Moskau (Reuters) - Die Commerzbank hat ihren Anteil an der russischen Promsvyazbank (PSB) leicht auf 14,4 Prozent schrumpfen lassen.
Deutschlands zweitgrößte Bank zog bei einer Kapitalerhöhung des russischen Instituts plangemäß nicht mit, wie die PSB am Dienstag mitteilte.
Die Commerzbank hatte seit ihrem Einstieg im Jahr 2006 ein Aktienpaket von 15,3 Prozent gehalten. Das deutsche Institut sucht händeringend nach Möglichkeiten, bis Mitte 2012 eine Kapitallücke von voraussichtlich fünf Milliarden Euro zu stopfen, und stellt deshalb viele Töchter und Beteiligungen grundsätzlich zur Disposition.
Die PSB-Gründer Dmitri und Alexej Ananjew erhöhten ihren Anteil auf 73,9 Prozent von bisher 73 Prozent. Der Anteil der zahlreichen Staaten und internationalen Organisationen gehörenden Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) blieb unverändert bei 11,7 Prozent.
Die PSB, die nach Bilanzsumme zu den 15 größten Banken Russlands zählt, hatte zuletzt mit einer Kernkapitalquote von 10,2 Prozent den von der russischen Bankenaufsicht geforderten Mindestwert von 10 Prozent nur knapp überschritten. Sie hatte sich deshalb zu der Kapitalerhöhung um vier Milliarden Rubel (knapp 100 Millionen Euro) entschlossen. Im Sommer hatte die PSB ihr Gewinnziel um mehr als ein Drittel gesenkt, nachdem die russische Wirtschaft weniger stark gewachsen war als erwartet.