Klaus Singer fragt sich in seinem aktuellen Comment, wie viele Pfeile die Fed noch im Köcher hat und was die Fed anstellen kann, um die Wirtschaft in Schwung zu bringen.
Die Fed kann zwar Geld aus dem Hut zaubern, aber ob diese Liquidität dann über die Grenze der Finanzwirtschaft in die Realwirtschaft schwappt, das hat sie nicht direkt in der Hand. Und wenn nichts "schwappt", dann sorgt diese Überschussliquidität zwar im Finanzbereich für Inflation (=steigende Asset-Preise), aber die Realwirtschaft ist damit nicht tangiert.
(Wobei ich sogar der Auffassung bin, dass die Realwirtschaft hier sehr wohl tangiert wird und das klar im negativen Sinne, wenn denn eben die Überschussliquidität die Preise bei den Commodities hochzockt und somit als negativer Effekt auf die ohnehin gebeutelten Verbraucher durchschlägt)
Könnte die Fed erzwingen, dass die Liquidität in den Realkreislauf gelangt, etwa indem Kredite an Wirtschaftssubjekte, Verbraucher und Unternehmen vergeben werden?
Der vormals beschrittene Weg der über billige Immobilienkredite in die Realwirtschaft fließenden Liquidität nun nicht mehr begehbar. Einfache Konsumentenkredite helfen ebenfalls nicht weiter - ihnen fehlt der vermögensseitige Multiplikatoreffekt. Unternehmenskredite wirken stark verzögert, und auch nur dann, wenn die Kapazitäten gut ausgelastet sind (was i.d.R. Indiz für hohe kaufkräftige Nachfrage ist). Die Voraussetzungen hierfür, für eine Lohn-Preis-Spirale, sind gegenwärtig nicht gegeben.
Und dann stellt Singer die, wie er zugegebenermaßen einräumt, abenteuerliche Frage:
Wie wäre es mit einem Zugang zu supergünstigen Wertpapierkrediten? Da die Amerikaner deutlich stärker in Aktien usw. engagiert sind (direkt und/oder über Pensionskassen und Rentenpläne), fördern hohe Assetpreise den Wohlstandseffekt. Zudem haben im Zeitalter der Dominanz der Finanzindustrie Bewegungen an den Börsen immer direktere Auswirkungen auf die Güter-Wirtschaft. Also kann es mit steigenden Assetpreisen zu einer positiven Rückwirkung etwa auf das Investitionsklima kommen. Und darüber steigt dann die gesamtwirtschaftliche Aktivität und mithin die Preise.
Wurden in der Immobilienkrise mit billigen Krediten wenigstens noch Sachwerte angeschafft, so wären kreditfinanzierte Assetkäufe von aller realen Last befreit.
Singer erteilt hier dieser hypothetisch angenommenen Vorgehensweise eine klare Absage, denn das wäre
Das Kuckucks-Ei des Columbus!
Heiße Luft würde noch heißere Luft kaufen. Stellen Sie sich die Blase vor, die daraus entstehen kann und die verheerende Wirkung ihres Platzens!
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