Sehr interessant was du schreibst. Früher habe ich diese These der Überkapitalisierung auch so gesehen. Meiner Meinung nach haben sich aber die Zeiten geändert.
Bei der Vorstellung der Roadmap 2012 war die Zielspanne für das Tier -1 Kapital noch 7-9%. Nach den letzten Quartalszahlen hat die Coba neue Zielmarken festgelegt:
Tier 1: 9-10% und Core Tier 1: 7-8%. Weiteren Falles geht sie jetzt von RWAs von 300 MRD für 2014 aus, Grund sind die Basel III Auswirkungen.
www.commerzbank.de/media/aktionaere/...R-Presentation_en2.pdf(Seite 26 und 37)
Die Coba ist also gar nicht mehr so hoch überkapitalisiert. Tier 1 Kapital beträgt aktuell 31,4 MRD €, dass heißt hier sind maximal 4,4 MRD € überschüssig, das Core Tier 1 Kapital beträgt 27,6 MRD €, hier sind also 6,6 MRD€ überschüssig.
Es könnte also maximal ein Viertel der Stillen Einlagen zurückbezahlt werden, mehr nicht. Es ist auch sehr unwahrscheinlich, dass die Coba ein Teil der stillen Einlage ( die 2,2 MRD € Unterschied zw. Tier 1 und Core Tier 1) durch Hybridkapital ersetzen kann, in der derzeitigen Situation müsste sie wahrscheinlich auch um die 9% Zinsen zahlen, bzw ob ihr das überhaupt einer abnehmen würde. Zusätzlich zählen die Stillen Einlagen innerhalb einer Übergangsfrist nach Basel III zum Core Tier I Kaptal, neue Hybridanleihen nicht.
Nicht vergessen sollte man auch, dass das vorhandene Hybridkapital von 3,7 MRD € auch irgendwann ersetzt werden muss , 2014 und 2016 denke ich, sicher bin ich mir da jetzt nicht, wobei dies wahrscheinlich durch neue Hybridanleihen geschehen kann.
Man sollte auch den Markt nicht vergessen, meinte nicht Ackermann, dass wenn 7% Core Tier 1 Quote nach Basel III verlangt wird erwartet der Markt 10%.
www.finanzen.net/nachricht/aktien/...erungen-einstellen-948742Siehe Standard Chartered hat jüngst eine KE durchgeführt um ihre Tier 1 Quote auf 13,4% und die Core Tier 1 auf 11,2% zu hieven.
www.ad-hoc-news.de/...ntwicklung-in-q3-2010--/de/News/21662150Das ist übrigends auch das große Problem Blessings, als er die Dresdner übernommen hatte waren die Kapitalanforderungen längst nicht so hoch wie jetzt. Die Zielmarke war damals Tier 1: 7-8% . Das sind ca. 6 MRD € weniger als heute.
Theoretisch hätte man eigentlich im Januar 2009 die zweite Stille Einlage von 8,2 MRD € in Aktien zu 6€ geben sollen. das wären weitere 1,36 MRD Aktien, Staatsbeteiligung wäre so bei 65%. Insgesamt also 2,55 MRD Aktien, bei ca. 2,8 MRD € Nachsteuergewinn wäre das ein EPS von 1,1 €, also Zielkurs von 11 €. Wahrscheinlich wäre der Aktienkurs heute höher. Weitere KEs wären dann nämlich definitiv nicht nötig denn, dank geringer Überkapitaliersierung und Eurohypoverkauf und Gewinnen hätte man eine Einlage von 8,2 MRD € schnell zurückzahlen können.
Alternative, es so lassen wie es heute ist und die Stille Einlagen bis 2018 langsam abstottern. Keine KEs und der gleichen. Siehe mein Beitrag
#35210 ff.
Wenn die Coba ihre Roadmap 2012 wahr macht, dann funktioniert das. Der Verkauf der Eurohypo ist da noch gar nicht eingerechnet.
Aber ich lasse mich überraschen was Blessing im neuen Jahr aus den Hut zaubert. Übrigends ein Teil oder alle Stillen Einlagen könnte ja auch an Investoren verkauft werden, Allianz, Münchner Rück, Goldman Sachs. Wenn der Staat dann noch seinen 25% Anteil verkauft wäre die Coba keine Staatsbank mehr :).
Übrigends, nach meiner Interpretation muss die Coba für die Geschäftsjahre ab 2011 Zinsen zahlen, egal ob sie Verlust macht oder nicht.
www.commerzbank.de/media/aktionaere/...ngserklaerung_2009.pdfDas Zinsverbot gilt nur für 2009 und 2010.