Reduziert sich diese von den Geschäftsbanken durch ihre Interaktionen geschaffene Geldmenge, z.B. weil sie sich immer noch nicht gegenseitig genügend vertrauen, muss die Notenbank die von ihr geschaffene Zentralbankgeldmenge erhöhen, um die nachfragewirksame Geldmenge stabil zu halten...
Du hast Recht damit, dass der von Bernanke erhoffte Multiplikatoreffekt ausblieb. Der kommt nämlich nur, wenn die Wirtschaft organisch wächst und die Leute Vertrauen in die Zukunft haben. In einer Päppelwirtschaft, die an der QE-Infusionsnadel hängt und sofort im Doppel-Dip kollabieren würde, wenn die Flutungen eingestellt werden, gelten andere Parameter.
Die Behauptung, über Geldmengen die Nachfrage steuern zu können, ist ein monetaristischer Irrglaube, dem auch die Fed anhängt. Die Nachfrage dümpelt deshalb, weil die Amis - zu Recht - Angst vor der Zukunft haben. Das ist bei fast 10 % AL-Quote ohne nennenswertes soziales Netz und einem landesweiten Zwangsversteigerungs-Chaos auch kein Wunder. Jeder vierte Ami hat bei den Hypothekenschulden "negatives Eigenkapital", schuldet also mehr, als sein Haus noch wert ist.
D.h. EGAL wieviel Geld die Banken - theoretisch - zum Verleihen zur Verfügung haben, es wird wegen des Deleveraging der US-Konsumenten, die seit einem Jahr vor allem Schuldenabbau betreiben, nicht abgerufen. Abgesehen davon haben zwei Drittel der US-Bevölkerung einen derart schwachen FICO-Score, dass die Banken schon aus Angst, das verliehen Geld nie wieder zu sehen, den Deckel draufhalten. Die restlichen Amis, die kreditwürdig sind, haben eh genug Geld, nehmen daher auch keine Kredite auf.
Auch die US-Wirtschaft investiert in einem Deleveraging-Szenario nicht (siehe Cisco), weil das Chance-Risiko-Verhältnis in einer darbenden, am Fed-Tropf hängenden Schuldenwirtschaft, die nicht organisch wächst, viel zu hoch ist.
FAZIT: USA steckt im Japan-Dilemma. Es ist sogar schlimmer als im Japan der 1990er-Jahre, weil Japan damals nur 5 % AL-Quote hatte und die Amis unter fast 10% , nach U6 sogar 17 % AL-Quote ächzen.