Für den Normalbürger gilt doch: Wer seine Schulden nicht mehr bedienen kann, kriegt manchmal noch eine zweite oder auch dritte "Chance" ;-) - nämlich per Umschuldung weitere Kredite aufzunehmen, um die alten Schulden abzutragen. Natürlich meistens nur dann, wenn er einen einigermaßen sicheren Job hat oder möglicherweise eine Immobilie oder ähnliches - als Sachwerte entsprechend als Sicherheiten stellen kann.
Die vierte bis fünfte "Chance" sich noch weiter zu verschulden, ergäbe ich dann vielleicht aus der Möglichkeit heraus, entsprechende "Bürgen" zu finden, die das Risiko auf sich nehmen.
Doch glasklar ist wohl - wenn der Schuldner schon nicht in der Lage war, die ersten aufgenommenen Schulden ordentlich zu bedienen, auch die zweiten, dritten, vierten, fünften weiteren Darlehen erst recht nicht mehr, wird er es wohl auch nicht ernsthaft irgendwann noch mal können, geschweige denn "wollen". War doch bisher so einfach, auf Pump... Am Ende Privatinsolvenz...Sechs Jahre oder so etwas zurück stecken und darben, danach schuldenfrei. Juchhei.
Bei Unternehmen ist es meist auch nicht großartig anders. Kredite hier, Kredite da. Je nach Unternehmensform teilweise durch Banken, Familieneigentümer oder auch Kommanditisten oder durch Aktionäre o. ä. finanziert, verbürgt - bis eben nichts mehr geht. Dann Insolvenz. Viele Schulden (ob Anleihen, Aktien, Bankschulden und sonstige Gläubiger - viele Schulden einfach weg). Okay. Neue Firma, gleiches Modell, neue Schulden - nichts dabei - juchhei...
Warum sollte es bei den Staaten eigentlich anders verlaufen?
Selbst Angela Merkel hatte vor vielen Monaten - ich meine es war so ca. in der Zeit zwischen Oktober und Dezember 2008 oder so - sinngemäß gesagt: "Es gibt das Gerücht, dass Staaten nicht bankrott gehen können. Seien Sie versichert: Dieses Gerücht stimmt nicht".
Ebenso wie viele Normalbürger, viele Unternehmen, so leihen sich die verschiedenen Staaten weltweit immer und immer wieder neues Geld um ihre alten Schulden abzutragen, statt an vernünftigen Stellen zu sparen. Nichts wird getilgt und die Zinsen wachsen den Staaten über den Kopf. Trotzdem erhalten sie nach wie vor weitere Kredite. Warum?
Weil deren größte "Sicherheit" deren "Bürgen" - nämlich die "Bürger", das Volk bzw. die Volkswirtschaft, das Bruttosozialprodukt ist - oder sagen wir besser "scheint"...
Denn all die vorgenannten "Sicherheiten" schrumpfen ja derzeit weltweit massiv.
Und wenn selbst die besten Bürgen nicht mehr zahlen können, geht am Ende auch der eine oder andere Staat in die Insolvenz. Oder? Ist halt meine naive Logik.
Warum sollte es im Großen anders laufen als im Kleinen? Wer immer wieder neue Schulden aufnehmen muss, um alte zu bezahlen oder zumindest noch von den neuen Schulden die Zinsen der alten Schulden zu bezahlen, ohne die eigentliche Schuld zu tilgen bzw. jemals tilgen zu können, der ist nach meiner Auffassung einfach mal "pleite".
Außer vielleicht, dass manche Länder oder Staaten sich im Zweifelsfalle selbst Geld drucken können, was der normale Bürger und Unternehmen eben nicht können bzw. nicht dürfen...
Aber diese "Gelddruckerei" geht meistens auch nicht lange gut. Irgendwann ist einfach Ende im Gelände. Im schlimmsten Falle eben nach der Deflation und späterer Stagflation dann die Inflation und Hyperinflation.
Aktuell gerade mal Dubai - aber nicht zu vergessen Griechenland, Großbritannien, Irland, Island, Spanien, viele Ostblockstaaten, die auf der Kippe stehen. Und wie "gut" im Vergleich dazu noch Deutschland, Frankreich, die USA wirklich stehen - keine Ahnung.
Ich hatte bereits in irgendeinem Posting vor längerer Zeit mal den Verdacht geäußert:
"Die Welt ist pleite".
Dieser Verdacht hat sich dieser Tage extrem verhärtet.
Bin mal sehr gespannt, wie die Welt ohne eine Art "Weltinsolvenz" wieder raus aus dieser Schuldenfalle kommen will.
Kann mir persönlich jedenfalls kaum vorstellen, dass dieses "gerecht", "ehrlich" und "fair" zugehen wird.
Meine Erfahrung mit vielen "Schuldnern" (nicht mit allen natürlich!) - auch aus Erzählungen anderer - ist jedenfalls die, dass selbst, wenn die Schuldner irgendwann mal tatsächlich zu Geld kommen, sie dennoch "einen Teufel tun", ihre Schulden zu bezahlen... Im Gegenteil: Sie lassen sich 1000 Tricks einfallen, um diese Schulden NICHT zurück zu zahlen - und machen lieber an anderer Stelle neue Schulden...brrrrr...
So ist meine "Schuldenphilosophie": Wer seine Schulden nicht im Griff hat - egal, ob einfacher Bürger, Unternehmen, Staat - der ist irgendwann mal pleite.
Aber, wer weiß, vielleicht werde ich ja von dem echten Drang zur Minimierung von Schulden und Schuldentilgung der Staaten und Länder weltweit am Ende noch positiv überrascht :-)
Fröhlichen 1. Advent
Kosto
