Neuordnung des Allianz-Vorstands – Generationswechsel in Führungsriege
Bei der Allianz steht ein wichtiger Personalwechsel bevor. Klaus-Peter Röhler verlässt den Vorstand der Allianz SE zum 31. Dezember 2026. Der Manager erreicht die Altersgrenze und beendet nach rund drei Jahrzehnten seine Karriere beim Münchener Versicherer.
Im Zuge dieser Neuordnung beruft der Konzern zum 1. Januar 2027 Tomas Kunzmann in den Vorstand. Der derzeitige CEO von Allianz Partners übernimmt künftig das regionale Geschäft in der Asien-Pazifik-Region einschließlich Indien. Kunzmann arbeitet seit 2009 bei der Allianz. Nach Stationen bei der Privaten Krankenversicherung und im deutschen Vertrieb wechselte er in die Konzernzentrale und unterstützte dort unter anderem den Vorstandsvorsitzenden als Executive Assistant. Seit 2022 führt er Allianz Partners.
Auch innerhalb des bestehenden Vorstands verschieben sich Zuständigkeiten. Renate Wagner, die bislang für Asien-Pazifik zuständig war, verantwortet künftig Deutschland, die Schweiz sowie Zentral- und Osteuropa. Wagner behält gleichzeitig ihre Ressorts Personal sowie Fusionen und Übernahmen. Zudem berichtet die Einheit Global Property & Casualty Retail künftig an das Vorstandsmitglied Sirma Boshnakova. Das Mandat der Finanzchefin Claire-Marie Coste-Lepoutre wurde um fünf Jahre bis Ende 2031 verlängert.
Die Allianz-Spitze erhofft sich von Kunzmann aber offenbar noch mehr: Dem neuen Vorstand wird intern eine hohe Expertise im Bereich Künstliche Intelligenz (KI) und Digitales zugesprochen. Als eines seiner erfolgreichen Projekte gilt etwa die Einführung eines KI-Agenten im Pannendienst. Jüngst hatte auch Allianz-Chef Oliver Bäte seine Begeisterung für das KI-Thema geäußert. „Wir werden durch den Einsatz von KI dramatisch besser und günstiger für unsere Kunden werden“, erklärte er im "Handelsblatt". Ziel sei es, Prozesse konsequent zu automatisieren und Kosten zu senken. Offenbar passt Kunzmann ideal zu dieser strategischen Vision.
Da der frühere McKinsey-Berater Bäte beim Thema KI natürlich auch das Thema Kosteneinsparungen auf der Uhr hat, würden weitere KI-Erfolge Kunzmanns sich vermutlich auch direkt im Aktienkurs niederschlagen.
Quelle: BörseOnline