Abseits aller Bemühungen um die richtigen Ein und Ausstiege im Daytrading, weil eben auch das Fundamentale mal abgeklopft werden muß.
Die Probleme bei den Gewerbeimmobilien sind am Markt noch nicht eingepreist, hier kommt einiges auf uns zu. Derzeit ignorieren die Marktteilnehmer die fundamentale Lage völlig. Haben sie letzte Woche noch Griechenland als Sau durchs Dorf getrieben, muß man sich vergegenwärtigen, dáß Griechenland eines der kleinsten Probleme ist, die wir aktuell haben.
Alles was auf den Tisch kommt derzeit, angefangen von den Gewerbeimmobilien, bis hin zu den Billionen, die ins System geflossen sind, wird an den Märkten nicht gespielt, weil das Geld noch locker sitzt. Während diePolitiker uns versichern, daß so etwas nicht mehr geschehen kann, gestalten sie die Lage eher schlimmer als besser, weil sie versuchen eine Situation schön darzustellen, die aber nur in der Realität bearbeitet und gelöst werden kann. Es hilft nun mal nichts, wenn die Börsen immer wieder ihre Jubelarien durchführen, gestützt durch das Geld der Steuerzahler, gleichzeitig aber die Steuerzahler immer weniger werden.
Die heutigen Erstanträge waren erneut ein Schlag ins Gesicht aller, die auf eine bessere Situation hoffen. Logisch, die Börse juckt es nicht, aber man muß tiefer gehen, um zu begreifen was das aussagt.
Nachdem nun schon Millionen von Stellen weggefallen sind, geht es munter weiter. All diese Menschen haben ein Schicksal, welches für sich genommen absolut tragisch ist und sie hoffen auf Besserung, nur fallen sie eben auch als Konsumenten aus. Gerade die USA, die als Konsumnation Nummer eins der Welt die Ware abnimmt, wird immer schwächer in der Nachfrage. Na klar, man kann die BIP Schätzungen weiter erhöhen, kein Problem, wenn man dann die Militärausgaben steigert, aber wohin soll das führen, wenn die eigentliche Basis wegbricht, nämlich Arbeitnehmer und Arbeitgeber die Steuern zahlen.
Das wird auch ein großes Problem für China, die den Export noch benötigen, um ihre Wachstumsstrategie beizubehalten und als Werkbank der Welt die Führungsrolle übernehmen möchte. Die Spannungen zwischen den USA und China dürften auch darin begründet sein, daß den Chinesen klar ist, was der amerikanische Weg bedeutet. Nämlich auch für sie Problematiken. Im Gegensatz zu den westlichen Industrienationen hat die chinesische Regierung bereits auf schwierige Jahre eingestimmt, bei uns versucht man weiterhin den Optimismus rauszukehren und verschuldet sich munter weiter.
Mit jeder Woche, jedem Monat den das so läuft, versinken wir weiter im Sumpf, denn es gibt nur eines was uns halten kann, Menschen die in Lohn und Brot kommen, Steuern zahlen und somit eine Nachfrage generieren, weil sie als Konsumenten Produkte kaufen. Bei der jetzigen Spirale funzt das nicht, wie es die heutigen Zahlen erneut zeigen und somit bin ich wieder bei der Verteilung der Gelder, die weiterhin in erster Linie in die Aktienmärkte fliessen, also völlig verpuffen.
Was geschieht, wenn die Märkte, aus welchem Grund auch immer, kollabieren? Wer kommt dann für die Kosten auf, wenn das billige Geld, was von den Bullen so gern bejubelt wird, nicht zurückfließt? Wenn einfach nicht bedient wird. Was geschieht dann?
Das ist eine wichtige Frage, die man sich scheinbar nicht stellt, natürlich faselt die FED davon, Assets in den Markt zu geben usw.. Tun sie es? Bisher ist davon wenig zu sehen, weil die Politik an der Bankenfront Ruhe haben will.
Frau Merkel hat zum Aschermittwoch beteuert, alles werde getan, damit sich eine solche Krise nicht wiederholt. Da frage ich zurück : Was wird getan?
Wir sehen weiter das billige Geld, wir sehen weiter die gleichen Zocker, die alles verursacht haben am Markt, wir sehen sogar Verantwortliche aus der Politik, die seinerzeit die Kontrollgesetze ausgesetzt haben, heute als die Retter der Märkte.
Son funktioniert das nicht. Die gemeinsamen Sitzungen haben de facto nichts gebracht, weiterhin wird das Ersparte der Menschen zum zocken genommen, was schon nicht mehr da ist, man setzt auf die bekannte Blase noch eins drauf.
Für mich völlig unbegreiflich, wie man von einer Steigerung der Wirtschaftsleistung reden kann, wenn man sich die Datenlage ansieht. Da ist von einem V nichts zu sehen. Alles was auch nur ein wenig hoch gegangen ist, ist den Stützungsmaßnahmen geschuldet.
Wenn man natürlich im Vorfeld einer Bilanzsaison die erwarteten Gewinne der Unternehmen zurücknimmt, der Markt darauf nicht reagiert, weil es ihn nicht juckt, eben weil genug Geld im Köcher steckt und es gar nicht mehr um Bewertungen geht, sondern nur um das Verschieben von Milliarden, um irgendwo einen Schnitt zu machen, dann sind die Ergebnisse besser als erwartet. Wir alle freuen uns nen Loch in den Bauch.
Gebracht hat es aber den Menschen überall auf der Welt gar nüscht. Im Gegenteil, wie wir an Griechenland sehen machen sich nur einige wenige die Taschen voll und das ist in jedem Staat der Welt so und wird nicht geahndet.
Während Arbeitslose in der Debatte als Schmarotzer dargestellt werden, sind die wirklich Verantwortlichen weiterhin auf Millionärsebene unterwegs und gönnen sich Luxus pur.
Scheinbar hält das unsere Gesellschaft aus, die Frage ist nur, wie lange sie das aushält. Da bin ich mir nicht so sicher.
Es wird Zeit der Wahrheit zu begegnen und nicht einzigst auf den markt zu starren und diesen als Gradmesser der Wirtschaftsleistung zu bterachten. Das ist er schon lange nicht mehr, spätestens seit dem Eingreifen der FED befinden wir uns nicht mehr in der sozialen Marktwirtschaft oder im Kapitalismus, oder überhaupt in freien Märkten.
Wir alle sind Spielball der Großen und Mächtigen, heute mehr denn je. Völlig wurscht ob man nun ein Bulle oder ein Bär ist.