Diese Englandaufträge sind bei weitem nicht so groß wie sie auf den ersten Blick aussehen. Da sind die Thailandaufträge mit 31 MW von viel größerer Substanz. Conergy liefert ja nur ihre Module, nicht aus deutscher Produktion, und sonst gar nichts. Keine Modulgestelle und bauen tun sie auch nichts, denn projektieren und bauen tut der spanische Kunde Solaer die 4 englischen Solarkraftwerke. Viel verdienen, wenn überhaupt, wird Conergy mit diesen Modulaufträgen wohl nicht.
Da gefallen mir z.B. die US-Aufträge von Schulbezirken schon weitaus besser. Da gibt es bestimmt gute Margen, denn Conergy finanziert diese kleine Projekte z.B. über Leasing, projektiert sie und handelt auch die Stromabnahmeverträge mit regionalen Energieversorger aus und lässt die Aufdachanlagen dann von lokalen Partner bauen. Immerhin hat Conergy 15 Aufdachanlagen auf Schulen in den USA im letzten Jahr so projektiert und mit ihren Modulen und Gestellen beliefert. Das dürften so rd. 2 bis 2,5 MW gewesen sein. In Hawaii lässt Conergy derzeit auf 8 Schuldächern Aufdachanlagen bauen.
Hier der Link dazu:
www.altenergymag.com/news/2013/03/14/...nancial-concerns/28592
("A bright future for schools turning to solar energy in the midst of financial concerns")
Tja BiJi sieht wirklich so aus, als ob da einige "die Schnau.. vollhaben vom Warten". Eigentlich war es abzuwarten, dass diese schon seit 4 Wochen quälend lange Seitwärtsrange sich irgendwann auflösen wird/muss. Leider hat sie sich Richtung Süden aufgelöst. Selbst die gemeldeten Aufträge, die durchaus nicht so schlecht waren (dabei meine ich jetzt aber nicht Aufträge < 500 kW) haben nicht geholfen die sehr hartnäckige Widerstandszone zwischen 0,40/0,41 € zu überwinden. Es ist halt so, dass sich sehr viel mittlerweile von großen Aufträgen bei Solarunternehmen nicht mehr blenden lassen. Ausnahmen gibt es aber schon noch wie man im Nachbarthread immer mal wieder so liest. Dass die Deutsche Bank offenbar ihre Conergy-Aktien verscherbelt ist natürlich auch nicht gerade hilfreich für den Kurs.
duftpapst2 in der Tat es kann hier Ruck Zuck nach unten gehen. Die Risiken sind bei Conergy schon recht hoch. Dazu braucht man sich nur die sehr wacklige Bilanz anschauen, die ja mittlerweile wieder richtig gruselig ist, und man kann davon ausgehen, dass die 2012er Zahlen wieder mal richtig mies ausfallen werden. Bei Conergy muss man sich auf gar alles einstellen.
geld23 bei Solar zählt fast nur der Preis und sonst nichts. Q-Cells hat ja sogar große Aufträge in der Insolvenz erhalten. Ungewöhnlich ist das nicht, dass bilanziell angeschlagene Unternehmen Aufträge erhalten. Zumal ja mehr als 50% aller Solarunternehmen bilanziell angeschlagenen sind. Wer hätte gedacht, dass die spanische Siliken, einer der größten europäischen Modulhersteller mit Produktionen in Spanien, Rumänien und Mexiko vor ein paar Wochen in die Pleite gehen musste. Zumal ja Siliken bei allen Modultest ganz vorne mit dabei war/ist. Dass Suntech am seidenen Faden hängt wusste man schon seit einem Jahr, aber dass die chinesische Regierung mit ganz großer Wahrscheinlichkeit nicht helfen wird, das hat wohl keiner geahnt. Suntech hat im letzten Jahr rd. 1.800 MW an Modulen verkauft und damit das 4 bis 5fache von Conergy. So viel zu "die müssen doch alle vollkommen verwirrt sein, oder?". In der Solarbranche gelten halt mal komplett andere Gesetze geld23. Mit ein Grund dafür ist, dass so gut wie alle Modulhersteller zwingend Ausfallversicherungen haben müssen, so dass der Käufer bei Garantiefällen oder bei schlechter Modulperformance abgesichert ist, wenn das Solarunternehmen in die Pleite geht. Ohne solche recht teuren Versicherungen auf mindestens 20 Jahre wird kein Solarunternehmen größere Modulmengen verkaufen können.