Also dann doch lieber eine Münze werfen. Da habe ich wenigstens klarere Aussagen und brauche mir nicht den Unfug "halten" antun. "Halten" bedeutet doch mehr oder weniger "es tut sich kursmäßig nichts nach oben oder unten". Warum soll ich dann nicht verkaufen und dafür wechseln in Aktien die man "kaufen" soll? Also Analysten sind für Leute die etwas länger schon an der Börse sind und eher längerfristig investieren eher weißes Rauschen im Hintergrund anstatt wirkliche Entscheidungshelfer. 10 Analysten haben 11 Meinungen und 12 verschiedene Kursziele. Soll man dann immer die rauspicken die einem am Liebsten ist? ;) Ne, ne. Dann wirklich lieber die Münze werfen.... oder einfach selber eine Analyse machen. Empfehle jedem Letzteres.
Aktienprognose und Analystenmeinungen
http://www.finanz-content.de/aktienprognose-und-analystenmeinungen-20626.html
Was sind Aktienprognosen und Analystenmeinungen wert? Mit einem Wort: Wenig. Eine Aktienprognose von Analysten, besonders solchen, die bei angesehenen Finanzinstituten in Lohn und Brot stehen, kann kurzfristig schon mal den Kurs einer Aktie bewegen. Der Kommentar dazu liest sich dann etwa wie folgt: „Die XYZ Bank stuft die Aktie A von Halten auf Verkaufen. Sie korrigiert Umsatz- und Gewinnprognose für das laufende Jahr auf die Summe X nach unten und verringert das Kursziel (bezogen auf ein Jahr) von B Euro auf C Euro.“ In einem gewissen Umfeld (Rezessionsängste!) verfehlt eine solche Analystenmeinung ihre Wirkung nicht. Der Kurs der Aktie A kann also durchaus kurzfristig einbrechen. Nicht weil die Geschäftsentwicklung von A eine solche Abwärtsentwicklung tatsächlich rechtfertigen würde, sondern allein wegen der negativen Aktienprognose von Analysten.
Langfristig gesehen erweisen sich Analystenmeinungen und Aktienprognosen, vor allem Angaben zum Kursziel, überwiegend als falsch. Wer kurzfristig mit Aktien spekuliert, der mag vor einer jeden Analystenkonferenz zittern. Langfristig orientierte Anleger, die in werthaltige Aktien investiert haben, können sich hingegen entspannt zurücklehnen. Für sie sind nicht die Quartalsergebnisse oder Analystenmeinungen von Bedeutung, sondern wie die Geschäftsentwicklung eines Unternehmens über eine lange Periode zu bewerten ist.
Manche Analysten strotzen vor Selbstvertrauen. Sie haben gelernt, ihre unzutreffenden Aktienprognosen geschickt zu verteidigen. Beliebt sind Ausreden wir: „Mit der Prognose lag ich richtig, nur leider ist etwas völlig Unvorhergesehenes dazwischengekommen.“ Oder auch: „Noch ist das Unglück nicht eingetroffen, kommt aber noch.“ Mit solchen Rechtfertigungen machen sich Analysten selbst etwas vor.
Was Analystenmeinungen tatsächlich wert sind, belegen manche Studien und Tests. In einem solchen Test wurde das Selbstvertrauen der Analysten mit dem von Studenten verglichen. Sie sollten zwei Aktien auswählen, die im darauf folgenden Jahr die beste Kursentwicklung haben würden. Dass trauten sich immerhin 59 % der Studenten und 65 % der Aktienanalysten zu. Die Studenten schnitten besser ab als die Aktienanalysten. Beide konnten aber nicht mit einem Münzwurf konkurrieren. Selbst Zinsprognosen für festverzinsliche Anlagen sind selten richtig, wie eine Studie belegt. Danach wird in 55 % aller Fälle die Zinsentwicklung im Allgemeinen falsch eingeschätzt, ganz zu schweigen von den Analystenmeinungen zum zukünftigen Zinsniveau.
Prognosen über Aktien und andere Wertpapiere sind feste Bestandteile des großen Börsenspiels. Das wäre ohne Frage weniger unterhaltsam ohne all die klugen Analysten. Nur sollte man Aktienprognosen und Analystenmeinungen nicht allzu ernst nehmen