Habe gerade daran gedacht, als 2009 Frau Merkel und Herr Ackermann mehrmals gemeinsam dinierten. Thema: Staatshilfe für die HRE.
Die Banken gaben eine Studie zur Ermittlung des Kapitalbedarfs in Auftrag.
Auf deren Grundlage verpflichteten sich die Banken, Verluste bis maximal 8.5 Milliarden zu übernehmen. Den Rest, ca. 27 Mia. solle der Staat übernehmen. Gut die Banken gewährten Kredite zu 15. Mia, die ja der Staat zurückzahlt...also "60%" Finanzindustrie und "40%" der Staat.
Bislang hat der Staat der 170 Mia. investiert, Verlust 2011 10 Mia. So wurden aus den "60%" Beteiligung der Finanzindustrie 4.5%.
Habe mich heute mit Zynga beschäftigt. USA, Spiele für Zwischendurch auf Facebook.
Kurs derzeit auf Tiefststand $ 4.90. 2011 1 Milliarde Umsatz, 400 Mio. Verlust.
Das Kursziel von 13 $ von Morgan Stanley sieht jedoch sehr verlockend aus.
Kapitalerhöhung 2011, gut 400 Mio. neue Aktien. Geschäftsbericht gelesen: der COO, der Anfang Juli 2011 Stellenantritt hatte, verdiente 2011 42 Mio. $.
Und siehe da, Morgan Stanley hält 26 Mio. Aktien 1. Klasse.
Im Forum kommt manchmal das Thema Analysten, Kursziele, Kursbeinflussung, Insiderinfomationen, Macht der Grossbanken/Investmentfirmen/Hedge Fonds auf.
Fakt ist einfach, dass bei den drei letztgenannten die besten Studenten der Mathematik, Betriebswirtschaft, usw. weltweit gezielt gescoutet werden (18 der weltweit 20 besten Finanz-Unis in den USA). Die besten dieser besten Spezialisten landen später an den Spitzen von Goldman Sachs, JP Morgan, Morgan Stanley, Black Rock, usw., usw.
Dann treffen diese Top-Finanzprofis mit 30 Jahren Finanzerfahrung in Verhandlungen auf Staatspräsidenten/Finanzminister, die Politik, Physik, Recht, Soziologie studiert haben und Themen behandeln wie Umwelt, Energie, Ausländerintegration, Kinderbetreuungsgeld, Beschneidungen, usw.
Am untersten Ende der Nahrungskette stehen die Kleinanleger, die Ihre Informationen aus Zeitungen und dem Internet beziehen. Zu einem grossen Teil stammen die Informationen von der Finanzindustrie selbst. Die Anbieter der Finanzprodukte sitzen in den Verwaltungsräten und sind z.T. selbst in die Firma investiert. Sie verfügen somit über einen gewaltigen Informationsvorsprung, sie erhalten die Finanzinformationen an den Sitzungen des Verwaltungsrates aus 1. Hand, vom CFO. Zudem verfügen Sie über X tausend Milliarden an Geldern, die sie investieren/desinvestieren können. Die Internetgeschwindigkeit mit der sie handeln beträgt 1/3 der Lichtgeschwindigkeit.
Verlieren können sie nur, wenn sich die grossen Fische streiten und gegenseitig bekämpfen wie Morgan Stanley und Goldman Sachs im Fall Facebook.
Wenn ich das Know-How, den Informationsvorsprung, das Kapital, die Geschwindigkeit eines der o.g. Finanzunternehmes mit denen eines durchschnittlichen Kleinanlegers vergleiche...
Irgendwie kommt mir der Film Matrix in den Sinn. Die Menschen dienen den Maschinen als Energiezelle und ihnen wird eine heile Welt vorgegaukelt, damit sie möglichst lange als natürliche Resource herhalten. D.h. der Kleinanleger verdient in der Realwirtschaft sein Geld (Energie) und bringt dieses dann den Finanzunternehmen (Maschinen) in der Hoffnung auf ein schöneres Leben in Reichtum (heile Welt).
O.k., o.k. ich höre jetzt auf, kam einfach nichts gescheites im Fernsehen und von Mineralwasser und Energy-Drinks wird man halt nicht besoffen.