Manager-Magazin: Ich zitiere den Autor Nils-Viktor Sorge:
.......die deutsche Autozulieferindustrie steht vor dem Kollaps. Edscha, Geiger, TMD Friction: Reihenweise melden Betriebe der einstigen Vorzeigebranche Insolvenz an. Es ist kein Zufall, dass vor allem Firmen straucheln, die von Finanzinvestoren mit Schulden überladen wurden.
Zunächst lief alles wie geplant. Ein paar Jahre lang wollte der US-Investor Carlyle den Remscheider Autozulieferer Edscha auf Rendite trimmen und dann mit Gewinn aussteigen. So hatten es Finanzinvestoren jahrelang erfolgreich praktiziert. "Am Anfang ging ja auch alles gut", heißt es im Umfeld des Investors.
Doch als Carlyle Anfang 2008 den Markt für einen Verkauf oder einen Börsengang des Herstellers von Schiebedächern sondierte, war es bereits zu spät. "Da kamen die Märkte dazwischen." Plötzlich wollte niemand mehr die geforderten Preise für Firmen wie Edscha zahlen - offenbar in weiser Voraussicht.
Ein knappes Jahr später melden Autozulieferer wie Edscha wegen der dramatischen Absatzkrise reihenweise Insolvenz an. Knapp 25 Insolvenzen zum Teil namhafter Unternehmen zählt die Unternehmensberatung Roland Berger seit drei Monaten. Normal sind zwei bis drei Pleiten im Jahr. Der erste größere betroffene Betrieb war TMD Friction aus Leverkusen. Hinzu gesellen sich Namen wie Geiger, Tedrive oder Stankiewicz. Und es dürfte nach übereinstimmender Meinung vieler Branchenexperten noch weit schlimmer kommen.
Sie überrascht es nicht, dass zuerst Unternehmen einknicken, bei denen wie bei Edscha zuletzt Finanzinvestoren das Sagen hatten. "Der Fall ist absolut beispielhaft", sagt Roland-Berger-Partner Marcus Berret gegenüber manager-magazin.de. "Das sind Vorgänge, wie wir sie momentan bei zahlreichen Zulieferern erleben." Autoanalyst Frank Schwope von der NordLB sieht es ähnlich: "Der Einstieg von Finanzinvestoren erweist sich nun bei vielen Zulieferern als großes Problem."
Der große Haken ist das Finanzierungsmodell vieler Private-Equity-Fonds. Die Strategie, ein Unternehmen mit Schulden in Höhe des Kaufpreises zu beladen, geht manchmal sogar in guten Zeiten schief. In der Krise kollabieren die betroffenen Unternehmen reihenweise. "Der Schuldenstand ist bei vielen schlicht zu hoch, um in derart schlechten Zeiten überleben zu können", sagt Autoexperte Berret...........
Quellenangabe: www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/...8,605161,00.html
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