Gold & Gesellschaft: Gold-Altersvorsorge
Sowohl die auf Transfer-Leistungen basierenden Sozial-Systeme als auch die mit Geldvermögen Kapital gedeckten Renten- und Pensions-Schemata haben denselben System-Mangel: Sie erwarten, dass sich in Zukunft eine immer größer werdende Zahl von Beitrags-Leistenden findet wird, welche die dann zur Zahlung anstehenden Leistungen erbringen können. Beide Systeme sind ein Schneeball-System oder Ponzi Schema. Die Einschläge, die beide Systeme kollabieren lassen werden, kommen immer näher.
Es ist daher an der Zeit, sich konkret Gedanken über Alternativen zu machen.
Ich möchte heute ein solches Modell als ein selbstverwaltetes System der Altersvorsorge auf Basis von Gold vorstellen. Wichtig ist der Punkt selbstverwaltet, weil dieses System transparent und für jeden leicht durchschaubar ist. Dazu braucht es keine teuer bezahlten Experten oder Konzerne, die das System im Auftrag administrieren. Außerdem bietet die Selbstverwaltung den Vorteil, sich staatlichen Repressions-Maßnahmen in Form von Vermögens-Abgaben oder sonstigen Enteignungs-Schemata zu entziehen.
Das System ist einfach: Man ermittelt seinen monatlichen Geldbedarf beim Eintritt in das Rentenalter auf Basis der heutigen Preise. Um beispielsweise ein gutes und auskömmliches Leben führen zu können, würde man EUR 3.000 pro Monat benötigen.
Man hat also bei einem heutigen Gold-Preis von EUR 750 einen monatlichen Bedarf an 4 Unzen Gold. Nun berechnet man anhand der zu erwartenden Lebensdauer seine erforderliche Ansparleistung. Bei 20 Jahren müsste man also 960 Unzen Gold ansparen. Zu heutigen Preisen also einen Kapitalstock von EUR 720.000 bilden.
Das System der Gold-Altersvorsorge geht davon aus, dass die Lebenshaltungs-Kosten nicht schneller steigen werden, als der Gold-Preis. Die klassischen Renten-Schemata führen durch die durchschnittlich höheren Lebenshaltungs-Kosten im Vergleich zu Renten-Erhöhungen stets zu einer schrittweisen Reduktion des Lebensstandards. Reicht das Geld noch die ersten Jahre für ein gutes Leben, dann wird es nach 10 Jahren bereits schwierig und weitere 5 Jahre kommt man mit dem Geld vorne und hinten nicht mehr aus.
Hätte man beispielsweise noch 20 Jahre bis zum Renteneintritt, so müsste man bei einem durchschnittlichen Anstieg der Lebenshaltungs-Kosten von 2 Prozent bereits EUR 4.458 einplanen. Nach weiteren 10 Jahren müsste der Betrag sogar EUR 5.434 betragen. Würde man diese Rechnung bei einem eher wahrscheinlicheren Anstieg von jährlich 5 Prozent durchführen, dann bräuchte man zum Renteneintritt bereits EUR 7.960 und nach weiteren 10 Jahren EUR 12.966. Bei einer noch schneller verlaufenden Geldentwertung um 10 Prozent jährlich wären die Beträge EUR 20.183 bzw EUR 52.348.
Allen drei Szenarien liegt die konservative Annahme zugrunde, dass der Gold-Preis zumindest mit der Rate des Anstiegs der Lebenshaltungs-Kosten Schritt hält. Man erhält also Goldunzen-Preise von EUR 1114,50 nach 20 Jahren in dem 2 Prozent Szenario, EUR 1.990 in dem 5 Prozent Szenario und sogar EUR 5.045,75 in dem 10 Prozent Szenario. Ich habe in dem Modell also keinen Ausbruch des Gold-Preises durch beispielsweise den Zusammenbruch der Goldpreis-Drückung berücksichtigt.
Genauso rechnet man den Ansparplan. Man muss die 960 Unzen Gold über den Zeitraum des Arbeitslebens ansparen.
Modell 1: Man spart über einen Zeitraum von 32 Jahren jeweils 30 Unzen Gold pro Jahr an. Zu dem heutigen Preis von EUR 750 wäre das eine monatliche Belastung von EUR 1.875.
Modell 2: Man ist schon 45 Jahre alt und löst seine Lebensversicherung auf und verkauft seine Immobilie für insgesamt EUR 150.000. Dafür erhält man 200 Unzen Gold. Man muss die verbliebenen 20 Jahre dann noch 760 Unzen, d.h. 38 Unzen pro Jahr ansparen. Das entspricht bereits einer monatlichen Belastung von EUR 2.375.
Ein wichtiger Punkt ist die steuerliche Betrachtung. Bei vielen Ansparmodellen wird die Steuer erst bei Auszahlung erhoben (Prinzip der nachgelagerten Besteuerung). Das heißt die Beiträge während des Arbeitslebens können steuerfrei erbracht werden. Das macht die Belastung während des Arbeitslebens zwar erträglich, belastet aber bei angenommenen hohen Verzinsungs-Raten nebst Anstieg der Lebenshaltungs-Kosten die auszuzahlenden Renten erheblich. In dem 5 Prozent Szenario muss der monatliche Rentenbetrag ja bereits EUR 7.960 betragen, die dann in voller Höhe zu versteuern wären. Diesen Steuer-Betrag muss man im Prinzip bei der Berechnung der Renten-Zahlung schon berücksichtigen, so dass die Brutto-Zahlung in diesem Fall wahrscheinlich bereits jenseits von EUR 10.000 wäre.
Bei der goldbasierten Altersvorsorge fallen im Rentenfall keine Steuern an. Die Steuern müssen jedoch zum Zeitpunkt des Erwerbs des Goldes gezahlt werden, da das Gold mit Netto-Einkommen erworben werden muss. Bei netto EUR 1.875 pro Monat kann man von einem Steueranteil von ca EUR 1.000 pro Monat ausgehen, so dass vom Bruttoeinkommen ca EUR 3.000 für die Ansparleistung aufgewandt werden müssen.
Das Modell basiert auf der These, dass Gold ein Wertespeicher ist. Das heißt, eingezahlte Beträge in den Wertespeicher behalten auch in der Zukunft die Kaufkraft zum Zeitpunkt der Einzahlung. Diese Eigenschaft wird fälschlicherweise unserem Papier-Geldsystem nachgesagt.
Hier noch einmal die wichtigsten Eigenschaften des Modells der Altersvorsorge mit Gold:
· Gold ist ein Wertespeicher, d.h. die Kaufkraft der eingezahlten Beiträge bleibt auch bei späterer Auszahlung erhalten
· Nur Kenntnisse der vier Grundrechen-Arten sind erforderlich, d.h. keine Abzinsungs-Reihen oder Gedanken-Spiele über zukünftige Steuersätze
· Sicher vor staatlicher Besteuerung oder Enteignung
· Im Notfall auch kurzfristig zugreifbar
· Keine steuerliche Belastung der Auszahlungen
· Selbstverwaltet, d.h. es fließen keine Mittel für Verwaltungs- und Vertriebskosten ab
Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten
Das heutige Geschehen an den Gold-Märkten war von Nervosität gekennzeichnet. Die Dubai-Krise scheint mit der $10 Mrd Geldspritze von Abu Dhabi noch nach Ansicht verschiedener Experten von Goldman (Government) Sachs nicht ausgeräumt zu sein. Ich habe ja bereits artikuliert, dass die Wahrheit wohl eher im dreistelligen Milliarden-Bereich zu finden sein wird, als im einstelligen. Inzwischen haben wir mit dem Bailout durch Abu Dhabi den zweistelligen Milliarden-Bereich erreicht.
Auch die Situation in Griechenland hat sich noch nicht entspannt. Nach Ansicht verschiedener Kommentatoren war dies der Grund für den heutigen kräftigen Anstieg des US-Dollar Indexes (USDX) um 0,5 Punkte auf 76,9.
Solche Entwicklungen ziehen immer rein zufälligerweise den Gold-Preis in die Tiefe. Obwohl die anfängliche Befürchtung einer weiteren massiven Drückungsrunde sich heute nicht bewahrheiten konnte.
Im Vormittags-Handel stand Gold bereits unter Druck und zum A.M. Fix mit $1.115,00 (EUR 766,43) verlor Gold weitere fünf Dollar im 24-Stundenvergleich. Die Abwärts-Entwicklung scheint also doch noch nicht gebremst zu sein, wie ich gestern schon vermutete.
Zum Nachmittag kam dann noch etwas mehr Druck auf, aber der P.M. Fix zeigte dann doch mit $1.122,00 (EUR 771,03) relative Stärke. Gold ist zwar im Vergleich zum gestrigen P.M. Fix um zwei Dollar gefallen, aber wegen des gestiegenen Dollar-Kurses um vier Euro gestiegen.
Zum Schluss des Handels an der COMEX stand Gold wieder auf demselben Stand wie schon vor 24 Stunden mit $1.122,00.
Das Geschehen am Goldmarkt ist stark von der zweitägigen Sitzung des Offenmarktausschusses (FOMC) der FED in Washington geprägt. Zu diesem Event wird stets versucht, den Goldpreis unter Kontrolle zu halten. Das gelang heute nur teilweise. Allerdings steht die Zinsentscheidung der FED erst für den morgigen Tag um 20:15 Uhr MEZ an. Zumindest bis dahin müssen wir uns auf anhaltenden Druck einstellen.
Der US-Dollar (USDX) ist heute um 0,5 Punkte auf 76,9 gestiegen. Wohingegen die Renditen der 10-jährigen Treasuries 0,1 Prozent-Punkte auf 3,6 Prozent zugelegt haben. Der Quotient aus beiden Werten ist um 0,4 Punkte auf 21,4 gefallen.
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"Ein Dummkopf der zuviel weiß, ist gefährlicher als ein Unwissender!"