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Der USA Bären-Thread


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Ischariot MD:

Inflations-Hedge der besonderen Art

8
22.05.08 23:18

... als Betthupferl für Ford-Anleger:

Neues aus Übersee
Schusswaffe beim Autokauf gratis

Beim Kauf eines Neuwagens einen CD-Player oder eine Klimaanlage gratis? Mit derart "gewöhnlichen" Geschenken hält sich ein Autohaus im US-Staat Missouri nicht auf: Wer bei Max Motors in der Stadt Butler ein Fahrzeug erwirbt, kann noch bis zum Monatsende zwischen Benzingutscheinen im Wert von 250 Dollar oder einer Handfeuerwaffe wählen.
 
Die meisten Kunden hätten bislang den Revolver gewählt, sagt Geschäftsführer Walter Moore. Er räumt ein, dass seine Werbung in manchen Gegenden zu Protesten führen könnte. Ganz sicher aber nicht in Butler: "Hier glauben wir alle an Gott, Mumm und Kanonen."  (n-tv / Donnerstag, 22. Mai 2008)

http://www.n-tv.de/Neues_aus_Uebersee_Schusswaffe_beim_Autokauf_gratis/220520083618/968293.html

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metropolis:

Weitere Ölstrategie

7
23.05.08 07:28
Öl ist gestern abend bis 130,50 gefallen, aktuell bei 131,20.

Mein Stop wird auf das bisherige Intradayhoch bei ca. 135 nachgezogen.

Denn: Sollte ich mit Glück tatsächlich die Spitze der Fahnenstange abgeshortet haben wird WTI nicht sowieso mehr mehr über 135 steigen. Sollte ich jedoch nur eine kleine Zwischenkonso erwischt haben wird WTI in der nächsten Woche natürlich über 135 steigen. Der WTI-Chart zeigt, dass das Knacken eines Verlaufshochs immer einen neuen deutlichen Kursschub auslöste. Da macht es dann keinen Sinn short dabeizusein, sondern eher sideline auf die nächste Chance zu warten.

Viel Glück auch den anderen Ölshortern hier!
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Anti Lemming:

Exxon schwächelt

5
23.05.08 08:27
Trotz der Rekord-Ölpreise schwächeln US-Ölaktien. Die Exxon-Aktie gab in den letzten Tagen nach einem Fake-Ausbruch über 95 Dollar unter hohem Volumen nach. Vor zwei Wochen präsentierte Exxon enttäuschende Zahlen (Down-Gap, inzwischen geschlossen) - die Margen sinken, weil die Förderung sehr teuer wird.



Exxon Looks Vulnerable
Gary Morrow
Street.com
5/22/08 1:13 PM EDT

In the early going yesterday, Exxon Mobil (XOM) ushed through heavy resistance just above $95. The stock had faltered in this area in mid-October, late December and again last month.

Each time it had left behind multiweek highs before heavy selling dropped the shares back down to the low $80s. Wednesday's early rally, which pushed XOM to over $96, appeared to be an important breakout that could eventually leave behind a solid long-term support area.

But as the day progressed, XOM faded along with the rest of the Dow, finishing the day with a very high volume reversal.

Volume remained very heavy late in the day as the stock dipped below $94 while crude finished the day near its highs.

Today's early action repaired a bit of the damage, but XOM was not able to hold and is now approaching its lows for the week. I believe the damage in XOM yesterday was considerable and will likely lead to a deep pullback.

The energy sector in general has been showing signs of this in recent weeks, but I believe Exxon is the most important tell that a crack is developing.

I expect Exxon to test the $89 area within the next week. This is a level at which XOM was able to hold after its disappointing earnings and a JPMorgan downgrade hit the stock hard. I am not shorting this stock, but instead, as Doug Kass has conveyed, I am long ProShares Ultra Short Oil and Gas (DUG) and looking for opportunities to add more exposure.
Der USA Bären-Thread 164941
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Anti Lemming:

Dow Jones Energy & Gas (IYE)

3
23.05.08 08:39
IYE ist ein an der AMEX gehandelter (shortable) Tracking-stock auf US-Energieaktien. Exxon ist im IYE mit über 27 % das "Schwergewicht". Wenn RSI an der 70 anstieß, setzte es im August und im Januar deutliche Korrekturen, die im Januar sogar Crash-Züge trugen (von 140 auf 92 im Tief).

Es gibt zu IYE auch zwei "Ultra-Proshares"-Varianten, die die IYE-Bewegungen mit doppeltem Hebel nachvollziehen. Die Long-Variante ist DIG, die Short-Variante DUG. (Um die Charts zu sehen, bitte IYE, DIG und DUG eingeben bei www.bigcharts.com oder www.stockcharts.com).
Der USA Bären-Thread 164942
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Malko07:

Kurs- und Preisentwicklungen

11
23.05.08 08:44
verlaufen nie linear in eine Richtung. Rücksetzer von wenigen Prozenten sind absolut normal. Auf jeden Fall kann man an runden Werten wie z.B. 135 keine Wende ablesen.  

Wir haben weltweit eine Inflation von ca 5% und einen Zins von 4,3%, also einen negativen Realzins. Gleichzeitig schwächelt das Wachstum. Üblicherweise nennt man sowas den Weg in die Stagflation. Die USA ist schon angekommen und exportiert über ihren niedrigen Zins die Inflation weltweit. Es ist nicht absehbar, dass sich die nächsten Monaten an dieser Konstellation irgendwas ändern sollte. Gegen eine Stagflation gibt es nur wenige Mittel und die Anlagemöglichkeiten schrumpfen radikal. Am Besten ist das Geld in einer derartigen Umgebung in Rohstoffen aufgehoben. Die Umgebungsbedingungen sprechen also für ein weiteres Aufblasen der Blase.

Ich wünsche trotzdem allen Shortern auf Rohöl viel Erfolg. Ich fürchte allerdings, dass es ein relativ kurzer Spaß werden wird.
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obgicou:

und gerade ein negativer Realzins

11
23.05.08 09:36

ist langfristig eine Stütze für den Ölpreis und zwar aus fundamentaler Sicht, da er das Angebot tendentiell knapp hält;

Denn solange gilt:  Spotpreis + Zinsertrag auf Spotpreis < erwarteter Ölpreis in der Zukunft + Lagerkosten

werde ich als Ölförderer das schwarze Gold im Boden lassen.

Vereinfachend kann man annehmen das die Lagerkosten = 0 sind, denn im Boden kostet mich das Öl keinen Pfennig. Selbst wenn man davon ausgeht, daß der Ölpreis stabil bleibt, also Spotpreis = erwarteter zukünftiger Preis (momentan gehen alle davon aus, daß Öl sich langfristig verteuert, Stichwort Peakoil), bleibt die linke Seite der Gleichung bei negativem Relazins immer kleiner als die rechte.

Also treibt ein negativer Relazins die selffulfilling prophecy eines langfristig steigenden Ölpreises.

Diese Betrachtung ist wirklich langfristig und hat nichts damit zu tun, ob der Ölpreis in 2 Wochen bei 100 oder 150 steht.

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Anti Lemming:

Malko - Fundamentals und ihre Einpreisung

11
23.05.08 09:36
Fundamental sind Deine Einwände (negative Realzinsen) korrekt. Die Frage ist, ob dies inzwischen nicht hinreichend (oder mMn sogar übertrieben) in Rohstoffe, Öl, Soft-Commodities (Weizen), Gold usw. eingepreist ist.

Als Öl im Januar 2007 bei 52 Dollar stand, waren Preisanstiege auf Grund der von Dir genannten Faktoren gerechtfertigt. Sind sie das immer noch, wenn Öl auf 300 Dollar steigen sollte? Das Problem ist, dass Argumente, die am Anfang einer Blasenbildung noch stichhaltig sind, am Ende immer fadenscheiniger werden, einfach weil die Preisentwicklung dies nun "nachvollzogen" hat. Wenn dann die gleichen Argumente gebetsmühlenartig immer weiter vorgetragen werden, so als wäre in der Zwischenzeit nichts geschehen, entsteht (bei mir) der Verdacht zirkulären Denkens/Schließens. Öl hat dies mMn längst eingepreist - und dann noch 20 Dollar "Speku-Aufschlag" obendrauf. Zumindest eine Korrektur im Uptrend ist daher überfällig.

Vor allem darf man die realwirtschaftlichen Auswirkungen des teuren Öls nicht außer acht lassen. Wenn zuviel Geld für Öl abfließt, schwächelt die Gesamtwirtschaft, was den Konsumenten Kaufkraft entzieht. In einem schwächelnden Gesamtmarkt sind derartig hohe Ölpreise aber längerfristig nicht "haltbar", selbst wenn immer mehr Chinesen (dort schwächelt die Wirtschaft ebenfalls - siehe # 22296) und Inder vom Fahrrad auf's Auto umsteigen. In USA wird nach wie vor weltweit die meiste Energie verbraucht. Deshalb sollte eine Rezession in USA wegen des Nachfrage-Rückgangs - der ja inzwischen offiziell bestätigt ist - die Energie-Preise drücken.

Auf Grund dessen konnte man bereits in den letzten Tagen das interessante Phänomen beobachten, dass zunächst die Börsen wegen des rekordteuren Öl deutlich nachgaben - und das Öl dann "hinterherfiel" (vom ATH auf 135 auf aktuell 131).

Das muss noch keine Trendwende sein, und Spekus auf eine solche Wende bleiben riskant. Ich möchte aber noch mal daran erinnern, dass bei der starken Januar-Korrektur an den Börsen auch der Ölpreis kollabierte, während er bei der jüngsten Börsen-Erholung mit anzog. Es gibt also zurzeit eine positive Korrelation zwischen Aktienindizes und Ölpreis (wobei ich mal Kausalitäten außer acht lassen möchte).

Da Du ja tendenziell ein Aktienbär bist, würde ein Rückgang des Ölpreises (der auch fundamental durch die schwächelnde Wirtschaft in USA angezeigt wäre) eigentlich in Dein Konzept passen - vorausgesetzt, obige Korrelation setzt sich fort.



Ein Grund, warum solche Einpreisungs-Argumente an ATHs unverhört verhallen oder gar verlacht werden, ist die begleitende News-Propaganda der jeweiligen "Marktteilnehmer"/ Pusher/ Interessengruppen. Sie sorgen mit mächtigem Getrommel für die passende Stimmung, weil sie sonst am Hoch ihre Bestände nicht an Unbedarfte "abladen" können. Dazu dienen typischerweise extrem überhöhte Kursziele - wie EUR/USD 2,00, Gold 3000, Weizen 2000, Öl 200. Diese "News" verfehlen ihre Wirkung nicht, zumal die Mehrzahl der Trader chartgläubig ist - und rückblickend feststellt, "dass an den Argumenten wohl was daran sein muss".

Als Weizen vor zwei Monaten bei 1200 Dollar austoppte (aktuell 750), behaupteten die "Einsager" - unterstützt von Gold-Bugs und Endzeit-Katastropheten - , die Welt würde vor einer schweren Hungersnot stehen, die knappen Argarflächen, verbunden mit dem erhöhten Fleischverzehr in Entwicklungsländern, könnten über 6 Milliarden hungrige Mäuler nicht mehr stopfen. Weizen wird endlos weitersteigen oder zumindest bis vorerst 2000 Dollar! Gleichzeitig würde das Weltfinanzsystem zusammenbrechen, und Geldscheine könne man bekanntlich nicht essen.

Endzeit-Szenarien machten die Runde - ähnlich wie jetzt wieder die umstrittenen "Peak Oil"-Theorie - eine Minderheitenmeinung, deren Relevanz (bezogen auf die nähere Zukunft) selbst die Ölindustrie anzweifelt. Es ist kein Zufall, dass Extremstandpunkte nahe ATHs immer am lautesten herausgeplärrt werden - auch hier in den Foren.

Man denke nur an die unsägliche Empfehlung auf den Goldseiten beim Goldkurs von 1050 Dollar, man solle sich nun ernsthaft daran machen, Konservendosen zu bunkern, um in der kommenden Endzeit nicht hungrig an seinen Barren nagen zu müssen (wer das mal genau durchdenkt, findet eine contradictio in subjecto ;-))
Der USA Bären-Thread 164946
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Anti Lemming:

negativer Realzins - Sondersituation

6
23.05.08 10:12
Die derzeit negativen Realzinsen (USA, EU) sind eine Sondersituation auf Grund der globalen Finanzkrise. Sie wird irgendwann (in zwei oder drei Jahren?) überwunden sein. Die jetzige Tiefzinspolitik der Notenbanken ist ein Mittel, um den Banken zu helfen und die Krise dadurch schneller zu bewältigen. Trotz vieler Zweifler glaube ich, dass zumindest die (meisten) Banken heil aus dem Desaster rauskommen werden. Wenn das Vertrauen wieder hergestellt ist (wie gesagt in 2+ Jahren), bedarf es auch keiner negativen Realzinsen zur Stimulation mehr.

Es macht daher mMn keinen Sinn davon auszugehen, als würden wir jetzt "über Jahrzehnte" negative Realzinsen haben - und sich entsprechend langfristige Rohstoff-Strategien zurechtzulegen. Sobald sich andeutet, dass sich die Zinsen wieder normalisieren, ist es mit der Hausse bei den Rohstoffe, Öl, Gold usw. vorbei.

In USA war bereits vor zwei Wochen von einer Zinswende die Rede - zumindest preisten die Zins-Futures ein, dass es dieses Jahr keine weiteren Zinssenkungen der Fed mehr gibt. Das mag zu optimistisch sein und würde beim nächsten Banken-Krach wieder hinfällig. Immerhin legen die Zins-Futures das nahe, und ihre Trefferquote ("smart money") ist meist nicht schlecht. Im unwahrscheinlichen Fall, dass die US-Wirtschaft tatsächlich im 2. Halbjahr anspringt (= derzeitige Konsensmeinung), würde sich sogar schon ab 2009 ein weltweites Zinserhöhungs-Potenzial ergeben, das die (Rohstoff-)Börsen vermutlich 6 Monate im Voraus vorwegnehmen. Das würde den Dollar stärken und Öl und Rohstoffe schwächen. Wahrscheinlicher scheint mir, dass wir auf dieses Wunder noch ein bis zwei Jahre länger warten müssen als der Konsens meint.
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Malko07:

AL, ich gehe da eher mit

7
23.05.08 10:12
obgicou konform. Natürlich läuft diese Entwicklung nicht ewig. Denn diese Entwicklung treibt die Inflation so stark an, dass es nur eine Frage der Zeit ist bis die Notenbanken gegensteuern werden. Irgendwann sehen auch alle ein, dass die Inflation die wirtschaftliche Entwicklung stärker abwürgt als potentiell höhere Zinsen. Spätestens in 2009 sehe ich das Tal der Tränen kommen in dem massiv gegengesteuert wird (bis dahin sollte auch die Kapitalbeschaffung der Banken abgeschlossen sein). Bis zu dieser Gegensteuerung ist es
unwahrscheinlich, dass der Ölpreis  stark einbrechen wird. Wahrscheinlicher ist ein weiterer Anstieg. Haben wir alles schon gehabt. Nur damals war ich wesentlich jünger. Charts und Aussagen wie "engepreist" helfen nicht weiter. Der negative Realzins schlägt im Prinzip täglich zu Buche.
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Malko07:

#22308: In der EU haben wir

2
23.05.08 10:17
noch keinen negativen Realzins. Wir haben allerdings einen weltweiten negativen Realzins. In den USA ist er exorbitant hoch.  
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Anti Lemming:

Malko

 
23.05.08 10:24
danke für die Korrektur. Ja, das stimmt, in der EU gibt es noch keine negativen Realzinsen. "Eigentlich" müsste die EZB die Zinsen aber erhöhen, wenn sie die derzeit aufkommende starke EU-Inflation beizeiten eindämmen will. Unterlässt sie die Zinserhöhungen, was wegen der US-Krise wahrscheinlich ist, könnten die EU-Realzinsen irgendwann ebenfalls negativ werden. Die Amis scheinen das ja sogar zu wollen, wie ihr diesbezüglicher Druck auf die EZB (Wunsch nach Zinssenkungen) nahelegt.
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Kicky:

China diesel demand spurs oil to fresh highs

7
23.05.08 10:43
Oil prices rose to a fresh record on Thursday after data showed China’s voracious appetite for diesel before the Olympics was growing. Diesel and heating-oil prices also hit new highs.

Nymex July West Texas Intermediate jumped almost $2 to $135.09 a barrel after Beijing said it imported 6 per cent more diesel last month than the month before.

Imports for other oil products, particularly jet fuel, were also strong.So far this year, Chinese demand for diesel has increased 13 per cent compared with the same period in 2007, draining supplies from elsewhere. Analysts believe the country is stockpiling fuel before the Olympics, when demand is expected to rise.
The arrival of the winter in the southern hemisphere could exacerbate the diesel shortage as countries such as South Africa and Chile, which are facing power shortages, are expected to increase their purchases.......

Robin Batchelor, who manages BlackRock’s BGF World Energy fund, said China consumes as much oil per person as America did in 1905. “If China and India were to increase their consumption per person to current US levels, these two countries alone would require 160m barrels per day, more than twice the world’s supply of oil today,” he said......
www.ft.com/cms/s/0/d891a854-27c9-11dd-8f1e-000077b07658.html
und für die Skeptiker ein interessanter Artikel im Telegraph:
www.ft.com/cms/s/0/d891a854-27c9-11dd-8f1e-000077b07658.html
es wird der Opec noch leid tun,denn The iron law of the commodity markets is that, in the end, price always cures price.
Once crude oil hits the pain threshold, human beings consume less of it. That moment may have arrived at long last with this week's "super spike" to $135 a barrel. News of the soaring oil price has spread from the city pages of daily newspapers to the news headlines on TVs worldwide.

Yesterday Ford Motor Company announced it was slashing output of its gas-guzzler range, confessing that the commodity bubble is having a "tremendous impact" on sales. Americans' love affair with their SUVs is the latest victim of the soaring oil price.The age of the Toyota Prius has arrived. The millionth model of these 46 miles-per-gallon hybrid went on sale this week, and even Texans are snapping them up for the ranch.

Meanwhile, American Airlines is dropping flights to save fuel, and British Airways' Willie Walsh has predicted a bloodbath for the airline industry over the next year.

It is a little odd watching oil prices double in the midst of the worst financial crisis since the Great Depression, with construction slumps spreading from America to Britain and southern Europe.

Opec blames the speculators. The speculators in turn blame Opec for not producing enough. We will find out over coming months whether alarmist stories of a supply crunch are really true, or whether fresh output from Brazil, central Asia, Africa and the US itself, will prove enough to calm the markets.One thing is certain: a great number of people and businesses are now taking urgent steps to cut their fuel use, and once they have invested in new technology they will not revert quickly - if ever.

The Opec cartel might have been better advised to hold the line at $100 a barrel, in their own long-term interest.
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Anti Lemming:

Neue Ölfunde

7
23.05.08 10:50
Nach Öl-Peak klingen die vielen Ölfeld-Entdeckungen vor Brasilien nicht gerade. Allerdings wird es nicht billig sein, das Öl aus den Tiefen des Atlantiks zu fördern. Bei 50 Dollar/Fass wäre dies wohl unrentabel, für das Doppelte hingegen lohnt es sich. Dies zeigt: Je teurer das Öl wird, desto mehr potenzielle Förderquellen tun sich auf.



Petroleo Brasileiro reports finding more deep oil near huge offshore field
The Associated Press
May 22, 2008 - 12:02 a.m.

RIO DE JANEIRO, Brazil - Brazil's state-run oil company has struck oil in ultra-deep waters off the Atlantic coast, near the huge Tupi field it discovered last year, the company said.

Petroleo Brasileiro SA reported new deposits of medium-grade crude at a depth of 6,773 metres in the Santos Basin, 250 kilometres off the coast of the state of Sao Paulo.

Petrobras did not specify in Wednesday evening's statement how much oil had been found, and its offices were closed Thursday for a national holiday.

The discovery lies in a deep-water area near the Tupi field, which Petrobras said in November could have recoverable reserves of eight billion barrels of oil.

Tupi was the largest reported oil find in the Western Hemisphere since the Cantarell field was tapped in the Gulf of Mexico in 1976.

Petrobras has a 66 per cent stake in the new offshore find, while Royal Dutch Shell PLC holds 20 per cent and Portuguese oil company Galp Energia has 14 per cent.


(Verkleinert auf 92%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 164963
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Kicky:

Blame Wall Street for $135 Oil on Wrong-Way Bettin

7
23.05.08 10:58
May 22 (Bloomberg) -- Oil's rally to a record above $135 a barrel came as traders bought crude to cover wrong-way bets that prices would decline, according to data from the New York Mercantile Exchange.

The number of outstanding futures contracts, known as open interest, fell 8.1 percent in a week to 1.36 million at the same time that prices rose 2.6 percent, the data show. Falling open interest and rising prices are signs that traders are buying to exit so-called short positions that would profit if oil fell, and lose money as they rose.

``In a market like today, which is trending higher while open interest is falling, it's a sign that money is moving out of the market,'' said Stephen Schork, president of Schork Group Inc. in Villanova, Pennsylvania. Open interest in Nymex crude futures peaked this year at 1.5 million on March 13.

Crude for July delivery touched a record $135.09 a barrel on the Nymex today. Oil futures later dropped on signs that a 15 percent run-up in prices this month isn't justified by stockpiles and demand. Oil fell $2.36 to settle at $130.81 a barrel. Prices have more than doubled over the past year.

Open interest has been sliding for months, after the number of outstanding crude futures reached a record 1.58 million on July 16, 2007.

`Shrinking Market'

``It is not a growing market, it is a shrinking market in terms of open interest,'' said Olivier Jakob, managing director of Petromatrix GmbH in Zug, Switzerland. ``It is also facilitating the move upward.''

Wall Street banks, hedge funds and other investors have been boosting spending on commodities such as oil for several years. Global investment in commodities rose by more than a fifth in the first quarter to $400 billion, Citigroup Inc. said April 7.

In the last year, non-commercial market participants have raised bets on rising prices, known as long positions, by 37 percent to 263,378 contracts, the Commodity Futures Trading Commission said May 16.

The rush to buy back contracts may be linked to the record number of short positions that had been built up in recent weeks by small-sized speculators, which the CFTC refers to as ``non- reportable'' traders because their holdings are small. Those investors held 123,194 futures contracts betting oil futures would fall in the week ended May 6, an all-time high, and 47 percent more than the number of bets they'd placed on rising prices. www.bloomberg.com/apps/...20601087&sid=amO.EpcDfEls&refer=home
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Anti Lemming:

Kicky - Hochs und Tiefs an der Börse

12
23.05.08 11:32
A. An Börsentiefs wie 2003 ist es das Lieblingsspiel der Big Boyz, immer wieder aufkeimende Rallyes totzushorten, bis Kleinanleger mutlos aufgeben (da ist dann wirklich das Tief).

B. An Börsen- oder Gold-/Euro-/Rohstoff-/Öl-Hochs ist es das Lieblingsspiel der Big Boys, immer wieder aufkommende Rücksetzer hochzukaufen, bis die shortenden Kleinanleger mutlos aufgeben (da ist dann wirklich das Hoch). Diesen Mechanismus beschreibt die von Dir gepostete Quelle.

Wo wir zurzeit faktisch stehen, wird man erst viel später beim Blick auf die Charts erfahren. Der Mechanismus in B) ist jedenfalls das, was Fahnenstangen hochtreibt. Wenn die Big Boyz sich entschließen, dass sie das Spiel nun weit genug getrieben haben und unvermittelt (und ohne jegliche News) von Long auf Short umschwenken, gibt es die enormen Rücksetzer wie beim Weizen (Chart weiter oben im Thread). Diesen Zeitpunkt erahnen zu wollen bleibt Glücksspiel. Die Erfolgs-Chance steigt jedoch, je weiter sich das Underlying von den Mittelwerten (der 200-Tage Linie) nach oben entfernt hat. Weitere Infos liefert der RSI (idealerweise über 70) und die Posting-Dichte in den Öl-Threads, die idealerweise bei über 20 Postings/Stunde liegt.
Antworten
Anti Lemming:

Ich vergaß noch...

10
23.05.08 11:34
den "Geifer"-Faktor in der Zahl höhnischer "witzig"-Bewertungen, der ebenfalls hoch liegen muss.
Antworten
Malko07:

AL (#22315), ich weiß nicht ob

15
23.05.08 11:53
wir unter Big Boyz das gleiche verstehen. Ich habe dazu eine etwas andere Sicht. Es ist nicht so, dass die Großen primär versuchen die Kleinen reinzulegen sondern sie versuchen sich auch gegenseitig reinzulegen. Einfacher Grund: bei den Kleinen ist zu wenig zu holen.

Auch 2008 haben viele Große gestöhnt und sind durch den Absturz der Aktien fast über den Jordan gegangen. Ich glaube auch nicht, dass man alle Klassen durch die gleiche charttechnische Brille betrachten kann. Rohstoffe sind was anderes als Aktien. Prinzipiell darf man das Fundamentale nicht grundsätzlich zur Seite schieben.  
Antworten
obgicou:

zu den 140 Mio Autos in China in 2020

10
23.05.08 12:29

aus dem Artikel in Post #22277

das wäre von heute aus gesehen ein jährliches Wachstum von ca. 10% über 12 Jahre;
solche Prognosen, die Wachstumsraten aus Boomphasen über solch eine lange Periode in die Zukunft extrapolieren, gehen immer in die Hose.
Warten wir ab, wie sich das Wachstum nach der nächsten Benzinpreis-Erhöhung in China entwickelt.
Antworten
Anti Lemming:

Malko - Wer sind und was tun die Big Boyz

7
23.05.08 12:37
Es stimmt, dass auch die Big Boyz (Hedgefonds, "large specs") sich wechselseitig reinzulegen versuchen. Als 2006 amerikanische Hedgefonds davon erfuhren, dass Amaranth (auch ein HF) sich mit Gas-Futures verhoben hatte...

http://www.finanzen.net/nachricht/...eckblick_Amaranth_Pleite__439359
http://www.ariva.de/Hedgefond_Amaranth_ist_pleite_t269292

...und versuchte, in den Markt hinein Bestände zu liquidieren, ging die gesamte HF-Konkurrenz sofort short - mit der Folge, dass Natural Gas innerhalb von Tagen von 14 auf 6 Dollar abstürzte. Amaranth ging daran pleite, "auf der anderen Seite" wurden einige steinreich. [Ähnliches kann jetzt auch beim Öl auch passieren, mit ähnlichen Kursrückgängen].

Mit Fundamentals hatte der starke NG-Preis-Absturz von 14 auf 6 Dollar innerhalb von Tagen nicht das Geringste zu tun, auch nicht mit irgendwelchen Studien über Gas-Vorräte in 2045 oder zukünftige Zins/Inflations-Relationen.

Der Amaranth Loser-Trader, Brian Hunter, ist übrigens seit November wieder in einem anderen HF - Peak Ridge Commodity Volatility Fund - aktiv, mit demselben "Geschäftsmodell":

http://www.nypost.com/seven/05202008/business/...up_profit_111667.htm

Ob das wohl Gutes verheißt?



Im Wesentlichen verläuft der Graben aber zwischen den "Großen" und den "Kleinen". Perverserweise ziehen beide ja in Endphasen von Haussen am selben Strang. Die Großen kaufen Futures, die dafür sorgen, dass es weiter steigt, während die Kleinen wegen der "schönen Anstiege" und der vollmundigen Wachstums-Versprechen kaufen. Wenn dann die Kleinen alle "bedient" sind, verkaufen die Großen ihre Futures und gehen short.

Dieser Mechanismus greift in praktisch allen Märkten: Aktien, Gold, Rohstoffen, Tulpenzwiebeln, Gummibären.

Bei den "Kleinen" sollte man auch die Masse nicht vergessen. Es ist die Hausfrau von nebenan, die auf eine Empfehlung ihrer Sparkasse/Bank/Consors usw. ihre Spargroschen in einen Rohstoff-Fonds steckt. Da gilt das Aldi-Prinzip - die Masse macht's. Natürlich muss den Kleinen der Einstieg zu faktischen Höchstkursen durch irreal hohe Kursziel schmackhaft gemacht werden, wofür dann die News-Maschinerie instrumentiert wird: "Rohstoffe - Jahrhundertchance"; "Reich werden mit Öl-Aktien"; "200 % ab jetzt ohne Risiko".
Antworten
Anti Lemming:

Natural-Gas-Chart nach der Amaranth-Pleite in 2006

6
23.05.08 12:56
Dabei sah NG charttechnisch im Oktober 2005 bei 14 Dollar doch so verlockend aus - der Kurs hatte sich innerhalb eines Jahres mehr als verdreifacht! Es gab zig Wirtschaftswaisen und Geologie-Professoren, die diesen Anstieg für "fundamental völlig gerechtfertigt" hielten angesichts drohender Gas-Verknappungen in 2045.

Dennoch fiel NG dann in wenigen Wochen wie ein Stein - wie kann das sein?

Die Antwort: Margin Calls in 2006, nicht Lagerbestände in 2045.


Der USA Bären-Thread 164994
Antworten
Malko07:

Was den Anteil der Gierigen

11
23.05.08 13:16
und Depperten angeht ist sicherlich das Verhalten klassenübergreifend stark ähnlich. Das betrifft bei Rohstoffen im wesentlichen nur den rein spekulativen Anteil. Jetzt kann man reichlich darüber streiten wie groß dieser Anteil beim Erdöl ist. Er ist meiner Meinung nach nicht abschätzbar. Geringe Störungen zwischen Angebot und Nachfrage führen bei derartigen Rohstoffen zu großen Preisveränderungen, größeren als es der Störung rein rechnerisch entsprechen würde. Der negative Realzins und manche politische Bestrebungen führen zu einem kontinuierlichen Rückgang des Angebotes. Ob da erschreckte Spekulanten den Preis so stark runterziehen werden können? Sicherlich wäre das bei einem Überangebot der Fall.

Wenn man also bei Erdöl einen größeren Preisrückgang annimmt, müsste die Nachfrage schneller als das Angebot abnehmen. Sowas ist sicherlich nicht auszuschließen. Aus irgendeinem Chart ersieht man das allerdings unter Garantie nicht!
Antworten
Anti Lemming:

Malko - physischer und realer Markt

12
23.05.08 13:41
Wenn man also bei Erdöl einen größeren Preisrückgang annimmt, müsste die Nachfrage schneller als das Angebot abnehmen. Sowas ist sicherlich nicht auszuschließen."

Das gilt bei physischem Öl unter Angebot- und Nachfrage-Aspekten in normalen Marktlagen.

An Speku-Blasen, wenn Trader volle Kanne long sind, geht es aber kaum mehr um physisches Öl, sondern fast nur noch um die Öl-Futures ("Papier-Öl"), deren gehandelte Volumina zurzeit rund fünf Mal höher sind als die des Underlying. Sobald Margin-Druck aufkommt, MÜSSEN die Trader aus den Futures raus, weil ihnen sonst der eigene Kopf auf einem Silber-Tablett serviert wird, mit einer Limette im Maul.

Der Gas-Chart in # 22320 zeigt, mit welcher Macht Margin-Druck die Gas-Preise in den Keller geschickt hat (Absturz von 14 auf 6 Dollar wegen der Amaranth-Pleite). Der Abverkauf erfolgt nicht, weil es ein Überangebot an physischem Gas gab oder wegen irgendwelcher Langzeitprognosen, sondern weil es zuviel "Papier-Gas" gab, dass aus den Broker-Konten rausliquidiert werden musste. SL-Auslösungen beschleunigten die Abwärtsbewegung.

Das könnte beim Papier-Öl jederzeit ähnlich laufen, egal wie die Langfristperspektiven und die Angebot-/Nachfrage-Situation beim physischen Öl aussehen. Wenn ein Trader long Öl-Futures ist, muss er abends die Differenz nachschießen, wenn die Position gegen ihn läuft. Also verkauft er, möglichst schon mittags, um seine Verluste klein zu halten. Den interessant dann nur, was abends in seiner Kasse bleibt.
Antworten
metropolis:

Öl: Kräftige Korrektur voraus

8
23.05.08 14:31

Öl: Kräftige Korrektur voraus

von Andreas Wolf

Liebe DaxDaily Leser,

die Zeiten als ein hoher Ölpreis zu Beinahzusammenbrüchen der Weltwirtschaft geführt haben sind vorbei. Mit Erstaunen nehmen Teile der ökonomischen Sachverständigen die Reaktion der Industriestaaten auf den scheinbar unaufhaltsam steigenden Ölpreis auf. Doch zwei extreme Ölkrisen in den Siebziger Jahren haben eine notwendige Umorientierung beschleunigt und die Abhängigkeit von diesem Rohstoff in den Industriestaaten verringert. Dennoch: Die Märkte wollen scheinbar testen,wo die Schmerzgrenze für den Ölpreis liegt. Nimmt man die Schlagzahl,mit der langsam aber sicher in verkürzten Abständen über die Party am Rohölmarkt von den Medien berichtet wird und die große Aufregung der desorientierten Politik, so könnte das aktuelle Niveau schon fast der Bereich sein, von dem aus eine heftigere Korrektur der Öl-Notierungen starten könnte. Die technischen Indikatoren deuten allemal schon darauf hin.

Die Nordsee-Ölsorte Brent hat nach dem Überschreiten des Hochpunkts von 80 US-Dollar aus dem Sommer 2006 im Juli 2007 einen beschleunigten Aufwärtstrend begonnen. Dieser führte das schwarze Gold in einem geordneten Aufwärtstrendkanal bis auf 105 US-Dollar. Im April dieses Jahres wurde im Anschluss an eine kleine Konsolidierung auch der obere Rand des Aufwärtstrendkanals verlassen und es begann die aktuell noch laufende Hausse.

Neben fast allen extrem überkauften Indikatoren spricht jetzt aktuell der hohe Abstand zur 200-Tage-Linie für einen deutlicheren Rücksetzer. Abstände von mehr als 30 Prozent wie aktuell sind äußerst selten zu beobachten und deshalb als Warnsignal für Gewinnmitnahmen durchaus ernst zu nehmen. Das erste Ziel einer möglichen Konsolidierung sollte im Bereich 118 bis 120 US-Dollar liegen. Nach einem kurzen Zwischenhoch wären im Sommer dann 105 US-Dollar anzuvisieren.

Der USA Bären-Thread 4323133

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Anti Lemming:

FTD - Öl-Blase oder keine Öl-Blase?

9
23.05.08 14:33
FTD
Ölblase oder keine Ölblase?
von Tobias Bayer (Frankfurt)


Einst war die Welt für die Ölanalysten noch überschaubar. Sie beschränkte sich auf Angebot und Nachfrage, woraus sich Preisprognosen ableiten ließen. Doch seitdem der Ölpreis Rekord um Rekord bricht, muss sich die Zunft mit dem Einfluss der Finanzinvestoren auseinandersetzen - eine äußerst schwierige Aufgabe.


Michael Masters hatte diese Woche vor dem US-Senat seinen großen Auftritt. Der Gründer der Vermögensverwaltung Masters Capital Management legte seine Sicht der Dinge dar, wer Schuld an den höhen Ölpreisen hat: Spekulanten und besonders Indexinvestoren. Letztere bilden Rohstoffindizes wie den S&P GSCI nach und legen ihr Geld passiv in den Rohstoffmärkten an. Das heißt sie halten Kaufpositionen, die sie am Laufzeitende eines Kontrakts in den nächsten rollieren.

"Im März 2008 belief sich deren Engagement auf 260 Mrd. $. Das bedeutet, dass sie 1,1 Milliarden Fässer Öl kontrollieren. Das ist achtmal so viel als die Vereinigten Staaten in den vergangenen fünf Jahren in die strategischen Reserven geleitet haben", teilte Masters den verdutzten Senatoren mit. Masters' Forderung: Indexinvestments müssen regulatorisch begrenzt werden. Ein Vorschlag, den Senator Joseph Liebermann, einflussreicher Demokrat aus Connecticut, aufgriff und jetzt prüfen lässt.

Kampf der Denkschulen

Seitdem sich der Ölpreis auf Jahressicht mehr als verdoppelt hat und in der Spitze auf 135 $ gestiegen ist, findet unter den Experten ein Kampf statt: Ist die Rally fundamental gerechtfertigt oder stecken dahinter die Spekulanten? Die Beweisführung ist auf beiden Seiten schwierig: Vertreter der fundamentalen Angebots-und-Nachfrage-Theorie tun sich schwer damit zu erklären, warum vor dem Hintergrund sich eintrübender Wachstumsperspektiven der Weltwirtschaft und eines aktuell hohen Ölangebots die Preise von Rekord zu Rekord jagen. Vertreter der Blasentheorie wiederum haben ihrerseits Probleme. Einmal mit dem Datenmaterial - und dann mit dessen Interpretation.

Kevin Norrish, Ölexperte von Barclays Capital, ist überzeugt, dass die Rally gerechtfertigt ist. Er hält nicht viel von den Bubble-Apologeten und bezeichnet diese Denkschule als "Kult". "Früher haben sich die Analysten mit Angebot und Nachfrage beschäftigt. Jetzt wendet sich die Aufmerksamkeit der Analyse von spekulativen Zuflüssen in den Rohstoffsektor zu", sagt Norrish. "Je wilder und höher die Zahl, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass die Medien aufspringen und von Rohstoffen als die nächste große Blase sprechen."

Schlechte Datenlage zur Rolle der Finanzinvestoren

Barclays Capital hat sich mit dem Vortrag von Masters vor dem Senat auseinandergesetzt. Der Tenor: Allein schon die Zahlen stimmen nicht. Dazu muss man wissen, dass es keine offizielle Zahl für die Höhe der Indexpositionen in allen Rohstoffen gibt. Die US-Terminbörsenaufsicht CFTC veröffentlicht diese Positionen bisher nur für den Agrarsektor. Viele Analysten rechnen die Daten auf Basis der Gewichtung in den Indizes auf den gesamten Rohstoffmarkt hoch. "Das ist eine Abkürzung, die aus unserer Sicht falsch ist", schreiben die Barclays-Capital-Experten in einer Studie.

Die Aktivität in Agrarrohstoffen sei schwankend und könne leicht das Gesamtengagement der Indexinvestoren unter- und überschätzen. Momentan wirke es überzeichnend, so die Barclays-Capital-Experten. Sie kommen auf Indexpositionen im ersten Quartal von nur 122 Mrd. $. Von großen Zuflüssen dürfe man nicht sprechen: Im ersten Quartal hätten die Indexpositionen nur um 13 Mrd. $ zugenommen. Davon sei der größte Teil nicht durch Zuflüsse erklärbar, sondern durch den Anstieg des Ölpreises, so Barclays Capital.

Einer, der einen guten Überblick über die Finanzinvestoren haben sollte, ist Jeffrey Harris. Er ist Chefökonom der CFTC. Die Behörde in Washington gilt seit ihrer Gründung 1974 als eher den Derivatebörsen und Spekulanten wohlgesonnen. Nicht völlig überraschend lautet dann auch das Fazit, dass Harris trifft: "Es gibt keinen ökonomischen Nachweis, dass die Finanzinvestoren systematisch die Rohstoffpreise nach oben treiben."

Harris stützt seine These auf drei Säulen. Säule 1: Auch bei Rohstoffen, die für Finanzinvestoren nicht oder nur schwer zugänglich sind, haben die Preise zuletzt enorm zugelegt. Säule 2: Das Ausmaß der Spekulation in den Rohstoffmärkten hat in den vergangenen Jahren nur unwesentlich zugenommen. Säule 3: Spekulanten reagieren auf Preise, machen sie aber nicht.

Seine Thesen untermauert Harris mit Zahlen. An den offenen Positionen (Open Interest) der Terminbörsen halten Spekulanten zurzeit nur 36 Prozent. In den vergangenen drei Jahren hat sich dieser Wert nur um zwei Prozentpunkte erhöht. Seitdem der Ölpreis die 120 $ überschritten hat, habe sich an der Zusammensetzung der Marktteilnehmer auch nichts geändert, so Harris: "Das ist auf Sicht von 22 Monaten gleich geblieben. Wir haben 120 kommerzielle Marktteilnehmer und 310 Käufer und Verkäufer mit spekulativem Hintergrund."

Letztere würden der Preisentwicklung nur folgen, so Harris: "Unsere Untersuchungen zeigen, dass kommerzielle Teilnehmer wie Ölunternehmen, Energieversorger und Fluggesellschaften zuerst auf Preisschwankungen reagieren und ihre Futurespositionen anpassen. Die Spekulanten nehmen dann nur die Gegenposition ein. Es gibt keinen Beweis, dass von der Veränderung spekulativer Kaufpositionen auch Preisveränderungen ausgehen", so Harris.

Kritiker der Finanzwelt fordern strengere Auflagen

Bubble-Apologeten wie Masters lassen sich trotzdem nicht davon abbringen, der Finanzwelt eine Mitverantwortung an der Ölmarktrally zuzuschreiben. "Die Preise haben in den vergangenen fünf Jahren mehr zugelegt als jemals zuvor in der Geschichte. Es gab früher Angebotskrisen, wie beispielsweise 1973 in Folge des Ölembargos. Doch jetzt gibt es ausreichend Öl. Es gibt keine Schlangen an der Tankstelle, und im Supermarkt sind die Regale voller Lebensmittel", sagt Masters lakonisch.

Masters ist der Ansicht - dabei ist er wohlgemerkt nicht allein -, dass die Zahlen der CFTC irreführend beziehungsweise nicht aussagekräftig sind. Swap-Dealer beispielsweise, die im Auftrag von Pensionsfonds Indexpositionen einnehmen, fallen unter die Kategorie "kommerzieller Handelsteilnehmer" und unterliegen nicht den Sicherheitsauflagen von Spekulanten. "Das ist eine Lücke, die geschlossen werden sollte", sagt Masters. Er will, dass die CFTC die kommerziellen Handelspositionen weiter aufschlüsselt, in physische Händler und Wall-Street-Banken. Und er geht weiter: Pensionsfonds sollten gar nicht erst als Indexinvestoren auftreten dürfen.

"Hunderte Milliarden Dollar an Investmentgeldern werden die Rohstoffmärkte fluten. Wenn nicht bald etwas geschieht, werden Lebens- und Energiepreise weiter steigen. Das hätte katastrophale wirtschaftliche Konsequenzen", prophezeit Masters.

FTD.de, 13:42 Uhr
www.ftd.de/boersen_maerkte/aktien/...te/359338.html?mode=print
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Anti Lemming:

Metro - physische Knappheit vs. hohe Preise

8
23.05.08 14:46
Das Paradoxon in # 22323 lässt sich auflösen:

1. Bei echter Ölknappheit infolge von Versorgungskrisen, Kriegen u. ä., die ebenfalls mit Preisanstiegen einher geht (1970er-Jahre), bilden sich vor den Tankstellen Schlangen, Öl ist dann schlecht zu bekommen und teuer.

2. Bei einer lediglich von Spekulanten getriebenen Preis-Blase wie jetzt ist aber noch genügend physisches Öl vorhanden. Börsianer sorgen sich lediglich um Sekundäreffekte (Kaufkraftschwund, Inflation), der "Schmierstoff Nr. 1" an sich ist aber noch da und sorgt dafür, dass alles glatt läuft.



Der Unterschied ist:

Auf 1. reagieren die Börsen stark und fallen (Riesenangst vor "Stillstand der Maschinen")

Auf 2. reagieren die Börsen wenig (latente Sorgen um Inflation durch Preisanstieg")
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