von 8000 (mit dem Zusatz, dass auch 8500 nicht ausgeschlossen seien) mit den Prognosen der nachstehenden 36 Analysten und vor allem mit denen der Weltuntergangsheuler:
22. Dezember 2007, 15:26 Uhr Von Holger Zschäpitz
Fehlprognosen 2007
Analysten liegen beim Dax völlig daneben
Analysten eilt der Ruf voraus, zu optimistisch zu sein. Aber kein einziger Finanzprofi hat den Anstieg des Börsenindex’ Dax über 8000 Punkte vorausgesagt. WELT ONLINE analysiert, warum die Profis versagt haben. Und natürlich geben wir Betroffenen die Chance zur Selbstverteidigung.
Foto: OkapiaWie ein Blick in die Glaskugel: Kein Analyst hat laut einer Umfrage von WELT ONLINE den Dax zum Jahresende 2007 über 8000 Punkte gesehen
Der gemeine Analyst gilt als zu optimistisch. Schließlich wolle er das Geschäft seines Arbeitgebers nicht durch zu negative Vorhersagen verderben, heißt es oft. Doch bei den Dax-Prognosen muss mit dieser Legende aufgeräumt werden. Nach einer Analyse von WELT ONLINE lagen die Bankenprofis in diesem Jahr mit ihren Schätzungen deutlich zu niedrig – und das nun schon zum vierten Mal in Folge. UMFRAGE.Umfrage
Wahrsagen Sie den Dax: Wo wird der deutsche Leitindex an der Börse Ende 2008 stehen?
Unter 8000 Punkte
Über 8000 Punkte
Über 8500 Punkte
Über 9000 Punkte
Über 9500 Punkte
Über 10.000 Punkte
Über 11.000 Punkte
abstimmen Ergebnis
21% Unter 8000 Punkte
16% Über 8000 Punkte
26% Über 8500 Punkte
10% Über 9000 Punkte
12% Über 9500 Punkte
10% Über 10.000 Punkte
5% Über 11.000 Punkte
Aktuell: 73 Stimmen Im Schnitt rechneten die 36 von WELT ONLINE vor einem Jahr befragten Strategen zum Jahresende 2007 mit einem Dax-Stand von 7032 Punkten. Die Realität sieht gänzlich anders aus. Gestern übersprang das deutsche Kursbarometer erneut die 8000-Punkte-Marke. Im Handelsverlauf stieg der Index sogar bis auf 8015 Zähler nach oben und war damit noch nicht einmal mehr 100 Punkte von seinem im Juli markierten Rekordhoch entfernt. Damit klaffen zwischen Prognose und Istzustand ganze zwölf Prozent, und daran dürfte sich bis Silvester voraussichtlich wenig ändern.
Kein einziger der 36 Kapitalmarktbeobachter hielt vor zwölf Monaten die 8000 Punkte beim Dax für möglich. Am besten schnitt noch Lehman-Brothers-Mann Ian Scott ab. Der Londoner Stratege traute dem deutschen Leitindex vor Jahresfrist einen Anstieg auf 7450 Punkte zu. Damit war er freilich immer noch acht Prozent zu pessimistisch. Noch nicht einmal die Kurs belastende amerikanische Hypothekenkrise, die im Übrigen auch kein Profi vorhergesehen hatte, konnte die Experten mit ihren pessimistischen Vorhersagen retten. Besonders weit daneben griffen die Strategen der Helaba, die einen Sturz auf 6000 Zähler vorhersagten. Auch die Profis der amerikanischen Investmentbank JP Morgan bekleckerten sich mit ihrer Dax-Prognose von 6100 Punkten nicht eben mit Ruhm.
Zutreffende Prognose so wahrscheinlich wie ein Sechser beim Würfeln
Die diesjährige Fehlprognose passt in die Gesamtstatistik. In den vergangenen zwölf Jahren lagen die Strategen mit ihren Dax-Vorhersagen nur zwei Mal richtig. Das entspricht der gleichen Wahrscheinlichkeit, wie beim Würfelspiel eine Sechs zu bekommen – wohlgemerkt bei einem Versuch. Dabei zeichnete sich die diesjährige Blamage schon früh ab. Bereits nach eineinhalb Monaten hatte der Dax das Niveau für das Jahresende übersprungen, sodass sich die ersten Analysten im Februar gezwungen sahen, ihre Prognosen an die Realität nach oben anzupassen. Foto: DW Infografik
Grafik: Wahrsagerei der Analysten und Wahrheit im Dax seit 1996Mehrere Aspekte waren für das Versagen der Profis verantwortlich. Der erste ist rein technischer Natur. So erstellen die meisten Strategen ihre Prognosen für das Folgejahr bereits Ende November. Da der Dax im Dezember 2006 aber bereits über fünf Prozent zulegte, war ein Gutteil der für 2007 erwarteten Kursperformance bereits vorweggenommen. Noch gewichtiger war jedoch der Umstand, dass die Experten zum wiederholten Male die Kräfte der Globalisierung unterschätzten – und das in zweierlei Hinsicht. Aufgrund der starken Weltkonjunktur lag die Nachfrage nach deutschen Produkten deutlich über den Erwartungen. Gleichzeitig konnten die deutschen Konzernlenker etwa durch Produktionsauslagerungen in Billiglohnländer die Kosten weiter drastisch senken. Weiterführende links
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„Wir haben die daraus resultierende Gewinndynamik für die hiesigen Konzerne völlig unterschätzt“, sagt Markus Reinwand, Stratege der Helaba in Frankfurt. „In diesem Konjunkturzyklus steigen die Unternehmenserträge viel länger und kräftiger als dies sonst üblich war.“
Die Strategen hatten für dieses Jahr den Dax-Konzernen lediglich einstellige Gewinnzuwächse zugetraut. Am Ende dürfte – der amerikanischen Hypothekenkrise zum Trotz – ein Ertragszuwachs von über 20 Prozent herauskommen.
„Die Dax-Konzerne bieten mit ihren Maschinen, Ausrüstungen und Autos genau das an, was die boomenden Schwellenländer nachfragen“, erklärt Andreas Hürkamp, Stratege bei der Commerzbank, diese Entwicklung. Andere Länder und deren Indizes hätten in diesem Jahr längst nicht so glänzen können wie der Dax. Zugutegekommen sei dem deutschen Markt auch der Umstand, dass die Finanzwerte ein nicht so starkes Gewicht wie etwa in der Schweiz oder Großbritannien einnehmen. Und der Dax sei mit dem Branchenprimus Deutsche Bank noch relativ glimpflich davongekommen. Schlagworte
Börsen-Bericht Dax Fehlprognose Analysten Wahrsagerei Seit Jahresanfang hat der hiesige Leitindex 21 Prozent zugelegt – so viel wie kein anderer Index der westlichen Welt. Der französische Index CAC-40 liegt in diesem Jahr gerade einmal ein Prozent im Plus, der EuroStoxx-50 bescheidene sechs Prozent. In Übersee notiert der Dow Jones auf Euro-Basis gerade einmal auf Vorjahresniveau, der Nikkei steht sogar 15 Prozent in der Kreide.