6 percent of all mortgages are at least 90 days delinquent, the point at which foreclosure proceedings usually begin.

But the storm has fallen with a special ferocity on black and Latino homeowners, the analysis shows. Defaults occur three times as often in mostly minority census tracts as in mostly white ones. Eighty-five percent of the worst-hit neighborhoods — where the default rate is at least double the regional average — have a majority of black and Latino homeowners.

And the hardest blows rain down on the backbone of minority neighborhoods: the black middle class. In New York City, for example, black households making more than $68,000 a year are almost five times as likely to hold high-interest subprime mortgages as are whites of similar — or even lower — incomes.

This holds a special poignancy. Just four or five years ago, black homeownership was rising sharply, after decades in which discriminatory lending and zoning practices discouraged many blacks from buying. Now, as damage ripples outward, black families in foreclosure lose savings and credit, neighbors see the value of their homes decline, and renters are evicted.

That pattern plays out across the nation. A study released this week by the Pew Research Center also shows foreclosure taking the heaviest toll on counties that have black and Latino majorities, with the New York region among the badly hit.......


Vor Kurzem hatte ich einen 82jährigen weissen Gast aus Brooklyn hier,ehemaliger Bibliothekar und Radtourist,der mir stolz erzählte, wie sie in Brooklyn Aktien einer Bank gekauft hätten,jeder eine und dann zur Hauptversammlung gingen und fragten, warum die Schwarzen keine Hypotheken kriegen,wenn sie ein Haus kaufen wollen.Es gab offenbar ein grössere Resonanz,die Presse berichtete und er erzählte Rolf Nader habe das Problem in den Kongress gebracht und danach hätten auch die Schwarzen Kredite bekommen um Häuser zu kaufen......
Antworten
Kicky:

Krugman ist schuld an der Subprime Crisis

2
19.06.09 23:18
da kann ich doch nicht widerstehen
blog.mises.org/archives/010153.asp
Antworten
Kicky:

Kritik an der künftigen Allmacht der Fed

4
19.06.09 23:26
www.prisonplanet.com/...ing-dictatorship-in-united-states.html
President Obama’s plan to give the privately-owned and unaccountable Federal Reserve complete regulatory oversight across the entire U.S. economy, which is likely to be enacted before the end of the year, will officially herald the beginning of a new form of government in the United States - an ultra-powerful banking dictatorship controlled by a small gaggle of shadowy and corrupt elitists.

The new rules would see the Fed given the authority to “regulate” any company whose activity it believes could threaten the economy and the markets.

This goes a step further than the centrally planned economies of the Soviet Union or Communist China, in that the Federal Reserve is not even accountable to the U.S. government, it is a private entity that according to former Fed chairman Alan Greenspan, is accountable to nobody but the banking families that own it....

und ein schöner Blogbeitrag von rocket dazu:
ml-implode.com/staticnews/...stablishesBankingDictatorshi.html
The entire financial system seems to be based on greed, venality, deviousness, consumer manipulation and systematic dishonesty so naturally ingrained into the whole rotten system that nobody can see it even though it is slap bang staring them in the face.

Take a look anywhere, at any of the financial problems we are now facing, and you will see they are caused by fraud and dishonesty and deviousness of one sort or another.

A huge percentage of all those defaulting subprime mortgage borrowers as well as other business borrowers were forced into total default and repossessions and recall of business loans only, I repeat only, because of the vicious, greedy, unthinkingly impatient brutality of lenders - those fraudulent banks we hear so much about ! ....
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