In der letzten Woche sind die Modulpreise westlicher Hersteller in Deutschland um 8,7% auf 0,63 €/W (monokristallin) bzw. um 9,7% auf 0,56 €/W (multikristallin) recht deutlich gefallen. Damit liegen die Modulpreise bei den Monos noch leicht leicht über dem Preisniveau vom Jahresanfang, während die Multis wieder auf dem Preisniveau vom Jahresanfang stehen.
Nicht verwunderlich ist die Tatsache, dass chinesische Module recht stabil blieben bei den Preisen, denn seit Anfang März ist das Risiko chinesische Module und auch Zellen in die EU zu importieren recht groß, da eventuelle rückwirkende (hohe) Zölle zu brappen sind.
Der Link dazu:
www.photon.de/newsletter/document/75393.pdf
Man darf sich von den relativ stabilen Modulpreisen in diesem Jahr nicht täuschen lassen, da es doch einige spezielle Sondereffekte gab und auch noch gibt, die man unbedingt berücksichtigen sollte.
- der Modulpreisverlauf in Q1 wurde doch stark von der Gefahr rückwirkenden EU-Zöllen gegen chinesische Module beeinflusst
- im Dezember 2012 sind die Modulpreise stark gefallen (um 10 bis 20% je nach Typ und Hersteller), da die Nachfrage relativ gering war. Nimmt man z.B. die Modulpreise von Mitte November zum Vergleich her, dann liegen die aktuellen Modulpreise um 9% (von 0,69 auf 0,63 €/W) bzw. um 12% (von 0,64 auf 0,56 €/W) unter den Novemberpreisen
- Großhändler/Distributoren mussten aufgrund der überraschend guten Nachfrage in Europa (vorallem Griechenland, England, Italien und auch mit Abstrichen in Deutschland) ab Mitte Janaur ihre Lager wieder auffüllen müssen
- es gab in Q1 so gut wie keine japanische Module in Europa zu kaufen wegen der sehr hohen japanischen Nachfrage
Das alles zusammengenommen machte die Modulpreise in Q1 recht stabil. Jetzt muss man halt mal schauen wie es weiter geht mit den Modulpreisen und das weiß wohl niemand so richtig.
Da die Solarsubventionen europaweit massiv weiter gekürzt werden (siehe z.B. Rümänien mit Kürzung von über 50% ab Juli und in Griechenalnd und England sind seit 1.April Kürzungen erfolgt) ist wohl anzunehmen, dass die Modulpreise wieder fallen werden, denn sonst ist halt mal eine Solaranlage kein Renditebringer mehr und unter 6/7%-Rendite wird die Nachfrage erfahrungsgemäß deutlich sinken.
Fallende Modulpreise könnte für die europäischen Modulhersteller wie z.B. Conergy ein Kostenproblem werden, denn kommen hohe Zölle gegen chinesische Zellen (> 20%), dann müssen die europäischen Modulhersteller auf Zellen aus Taiwan, Malaysia oder Europa zurückgreifen und die sind halt mal derzeit über 10% teuerer wie Chinesische. Da aber außerhalb Chinas die Zellfertigungskapazitäten doch begrenzt sind (sind etwa nur 17 GW) könnte es dann zu einem Zell-Nachfrageüberhang führen für nichtchinesische Zellen und das wird dann zwangsläufig die Zellpreise für die europäischen Modulhersteller noch weiter erhöhen. Kommen dann noch fallende Modulpreise dazu, dann wird das defintiv zu einem Kostenproblem werden und ein schwacher Euro würde die Zellpreise noch weiter verteuern.
Die Taiwanesen, sind gerade dabei ihre Zellpreise zu erhöhen, da sie von den US-Zöllen und auch von der riesigen Nachfrage in Japan ganz besonders profitieren. Auch profitieren die Taiwanesen selbstredend vom derzeitigen quasi Status Quo in der EU bezüglich Zölle gegen die Chinesen.
Alles ganz schwierg einzuorden wie das weiter geht mit den Modul- und auch Zellpreisen, aber das Ganze ist auch hoch komplex weil schlicht und einfach sehr viele Faktoren mitspielen und deshalb kann man nicht einfach so simpel/oberflächlich schreiben "die Abwärtsspirale ist jedenfalls beendet". Zumal es ja immer auch eine Betrachtunsgweise ist mit welchen Zahlen man Vergleiche zieht.