China will auch in Zukunft seine enormen Währungsreserven in US-Staatsanleihen investieren und dabei strikt den Prinzipien der Märkte folgen. Zumindest werde Peking seine damit wachsende Macht auf den Finanzmärkten nicht politisch nutzen, erklärte Yi Gang, Vize-Direktor der Chinesischen Zentralbank und Chef der Devisenbehörde Safe.
PEKING. "China ist ein verantwortungsbewusster Investor und unsere Anlagen sind für alle Seiten von Vorteil", sagte Yi Gang am Rande der Jahrestagung des Nationalen Volkskongresses. Er wies zugleich Spekulationen zurück, China könnte große Goldmengen aufkaufen. Der Markt sei letztlich zu klein. "Ich habe jetzt schon über 1000 Tonnen und selbst wenn ich die Menge verdoppele wäre das ein Wert von nur rund 30 Mrd. Dollar", sagt Yi.
China erhöhte seine Währungsreserven auch im Krisenjahr 2009 um fast ein Viertel und baute damit seine Position als weltweit größter Devisenbesitzer aus. Inzwischen hält China Reserven in Höhe von 2,4 Billionen Dollar, davon rund 755 Mrd. Dollar in US-Staatsanleihen. Seit Herbst soll China diese Anleihen um rund 45 Mrd. Dollar reduziert haben.
Umgehend wurde spekuliert, Peking könne sich nachhaltig von der Weltleitwährung abwenden. Bereits vor einem Jahr hatte Chinas Regierungschef Wen Jiabao öffentlich die Sorge über die Sicherheit der Dollaranlagen geäußert. Am Wochenende waren Äußerungen von Notenbankchef Zhou Xiaochuan ebenfalls in diese Richtung interpretiert worden. Gestern erklärte die Zentralbank, eine Schwächung des Dollar würde chinesische Interessen schädigen. Sorgen, China könnte sich in den nächsten Jahren vom Dollar abwenden, seien "absoluter Unsinn".
China nutzt die Devisen vor allem zur Stützung seines Wechselkurses. Damit wehrt sich die Regierung in Peking auch gegen wachsenden internationalen Druck, die Landeswährung Yuan aufzuwerten. Seit Mitte 2008 ist der Wechselkurs stabil zum Dollar. Das begünstigt die Exporte und half der chinesischen Wirtschaft aus der Krise. In welcher Form China seine Währungsreserven angelegt hat, ist ein wohl behütetes Geheimnis.
Inzwischen glauben viele Analysten, China investiere beim Verkauf von US-Bonds dieses Geld dann wieder über Dritte in US-Staatsanleihen. "Man kann etwas im eigenen Namen verkaufen und dann das Geld etwa über Merrill Lynch dort wieder anlegen", so Michael Pettis, Finanzprofessor an der Peking Universität.
Unter dem Strich habe sich dann nichts geändert. Auch Stephen Green, China-Volkswirt der Standard Chartered Bank in Schanghai meint, dass Peking über Hongkong mehr US-Staatsanleihen kauft und verkauft als bekannt. Analysten gehen davon aus, dass China insgesamt rund zwei Drittel seiner Währungsreserven in Dollarwerten angelegt hat. Safe-Chef Yi wollte diese Zahl nicht bestätigen. China habe seine Reserven sehr breit angelegt, auch in Yen und Euro, sagte Yi.
www.handelsblatt.com/finanzen/devisen/...dem-dollar-die-treue;2543210
Ist auch logisch. Weshalb sollte China Selbstmord begehen? Nur um einige feuchte Bärenträume zu verwirklichen?
