Für Börsenguru Marc Faber spricht derzeit einiges für Aktien: «Wenn der Dollar schwach ist, dann ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass die Aktienpreise beträchtlich steigen könnten», sagt der Vermögensverwalter. «Ein schwacher Dollar ist gut für Vermögenswerte».
Laut Faber seien Investoren «besser aufgehoben in Aktien als in Obligationen oder cash». Das sagte der Herausgeber des «Gloom, Boom & Doom Report» am Mittwoch in einer Webcast-Präsentation.
Der US-Dollar leidet momentan vor allem unter dem steigenden Goldpreis, der Anfang Woche die Schwelle von 1000 Dollar pro Feinunze durchbrochen hatte.
Dollar diese Woche im Sinkflug
Die US-Währung bewegt sich derzeit gegenüber dem Euro auf dem Niveau vom letzten Dezember. Der Dollar Index von Intercontinentalexchange verzeichnete diese Woche den am längsten andauernden Rückgang seit März.
Gegenüber dem Schweizer Franken geht der Dollar wieder in Richtung Parität. Am Freitag kostete ein US-Dollar im Devisenhandel nur noch 1.0349 Franken. Vor einer Woche bezahlte man noch 1.0699 Franken.
Faber, alias «Dr. Doom», erachtet es als «unwahrscheinlich», dass der Dollar wieder stärker wird. Im Gegenteil: Die US-Währung werde weiter gegenüber Rohstoffen «implodieren».
Börse ist nicht gleich Wirtschaft
Mit seinen erneut überraschend optimistischen Aussagen zu Aktien knüpft der notorische Pessimist Faber an ein cash.ch-Interview Anfang August an. Damals sagte Faber, die Börsen könnten zwar kurzfristig bis 10 Prozent korrigieren. Aber wegen der hohen Liquidität herrsche ein Investitionszwang, was für einen weiteren Anstieg der Börsen spreche.
Faber sieht die Entwicklung an den Börsen jedoch abgekoppelt von makroökonomischen Gegebenheiten. «Man muss zwischen Börsen und Wirtschaftswachstum unterscheiden. Ich glaube nicht, dass eine Erholung eingesetzt hat. Der Konsum wird kaum anziehen». Faber erwartet eine wirkliche Weltwirtschaftskrise erst in fünf oder zehn Jahren.
Treu bleibt sich Faber in der Einschätzung von Gold als Anlageklasse. «Gold ist eine erstrebenswerte Anlageklasse». Und: «Mehr und mehr Investoren werden zur Überzeugung kommen, dass sie Ressourcen besitzen müssen. Rohstoffe, Minengesellschaften oder physische Edelmetalle».
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