| Strategie | Hebel | |||
| Steigender Gold-Kurs | 5,00 | 9,99 | 19,98 | |
| Fallender Gold-Kurs | 8,78 | 10,01 | 19,97 | |
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Depfa-Bank in New York
Finanzlöcher in der U-Bahn
Die Welt ist ein Knäuel von Wirkungsketten. So hat es die Finanzkrise gelehrt und so ist es auch in diesem Fall. Im Haushalt der Metropolitan Transportation Authority (MTA) klafft ein Loch von fast einer Milliarde Dollar.
Um mehr als 20 Prozent will sie die Fahrkartenpreise im kommenden Jahr anheben, einige Linien sollen stillgelegt und Busse ausrangiert werden. "Budget des jüngsten Gerichts", titeln die Boulevardblätter. Mitverantwortlich für das Schlamassel der Metro sind die waghalsigen Geschäfte, auf die sich eine Bank einließ, die in Deutschland Symbol der Hybris und Profitgier in der modernen Finanzwelt ist: die Depfa.
Acht Jahrzehnte lang begnügte sich die Deutsche Pfandbriefanstalt mit mausgrauen Transaktionen wie der Wohnungsbaufinanzierung und der Kreditvergabe an deutsche Kommunen. Zu wenig für Gerhard Bruckermann, der 2002 zum Vorstandsvorsitzen der Depfa wurde.
Unter seiner Führung wandelten sich die Provinzbanker aus Wiesbaden in globale Finanzjongleure. Sie fanden im Steuerparadies Dublin eine neue Heimat, eröffneten Zweigstellen rund um den Erdball, nahmen gewaltige Schulden auf und spezialisierten sich auf Geschäfte mit öffentlichen Auftraggebern. Bruckermann machte die Depfa zur einer der profitabelsten Banken Europas. Ratingagenturen klatschten Beifall und vergaben Bestnoten.
Zu den Klienten der Depfa zählte auch MTA. Wall-Street-Banker hatten den Verkehrsbetreibern eine neue Methode der Verschuldung schmackhaft gemacht: Variable Anleihen, deren Zinssatz im Wochentakt angepasst wird. Sie sollten der MTA Millionen einsparen helfen.
Und anfangs taten sie das auch. In den vergangenen Jahren, als die globalen Kreditkanäle vor Liquidität überquollen, waren die Zinsen niedrig, häufig betrugen sie nur ein Prozent. Die MTA sammelte bei Investoren fast vier Milliarden Dollar mit variablen Anleihen ein, Geld, das sie für Gleise, Züge und Busse brauchte.
Diese vermeintlich günstige Form der Schuldenaufnahme hat allerdings einen Nachteil. Die meisten Investoren wollen variable Anleihen nur kaufen, wenn sich eine Bank als Käufer der letzten Instanz zur Verfügung stellt.
Sie muss einspringen, falls die Investoren die Anleihen weiterreichen wollen und keinen anderen Abnehmer finden. In diese Rolle schlüpfte die Depfa. "Sie glaubte, ihrer Verpflichtung nie nachkommen zu müssen, weil auf den Märkten ein reger Handel herrschte", sagt Matt Fabian, Marktforscher bei Municipal Market Advisors.
Im vergangenen Jahr wurde die Depfa von dem Münchner Finanzkonzern Hypo Real Estate übernommen. Bruckermann verabschiedete sich auf seine Farm in Spanien, während die Bank ihre globale Expansion fortsetzte. Gegen eine Gebühr garantierte sie auch eine 200-Millionen-Dollar-Anleihe der MTA. Die Rückversicherung, dass eine Bank mit gutem Namen die Anleihe zur Not kaufen würde, ließ Investoren zugreifen. Die MTA hatte keine Mühe, Abnehmer zu finden.
Doch dann geriet die Depfa ins Straucheln. Die Probleme begannen Anfang des Jahres in der amerikanischen Provinz. In Orten wie Whitefish Bay, Wisconsin. Dort lieh sich die Schulbehörde 165 Millionen Dollar von der Depfa.
Das Geld wollte sie in renditeträchtige Anlagen stecken, um die steigenden Kosten der Lehrerpensionen zu decken. Von windigen Investmentbankern ließen sich die arglosen Beamten ein komplexes Wertpapier andrehen: eine Synthetic Collateralized Debt Obligation.
Im Prinzip handelte es sich dabei um eine Versicherung für Unternehmensanleihen, die stabile Erträge abwerfen sollte. Wegen der Finanzkrise bedienten jedoch unerwartet viele Firmen ihre Schulden nicht mehr. Der Versicherungsfall droht nun einzutreten und der Schule ein Totalverlust.
Whitefish Bay ist kein Einzelfall: Überall auf der Welt waren Gemeinden dem Lockruf der Finanzmärkte gefolgt und hatten sich bei der Depfa Geld geliehen. Schon im vergangenen Sommer war klar, dass die Bank viele Kredite nie wiedersehen würde.
Der Zusammenbruch der Wall Street gab der Depfa den Rest. Am 15. September meldete die Investmentbank Lehman Brothers Insolvenz an. Über Nacht trockneten die globalen Kreditströme aus. Investoren scheuten jedes Risiko. Die Depfa, die wegen ihrer hohen Schulden darauf angewiesen war, sich kurzfristig Geld zu leihen, fand auf einmal keine Gläubiger mehr.
Als Ratingagenturen die Kreditwürdigkeit der Bank zurückstuften, stießen Geldmarktfonds Hals über Kopf von der Depfa garantierte variable Anleihen ab - aus Furcht, sie könnten auf den Krediten sitzen bleiben. Weil sich auf den schockstarren Märkten keine anderen Käufer mehr fanden, musste die Depfa ihrer Verpflichtung als letztinstanzlicher Käufer nachkommen.
Die Fehlinvestitionen der Depfa hätten ihre Konzernmutter Hypo Real Estate ruiniert, vielleicht sogar das gesamte deutsche Kreditwesen zum Einsturz gebracht, wenn nicht die Bundesregierung eingesprungen wäre und gemeinsam mit anderen Banken einen Rettungsschirm von 50 Milliarden Euro aufgespannt hätte.
Damit konnten sie den Schaden begrenzen. Allerdings nur in Deutschland. In Amerika begannen die Probleme erst. Allein 2007 hatte die Depfa in den USA variable Anleihen im Wert von 1,7 Milliarden Dollar garantiert. Damit war die kleine Bank aus Dublin auf diesem Gebiet der drittgrößte Geschäftspartner für öffentliche Auftraggeber in Amerika.
Die Verträge für variable Anleihen sehen vor, dass die Zinsen drastisch steigen, wenn der Käufer der letzten Instanz seiner Verpflichtung nachkommen muss. Die Depfa stellt ihren Klienten inzwischen Zinsen von bis zu zehn Prozent in Rechnung. Gleichzeitig schrumpft die Laufzeit des Kredits von 30 auf sieben Jahre zusammen. Im Falle der MTA dürften sich die Mehrkosten auf etwa 12 Millionen Dollar pro Jahr belaufen. Diese neuen Lasten kann die Metro nicht auffangen. Die sinkenden Steuereinnahmen haben ohnehin schon Löcher in den Haushalt gerissen. Die MTA sieht in der geplanten Fahrpreiserhöhung ihren einzigen Ausweg.
Marktanalyst Fabian erwartet, dass noch dutzende weiterer Fälle Schlagzeilen machen, in denen die Fernwirkung des Depfa-Debakels sichtbar wird.
So wie in Raleigh, North Carolina, wo die Behörden um die Finanzierung einer neuen Mehrzweckhalle bangen und hastig versuchen, eine Bank zu finden, die der Depfa die Rolle als letztinstanzlicher Käufer abnehmen will. Oder so wie in Michigan, wo sich die Baubehörde bemüht, ihre variablen Anleihen wieder durch Kredite mit festen Zinsen zu ersetzen. Auch das hat die Krise gelehrt: Nicht jede finanzielle Innovation ist eine gute Idee.


By Rev Shark
Street.com Contributor
12/4/2008 2:55 PM EST
I was just reading some comments by a trader who has worked closely with William J. O'Neil, the founder of Investor's Business Daily. The trader has been correctly bearish about this market for quite a while and continues to be quite skeptical. He sees no market leadership and doesn't see any reason to embrace the idea that there might be a bottom.
What I find particularly interesting is that he states that after the market bottomed during the last bear market in October 2002, he didn't really become an aggressive buyer until February 2003. Traditional Wall Street really has a hard time understanding an approach that doesn't constantly try to call lows but instead is looking for proof of real momentum before getting bullish.
A true bull market will give you plenty of time to get long. There are so many failed bounces in a bear market that it's extremely dangerous to keep loading up every time the action is a bit a better. That doesn't mean you don't do some shorter-term trading, but the whole exercise of trying to pinpoint the exact market low isn't helpful. You won't know whether a trend is a strong one until it has been going for a while. Good trends last, and this constant worry that you will be left behind if you aren't loaded up at the right moment is a good way to underperform.
BITTE UM MILLIARDENHILFE
US-Autobauer geißeln sich bei Senats-Anhörung
Die angeschlagenen Autokonzerne GM, Ford und Chrysler flehen im US-Senat um Milliardenkredite. Die Firmen-Bosse gestehen Fehler, üben sich in Bescheidenheit und geloben, künftig umweltfreundlichere Autos entwickeln. General Motors und Chrysler bieten für Staatshilfe eine Fusion an.
Washington - Für die angeschlagenen US-Autobauer geht es um alles - entsprechend kleinlaut treten die Chefs von General Motors (GM), Ford und Chrysler bei ihrer Anhörung im Banken-Ausschuss des Senats auf: General Motors werde im Falle einer staatlich finanzierten Rettung des Konzerns seine Kosten schneller senken, versprach Firmenchef Rick Wagoner. Hierzu wolle GM auch mit Kreditgebern, Anleiheinhabern und Gewerkschaften verhandeln.
Zudem räumte Wagoner Fehler ein: General Motors habe nicht rasch genug in spritsparende Modelle investiert. Als Schlüsselelemente des Sanierungsplans nannte Wagoner unter anderem verstärkte Investitionen in umweltfreundliche Modelle wie den Chevy Volt, eine Verringerung von Marken, Modellen und Verkaufsfilialen sowie mit Blick auf die Arbeitskosten "volle Wettbewerbsfähigkeit" mit ausländischen Konkurrenten bis 2012.
Chrysler-Chef Robert Nardelli kündigte ebenfalls umweltfreundliche Modelle und Kosteneinsparungen an. Nardelli betonte, dass etwa eine Million Menschen "für ihren Lebensunterhalt von Chrysler abhängen". "Chryslers langfristiger Produktplan ist robust, realistisch und grün", sagte er. Werde der Staatskredit gewährt, solle er ebenfalls von 2012 an zurückgezahlt werden.
General Motors und Chrysler würden für die geforderten Staatshilfen auch zusammengehen. Sollte dies eine Bedingung für staatliche Hilfen sein, wäre er bereit, darüber nachzudenken, sagte der GM-Chef. Auch Robert Nardelli erklärte, er würde einen Zusammenschluss akzeptieren, wenn das eine Bedingung für die Staatshilfen sei. Nardelli rechnet mit Kosteneinsparungen zwischen acht und zehn Milliarden US-Dollar. Er wäre aber vermutlich der erste, der seinen Job verlöre, so der Chrysler-Chef.
Auf Gewerkschaftsseite regte sich allerdings sofort Protest: Der Chef der Autobauer-Gewerkschaft UAW, Ron Gettelfinger, rechnet nicht mit hohen Kosteneinsparungen. Er erwarte stattdessen "unvorstellbare" Arbeitsplatzverluste, entgegnete er auf die Aussagen der beiden Unternehmenschefs.
Der Vorstandsvorsitzende von Ford, Alan Mulally, will über die nächsten sieben Jahre 14 Milliarden Dollar investieren, um den Benzinverbrauch der Ford-Flotte zu senken. Zudem sei die Schließung von mehreren Fabriken und andere Kostensenkungen geplant: "Wir wollen schlank und profitabel werden." Er verwies in der Anhörung auch auf die lange Tradition seines Konzerns. "Ford ist eine amerikanische Ikone", sagte er.
Die Vorstandsvorsitzenden wollen zudem für ein symbolisches Jahresgehalt von einem Dollar arbeiten. Als weitere Geste fuhren Mulally, Wagoner und Nardelli die mehr als 800 Kilometer von Detroit nach Washington in Hybrid-Autos. Bei der ersten Kongressanhörung vor zwei Wochen hatte es scharfe Kritik gegeben, weil die drei trotz der dramatischen Lage ihrer Konzerne Firmenjets benutzt hatten.
Ausschussmitglieder reagierten jedoch weiter skeptisch auf die Ankündigungen der Auto-Bosse: "Ich bin dagegen, die drei großen Autohersteller freizukaufen", sagte der führende Republikaner in dem Gremium, Richard Shelby. "Die Autofirmen müssen demonstrieren, dass sie zu Reformen entschlossen sind", sagte der demokratische Ausschussvorsitzende Chris Dodd. "Gutes Geld darf nicht schlechtem hinter hergeworfen werden." Untätigkeit der Politik bedeute jedoch, mit der Wirtschaft "russisches Roulette" zu spielen.
Autobauer bitten um 34 Milliarden Dollar
Zuvor war bekannt geworden, dass die Krise schlimmer ist als bislang bekannt. Statt wie bislang 25 Milliarden Dollar fordern die drei Unternehmen nun 34 Milliarden Dollar an neuen Krediten. Ungeachtet der vorgelegten Sanierungsprogramme gilt es allerdings weiter als fraglich, ob der Kongress die Milliardenhilfe schnell gewährt. In der Führung der Demokraten gebe es "wachsende Besorgnis", dass sie keine ausreichende Mehrheiten für die Verabschiedung eines Rettungspakets bereits in der nächsten Woche finden, berichtete die "New York Times" am Donnerstag.
GM und Chrysler fürchten das Aus
GM und Chrysler stehen nach eigenen Angaben ohne Finanzspritzen bis Jahresende vor dem Aus. Sie fürchten im Fall einer Insolvenz, kaum noch Autos verkaufen zu können. Vor zwei Wochen ließ der Kongress die Firmenchefs abblitzen, da sie in den Augen der Abgeordneten keine geeigneten Sanierungskonzepte vorlegten. Es gab offenbar unter den Abgeordneten eine breite Mehrheit für Hilfen - über die Details gingen die Meinungen allerdings weit auseinander.
Die Opel-Mutter GM hatte bereits angekündigt, den Verkauf von Marken zu prüfen und die Mitarbeiterzahl drastisch zu reduzieren. Ford will laut einem Agenturbericht Volvo für bis zu sechs Milliarden Dollar verkaufen.
cvk/dpa/Reuters/AFP/AP www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,594551,00.html
Ein gutes Beispiel wie machtlos die Fed werden wird. Da hilft auch kein "Gelddrucken" mehr. Autos werden trotzdem nicht teurer werden. Die Hauspreise werden bei einer Explosion der Arbeitslosigkeit kaum steigen. Man hat eben zu lange gepennt.
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| Strategie | Hebel | |||
| Steigender Gold-Kurs | 5,00 | 9,99 | 19,98 | |
| Fallender Gold-Kurs | 8,78 | 10,01 | 19,97 | |
| Wertung | Antworten | Thema | Verfasser | letzter Verfasser | letzter Beitrag | |
| 56 | PROLOGIS SBI (WKN: 892900) / NYSE | 0815ax | Lesanto | 06.01.26 14:14 | ||
| 469 | 156.447 | Der USA Bären-Thread | Anti Lemming | ARIVA.DE | 04.01.26 10:00 | |
| 29 | 3.795 | Banken & Finanzen in unserer Weltzone | lars_3 | youmake222 | 02.01.26 11:22 | |
| Daytrading 15.05.2024 | ARIVA.DE | 15.05.24 00:02 | ||||
| Daytrading 14.05.2024 | ARIVA.DE | 14.05.24 00:02 |