Gold & Gesellschaft: Der gute Hirte
Deutschland sucht den Superstar (zur Erklärung der Finanzkrise) – und unsere Medien sind mit Hermann-Josef Tenhagen von FINANZTEST anscheinend fündig geworden. Es gibt fast keine Krisen-Sendung der öffentlich-rechtlichen Anstalten, keine Beruhigungs-Artikel in der System-Presse, bei der Tenhagen nicht als Experte präsentiert wird. Denn als Chef-Redakteur von der Zeitschrift FINANZTEST profitiert er von dem fast grenzenlosen Ruf, welche die STIFTUNG WARENTEST in Deutschland genießt. Kurz vor Gott kommen nur noch die Warentester, die mit Stiftungsgelder der Bundesregierung und den Verkaufserlösen der Hefte finanziert werden, so lautet landauf landab die gängige Meinung.
Stiftungsgelder der Bundesregierung? Nachtigall, ick hör Dir trapsen.
Ist Hermann-Josef Tenhagen wirklich der in der Bibel erwähnte gute Hirte, der die Investoren-Schafe auf die grünen Auen der Riester-Renten führt?
Beispielsweise im Plasberg-Talk Hart aber Fair diesen Monat mit dem Namensvater der Riester-Rente. Dort ließ sich Tenhagen zu folgender Aussage hinreißen: Die Riester-Rente sei für Menschen ohne Vermögen das Beste. Und: Der Staat schafft vieles nicht, aber die Garantien für diese Versicherungen hält er ein.
Er warnte dringlich vor den Pharisäern, die zum Kauf des barbarischen Relikts der Vergangenheit, Gold, raten: 1979 war der Preis extrem hoch. Doch es dauerte zwanzig Jahre, bis diese Marke wieder erreicht wurde, so begründete der neue Messias seine Ablehnung des Tanzes um das goldene Kalb.
Das zweite Lieblingsthema von Tenhagen: Immobilien. Sind diese wirklich der sprichwörtliche Ruheplatz am Wasser für das Volk der Investoren?
Und wandern wir auch in finsterer Schlucht – wir fürchten kein Unheil, denn Hermann-Josef Tenhagen von FINANZTEST gibt uns Zuversicht. So auch in der ARD-Sendung Euro-Angst: Wie sicher ist unser Geld? vom 3. Mai. Dort seien die Sorgen der Bürger nicht berechtigt, sondern nach Auffassung von Tenhagen nur verständlich. Die Altersvorsorge müsse man langfristig sehen, Priorität habe die staatliche Förderung wie beispielsweise bei Riester-Renten und betrieblicher Altersvorsorge. Und Immobilien machen Sinn, denn wenn eine Inflation käme, dann freue man sich über den Schuldenabbau. Auch wieder die Warnung vor dem Metall der Ungläubigen: Das sei nur reine Spekulation und bei ganz großer Inflation könne man Gold nicht essen, sondern nur damit nach Usbekistan auswandern. Tenhagen empfiehlt seinen Jüngern, lieber Schrebergärten zu kaufen: Dort könne man zumindest Erdbeeren und Kartoffeln anbauen.
Wenn solche Aussagen vor einem Tribunal in der Zukunft nicht als Beweis für eine Kreuzigung Tenhagens gereichen. Denn wenn sich die grünen Auen der Riester-Renten als karge Wüsten herausstellen sollten und Immobilien als Ruheplatz am Wasser zukünftig mit Hypotheken-Gewinnabgaben und Vermögenssteuern vergiftet werden, dann entpuppt sich der gute Hirte als das, was er wirklich ist: Ein staatlich alimentierter Ruhigsteller des Volkes.
Im Übrigen werden in diesem Fall gleich mehrere Kreuzigungen gleichzeitig stattfinden: Das mittlere Kreuz ist für unsere deutsche Statthalterin reserviert. Auf ihrem Leidensweg werden sie die Opfer ihres brüderlichen Kampfes für die Zerstörung der katholisch-konservativen Wurzeln der CDU durch Peitschenhiebe zu größerer Kraftanstrengung ermutigen. Wie gut, das die Sendung vom 3. Mai auch ihre Schuld für die Nachwelt unmissverständlich dokumentiert.
Wer ist dieser Tenhagen eigentlich – ein ehemaliger Banker, der sich vom Saulus zum Paulus gewandelt hat? Oder ein Finanz-Experte, der mit beispielslosem Samaritertum seine Erkenntnisse an das gemeine Volk weitergeben möchte?
Mitnichten: Hermann-Josef Tenhagen ist ein diplomierter Politwissenschafter der Freien Universität Berlin, der von 1991 bis 1998 mit Unterbrechungen für das linksextreme Kampfblatt der damaligen grünen Bewegung in Berlin (West), die TAZ, als Redakteur gearbeitet hatte.
Der gute Hirte ist nicht unser Messias, der die Schafe zu grünen Weiden führen wird. Sondern Tenhagen betreibt das Geschäft der Volksverdummung und der Verschleierung vor der unmittelbar bevorstehenden Schur oder sogar Schlachtung der ihm folgenden Schafe. Deshalb ist er so beliebt in Presse, Funk und Fernsehen.
Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten
Ihr Völker der Welt – schaut auf diesen Euro-Goldpreis: Der ist inzwischen nämlich nur noch knapp zehn Euro von der Marke von 1.000 Euro entfernt.
Und Tenhagen-Klone in Internet fühlen sich als das Imperium, das nun gegen Eichelburg & Co zurückschlage: Die Goldpreis-Drückung der letzte Woche wird schlichtweg als Verschwörungs-Theorie wegdiskutiert. Was für einen großen Lottogewinn muss ich da ja wohl gezogen haben, weil mir genau diese Situation einen Wochengewinn von 150 Prozent beschert hatte. Der Platin-Investor vermehrt mit solchen Geschäften institutionell sein eigenes Gold und das der anderen Investoren permanent. Ist er vielleicht die Inkarnation von Gustav Gans, der mit der Gabe des permanenten Glücks gesegnet ist?
Natürlich nicht. Denn derjenige, der noch an das freie Spiel der Marktkräfte glaubt, wird sich schnell dort wiederfinden, wo auch viele andere Wellenreiter-Theoretiker ihr Glück versucht haben: Ohne Geld und Vermögen.
Die Notenbanken müssen in dem derzeitigen deflationären Umfeld die Märkte mit Liquidität fluten. Das stabilisiert die Aktienmärkte weltweit. Und es führt auch dazu, dass ein Teil dieser Gelder in den Goldmarkt strömt. Die Drückungs-Aktion der letzten Woche wurde heute mit dem massiven Anstieg über die Marke von $1.200 nun auch noch offiziell beendet.
Ansonsten gibt es vom heutigen Geschehen an den Gold-Märkten nichts Signifikantes zu berichten. Gold stieg im asiatischen Handel heute früh auf $1.205 an und bestätigte so den positiven Trend. Zum Londoner Vormittags-Handel wurde dann schnell die Marke von $1.210 überschritten. Ein Versuch, die Marke von $1.215 zu nehmen, scheiterte jedoch heute. Der A.M. Fix kam mit $1.212,50 (EUR 983,29) dreiundzwanzig Dollar stärker zustande als noch am gestrigen Tage.
Im weiteren Handelsverlauf trat Gold dann in den engen Korridor zwischen $1.210 und $1.215 ein. Der P.M. Fix bestätigte mit $1.212,00 (EUR 989,23) diese Entwicklung. Nur der erneut verfallende Euro führte noch zu einem nennenswerten Anstieg von Euro-Gold.
Es ist jetzt 19:30 Uhr MEZ und der Schlusskurs an der COMEX lautet: $1.213,80. Der Euro-Preis ist jetzt nur noch acht Euros von der 1.000er-Marke entfernt.
Der Euro musste heute ein Teil seiner durch den gestrigen V-förmigen Verlauf wieder gewonnenen Stärke abgeben: Minus ein Prozent lautete um 19:30 Uhr MEZ der Euro-Verlust gegenüber dem US-Dollar.
www.bullionaer.de/shop/showZiemann.php/action/latest

"Heute geht es uns schlechter als gestern, aber besser als morgen!"
"In Zeiten der universellen Täuschung wird das Aussprechen der Wahrheit zur revolutionären Tat!" (George Orwell)