Braskem SA

Aktie
WKN:  164640 ISIN:  BRBRKMACNPA4 Branche:  Chemikalien Land:  Brasilien
1,50 €
+0,03 €
+2,04%
10.06.26
Depot/Watchlist
Marktkapitalisierung *
1,31 Mrd. €
Streubesitz
37,58%
KGV
-
Index-Zuordnung
-
Braskem Aktie Chart

Braskem Unternehmensbeschreibung

Braskem SA ist einer der führenden Petrochemie- und Kunststoffkonzerne Lateinamerikas und zählt global zu den größeren Herstellern von Thermoplasten. Das Geschäftsmodell basiert auf der vertikal integrierten Produktion von Grundchemikalien, Polyolefinen und Spezialpolymeren entlang der petrochemischen Wertschöpfungskette. Braskem fungiert als Bindeglied zwischen Rohstofflieferanten wie Erdöl- und Erdgasproduzenten und weiterverarbeitenden Industrien in Verpackung, Konsumgüter-, Automobil-, Bau- und Chemiesektor. Das Unternehmen betreibt Crack- und Polymerisationsanlagen in Brasilien, Mexiko, Europa und den USA. Der Fokus liegt auf der effizienten Umwandlung von Naphtha, Ethan, Propen und biobasierten Rohstoffen in Polymere. Langfristige Lieferverträge, Skaleneffekte in der Produktion und ein breites Produktportfolio sollen eine hohe Auslastung der industriellen Basis unterstützen und bilden einen zentralen Bestandteil der Ertragslogik.

Mission und strategische Ausrichtung

Braskem formuliert seine Mission in Richtung einer Kombination aus industrieller Wettbewerbsfähigkeit und nachhaltiger Transformation der Kunststoffwirtschaft. Ziel ist es, als integrierter Werkstoffanbieter Lösungen zu liefern, die Ressourceneffizienz, Kreislaufwirtschaft und Dekarbonisierung industrieller Wertschöpfung unterstützen. Die Strategie beruht auf drei häufig betonten Hauptpfeilern: Erstens der Stärkung der Position in der Petrochemie in Lateinamerika, zweitens der globalen Ausweitung von Spezial- und Hochleistungspolymeren und drittens der schrittweisen Erhöhung des Anteils von biobasierten und recycelten Rohstoffen. Braskem positioniert sich als Partner für Kunden, die regulatorische Anforderungen zu CO₂-Reduktion, Recyclingquoten und Substitution traditioneller Materialien bewältigen müssen. Forschungsschwerpunkte liegen auf Biopolymeren, chemischem und mechanischem Recycling sowie Prozessintensivierung zur Senkung der Emissionsintensität.

Produkte und Dienstleistungen

Braskem produziert ein Spektrum an petrochemischen Basisprodukten, Polymeren und Spezialmaterialien. Zentrale Produktgruppen sind:
  • Polyethylen (PE) in verschiedenen Dichten für Verpackungen, Folien, Rohre und Formteile
  • Polypropylen (PP) für Automobilkomponenten, Haushaltswaren, Fasern und technische Anwendungen
  • Polyvinylchlorid (PVC) für Bauprodukte, Leitungen, Profile und industrielle Anwendungen
  • Grundchemikalien wie Ethylen, Propylen, Butadien, Benzol, Toluol und Xylole als Vorprodukte der chemischen Industrie
  • Biobasiertes „Im green“ Polyethylen auf Zuckerrohrbasis als erneuerbare Alternative zu fossilem PE
  • Ingenieurkunststoffe und Spezialpolymere für Anwendungen in Elektronik, Automobilbau und Medizintechnik
  • l>Ergänzend bietet Braskem technische Dienstleistungen, Anwendungsentwicklung, Co-Engineering mit Kunden sowie Unterstützung bei Design-for-Recycling. Die Vertriebs- und Serviceorganisation ist global ausgerichtet und bedient sowohl Großkunden über längerfristige Verträge als auch regionale Konverter über Distributoren.

Business Units und Segmentstruktur

Braskem gliedert seine Aktivitäten in mehrere Geschäftseinheiten, die im Wesentlichen nach Produkt- und Rohstofflogik strukturiert sind. Die wichtigsten Segmente sind:
  • Brazil: Produktion von Polyolefinen, Vinylprodukten und Grundchemikalien auf Naphtha- und Ethanbasis in Brasilien, eng verknüpft mit der lokalen Raffinerie- und Gasinfrastruktur
  • United States and Europe: Polypropylenaktivitäten in den USA und Europa, die überwiegend Propylen als Rohstoffbasis nutzen
  • Mexico: Polyethylenproduktion in Mexiko auf Basis von Ethan, ausgerichtet auf Märkte in Nord- und Mittelamerika
  • Renewables and Chemicals: Entwicklung und Produktion biobasierter Materialien, insbesondere Zuckerrohr-basiertes Polyethylen sowie Projekte rund um Kreislaufwirtschaft und Recycling
  • l>Diese Segmentlogik spiegelt unterschiedliche Rohstoffkostenstrukturen, Energiepreise, Währungseinflüsse und Marktzyklen wider und dient dem Risikomanagement auf Portfolioebene.

Alleinstellungsmerkmale und Burggräben

Braskem verfügt über mehrere strukturelle Wettbewerbsvorteile. Erstens bietet die Kombination aus einer starken Marktstellung in Lateinamerika und Präsenz in Nordamerika und Europa eine geografische Diversifikation, die zyklische Schwankungen einzelner Regionen teilweise abfedern kann. Zweitens existiert ein Größenvorteil: Die Kapazitäten in Cracking, Polymerisation und Logistik erlauben Skaleneffekte, günstige Stückkosten und schaffen Eintrittsbarrieren für neue Wettbewerber. Drittens hat sich Braskem mit seinem biobasierten Polyethylen eine anerkannte Rolle im Bereich erneuerbarer Kunststoffe aufgebaut. Diese Technologiekompetenz kann als technologischer Moat wirken, da sie ein eigenes Ökosystem aus landwirtschaftlichen Partnern, Kunden und Markenartiklern umfasst, die Wert auf CO₂-reduzierte Lösungen legen. Viertens unterstützen langfristige Rohstoff- und Lieferverträge, Pipelineanbindungen sowie der Zugang zu Häfen und Industrieknoten in Brasilien, Mexiko und den USA eine stabile logistische Basis. Zusammen mit hohen Kapitalkosten für neue Cracker- und Polymeranlagen entsteht ein ausgeprägter industrieller Burggraben.

Wettbewerbsumfeld

Braskem agiert in einem hochkompetitiven, globalisierten Petrochemie- und Kunststoffmarkt. Wichtige Wettbewerter sind:
  • Große internationale Chemiekonzerne wie LyondellBasell, Dow, ExxonMobil Chemical, SABIC, BASF und INEOS, die ebenfalls umfangreiche Polyolefin- und Grundchemikalienportfolios betreiben
  • Regionale Lateinamerika-Anbieter und Joint Ventures, die spezifische Marktsegmente oder Länder bedienen
  • Staatlich geprägte Petrochemieakteure im Mittleren Osten, die von reichlich vorhandenem, kostengünstigem Gas-Feedstock profitieren
  • l>Die Wettbewerbsparameter umfassen insbesondere Rohstoffkosten, Energiepreise, Technologieeffizienz, Produktqualität, Lieferzuverlässigkeit und die Fähigkeit, maßgeschneiderte Lösungen für Verpackung, Automobil und Bauindustrie anzubieten. Zunehmend gewinnt Nachhaltigkeitsperformance an Bedeutung, da Markenhersteller und Handel spezifische Recyclingquoten, CO₂-Fußabdrücke und Lieferketten-Compliance nachfragen.

Management, Eigentümerstruktur und Strategie

Braskem weist eine gemischte Eigentümerstruktur auf, in der das brasilianische Industriekonglomerat Novonor (ehemals Odebrecht) und das staatlich kontrollierte Energieunternehmen Petrobras als bedeutende Ankeraktionäre auftreten, während ein substantieller Streubesitz an den Börsen in Brasilien und den USA notiert ist. Das Management verfolgt eine ausbalancierte Strategie zwischen Kostenorientierung im Massenkunststoffgeschäft und margenstärkeren Nischen im Bereich Spezial- und Biopolymere. Schwerpunkte sind:
  • Aufrechterhaltung hoher Anlagenauslastung durch operative Exzellenz, vorbeugende Instandhaltung und Energieeffizienzprogramme
  • Gezielte Kapazitätsanpassungen und potenzielle Erweiterungen in rohstoffkostengünstigen Regionen mit Zugang zu Ethan- oder Propylenfeedstock
  • Portfolio-Shift hin zu höherwertigen, differenzierten Materialien mit besserer Preissetzungsmacht
  • Ausbau von Initiativen zu Kreislaufwirtschaft, Recycling-Kooperationen und emissionsärmeren Produktionsverfahren
  • Stärkung der Governance- und Compliance-Strukturen, um regulatorische und Reputationsrisiken zu minimieren
  • l>Aus Sicht von Kapitalmarktteilnehmern ist insbesondere die Fähigkeit des Managements relevant, Kapitaldisziplin zu wahren, Großprojekte kontrolliert umzusetzen und gleichzeitig Umwelt- und Sozialstandards zunehmend strenger internationaler Stakeholder zu adressieren.

Branche, Märkte und regionale Präsenz

Braskem ist in der globalen Petrochemie- und Kunststoffindustrie tätig, einem stark zyklischen, kapitalintensiven Sektor mit hoher Abhängigkeit von Konjunktur, Öl- und Gaspreisen sowie regulatorischen Rahmenbedingungen. Der Kernmarkt Lateinamerika zeichnet sich durch strukturellen Nachholbedarf bei Verpackungen, Infrastruktur, Mobilität und Urbanisierung aus, was die Basiskunststoffnachfrage langfristig unterstützen kann. In Nordamerika profitiert Braskem von der wettbewerbsfähigen Gas- und Ethanbasis, während Aktivitäten in Europa näher an Endkunden in industriellen Hochlohnländern platziert sind und anspruchsvollere Anwendungen bedienen. Regulierungstrends in Europa und teilweise Nordamerika treiben strengere Vorgaben zu Kunststoffrecycling, Einwegplastik und Emissionsreduktion. Diese Entwicklung zwingt zu Anpassungen in Produktdesign, Materialmischungen und Prozessführung und eröffnet Braskem zugleich Chancen, sich mit innovativen, kreislauffähigen Lösungen zu positionieren. Gleichzeitig bleibt die Branche exponiert gegenüber geopolitischen Spannungen, Handelskonflikten, Wechselkursvolatilität und Energiepolitik.

Unternehmensgeschichte und Entwicklung

Braskem entstand Anfang der 2000er-Jahre durch die Konsolidierung mehrerer brasilianischer Petrochemieunternehmen unter Federführung des Industriekonglomerats Odebrecht und in Partnerschaft mit dem nationalen Öl- und Gasunternehmen Petrobras. Ziel war es, zersplitterte Kapazitäten zu bündeln, Skaleneffekte zu heben und einen international wettbewerbsfähigen Petrochemieakteur aufzubauen. In den folgenden Jahren expandierte Braskem organisch und anorganisch durch Akquisitionen von Assets in Brasilien und im Ausland, unter anderem durch den Erwerb von Polypropylenanlagen in den USA und Europa. Ein wichtiger Meilenstein war die Inbetriebnahme einer großskaligen Anlage zur Produktion von biobasiertem Polyethylen aus Zuckerrohr, womit das Unternehmen frühzeitig ein Differenzierungsmerkmal im Bereich nachhaltiger Kunststoffe schuf. Im Zeitverlauf war Braskem auch mit Herausforderungen konfrontiert, darunter die Abhängigkeit von der brasilianischen Energie- und Rohstoffpolitik, Konjunktur- und Währungszyklen sowie rechtliche und regulatorische Auseinandersetzungen, die Governance-Verbesserungen nach sich zogen. Heute präsentiert sich Braskem als globaler Player mit einer diversifizierten Anlagenbasis und wachsendem Portfolio an Spezial- und Biopolymeren.

Sonstige Besonderheiten und Nachhaltigkeitsinitiativen

Eine wesentliche Besonderheit von Braskem ist die strategische Verknüpfung von traditioneller Petrochemie mit erneuerbaren Rohstoffen. Das biobasierte Polyethylen aus Zuckerrohr erzeugt, abhängig vom Produktionsmix, einen im Vergleich zu konventionellem Polyethylen reduzierten CO₂-Fußabdruck, da das Zuckerrohr während des Wachstums CO₂ bindet. Braskem arbeitet zudem an Partnerschaften entlang der gesamten Wertschöpfungskette, um Recyclingquoten zu erhöhen, sortenreine Materialströme zu ermöglichen und chemische Recyclingtechnologien zu testen. Das Unternehmen veröffentlicht Nachhaltigkeits- und ESG-Berichte, in denen Emissionspfade, Energieeffizienzprogramme, Wasser- und Abfallmanagement sowie soziale Initiativen in den Anrainerregionen der Werke dargestellt werden. Für Stakeholder relevant ist die Tatsache, dass sich regulatorischer Druck auf Kunststoffe und Emissionen verschärft, Braskem jedoch gleichzeitig aktiv versucht, seine Position als Lösungsanbieter für eine zirkulärere Kunststoffwirtschaft auszubauen.

Chancen und Risiken aus Sicht konservativer Anleger

Aus Sicht risikobewusster Marktteilnehmer ergeben sich bei Braskem sowohl strukturelle Chancen als auch substanzielle Risiken. Auf der Chancenseite stehen:
  • Starke Marktposition in Lateinamerika mit signifikanter Größe, breitem Produktportfolio und vertikaler Integration
  • Potenzial aus wachsender Kunststoffnachfrage in Schwellenländern, insbesondere in Verpackung, Infrastruktur und Konsumgütern
  • Technologischer Vorsprung im Bereich biobasierter Kunststoffe und Initiativen zur Kreislaufwirtschaft, die bei steigenden ESG-Anforderungen relevant sein können
  • Diversifizierte Anlagenbasis in unterschiedlichen Rohstoff- und Währungsräumen
  • l>Dem gegenüber stehen gewichtige Risikofaktoren:
    • Zyklizität der Petrochemie mit Schwankungen bei Margen, Auslastung und Bewertung in Abhängigkeit von globalem Wachstum und Öl- und Gaspreisen
    • Kapitalintensität und lange Amortisationszeiträume neuer Anlagen, die Fehlallokation und Projektrisiken erhöhen können
    • Exponierung gegenüber politischen, regulatorischen und währungsbedingten Unsicherheiten in Brasilien und anderen Schwellenländern
    • Zunehmender regulatorischer und gesellschaftlicher Druck auf Kunststoffe, der Nachfrage verschieben, zusätzliche Investitionen in Recycling und Emissionsreduktion erzwingen und Geschäftsmodelle partiell transformieren kann
    • Wettbewerb durch staatlich gestützte Anbieter mit strukturellen Rohstoffkostenvorteilen
    • l>Für konservativ ausgerichtete Anlegerperspektiven bedeutet dies, dass ein mögliches Engagement in Braskem typischerweise im Kontext der individuellen Risikotragfähigkeit, der Zyklusposition, der ESG-Präferenzen und der Diversifikation des Gesamtportfolios betrachtet wird, ohne dass daraus eine konkrete Handlungs- oder Anlageempfehlung abgeleitet wird.

Kursdaten

Geld/Brief 1,49 € / 1,70 €
Spread +14,09%
Schluss Vortag 1,47 €
Gehandelte Stücke 200
Tagesvolumen Vortag -  
Tagestief 1,45 €
Tageshoch 1,52 €
52W-Tief 0,905 €
52W-Hoch 2,18 €
Jahrestief 1,09 €
Jahreshoch 2,18 €

Braskem Aktie: Fundamentale Kennzahlen (2024)

Umsatz in Mio. -
Operatives Ergebnis (EBIT) in Mio. -
Jahresüberschuss in Mio. -
Umsatz je Aktie -
Gewinn je Aktie -
Gewinnrendite -
Umsatzrendite -
Return on Investment -
Marktkapitalisierung in Mio. -
KGV (Kurs/Gewinn) -
KBV (Kurs/Buchwert) -
KUV (Kurs/Umsatz) -
Eigenkapitalrendite -
Eigenkapitalquote -

Dividenden Historie

Datum Dividende
07.10.2019 0,19 €
17.04.2019 0,77 €
02.05.2018 0,45 €
04.12.2017 0,33 €
04.10.2016 0,35 €
07.04.2016 0,30 €
10.04.2015 0,19 €
11.04.2014 0,20 €
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Braskem Termine

Keine Termine bekannt.

Braskem Aktie: Übersicht Handelsplätze

Handelsplatz
Letzter
Änderung
Vortag
Zeit
Düsseldorf 1,49 +4,93%
1,42 € 10.06.26
Frankfurt 1,47 +4,26%
1,41 € 10.06.26
Stuttgart 1,50 +2,04%
1,47 € 10.06.26
L&S RT 1,59 -0,31%
1,595 € 10.06.26
Quotrix 1,58 +3,27%
1,53 € 10.06.26
Gettex 1,65 +11,49%
1,48 € 10.06.26
Weitere Börsenplätze

Historische Kurse

Datum
Kurs
Volumen
09.06.26 1,47 0
08.06.26 1,43 284
05.06.26 1,43 0
04.06.26 1,51 0
03.06.26 1,54 0
Weitere Historische Kurse

Performance

Zeitraum Kurs %
1 Woche 1,54 € -4,55%
1 Monat 1,60 € -8,13%
6 Monate 1,17 € +25,64%
1 Jahr 1,60 € -8,13%
5 Jahre 8,85 € -83,39%

Unternehmensprofil Braskem

Braskem SA ist einer der führenden Petrochemie- und Kunststoffkonzerne Lateinamerikas und zählt global zu den größeren Herstellern von Thermoplasten. Das Geschäftsmodell basiert auf der vertikal integrierten Produktion von Grundchemikalien, Polyolefinen und Spezialpolymeren entlang der petrochemischen Wertschöpfungskette. Braskem fungiert als Bindeglied zwischen Rohstofflieferanten wie Erdöl- und Erdgasproduzenten und weiterverarbeitenden Industrien in Verpackung, Konsumgüter-, Automobil-, Bau- und Chemiesektor. Das Unternehmen betreibt Crack- und Polymerisationsanlagen in Brasilien, Mexiko, Europa und den USA. Der Fokus liegt auf der effizienten Umwandlung von Naphtha, Ethan, Propen und biobasierten Rohstoffen in Polymere. Langfristige Lieferverträge, Skaleneffekte in der Produktion und ein breites Produktportfolio sollen eine hohe Auslastung der industriellen Basis unterstützen und bilden einen zentralen Bestandteil der Ertragslogik.

Mission und strategische Ausrichtung

Braskem formuliert seine Mission in Richtung einer Kombination aus industrieller Wettbewerbsfähigkeit und nachhaltiger Transformation der Kunststoffwirtschaft. Ziel ist es, als integrierter Werkstoffanbieter Lösungen zu liefern, die Ressourceneffizienz, Kreislaufwirtschaft und Dekarbonisierung industrieller Wertschöpfung unterstützen. Die Strategie beruht auf drei häufig betonten Hauptpfeilern: Erstens der Stärkung der Position in der Petrochemie in Lateinamerika, zweitens der globalen Ausweitung von Spezial- und Hochleistungspolymeren und drittens der schrittweisen Erhöhung des Anteils von biobasierten und recycelten Rohstoffen. Braskem positioniert sich als Partner für Kunden, die regulatorische Anforderungen zu CO₂-Reduktion, Recyclingquoten und Substitution traditioneller Materialien bewältigen müssen. Forschungsschwerpunkte liegen auf Biopolymeren, chemischem und mechanischem Recycling sowie Prozessintensivierung zur Senkung der Emissionsintensität.

Produkte und Dienstleistungen

Braskem produziert ein Spektrum an petrochemischen Basisprodukten, Polymeren und Spezialmaterialien. Zentrale Produktgruppen sind:
  • Polyethylen (PE) in verschiedenen Dichten für Verpackungen, Folien, Rohre und Formteile
  • Polypropylen (PP) für Automobilkomponenten, Haushaltswaren, Fasern und technische Anwendungen
  • Polyvinylchlorid (PVC) für Bauprodukte, Leitungen, Profile und industrielle Anwendungen
  • Grundchemikalien wie Ethylen, Propylen, Butadien, Benzol, Toluol und Xylole als Vorprodukte der chemischen Industrie
  • Biobasiertes „Im green“ Polyethylen auf Zuckerrohrbasis als erneuerbare Alternative zu fossilem PE
  • Ingenieurkunststoffe und Spezialpolymere für Anwendungen in Elektronik, Automobilbau und Medizintechnik
  • l>Ergänzend bietet Braskem technische Dienstleistungen, Anwendungsentwicklung, Co-Engineering mit Kunden sowie Unterstützung bei Design-for-Recycling. Die Vertriebs- und Serviceorganisation ist global ausgerichtet und bedient sowohl Großkunden über längerfristige Verträge als auch regionale Konverter über Distributoren.

Business Units und Segmentstruktur

Braskem gliedert seine Aktivitäten in mehrere Geschäftseinheiten, die im Wesentlichen nach Produkt- und Rohstofflogik strukturiert sind. Die wichtigsten Segmente sind:
  • Brazil: Produktion von Polyolefinen, Vinylprodukten und Grundchemikalien auf Naphtha- und Ethanbasis in Brasilien, eng verknüpft mit der lokalen Raffinerie- und Gasinfrastruktur
  • United States and Europe: Polypropylenaktivitäten in den USA und Europa, die überwiegend Propylen als Rohstoffbasis nutzen
  • Mexico: Polyethylenproduktion in Mexiko auf Basis von Ethan, ausgerichtet auf Märkte in Nord- und Mittelamerika
  • Renewables and Chemicals: Entwicklung und Produktion biobasierter Materialien, insbesondere Zuckerrohr-basiertes Polyethylen sowie Projekte rund um Kreislaufwirtschaft und Recycling
  • l>Diese Segmentlogik spiegelt unterschiedliche Rohstoffkostenstrukturen, Energiepreise, Währungseinflüsse und Marktzyklen wider und dient dem Risikomanagement auf Portfolioebene.

Alleinstellungsmerkmale und Burggräben

Braskem verfügt über mehrere strukturelle Wettbewerbsvorteile. Erstens bietet die Kombination aus einer starken Marktstellung in Lateinamerika und Präsenz in Nordamerika und Europa eine geografische Diversifikation, die zyklische Schwankungen einzelner Regionen teilweise abfedern kann. Zweitens existiert ein Größenvorteil: Die Kapazitäten in Cracking, Polymerisation und Logistik erlauben Skaleneffekte, günstige Stückkosten und schaffen Eintrittsbarrieren für neue Wettbewerber. Drittens hat sich Braskem mit seinem biobasierten Polyethylen eine anerkannte Rolle im Bereich erneuerbarer Kunststoffe aufgebaut. Diese Technologiekompetenz kann als technologischer Moat wirken, da sie ein eigenes Ökosystem aus landwirtschaftlichen Partnern, Kunden und Markenartiklern umfasst, die Wert auf CO₂-reduzierte Lösungen legen. Viertens unterstützen langfristige Rohstoff- und Lieferverträge, Pipelineanbindungen sowie der Zugang zu Häfen und Industrieknoten in Brasilien, Mexiko und den USA eine stabile logistische Basis. Zusammen mit hohen Kapitalkosten für neue Cracker- und Polymeranlagen entsteht ein ausgeprägter industrieller Burggraben.

Wettbewerbsumfeld

Braskem agiert in einem hochkompetitiven, globalisierten Petrochemie- und Kunststoffmarkt. Wichtige Wettbewerter sind:
  • Große internationale Chemiekonzerne wie LyondellBasell, Dow, ExxonMobil Chemical, SABIC, BASF und INEOS, die ebenfalls umfangreiche Polyolefin- und Grundchemikalienportfolios betreiben
  • Regionale Lateinamerika-Anbieter und Joint Ventures, die spezifische Marktsegmente oder Länder bedienen
  • Staatlich geprägte Petrochemieakteure im Mittleren Osten, die von reichlich vorhandenem, kostengünstigem Gas-Feedstock profitieren
  • l>Die Wettbewerbsparameter umfassen insbesondere Rohstoffkosten, Energiepreise, Technologieeffizienz, Produktqualität, Lieferzuverlässigkeit und die Fähigkeit, maßgeschneiderte Lösungen für Verpackung, Automobil und Bauindustrie anzubieten. Zunehmend gewinnt Nachhaltigkeitsperformance an Bedeutung, da Markenhersteller und Handel spezifische Recyclingquoten, CO₂-Fußabdrücke und Lieferketten-Compliance nachfragen.

Management, Eigentümerstruktur und Strategie

Braskem weist eine gemischte Eigentümerstruktur auf, in der das brasilianische Industriekonglomerat Novonor (ehemals Odebrecht) und das staatlich kontrollierte Energieunternehmen Petrobras als bedeutende Ankeraktionäre auftreten, während ein substantieller Streubesitz an den Börsen in Brasilien und den USA notiert ist. Das Management verfolgt eine ausbalancierte Strategie zwischen Kostenorientierung im Massenkunststoffgeschäft und margenstärkeren Nischen im Bereich Spezial- und Biopolymere. Schwerpunkte sind:
  • Aufrechterhaltung hoher Anlagenauslastung durch operative Exzellenz, vorbeugende Instandhaltung und Energieeffizienzprogramme
  • Gezielte Kapazitätsanpassungen und potenzielle Erweiterungen in rohstoffkostengünstigen Regionen mit Zugang zu Ethan- oder Propylenfeedstock
  • Portfolio-Shift hin zu höherwertigen, differenzierten Materialien mit besserer Preissetzungsmacht
  • Ausbau von Initiativen zu Kreislaufwirtschaft, Recycling-Kooperationen und emissionsärmeren Produktionsverfahren
  • Stärkung der Governance- und Compliance-Strukturen, um regulatorische und Reputationsrisiken zu minimieren
  • l>Aus Sicht von Kapitalmarktteilnehmern ist insbesondere die Fähigkeit des Managements relevant, Kapitaldisziplin zu wahren, Großprojekte kontrolliert umzusetzen und gleichzeitig Umwelt- und Sozialstandards zunehmend strenger internationaler Stakeholder zu adressieren.

Branche, Märkte und regionale Präsenz

Braskem ist in der globalen Petrochemie- und Kunststoffindustrie tätig, einem stark zyklischen, kapitalintensiven Sektor mit hoher Abhängigkeit von Konjunktur, Öl- und Gaspreisen sowie regulatorischen Rahmenbedingungen. Der Kernmarkt Lateinamerika zeichnet sich durch strukturellen Nachholbedarf bei Verpackungen, Infrastruktur, Mobilität und Urbanisierung aus, was die Basiskunststoffnachfrage langfristig unterstützen kann. In Nordamerika profitiert Braskem von der wettbewerbsfähigen Gas- und Ethanbasis, während Aktivitäten in Europa näher an Endkunden in industriellen Hochlohnländern platziert sind und anspruchsvollere Anwendungen bedienen. Regulierungstrends in Europa und teilweise Nordamerika treiben strengere Vorgaben zu Kunststoffrecycling, Einwegplastik und Emissionsreduktion. Diese Entwicklung zwingt zu Anpassungen in Produktdesign, Materialmischungen und Prozessführung und eröffnet Braskem zugleich Chancen, sich mit innovativen, kreislauffähigen Lösungen zu positionieren. Gleichzeitig bleibt die Branche exponiert gegenüber geopolitischen Spannungen, Handelskonflikten, Wechselkursvolatilität und Energiepolitik.

Unternehmensgeschichte und Entwicklung

Braskem entstand Anfang der 2000er-Jahre durch die Konsolidierung mehrerer brasilianischer Petrochemieunternehmen unter Federführung des Industriekonglomerats Odebrecht und in Partnerschaft mit dem nationalen Öl- und Gasunternehmen Petrobras. Ziel war es, zersplitterte Kapazitäten zu bündeln, Skaleneffekte zu heben und einen international wettbewerbsfähigen Petrochemieakteur aufzubauen. In den folgenden Jahren expandierte Braskem organisch und anorganisch durch Akquisitionen von Assets in Brasilien und im Ausland, unter anderem durch den Erwerb von Polypropylenanlagen in den USA und Europa. Ein wichtiger Meilenstein war die Inbetriebnahme einer großskaligen Anlage zur Produktion von biobasiertem Polyethylen aus Zuckerrohr, womit das Unternehmen frühzeitig ein Differenzierungsmerkmal im Bereich nachhaltiger Kunststoffe schuf. Im Zeitverlauf war Braskem auch mit Herausforderungen konfrontiert, darunter die Abhängigkeit von der brasilianischen Energie- und Rohstoffpolitik, Konjunktur- und Währungszyklen sowie rechtliche und regulatorische Auseinandersetzungen, die Governance-Verbesserungen nach sich zogen. Heute präsentiert sich Braskem als globaler Player mit einer diversifizierten Anlagenbasis und wachsendem Portfolio an Spezial- und Biopolymeren.

Sonstige Besonderheiten und Nachhaltigkeitsinitiativen

Eine wesentliche Besonderheit von Braskem ist die strategische Verknüpfung von traditioneller Petrochemie mit erneuerbaren Rohstoffen. Das biobasierte Polyethylen aus Zuckerrohr erzeugt, abhängig vom Produktionsmix, einen im Vergleich zu konventionellem Polyethylen reduzierten CO₂-Fußabdruck, da das Zuckerrohr während des Wachstums CO₂ bindet. Braskem arbeitet zudem an Partnerschaften entlang der gesamten Wertschöpfungskette, um Recyclingquoten zu erhöhen, sortenreine Materialströme zu ermöglichen und chemische Recyclingtechnologien zu testen. Das Unternehmen veröffentlicht Nachhaltigkeits- und ESG-Berichte, in denen Emissionspfade, Energieeffizienzprogramme, Wasser- und Abfallmanagement sowie soziale Initiativen in den Anrainerregionen der Werke dargestellt werden. Für Stakeholder relevant ist die Tatsache, dass sich regulatorischer Druck auf Kunststoffe und Emissionen verschärft, Braskem jedoch gleichzeitig aktiv versucht, seine Position als Lösungsanbieter für eine zirkulärere Kunststoffwirtschaft auszubauen.

Chancen und Risiken aus Sicht konservativer Anleger

Aus Sicht risikobewusster Marktteilnehmer ergeben sich bei Braskem sowohl strukturelle Chancen als auch substanzielle Risiken. Auf der Chancenseite stehen:
  • Starke Marktposition in Lateinamerika mit signifikanter Größe, breitem Produktportfolio und vertikaler Integration
  • Potenzial aus wachsender Kunststoffnachfrage in Schwellenländern, insbesondere in Verpackung, Infrastruktur und Konsumgütern
  • Technologischer Vorsprung im Bereich biobasierter Kunststoffe und Initiativen zur Kreislaufwirtschaft, die bei steigenden ESG-Anforderungen relevant sein können
  • Diversifizierte Anlagenbasis in unterschiedlichen Rohstoff- und Währungsräumen
  • l>Dem gegenüber stehen gewichtige Risikofaktoren:
    • Zyklizität der Petrochemie mit Schwankungen bei Margen, Auslastung und Bewertung in Abhängigkeit von globalem Wachstum und Öl- und Gaspreisen
    • Kapitalintensität und lange Amortisationszeiträume neuer Anlagen, die Fehlallokation und Projektrisiken erhöhen können
    • Exponierung gegenüber politischen, regulatorischen und währungsbedingten Unsicherheiten in Brasilien und anderen Schwellenländern
    • Zunehmender regulatorischer und gesellschaftlicher Druck auf Kunststoffe, der Nachfrage verschieben, zusätzliche Investitionen in Recycling und Emissionsreduktion erzwingen und Geschäftsmodelle partiell transformieren kann
    • Wettbewerb durch staatlich gestützte Anbieter mit strukturellen Rohstoffkostenvorteilen
    • l>Für konservativ ausgerichtete Anlegerperspektiven bedeutet dies, dass ein mögliches Engagement in Braskem typischerweise im Kontext der individuellen Risikotragfähigkeit, der Zyklusposition, der ESG-Präferenzen und der Diversifikation des Gesamtportfolios betrachtet wird, ohne dass daraus eine konkrete Handlungs- oder Anlageempfehlung abgeleitet wird.
Stand: Juni 2026
Hinweis

Braskem Prognose 2026: Einstufung & Empfehlung von Analysten

Braskem Kursziel 2026

  • Die Braskem Kurs Performance für 2026 liegt bei +31,25%.

Stammdaten

Marktkapitalisierung 1,31 Mrd. €
Aktienanzahl 517,59 Mio.
Streubesitz 37,58%
Währung EUR
Land Brasilien
Sektor Grundstoffe
Branche Chemikalien
Aktientyp Stammaktie

Aktionärsstruktur

+62,42% Weitere
+37,58% Streubesitz

Häufig gestellte Fragen zur Braskem Aktie und zum Braskem Kurs

Der aktuelle Kurs der Braskem Aktie liegt bei 1,50 €.

Für 1.000€ kann man sich 666,67 Braskem Aktien kaufen.

Die 1 Monats-Performance der Braskem Aktie beträgt aktuell -8,12%.

Die 1 Jahres-Performance der Braskem Aktie beträgt aktuell -8,12%.

Der Aktienkurs der Braskem Aktie liegt aktuell bei 1,50 EUR. In den letzten 30 Tagen hat die Aktie eine Performance von -8,12% erzielt.
Auf 3 Monate gesehen weist die Aktie von Braskem eine Wertentwicklung von -21,39% aus und über 6 Monate sind es 25,64%.

Das 52-Wochen-Hoch der Braskem Aktie liegt bei 2,18 €.

Das 52-Wochen-Tief der Braskem Aktie liegt bei 0,91 €.

Das Allzeithoch von Braskem liegt bei 31,50 €.

Das Allzeittief von Braskem liegt bei 0,02 €.

Die Volatilität der Braskem Aktie liegt derzeit bei 239,85%. Diese Kennzahl zeigt, wie stark der Kurs von Braskem in letzter Zeit schwankte.

Die Marktkapitalisierung beträgt 1,31 Mrd. €

Braskem hat seinen Hauptsitz in Brasilien.

Braskem gehört zum Sektor Chemikalien.

Ja, Braskem zahlt Dividenden. Zuletzt wurde am 07.10.2019 eine Dividende in Höhe von 0,19 € gezahlt.

Zuletzt hat Braskem am 07.10.2019 eine Dividende in Höhe von 0,19 € gezahlt.
Dies entspricht einer Dividendenrendite von 13,17%. Die Dividende wird halbjährlich gezahlt.

Die letzte Dividende von Braskem wurde am 07.10.2019 in Höhe von 0,19 € je Aktie ausgeschüttet.
Das ergibt, basierend auf dem aktuellen Kurs, eine Dividendenrendite von 13,17%.

Die Dividende wird halbjährlich gezahlt.

Der letzte Zahltag der Dividende war am 07.10.2019. Es wurde eine Dividende in Höhe von 0,19 € gezahlt.

Um eine Dividende ausgezahlt zu bekommen, muss man die Aktie am Ex-Tag (Ex-Date) im Depot haben.