04.11.2009 18:12
E.ON spricht mit Konsortium über Netzverkauf - Kreise
DJ E.ON spricht mit Konsortium über Netzverkauf - Kreise
FRANKFURT (Dow Jones)--Ein Konsortium aus Goldman Sachs sowie Töchtern der Allianz und der Deutschen Bank (RREEF) befindet sich laut Kreisen in fortgeschrittenen Verhandlungen mit E.ON über den Erwerb des Netzes des Düsseldorfer Energiekonzerns. Die E.ON AG ist laut Informationen von Dow Jones TradeNews Energy jedoch noch nicht so weit, den konkreten Verkaufsprozess einzuleiten.
Die Zuordnung von Personal und Sachwerten zu der inzwischen als Transpower Stromübertragungs GmbH firmierenden Stromnetzsparte sei wohl nicht so weit gediehen, dass ein virtueller Datenraum für potenzielle Käufer eingerichtet werden könne, sagte eine mit der Situation vertraute Person. Ein solcher Datenraum, in dem die Betriebs- und Finanzdaten der Netzsparte für Interessenten einsehbar wären, gilt als Voraussetzung für eine fundierte Wertermittlung (Due Dilligence).
Allerdings finden bereits intensive Gespräche zwischen E.ON und dem Konsortium aus Goldman Sachs, Allianz und Deutscher Bank statt, wie aus Verhandlungskreisen verlautete. "Der konkrete Kaufpreis ist letztlich schnell zu ermitteln, sobald die noch fehlenden Daten vorliegen, wenn man sich über die Bewertungsgrundsätze bereits einig ist", sagte eine mit den Gesprächen vertraute Person.
Das Konsortium aus Goldman Sachs sowie Töchtern der Allianz und der Deutschen Bank hat sich bereits als Bieter für das deutsche Übertragungsnetz der Vattenfall Europe durchgesetzt, wie aus Verhandlungskreisen verlautete.
Am Montag hatte der Aufsichtsrat von Vattenfall laut Kreisen bereits den formellen Beschluss getroffen, sein deutsches Stromnetz zu verkaufen. Das Gremium habe nicht konkret den Verkauf an besagtes Konsortium beschlossen. Doch das dürfte, so die Kreise, kaum mehr als eine Formsache sein, da die Rahmenbedingungen des Gebotes - wie der Kaufpreis von rund 500 Mio EUR und die künftige Investitionsplanung - bereits recht detailliert vom Aufsichtsrat abgesegnet worden seien. Vattenfall und die Käufergemeinschaft werden den Informanten zufolge noch an den Vertragsdetails feilen, bis dann wohl noch im Laufe des Jahres die Unterschriften unter den Kaufvertrag gesetzt werden.
Vor diesem Hintergrund habe das Konsortium gute Chancen, auch beim E.ON-Netz zum Zuge zu kommen. Als Erwerber des ersten der vier großen Übertragungsnetze verfüge das Konsortium aus Goldman Sachs, Allianz und Deutscher Bank über einen erheblichen Vorteil gegenüber anderen Interessenten.
"Der Betrieb eines kleinen Netzes alleine ergibt keinen Sinn", sagte eine Person aus dem Konsortialkreis. Strategisch sinnvoll sei nur, wenn mehrere Netze - am besten alle - erworben würden, da sich dann Synergien heben ließen. Zum Verkauf steht derzeit nur noch das Stromnetz von E.ON, was einer Auflage der Europäischen Kommission geschuldet ist. RWE und EnBW haben noch keine Anstalten gemacht, ihre Stromnetze zum Verkauf zu stellen.
Besagte Betreibervorteile lägen vor allem in der gemeinsamen Netzregelung, aber auch in Skaleneffekten bei Investitionen, Wartung und Betrieb. Weitere Finanzinvestoren dürften also bereits dadurch abgeschreckt sein, dass der Erwerb eines einzelnen Netzes erheblich unattraktiver wäre als der Zukauf eines zweiten Netzes.
Andere Netzbetreiber könnten allerdings bei einem Kauf ebenfalls Synergien heben. So hatte auch die niederländische TenneT in der Vergangenheit ein Interesse am Netz von E.ON bekundet. Das Netz des niederländischen Betreibers verfügt über eine grenzüberschreitende Verbindung zum E.ON-Höchstspannungsnetz.
"Wir sprechen laufend mit anderen Übertragungsnetzbetreibern über Kooperationsmöglichkeiten", sagte ein Sprecher von TenneT. Dies treffe insbesondere auf benachbarte Netzbetreiber zu. Konkret zu den Verhandlungen mit E.ON über den Netzverkauf wollte der Sprecher keine Stellung nehmen.
Sprecher von E.ON, Vattenfall, Allianz, Goldman Sachs und der Deutschen Bank wollten die Verhandlungen nicht kommentieren.
Gruss
C H R I S