Presseschau vom 17. Februar 2012
Commerzbank und Tochtergesellschaften
„Financial Times Deutschland“: „Comdirect macht Commerzbank froh“
„Die Comdirect hat im vergangenen Jahr ein Rekordergebnis erwirtschaftet“, schreibt heute die „Börsen-Zeitung“ und steht mit dieser Einschätzung stellvertretend für den positiven Tenor in der Berichterstattung. Mit einem Vorsteuergewinn von 108 Mio. Euro habe die Direktbank sogar ihr eigenes Ziel übertroffen. Wörtlich heißt es: „Die Lage des Instituts hat sich spürbar verbessert, die Erträge stiegen von rund 290 Mio. Euro auf 340 Mio. Euro.“ Der Provisionsüberschuss sei um 6 % auf 182,6 Mio. Euro, der Zinsüberschuss vor Risikovorsorge sogar um rund 48 % auf 150,8 Mio. Euro gestiegen. Die Kundenzahl kletterte um 334.000 auf 2,6 Millionen. In einem Interview mit der „Börsen-Zeitung“ beschreibt Thorsten Reitmeyer, Vorstandschef des Instituts, den weiteren Wachstumskurs seines Hauses und kündigt zugleich an, „noch einige Millionen an Kunden“ gewinnen zu wollen. Auch die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ würdigt das Zahlenwerk der Direktbank und schreibt: „Kostengünstige Direktbanken mit Fokus auf Privatkunden schlagen sich in der Finanzkrise bestens. Wie die ING Diba ... hat auch die Comdirect im Jahr 2011 ein Rekordergebnis erzielt.“ In einem Porträt (Titel: „Der Kundenversteher“) zeichnet die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ zudem ein positives Bild von Reitmeyer, der stets „sehr nah am Kunden dran“ sei. Unter den Titeln „Comdirect erhöht Nettogewinn kräftig“, „Comdirect macht Commerzbank froh“, „Comdirect-Geldsegen für die Commerzbank“ und „Comdirect lockt mit hoher Dividendenrendite“ berichten auch „Handelsblatt“, „Financial Times Deutschland“, „Süddeutsche Zeitung“ und „Die Welt“, wobei stets die hohe Dividendenausschüttung an die Konzernmutter Commerzbank hervorgehoben wird: „Davon profitiert vor allem der Mutterkonzern: Die Commerzbank, die 80,5 % an der Comdirect hält und ihre Kapitaldecke aufstocken will, bekommt allein 63,7 Mio. Euro.” (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.2.12/S17; Börsen-Zeitung, 17.2.12/S4; Handelsblatt, 17.2.12/S33; Financial Times Deutschland, 17.2.12/S18; Süddeutsche Zeitung, 17.2.12/S25)
„Commerzbank profitiert von Einmalgewinnen“
Im Vorfeld der am kommenden Donnerstag anstehenden Bekanntgabe der Ergebnisse für das Schlussquartal und das Gesamtjahr 2011 fasst die „Börsen-Zeitung“ die wichtigsten Parameter und Erwartungen zusammen: Die Bank, so heißt es, habe bereits Mitte Januar 2012 ihren Quartalsgewinn nach IFRS auf rund 1,2 Mrd. Euro beziffert. (Börsen-Zeitung, 17.2.12/S2)
„Zurück auf Los“
Die „Wirtschaftswoche“ beleuchtet ausführlich die künftigen Herausforderungen an die Commerzbank und stellt bereits eingeleitete Schritte zur Stärkung des Instituts sowie zur Steigerung von dessen Profitabilität vor. Dabei werden die wichtigsten Entscheidungsträger und Macher des Instituts und deren Arbeit vorgestellt. (Wirtschaftswoche, 18.2.12/S50–53)
„Suche nach den Umwelt-Investoren“
Nach Ansicht der „Financial Times Deutschland“ gefährdet der Mangel an Finanzierungsquellen „die Expansion grüner Technologien“. Eine Hürde bei der Projektfinanzierung, die noch größer werden dürfte, sei die Unterkapitalisierung von Banken, erklärt Jan-Philipp Gillmann, Experte für neue Energien bei der Commerzbank. Die Institute befänden sich jedoch auf der Suche nach neuen Geldquellen, um für die Kunden das notwendige Kapital bereitstellen zu können – etwa die Commerzbank, die die Fremdkapitalseite für externe Investoren öffne. (Financial Times Deutschland, 17.2.12/S6)
„Spekulationen treiben Kakaopreis kräftig an“,
notiert die „Börsen-Zeitung“ und verweist auf eine Analyse der Commerzbank-Experten, die die entsprechenden Hintergründe für diese Entwicklung offenlegt. (Börsen-Zeitung, 17.2.12/S18)
„Commerzbank übergibt ‚Silberturm‘ an die Deutsche Bahn“,
berichtet das „Handelsblatt“. Die ehemalige Konzernzentrale der Dresdner Bank in Frankfurt soll ab April dieses Jahres von der Deutschen Bahn als Mieter genutzt werden. Bahn-Chef Rüdiger Grube wird anlässlich dieses Ereignisses mit folgender Aussage zitiert: „Mit dem ‚Silberturm‘ setzen wir hier im Zentrum Frankfurts, in unmittelbarer Nachbarschaft des wichtigsten Bahnhofs Deutschlands, ein deutliches Ausrufezeichen: für den Bahnstandort Frankfurt, für unsere Mitarbeiter, die in ein hochmodernes Gebäude einziehen werden, und für die Umwelt, die durch die energetische Sanierung erheblich entlastet wird.“ Die „Frankfurter Rundschau“, die in ihrer Hessenbeilage ebenfalls berichtet, schreibt hierzu: „Für ein Wahrzeichen Frankfurts, den sogenannten ‚Silberturm‘ am Jürgen-Ponto-Platz, wurde am Donnerstag ein neues Kapitel aufgeschlagen. Das ehemalige Hochhaus der Dresdner Bank wechselte aus den Händen der Commerzbank in die der Deutschen Bahn.“ Auch „FAZ-Rhein-Main-Zeitung“, „Bild-Zeitung“ Frankfurt und „Frankfurter Neue Presse“ berichten über das Ereignis. Die „Frankfurter Neue Presse“ zitiert hierzu Commerzbank-Chef Martin Blessing wie folgt: „Ich freue mich, dass wir mit der Deutschen Bahn für das die Stadt kennzeichnende Hochhaus ‚Silberturm‘ einen Mieter gefunden haben, bei dem das Gebäude weiterhin eine hohe Wertschätzung erfährt.“ (Handelsblatt, 17.2.12/S33; Frankfurter Rundschau Hessenbeilage, 17.2.12/SF6; FAZ-Rhein-Main-Zeitung, 17.2.12/S44; Frankfurter Neue Presse, 17.2.12/S6; Bild-Zeitung Frankfurt, 17.2.12/S3)
„KGAL kommt mit Frankreich 1 plus“
Medienberichten zufolge wird das Emissionshaus KGAL in Kürze die Platzierung seines ersten Frankreichfonds wieder aufnehmen. Das Konzept mit neuen Eckdaten liege bereits bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zur Genehmigung vor. „Als Hauptverkaufskanal steht offenbar wiederum KGAL-Gesellschafter Commerzbank bereit.“ (Immobilien-Zeitung, 16.2.12/S4)
Finanz- und Bankenmärkte
Finanzkrise 2.0 – Update vom 17. Februar 2012
Viele Detailfragen eines möglichen zweiten Hilfspakets für Griechenland sind nach wie vor ungeklärt, warnt die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. Denn es gebe noch erhebliche Differenzen zwischen den Eurostaaten. Und es sei unwahrscheinlich, dass sich diese schon bis zum nächsten Treffen der Eurogruppe am Montag auflösen ließen, hieß es in Brüssel. Hintergrund: Den Ministern lag am Mittwoch der neue Bericht der „Troika“ zur griechischen Schuldentragfähigkeit vor. „Aus ihm geht erwartungsgemäß hervor, dass vor allem wegen der schlechteren Konjunkturentwicklung die in den ursprünglichen Plänen zur Griechenland-Rettung festgehaltenen Projektionen der Staatsschuld unrealistisch sind“, so das Blatt.
Medienberichten zufolge bereitet sich mittlerweile auch die Europäische Zentralbank darauf vor, dass die Beteiligung der privaten Gläubiger am Rettungspaket für Griechenland scheitert. Wie das „Handelsblatt“ aus Notenbankkreisen erfuhr, werden die nationalen Zentralbanken in Kürze ihre Griechenland-Anleihen in neue Bonds umtauschen. Die EZB wollte sich gestern Abend nicht zu den Plänen äußern. Auch die Tageszeitung „Die Welt“ hat bereits von der Tauschaktion berichtet. „Mit der Aktion sichern sich die Notenbanker für den Fall eines zwangsweisen Schuldenschnitts ab, zu dem es käme, sollte die Beteiligung privater Gläubiger scheitern“, analysiert das „Handelsblatt“.
Unterdessen verliert Europa zunehmend die Geduld mit Athen, merkt die „Süddeutsche Zeitung“ an. Zu viele Versprechen habe die griechische Regierung im zwei Jahre währenden Gezerre um seine Rettung schon gebrochen. Besonders ungehalten sei Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble: „In den letzten Monaten mussten wir feststellen, dass sich scheinbar manches leichter verspricht als dann umgesetzt wird. Das ist ein Problem.“ Schäuble halte es deshalb mittlerweile für nahezu unvermeidbar, dass Athen Insolvenz anmelden werde. „Das ist nicht nur für den griechischen Premier Lukas Papadimos ein Affront, Schäuble legt sich auch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel an, die eine Pleite Griechenlands nicht riskieren will“, so die „Süddeutsche Zeitung“. Unter dem Titel „Griechenland-Politik entzweit Bundesregierung – Dissens zwischen Merkel und Schäuble“, berichtet auch die „Süddeutsche Zeitung“ auf Seite 1. „Griechenland muss sich selbst helfen“, fordert auch Andreas Dombret, Vorstandsmitglied der Bundesbank und zuständig für Finanzstabilität, in einem Interview mit der „Wirtschaftswoche“. (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.2.12/S9; Süddeutsche Zeitung, 17.2.12/S1 und 25; Handelsblatt, 17.2.12/S6; Wirtschaftswoche, 18.2.12/S22–23)
„Banküberfall“
Die Ratingagentur Moody’s droht mehr als 100 Geldhäusern mit einer Herabstufung, berichtet heute die „Financial Times Deutschland“. Dies sei eine Reaktion auf das schlechtere Wettbewerbsumfeld. (Financial Times Deutschland, 17.2.12/S19; Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.2.12/S20)
EZB warnt vor Risiken als Folge schwacher Kreditvergabe
In ihrem jüngsten Monatsbericht warnt die EZB vor den Risiken, die mit einer schwachen Kreditvergabe verbunden sind. „Das ungewöhnlich hohe Niveau der privaten und staatlichen Verschuldung und die internationale Vernetzung könnten zu einer besonders schwachen Erholung der Kreditvergabe führen.“ Nach Interpretation der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ „ist die Sorge um die Versorgung der Wirtschaft mit Kredit ... in den vergangenen Monaten zu einem bestimmenden Faktor der Geldpolitik der EZB geworden.“ Im vierten Quartal 2011 hatten die Banken in einer Umfrage eine deutliche Verschärfung ihrer Kreditstandards in Aussicht gestellt. (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.2.12/S12)
Konjunktur- und Volkswirtschaft
„Die Bundesbank sitzt in der Falle“,
warnt Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer in einem Gastbeitrag für die „Wirtschaftswoche“. Hintergrund: „Die Target-Forderungen der Bundesbank gegenüber dem System der Europäischen Zentralbanken schwellen weiter an. Ein Ausgleich der Salden nach dem Vorbild der US-Fed würde der deutschen Notenbank kaum helfen.“ Nach Meinung Krämers lasse sich das Problem der Target-Salden nur lösen, wenn die Peripherieländer ihre Volkswirtschaften und Staatshaushalte sanierten, die Staatsschuldenkrise vom Tisch sei und die Anleihen der Peripherieländer wieder als Sicherheiten taugten. (Wirtschaftswoche, 18.2.12/S39)
Regulatorische Themen
„EU-Parlament erhöht Druck bei Sparerschutz“
Laut einem Bericht der „Financial Times Deutschland“ will das Europa-Parlament Kunden im Falle von Bankenpleiten besser absichern. Hierzu stimmten die Abgeordneten gestern in Straßburg für eine Reform der Einlagensicherung der Kreditinstitute, die Banken und Sparkassen zu einer höheren Vorsorge verpflichte. „In den nächsten 15 Jahren sollen die Geldhäuser 1,5 % der abgesicherten Einlagen, also der Bank- und Sparguthaben, auf die hohe Kante legen“, womit im Ernstfall je Kunde bis zu 100.000 Euro erstattet werden können. Laut dem Blatt sind die neuen Regeln mit dem Votum der Abgeordneten allerdings noch keine beschlossene Sache, da die Mitgliedsstaaten für eine geringere Summe im Vorsorgetopf seien und hier eine Einigung noch ausstehe. (Financial Times Deutschland, 17.2.12/S23)
„Neue Bankenregulierung geht in die heiße Phase“,
analysiert der „Platow-Brief“ und verweist auf die Pläne der Europäischen Bankenaufsicht (EBA) für erweiterte Meldepflichten für Banken, die ab 2013 greifen sollen. (Platow-Brief, 17.2.12/S2–3)
„Ganz oder gar nicht“
Die „Wirtschaftswoche“ fasst die Inhalte einer Studie der Mannheimer Ökonomen Hans Peter Grüner und Daniel Patrick Müller zusammen, die darin warnen, dass die schärferen Eigenkapitalauflagen für Banken (Basel III) die Staatsschuldenkrise weiter verschärfen könnten. (Wirtschaftswoche, 18.2.12/S36)
„FATCA: US-Steuerabkommen entlässt deutsche Banken nicht aus der Pflicht“,
erkennt der Informationsdienst „Czerwensky intern“. Auch ein anvisierter „Ausbau der bilateralen Zusammenarbeit zur Bekämpfung von Steuerhinterziehung“ zwischen Deutschland und den USA entlaste die deutschen Banken beim Meldeaufwand kaum, gibt der Bericht Einschätzungen der Deutschen Wertpapier-Service-Bank (DWP-Bank) wieder. (Czerwensky intern, 16.2.12/S3–4)
„Finanztransaktionssteuer schafft Ungerechtigkeit“,
so das Credo eines Gastbeitrags von Volker Wissing, Vizevorsitzender und Finanzexperte der FDP-Bundestagsfraktion, in der „Börsen-Zeitung“. Kritisches Fazit des Autors zu diesem Steuerinstrument: „Wenn man sich die Lethargie der Befürworter anschaut, hat man aber eher den Eindruck, dass die Finanztransaktionssteuer das bleiben soll, was sie ist, ein diffuses finanzpolitisches Heilsversprechen.“ (Börsen-Zeitung, 17.2.12/S8)
„Scharfe Kritik an der Volcker-Regel“
Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ fasst die Kritik an den geplanten Einschränkungen des Eigenhandels für US-Banken zusammen. Ein Hintergrund: „Amerikas Verbot des Eigenhandels hat Auswirkungen weit über seine Grenzen hinaus.“ (Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.2.12/S12)