es werden hier des öfteren Hyper-Inflationsprognosen mit der stark expandierenden Geldmenge M3 begründet. Aber daß eine stark steigende Geldmenge M3 automatisch zu höheren Preisen führt, ist ein Trugschluß. Der Hauptfehler ist die Annahme, daß eine erhöhte Geldmenge auch (mit einer gewissen Verzögerung) in den Wirtschaftskreislauf eintritt (sprich ausgegeben wird) und damit höhere Preise bedingt. Es gibt aber in den letzten Jahre Entwicklungen die dieser Annahme widersprechen:
1. Die Abflachung der Zinskurve
Bei einer zunehmend flachen Zinskurve und gleichzeitig relativ (auch absolut) niedrigem Zinsniveau, wie wir sie seit Ende des Internetbooms beobachten, macht es für Investoren wenig Sinn, Geld längerfristig anzulegen. Viele Sparbriefe oder Sondersparformen mit einer Laufzeit von 4 Jahren oder länger, sind quasi zu Grabe getragen worden. Was wurde mit dem Geld gemacht? Es ging in kurze Laufzeiten. Geldmarktkonto, Geldmarktfonds, Laufzeitkonten bis 2 Jahre, etc. Während der Sparbrief nicht Bestandteil von M3 ist, sind es alle genannte kurzfristigen Alternativen. Der Spargroschen wird deshalb nicht wahrscheinlicher ausgegeben als vorher.
2. Das Aufblähen der Kreditblase
Früher gab die Hausbank dem Kunden einen Kredit und das wars. Heute wird dieser Kredit mehrfach verpackt, weiterverkauft, gestrapped, usw. Jede dieser Transaktionen führt zumindest teilweise zu einer weiteren Aufblähung der Geldmenge.
Schön zu sehen an folgender Seite der EZB-Statistik:
stats.ecb.europa.eu/stats/download/...or/bsi_m3_by_sector.pdf In der Graphik rechts unten sieht man wie die "Banken-Geldmenge" (other financials) seit 2004 quasi explodiert. Daß dieses Geld an irgendeinem Gütermarkt als Zahlungsmittel auftaucht wage ich zu bezweifeln.
3. Änderung im Refinanzierungsverhalten von Unternehmen
Das Standardwekrzeug der Fremdkapitalbeschaffung, die langfristige Unternehmensanleihe wuird immer mehr von mittel- bis kurzfristigen Finanzierungsprogrammen abgelöst.
Medium Term Notes, Commercial Paper Programme, etc. Der Effekt ist der gleiche wie unter 1.
Natürlich gibt es eine Expansion der Geldmenge, die auf die Preise am Gütermarkt einwirkt. Aber von der "Explosion" der M3 auf ein starkes Zunehmen der Inflation zu schließen ist imho ein Trugschluß
1. Die Abflachung der Zinskurve
Bei einer zunehmend flachen Zinskurve und gleichzeitig relativ (auch absolut) niedrigem Zinsniveau, wie wir sie seit Ende des Internetbooms beobachten, macht es für Investoren wenig Sinn, Geld längerfristig anzulegen. Viele Sparbriefe oder Sondersparformen mit einer Laufzeit von 4 Jahren oder länger, sind quasi zu Grabe getragen worden. Was wurde mit dem Geld gemacht? Es ging in kurze Laufzeiten. Geldmarktkonto, Geldmarktfonds, Laufzeitkonten bis 2 Jahre, etc. Während der Sparbrief nicht Bestandteil von M3 ist, sind es alle genannte kurzfristigen Alternativen. Der Spargroschen wird deshalb nicht wahrscheinlicher ausgegeben als vorher.
2. Das Aufblähen der Kreditblase
Früher gab die Hausbank dem Kunden einen Kredit und das wars. Heute wird dieser Kredit mehrfach verpackt, weiterverkauft, gestrapped, usw. Jede dieser Transaktionen führt zumindest teilweise zu einer weiteren Aufblähung der Geldmenge.
Schön zu sehen an folgender Seite der EZB-Statistik:
stats.ecb.europa.eu/stats/download/...or/bsi_m3_by_sector.pdf In der Graphik rechts unten sieht man wie die "Banken-Geldmenge" (other financials) seit 2004 quasi explodiert. Daß dieses Geld an irgendeinem Gütermarkt als Zahlungsmittel auftaucht wage ich zu bezweifeln.
3. Änderung im Refinanzierungsverhalten von Unternehmen
Das Standardwekrzeug der Fremdkapitalbeschaffung, die langfristige Unternehmensanleihe wuird immer mehr von mittel- bis kurzfristigen Finanzierungsprogrammen abgelöst.
Medium Term Notes, Commercial Paper Programme, etc. Der Effekt ist der gleiche wie unter 1.
Natürlich gibt es eine Expansion der Geldmenge, die auf die Preise am Gütermarkt einwirkt. Aber von der "Explosion" der M3 auf ein starkes Zunehmen der Inflation zu schließen ist imho ein Trugschluß

