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Seit Anfang diesen Jahres erlebt der amerikanische Aktienmarkt seinen stärksten Anstieg seit 1938. Begünstigt wird diese Entwicklung durch kaum bemerkte Änderungen der Buchhalttungsrichtlinien für Banken, massive Buchhaltungstricks der Banken, und das Ganze unterstützt und begünstigt durch einen verlogenen Medienrummel wirtschaftspolitischer Sprecher der Regierung Obama. Aktienmarkt-Insider verkaufen in Rekordhöhe und steigen aus. Das ist ein Anzeichen, dass es sich hier in Wirklichkeit um eine der größten weltweiten »sucker’s rallies« (ein nur kurzfristiger Anstieg innerhalb eines anhaltenden, übergeordneten Abwärtstrends) handelt. Die nächste Krise steht kurz bevor und sie wird heftig ausfallen.
Einem Bericht des Finanznachrichtendienstes Bloomberg zufolge sind derzeit führende Manager amerikanischer Großunternehmen dabei, sich in ihrem Besitz befindliche Aktien ihres Unternehmens abzustoßen, und zwar nimmt die Häufigkeit so stark zu wie noch nie seit Ausbruch der Krise 2007. Insider von Unternehmen aus dem »Standard-&-Poor’s-500-Aktien-Index« gehören seit nunmehr 14 Wochen zu Nettoverkäufern, genau ab dem Zeitpunkt, als der S&P 500, einer der wichtigsten Aktienindices, um 36 Prozent zugelegt hatte.
Nach amerikanischem Recht müssen alle Aktienverkäufe hochrangiger Manager oder Direktoren börsennotierter Unternehmen an die US-Börsenaufsicht gemeldet werden. Damit soll verhindert werden, dass die Manager aus möglichem Insider-Wissen zu Entwicklungen des Unternehmens wie einer Gewinnwarnung oder Neuerwerbungen durch Verkauf oder Kauf von Anteilen Profit schlagen, bevor entsprechende Informationen an die Öffentlichkeit geraten. Wenn daher Manager mit InsiderKenntnissen Aktien ihres Unternehmens im großen Stil oder über einen längeren Zeitraum etwa von Monaten hinweg wie gegenwärtig verkaufen, ist das als Zeichen dafür zu werten, dass die Insider in der amerikanischen Buisnesswelt etwas wissen, was sie derzeit noch nicht enthüllen wollen. Mit anderen Worte: Der Aufschwung ist in Wirklichkeit gar keiner.
In meinem jüngsten Buch Der Untergang des Dollar-Imperiums habe ich dargelegt, dass das Platzen der amerikanischen Immobilienblase im August 2007 nur den Beginn dessen darstellt, was künftige Historiker als die schlimmste Depression der amerikanischen Geschichte bezeichnen werden. Den Grund dafür versteht man leicht, wenn man sich die geschichtliche Entwicklung der amerikanischen Schulden seit August 1971 vor Augen führt, als der damalige Präsident Nixon den Dollar vom Goldstandard löste und die amerikanische Währung zu Fiat-Geld machte.
Anders als in den 80er-Jahren des letzten Jahrhunderts können die amerikanischen Banken heute nicht auf Lateinamerika zurückgreifen, das aus Profitgier ausgeplündert werden könnte. Und anders als in den 90er-Jahren des letzten Jahrhunderts stehen den amerikanischen Banken auch nicht die Volkswirtschaften Thailands, Malaysias, Südkoreas oder der restlichen »Tiger-Staaten« zur Verfügung, um den Dollar zu stützen. Noch besteht die Aussicht, heimisches Kapital der USA in inflationierte Immobilienwerte lenken zu können, um sich praktisch selbst zu stützen. Als die Immobilienblase Greenspans im August 2007 platzte, wurden die internen Schulden der Unternehmen, der privaten Haushalte und schließlich auch der amerikanischen Regierung einfach unbezahlbar. Es wird Jahre, wenn nicht Jahrzehnte normaler Bedingungen in Anspruch nehmen, um dies wieder zu beheben.
Die Verkäufe eigener Firmenaktien durch Vorstandschefs, Direktoren und führende Manager haben sich derzeit auf den höchsten Stand seit Juni 2007 beschleunigt, zwei Monate bevor die Kreditmärkte einfroren, als sich der S&P-500-Index von seinem Zwölfjahrestief im März erholte.
Kenntnisreiche und erfahrene Händler lesen diese Zahlen ebenfalls und bereiten sich auf eine massive »Korrektur« der amerikanischen Aktienmärkte etwa im Oktober, wenn nicht schon früher, vor. Im Oktober werden die neusten Quartalsberichte der Unternehmen veröffentlicht, und diese Zahlen werden nicht positiv ausfallen. Darüber hinaus endet in diesem Monat für viele Banken und Aktienhandlesfirmen der Bilanzierungszeitraum.
Einbruch der Staatseinnahmen alarmierend
Nach verlässlichen Berichten meines guten Freundes John Willams in seinem Nachrichtenbrief Shadow Government Statistics werden die Statistiken der amerikanischen Regierung Obama in einem nie da gewesenen Maße manipuliert, um den Mythos eines Aufschwungs aufrecht zu erhalten. Das kann aber nur so lange gut gehen, bis sich die Wirklichkeit Raum bricht. Ein Blick auf die Steuereinnahmen der 50 Bundesstaaten ist ein wesentlich genauerer Gradmesser der amerikanischen Wirtschaftswirklichkeit.
Scott Pattison, Chef der National Association of State Budget Officers (NASBO), einer landesweiten Organisation aus Finanz- und Haushaltsexperten des öffentlichen Dienstes, erklärte vor Kurzem zum dramatischen Rückgang der Steuereinnahmen auf Bundesstaatsebene: »Dies sind teilweise die schlimmsten Zahlen, die wir je hatten.« Am 30. Juni endete das Haushaltsjahr für 46 der 50 amerikanischen Bundesstaaten. Nur in New York, Texas, Michigan und Alabama endet das Haushaltsjahr später.
John Willams Shadow Government Statistics zeigen eine US-Arbeitslosigkeit, die bei 20 Prozent liegt.
Die 46 Staaten sehen sich einem zu erwartenden Rekord-Haushaltsdefizit von 121 Mrd. Dollar im kommenden Jahr gegenüber. In den meisten Bundesstaaten sind Haushaltsdefizit gesetzlich verboten, was nur die Möglichkeit von Steuererhöhungen und/oder Ausgabenkürzungen offen lässt. Die meisten Ökonomen erwähnen gerne die sogenannten »eingebauten Stabilisatoren« wie die Arbeitslosenversicherung oder Rentenzahlungen des Sozialversicherungssystems durch die Bundesregierung als Puffer zur Verhinderung einer Depression wie in den 30er-Jahren des letzten Jahrhunderts, aber sie ignorieren den immensen Faktor der Haushalte der Bundesstaaten völlig.
Die Steuerausfälle der Bundesstaaten sind so gigantisch, dass ganze Staaten zum ersten Mal seit der Sparkassenkrise 1983 die Steigerung der Ausgaben gestoppt haben. Die Einnahmen aus der Einkommensteuer sind gegenüber letztem Jahr um beinahe sieben Prozent und die aus der Körperschaftssteuer um 15 Prozent zurück gegangen. Vorgeschlagene zusätzliche Einnahmen aus neuen Steuern und Gebühren in Höhen von 24 Mrd. Dollar für das Haushaltsjahr 2010 würden nicht einmal ein Viertel der angenommenen Einnahmerückgänge ausgleichen. Und diese Schätzungen gründen sich auf die Annahme, die Rezession werde ihren Tiefpunkt irgendwann im laufenden Kalenderjahr erreichen. Die Lage ist so verzweifelt, dass Kentucky erwägt, eine Steuer auf Handy-Klingeltöne zu erheben. Kalifornien droht eine drastische Herabstufung seiner Kreditwürdigkeit, warnte die Ratingagentur Moody’s. »Wenn das [kalifornische] Parlament nicht rasch handelt, wird die sich die Liquiditätslage des Staates soweit zuspitzen, dass die Aufsichtsbehörde die meisten nicht dringlichen Zahlungen im Juli aufschieben muss«, hieß es in einer Erklärung der Agentur.
Moody’s droht mit einer Herabstufung um mindestens zwei Ratingstufen. Kalifornien wird bereits mit A2 bewertet, die schlechteste Bewertung eines US-Bundestaates überhaupt und nur fünf Stufen vom »Ramsch«-Status entfernt. Wäre Kalifornien ein eigenständiger Staat, wäre es die zehntgrößte Volkswirtschaft der Erde.
Was wissen die Vorstandschefs?
Das letzte Mal, als noch mehr führende amerikanische Manager sich von ihren Aktien lieber trennten als neue hinzu zu erwerben, war die Woche vom 19.–26. Juni 2007. Im darauf folgenden Monat meldeten zwei Hedgefonds der Bear-Stearns-Gruppe Konkurs an, da Wertpapiere, die an zweitklassige Hypotheken gebunden waren, zusammenbrachen. Das löste eine Lawine in der Größenordnung von 1,5 Bio. Dollar an Verlusten und Abschreibungen bei den weltgrößten Finanzunternehmen und den Absturz des S&P-500-Indexes um 57 Prozent in der Zeit vom 9. Oktober 2007 bis zum 9. März 2009 aus. Der Insider-Verkauf erreichte ebenso im ersten Quartal 2000 ein Allzeithoch, gerade als der 18 Jahre andauernde Haussemarkt seinen Höhepunkt erreichte und parallel die »Dotcom«- oder IT-Blase platzte.
Die US-Börsenkurse (hier die der NASDAQ) stiegen im März wie eine Rakete in den Himmel, nachdem die großen Banken den »Stress- Test« überstanden hatten.
Damit wird deutlich, dass den Managern in den amerikanischen Führungsetagen klar ist, dass es keinen wirklichen Aufschwung gibt und deshalb beginnen sie immer schneller, ihre eigenen Aktien jetzt noch vor dem unvermeidlichen Crash auf den Markt zu werfen, bevor die Öffentlichkeit in einigen Monaten erkennt, was wirklich vorgeht.
Gleichzeitig kursieren unbestätigte Berichte, nach denen die amerikanischen Botschaften weltweit angewiesen wurden, sich auf einen »Bankfeiertag« im September einzustellen – ein Bankfeiertag ist ein Tag, an dem die Banken durch eine Anordnung der Regierung Obama für einen Tag geschlossen blieben, so wie es Präsident Roosevelt 1933 schon einmal getan hatte.
Zwar scheinen jene fünf bis zehn gigantischen Finanzkonglomerate, man könnte man sie »Tera«-Banken nennen, wie Citigroup, Goldman Sachs, Bank of America, Morgan Stanley, JP MorganChase, »zu groß« zu sein, als dass sie untergehen könnten. Aber sie stehen bei einer sich verschärfenden Wirtschaftsdepression in den USA einer neue Welle »nichtrückzahlbarer Kredite« aus den Bereichen Konsumentenkreditkarten, Automobilkrediten und weiter anhaltenden Wellen nichtrückzahlbarer Hypotheken und einer neuen Welle »fauler Kredite« von Immobilienunternehmen gegenüber. Im Kongress formiert sich wachsender Widerstand gegen den schockierenden Vorschlag der Regierung Obama, der US-Notenbank Federal Reserve praktisch diktatorische Vollmachten über die amerikanische Volkswirtschaft zu verleihen, wie sich aus einem neuen Gesetzesvorschlag aus der Feder des Finanzministers Timothy Geithner und des führenden Wirtschaftsberaters des Weißen Hauses Larry Summers ergibt. Bemerkenswert ist dabei besonders, dass gerade Summers und Geithner 1999 und 2000, damals an der Spitze des Finanzministeriums, die Gesetze zur Deregulierung entworfen haben, die der heutigen Finanzkatastrophe Tür und Tor öffneten.
In diesem Zusammenhang sind die anhaltenden Aufrufe zur Einheit unter den G-20-Staaten aus Washington und die Rufe nach weiteren Stimulierungspaketen seitens der EU und hier vor allem aus Deutschland als Versuch zu werten, die größten Volkswirtschaften der Welt an das Schicksal der sinkenden Dollar-Titanic zu fesseln. Und die geballte Finanzmacht der Wall Street, die die Politik in Washington sowohl dem Kongreß, als auch dem Weißen Haus Präsident Obamas diktiert, ist verzweifelt bemüht, die EU, Russland und besonders China so zu terrorisieren, dass diese den Dollar stützen. Es bleibt abzuwarten, ob die Welt verrückt genug ist, zusammen mit der Dollar-Titanic unterzugehen oder nicht.

"Die Börse reagiert nur zu 10% auf Fakten, der Rest ist Psychologie!" (Kostolany)
"Selten war mehr als ein Zehntel der Bevölkerung an dem beteiligt, was man Geschichte zu nennen pflegt!" (Samhaber)