Eigentlich ist es eine Binsenweisheit – man muss billig kaufen und teuer verkaufen.
Am besten an den Extrempunkten – weil dann ist man ja ein Held – „schaut mal, da im Low bin ich eingestiegen!“.
Und wenn der kleine Investor nicht das ganz große Low an den Hörnern packt, dann packt er das zweitkleiner Low, also irgend eine Korrektur. Denn solch ein Zacken gibt Stabilität, da kann man Unterstützungslinien oder Widerstände dran festmachen. Und wenn man dann auf den Zacken wartet, legt man sich mit Gleichgesinnten Gründe zurück, warum denn dieses Korrektur kommen muss. Und die Kurse laufen weg, dass man nur noch die Rücklichter sieht…
In dieser schiefen Ebene in den Markt reinzugehen erfordert mental Kraft.
Ich stelle mir da immer den Mitabiturienten Peter vor, der Segelflieger war (oder noch ist?): Wenn man hinter dem im engen Segelflugzeug saß, schaute der nach Thermik, also Stellen, wo der Wind nach oben weht – „schau mal – über vier Meter pro Sekunde geht es aufwärts“. Niemals würde er fragen, ob er hätte viel tiefer einsteigen können, sonder er freut sich, dass er eine Stelle mit guter Thermik gefunden hat. Maximal nach oben schaut er, wie weit die Reise gehen könnte.
Ergänzend zu diesem Gleichnis schmeiße ich gerne einen Stock ins Wasser und schaue, wie sich das Ding dann bewegt. Fast nie kaufe ich einen großen Batzen einer Aktien, sondern kaufen eine Miniposition – sagen wir € 3.000 Euro und pyramidisieren in den Gewinn.
Wenn ich mir aber den Schwaben-Sentix ansehe, dann gruselt es mich:
Anstatt umzudenken, wird die alte, falsche Einschätzung prolongiert.
Interessant, wie die Privatanleger diesen latenten Widerspruch auflösen – aber noch wichtiger wie die Professionellen dies machen?
Um Zaphods Spruch „Kaufen ohne Überzeugung“ aufzunehmen:Werden sie einsteigen ohne an die Hausse zu glauben um ganz schnell, zittrig auszusteigen?
Oder werden sie zu Gläubigen – da sie vielleicht erkennen oder es sich vormachen, dass die Situation sich verändert hat?
Oder bleiben Sie wie der Wutrentner an der Außenlinie stehen und reden was von Manipulation?
Interessiert werde ich heute die Sentix-Ergebniss prüfen – mal sehen, wie sich dort die Situation differenziert nach Privaten und Institutionellen darstellt.
(Verkleinert auf 71%)


Die tödliche Krankheit des Menschen ist seine Meinung, er wisse.
Michel de Montaigne