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Der USA Bären-Thread


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S&P 500 kein aktueller Kurs verfügbar
 
metropolis:

Kapitalerhöhungen

5
11.07.08 08:37
"Im Mai teilte Freddie Mac mit, 5,5 Mrd. $ durch die Ausgabe von Vorzugsaktien aufnehmen zu wollen. Bis jetzt allerdings hat das Unternehmen die Kapitalerhöhung nicht durchgeführt, als Termin gilt August. Fannie Mae dagegen nahm im April und Mai insgesamt 7,4 Mrd. $ auf."

Ich hab da mal ne Frage: Die Unternehmen gehen in letzter Zeit ständig davon aus, dass sie ihre Kapitalerhöhungen am Markt auch platzieren können. Ich persönlich wäre da nicht so optimistisch: Das Volk ist lernfähig. Zudem ist nicht davon auszugehen, dass die US-Regierung erlauben wird dass die "dummen" Araber/Chinesen mit ins Boot geholt werden dürfen. Denn damit wäre Joe Sixpacks Heim in arabischer Hand - 9/11 auf die sanfte Tour.  
Antworten
Nörgeli:

US-Regierung entwirft Notrettungsplan für Hypothek

 
11.07.08 09:08
Hypothekenfinanzierer in der Mega-Krise: Pleitegerüchte haben die Kurse der beiden Marktgiganten Fannie Mae und Freddie Mac abstürzen lassen. Jetzt bereitet sich die US-Regierung darauf vor, die beiden angeschlagenen Unternehmen zu retten - durch ein Notgesetz oder sogar eine Übernahme.

New York - Alarmstimmung in der US-Regierung: Eine Sprecherin des Weißen Hauses hat mitgeteilt, dass ein Rettungsgesetz für die beiden Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac vorbereitet wird. Ziel sei, den Märkten Vertrauen einzuflößen angesichts von Spekulationen über eine drohende Pleite beider Unternehmen. Regierungsvertreter denken laut "New York Times" sogar über einen Plan nach, wie der Staat eins oder beide Institute übernehmen könnte, wenn sich ihre Situation verschlimmert. Es handle sich dabei aber um reine Vorsorge-Überlegungen, betonten die Beamten. Die Finanzierer seien aktuell nicht in einer Krisensituation.


Hauptquartier von Fannie Mae in Washington: Zwischenzeitlich verlor der Aktienkrus um über 30 Prozent
Zuvor waren die Aktienkurse von Freddie Mac Chart zeigen und Fannie Mae abgestürzt, nachdem der ehemalige Fed-Gouverneur William Poole die beiden Konzerne in einem Bloomberg-Interview als faktisch insolvent bezeichnet hatte. Freddie Mac wies die Gerüchte zurück. Auch die Aufsichtsbehörde für Hypothekenfinanzierer Ofheo teilte mit, die beiden Verleiher verfügten über ausreichend Kapital, um ihre Aufgabe zu erfüllen. Nach den beruhigenden Worten aus dem Weißen Haus und den Beteuerungen der Aufsichtsbehörde reduzierten sich die Verluste auf rund 22 beziehungsweise 14 Prozent.

Dies kann allerdings über die tiefen Probleme der beiden Kreditfinanzierer nicht hinwegtäuschen. Anfang der Woche hatte eine Studie der Investmentbank Lehman Brothers die Kurse schon einmal zum Abstürzen gebracht: Ihren Schätzungen zufolge brauchen beide Firmen Finanzspritzen von insgesamt 75 Milliarden Dollar.

Seit im vergangenem Sommer die Kreditkrise ausbrach, haben Fannie Mae und Freddie Mac gemeinsam bereits elf Milliarden Dollar Verluste hinnehmen müssen. Investoren gehen schon länger davon aus, dass die US-Regierung einen Zusammenbruch der beiden Institute nicht zulassen wird - denn dann würde ein Kollaps des US-Immobilienmarktes drohen. Die beiden Unternehmen halten oder garantieren mehr als 75 Prozent aller Kredite auf Einfamilienhäuser in den USA.

Fannie Mae und Freddie Mac befinden sich zwar in Privatbesitz, aber wegen enger Verzahnung mit der Politik erwarten die Finanzmärkte stillschweigend, dass der Staat letztlich für die Schulden der beiden weitgehend geradestehen wird. Wie dabei die Aktionäre wegkommen würden, ist offen.

Bernanke plädiert für umfassende Banksektor-Reform

Der Kurssturz bei den beiden Hypothekenfinanzierern war nicht das einzige Anzeichen an der Wall Street, dass die Finanzkrise mit voller Wucht zurückkehrt. Die viertgrößte Bank Wachovia Chart zeigen schockte die Anleger mit der Nachricht, dass sie einen Quartalsverlust infolge der Finanzkrise von rund 2,8 Milliarden Dollar erwartet. Der Kurs brach darauf hin um 8,1 Prozent ein (mehr...). Außerdem gab es Gerüchte über neue Probleme bei Lehman Brothers Chart zeigen - die Papiere der Investmentbenk verloren daraufhin rund 12 Prozent an Wert.

Auch in der Regierung und der US-Notenbank Fed ist man sich bewusst, dass die Kreditkrise noch lange nicht vorbei ist. Fed-Chef Ben Bernanke und Finanzminister Henry Paulson warben am Donnerstag vor Abgeordneten des US-Kongresses für eine umfassende und langfristig ausgerichtete Reform der Banken- und Finanzaufsicht, damit sich die jüngste Kreditkrise nicht wiederholt. Zudem müsse die restliche Volkswirtschaft künftig besser vor Fehlentwicklungen in der Finanzwelt geschützt werden.

MEHR ÜBER...
Fannie Mae Freddie Mac Fed Henry Paulson
zu SPIEGEL WISSEN
Die Beinahepleite und anschließende Notrettung der Investmentbank Bear Stearns Chart zeigen habe gezeigt, wie überholt das jetzige System der Finanzaufsicht in den USA sei, warnte Paulson. "Wir müssen schneller damit vorankommen, unseren Regulierungsrahmen zu erneuern und sowohl die Aufsicht als auch die Disziplin am Markt zu verbessern", sagte der Minister vor dem Hausfinanzierungsausschuss im Kongress. Bernanke nannte vor allem Investmentbanken und andere Wertpapierhändler, die langfristig gesehen strenger reguliert werden müssten. Beide Spitzenpolitiker räumten allerdings ein, dass angesichts der US-Präsidentenwahl im November wohl erst im nächsten Jahr mit einer umfassenden Reform zu rechnen sei.

Die Wall Street scheint sich an die turbulenten Zeiten der Finanzkrise aber scheinbar gewöhnt zu haben. Trotz der Krise der Hypothekenfinanzierer schloss die NYSE im Plus. Der Dow Jones Chart zeigen stieg um 0,73 Prozent auf 11.229,02 Punkte. Der S&P 500 gewann 0,70 Prozent auf 1253,39 Punkte. Der Nasdaq Composite Chart zeigen legte um 1,03 Prozent zu auf 2257,85 Punkte. Einer der Hauptgründe: Der größte US-Konzern Dow Chemical Chart zeigen will den Konkurrenten Rohm & Haas übernehmen - für 19 Milliarden Dollar.
Ich bab`s ja gewußt! Warum hab ich nur nicht danach gehandelt?
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Anti Lemming:

Fannie+Freddie kippen, und der Markt ignoriert es?

12
11.07.08 09:13
Schon seltsam, findet auch Jim Cramer - der unten zur Abwechslung mal was Vernünftiges schreibt.

Ich selber vermute, dass das PPT gestern durch massive Futureskäufe den Durchmarsch nach unten gestoppt hat. Wenn die Börsenwerte von Fannie und Freddie um 15 bzw. 30 % fallen, ist schlicht gesagt, die Kacke am Dampfen - die 12 % Minus bei Lehman (die nächste "Bear Stearns"?), 11 % Minus bei Washington Mutual, 8 % Minus bei Wachovia (viertgrößte US-Bank) und 8 % MInus bei AIG (größter US-Versicherer) noch gar nicht eingerechnet.

Die Gefahr ist, dass bei einem Bruch der aktuellen Unterstützungen (ca. 1240 im SPX) die US-Indizes buchstäblich ins Bodenlose fallen - das weiß natürlich auch das PPT. Cramers Sinnieren darüber, dass der Markt die Problem in "irrationaler Weise" ignoriert, beschreibt das Geschehen daher womöglich nicht zutreffend. Man könnte treffender umgekehrt sagen, dass das PPT einen dem Zusammenbruch geweihten Markt in irrationaler Weise zu stützen versucht - getreu der Devise, dass eine Lüge (z. B. Arbeitlosen- und Inflationszahlen) nur dreist genug sein muss, um allgemein geglaubt zu werden.

Meine Erwartung: Fallen die nächsten Unterstützungen, geht es in USA crashartig nach unten.



Jim Cramer Blog
Fannie Fades, and the Market Shrugs?
By Jim Cramer
Street.com Columnist
7/10/2008 5:14 PM EDT


Seems random to me. The whole market seems random. You have two large-cap stocks, Fannie Mae (FNM) and Freddie Mac (FRE), literally disappearing before our eyes.

These aren't Bear Stearns, forced merged into another entity. These are not MBIA (MBI) and Ambac (ABK) , wherever the heck those private insurers are going. They are not PMI (PMI) and MGIC Investment (MTG) -- the latter pretty much destroyed today by the ratings downgrade, and therefore useless to Fannie and Freddie as guarantors. These were important companies but not one-one-hundredth as important as Fannie Mae. Make it one-thousandth.

Fannie and Freddie are core holdings of the nation not just mutual funds. The idea that they could be operating as cabinet positions or in receivership is just incredible.

These are serious holdings for serious people, and I can't recall a government takeover of a company like what's coming here. Ever. It's monumental. For the market to shrug off these declines like this seems kind of irrational frankly.

Now, there is a possibility that the market is yawning because it choked on Fannie nand Freddie yesterday. There is also a possibility that, given where their debt is trading, the market is saying, "The heck with the common stocks, the implicit guarantee is alive and well" and that's all that matters. I like that explanation, but again the action seems random given the capital devastation, endless capital devastation.

Then you have the huge jump in oil. Don't we go down when oil gushes up? Not today. Weird.
[WTI ist gerade auf 143 Dollar gestiegen - A.L.]

Maybe the market is excited about the Rohm & Haas (ROH) bid, but that, to me, was just irrationality from a company, Dow Chemical (DOW), that should be more worried about its raw costs than it is. The company should have just boosted its dividend and bought a natural gas company!

I don't know. I don't think the financials matter as much as they used to, but this screen of mine says the following:

   * Fannie and Freddie are going to be government agencies, not government-sponsored enterprises, not run for profit;

   * Lehman (LEH) is a takeunder if it's lucky -- Dougie Kass signaled the other day that Lehman CEO Dick Fuld should be buying stock and I said same today on Stop Trading!;

   * AIG (AIG) is a no bottom soon to be teenage stock that still doesn't know its exposure and will have to cut its dividend;

   * Wachovia (WB) will be splitting into a good and bad bank, and you can buy both in single digits; and

   * Bank of America (BAC) CEO Ken Lewis is living in 2001.

All of these companies can be solvent except for Fannie and Freddie. So maybe that's a reason to rejoice and not send the market down huge. But they sure aren't being reflected in today's mildly positive action.
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metropolis:

Warum es nicht ewig Kapitalerhöhungen geben

7
11.07.08 09:18
wird: Wie gesagt, das Volk ist lernfähig: Wenn ich heute neue Aktien für 5$ erwerben kann und morgen dieselben Aktien bei 3$ stehen - und das immer und immer wieder - werde ich bei der nächsten Aktion nicht mehr zugreifen. Der Problem ist nämlich: Die Kaptialerhöhung findet wohlgemerkt nicht statt um Wachstum zu finanzieren - was vielleicht ein Anreiz wäre zuzugreifen - sondern nur um Löcher in der Bilanz zu stopfen. Die Aktiva bleiben jedoch vorher und nachher dieselben, d.h. hier wird einfach versucht, mit nichts Geld zu drucken. Dass das in die Hose gehen muss ist doch klar.

Nur leider existieren ausser Kapitalerhöhung und Anleiheausgabe (wäre nicht finanzierbar, da zu teurer bei BBB-Ranking) keine Mechanismen zur Kapitalbeschaffung. Freddie und Fannie spielen da eine Sonderrolle: Durch ihre schiere Größe sind sie in der Lage, die US-Bürger kalt zu enteignen, quasi ein Zwangs-Soli, wenn der Staat unbegrenzt haftet. Meines Wissens ein einmaliger Vorgang in der Geschichte des US-Kapitalismus.  
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Malko07:

#24578: Ich finde die

4
11.07.08 09:23
Verschwörungsvermutungen unlogisch. Es wäre nämlich billiger gewesen die beiden FM's zu stützen. Es ist auch nicht verwunderlich, dass sich die Sektoren außerhalb des Finanzsektors akzeptabel geschlagen haben. Es ist doch seit Bear Stearns bekannt, dass die US-Administration keinen großen Finanzkonzern hops gehen lässt. Da werden doch immer Lösungen gefunden, egal wie teuer. Damit ist ein abruptes Ausbreiten der Finanzkrise in die "reale" Wirtschaft ausgeschlossen und alles geht seinen geordneten Gang nach Süden. Und dieser verlief nie und wird auch diesmal nicht geradlinig verlaufen. Es gibt immer wieder Zwischenerholungen, besonders nach einem großen Verkaufstag. Sollte der Staat die FM's übernehmen, sind die automatisch wieder erstklassisch bewertet und negative Sekundäreffekte ausgeschlossen. Was will man mehr. Wäre doch ein "Fortschritt".
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Malko07:

Es wird mMn zu einer

8
11.07.08 09:29
zwangsweisen Übernahme von Fannie und Freddie durch den Staat kommen. Mit der "faktischen" Pleiteerklärung sind sie verbrannt und sind chancenlos bei weiteren Kapitalmaßnahmen. Eine typische selbsterfüllende Prophezeiung.
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Malko07:

DBK hatte zu wenig Power ...

11
11.07.08 09:38

BANKEN-POKER

Crédit Mutuel kauft deutsche Citibank

Die Deutsche Bank geht leer aus: Im Rennen um die Übernahme der Citibank macht Crédit Mutuel das Rennen. Die Franzosen übernehmen das deutsche Privatkundengeschäft der angeschlagenen Citigroup für 4,9 Milliarden Euro.

Der USA Bären-Thread 4492388

Fankfurt am Main - Es war ein Kopf-an-Kopf-Rennen: Zeitungsberichten zufolge sollen die Deutsche Bank und die Crédit Mutuel ähnliche Summen für die Citibank geboten haben. Andere Bieter wie die spanische Santander-Bank und die Commerzbank waren Kreisen zufolge schon vorher ausgeschieden.

Nun hat also die französische Genossenschaftsbank das Rennen gemacht. Damit kann das Geldinstitut groß in den deutschen Markt einsteigen. Der Verkauf soll im vierten Quartal 2008 abgeschlossen werden.

Für die Deutsche Bank ist das ein harter Schlag. Deutschlands größtes Geldinstitut hätte mithilfe des Privatkundengeschäfts der Citibank die jüngst gekaufte Massenmarke Norsibank deutlich ausbauen können. Die Citibank hat etwa 3,3 Millionen Kunden und 340 Filialen, sie ist Marktführer in Deutschland bei Konsumentenkrediten. Die Citibank erzielte 2007 einen Gewinn nach Steuern in Höhe von 365 Millionen Euro.

ase/dpa


Damit kriegen die Citi-Kunden in Deutschland eine gesunde Mutter und können ruhiger schlafen.

 

Antworten
Anti Lemming:

10 % des US-BIP gehen für den Bailout drauf

9
11.07.08 09:38
Wir müssen uns mal genau ansehen, was das WSJ (oben, Posting von Kicky) schreibt:

But should a protracted recession cause Fannie and Freddie to buckle, the U.S. rating would be in danger. The cost to the U.S. government in such a scenario would be as much as 10% of gross domestic product. The maximum potential cost of aiding the broker dealers during a prolonged economic downturn would be below 3%, S&P analysts found.

Da steht: Das Auffangen von Fannie und Freddie verschlingt 10 % des US-BIPs. Das US-Wachstum würde damit langfristig auf unter 3 % fallen, meinen S&P-Analysten. Die gehen aber ohnehin von zu hohen Wachstumswerten aus, so dass realistischer langfristiges Nullwachstum vorhergesagt werden sollte.

Last not least verlieren dann US-Staatsanleihen ihr AAA-Rating. Dann dürfte auch der Dollar weiter abstürzen.

All dies muss man im Kontext sehen, dass der Bailout für Fannie und Freddie bereits als Fakt einzustufen ist (Malko in # 24581).
Antworten
Anti Lemming:

Die US-Verschuldung würde sich damit verdoppeln

3
11.07.08 10:14
schreibt Marketwatch:

www.marketwatch.com/news/story/...=bigcharts&symb=FNM&sid=1899

The [New York] Times said the administration also considered calling for legislation that provide an explicit government guarantee on the $5 trillion of debt owned or guaranteed by Fannie and Freddie. Such a move was seen as an unattractive option, however, because it would double the size of the public debt.

Man bedenke: Die 5 Billionen Dollar (5.000 Milliarden), die bei Fannie und Freddie ausstehen bzw. für die sie garantieren, ist das 4-fache der gesamten US-Schulden Chinas (China hat nicht nur Dollar-Guthaben).

Verdoppelt sich die US-Staatsverschuldung durch den Bailout, so würden auch die Dollar-Guthaben der Chinesen an Wert einbüßen - vor allem wenn dann das vom WSJ befürchtete Rating-Downgrade kommt und USA das AAA-Rating verliert.



Anmerkung: 5 trillion (amerikanisch) = 5 Billionen (deutsch) = 5.000 Milliarden (deutsch)
Antworten
relaxed:

#24584 Ist es wirklich so einfach?

3
11.07.08 10:21
Kann man die "$5 trillion of debt owned or guaranteed..." mit Staatsschulden gleichsetzen?

Doch wohl nur, wenn sie wirklich ausfallen.
Antworten
Anti Lemming:

relaxed - Risiken und Zuständigkeiten

3
11.07.08 10:37
Zurzeit halten bzw. garantieren Fannie und Freddie diese 5 Billionen an Schulden, der Staat hat nur indirekt damit zu tun, da er für Fannie und Freddie bürgt (halbstaatliche Konstruktion).

Springt der Staat jedoch mit einem Bailout (Verstaatlichung) ein, nimmt er die Schulden sozusagen "in seine Bücher". Die US-Staatsverschuldung würde sich damit verdoppeln, das AAA-Rating der USA wäre gefährdet.

Daher auch die Zögerlichkeit der US-Politiker, die Bailout-Regelung im Senat zu beschließen (siehe Link in # 24584). Es wird an Krückenkonstruktionen gebastelt, bei denen der Staat zwar Fannie und Freddie übernimmt, die Schulden hingegen nicht. Wahrscheinlich wird Paulson dazu in die Wand des US-Kongresses ein neues TOUGH-Fenster einbauen lassen.
Antworten
relaxed:

AL, das mit dem Rating ist klar.

2
11.07.08 10:52
Die Frage ist auf die Formulierung bezogen. Was ist mit "debt guaranteed by F&F" gemeint? Ist der "Garantiefall" denn schon eingetroffen oder wird ein "worst case" Szenario gespielt?

"Staatsschulden" ist gemeinhin Geld, das der Staat ausgegeben hat und irgendwann zurückzahlen muss. Eine Garantie für Schulden greift doch erst, wenn der eigentliche Schuldner zahlungsunfähig ist. Ist das bei den 5 Billionen schon der Fall oder besteht nur die Wahrscheinlichkeit, dass ...  
Antworten
Anti Lemming:

Schulden und Bürgschaften

5
11.07.08 10:54
Wenn ich Malko 10.000 Euro schulde und Du bürgst dafür, passiert zunächst mal nichts. Melde ich jedoch "persönliche Insolvenz" an, dann greift die Bürgschuft und DU schuldest nun Malko die 10.000 Euro, während ich mich mit dem Geld nach Kuba davonmache.
Antworten
relaxed:

#24587 Nehmen wir die 5 Billionen und eine

2
11.07.08 10:56
mittlere Mortgage von 200000 US$, dann entspricht das 25 Millionen Totalausfällen. Ist das realistisch?
Antworten
Anti Lemming:

Im selben Sinne

5
11.07.08 10:58
sind Fannie und Freddie zurzeit noch hochverschuldete Privat-Firmen (AGs), für deren Schulden der Staat im Ernstfall garantiert. (Für die Aktionäre garantiert niemand, sie gehen bei einer Pleite leer aus.)

Gehen Fannie und Freddie nun pleite, greift dieaw Bürgschaft und der Staat bekommt die 5 Billionen "in seine Bücher". Weitere Verluste trägt dann der Steuerzahler (wie bei der IKB).
Antworten
relaxed:

#24588 In dem Fall halte ich mich jedoch an

3
11.07.08 10:59
deinem Eigenheim schadlos. ;-)
Antworten
relaxed:

#24589 Oder anders ausgedrückt,

5
11.07.08 11:04
sitzt in diesem Fall der Staat nicht auf 25 Millionen Eigenheimen, was einer Verstaatlichung des Wohneigentums gleichkäme?
Antworten
Anti Lemming:

relaxed - # 24587

7
11.07.08 11:09
Die Schulden sind die "Assets" von Fannie und Freddie, also Rückzahlungsversprechungen von zig-tausend Häuslebauern. Die Raten für diese Rückzahlungen fielen in letzter Zeit immer häufiger aus, so dass Fannie und Freddie kaum noch Rücklagen haben, dies ist der Grund für die Probleme der beiden.

Im Pleitefall von Fannie/Freddie übernimmt der Staat diese Assets. Die Ansprüche, die Fannie und Freddie gebenüber den Häuslebauern haben, gehen dann auf den Staat über. Das Geld ist aber bereits ausgegeben und lediglich ein (fiktiver) Anspruch, der teils zurückgezahlt wird, teils nicht. Du hebst immer auf den AUSFALL dieser Schulden an, also auf den Teil, der nicht eintreibbar ist. "Buchhalterisch" ist der Vorgang aber so, als würde der Staat die 5 Billionen neu verleihen.
Antworten
relaxed:

#24593 Ich denke, dass die finanzielle "Brisanz"

6
11.07.08 11:28
gegeben ist, jedoch auch vorgeschoben wird. Denn die politische "Brisanz" ist ebenso groß. Der Staat als größter Eigentümer am amerikanischen Wohnraum würde das amerikanische Staatsverständnis wandeln und auf andere Themen, wo wohl mehr "Staat" angebracht sein könnte, ausstrahlen.

Deshalb diese "Mauschelei", wie kann der Staat eingreifen ohne einen Schritt in Richtung "Sozialstaat" zu tun.
Antworten
Anti Lemming:

Stimmt Relaxed

5
11.07.08 11:33
dann wohnen alle Amerikaner in von den Chinesen finanzierten "Genossenschaftswohnungen".
Antworten
Anti Lemming:

...was die Rückzahlungs-Moral

5
11.07.08 11:35
im Zweifel auch nicht nach oben bringt.

DDR-Mentalität: "Der Staat hat selbst schuld, wenn er mir keine Arbeit gibt."

US-Mentalität: "Wenn der Staat solche Verschuldungsabenteuer zulässt, dann soll er gefälligst selber dafür geradestehen."
Antworten
metropolis:

Nochmal #24578: Der Markt ignoriert FM-Pleite?

11
11.07.08 11:43
Ich stimme absolut mit Cramer überein (ist ja selten genug): Bei den FMs handelt es sich um bislang mündelsichere Core-Investments des US-Wirtschaftssystems. Wenn die pleite gehen ist das quasi der GAU (ich sage nicht Super-GAU, um mich 2009 noch steigern zu können ;-)), da das schlimme Folgen hat. 50% aller Hypos laufen über die beiden. Bei einer Pleite sind sie natürlich nicht mehr in der Lage, Hypos zu vergeben. Also müssen theoretisch 50% aller Bauvorhaben und 50% aller Hausverkäufe gecancelt werden!! Was das für die Baubranche und den Häusermarkt bedeutet brauche ich wohl nicht zu erläutern.

Die Frage ist nun: Warum scheint der Markt die Pleiten zu ignorieren, ja er steigt sogar? Als Marktpsychologe interessiert mich das sehr, weil sich damit der Weg des Marktes in den nächsten Wochen vorhersagen ließe.

Erklärungsansätze:

1) Der Markt glaubt nicht an eine Pleite bzw. geht von einem Bailout aus. In diesem Fall ist aber anzumerken, dass die FMs bislang als quasi mündelsicher galten. Ihr Kurssturz wirkt verheerend auf die vielen konservativen 401k-Depots, d.h. die Fondsmanager geraten jetzt unter extremen Stress (im Falle eines Bailouts sind die Aktien wertlos). Ein Fünkchen kann nun das Fass zum explodieren bringen.

2) Der Markt ist bereits komplett ausgebombt und reagiert jetzt teilnahmslos. In diesem Fall dürfte der Markt einen Boden gefunden haben, da mit schlimmeren Nachrichten nicht mehr zu rechnen ist, zumindest nicht mehr diesen Sommer. Was Schlimmeres als die FM-Pleiten ist zur Zeit nämlich nicht in Sicht.

ME befinden wir uns in Situation 1, daher schrieb ich auch gestern, dass mein "Zeh jucke". Diese Tage kommen mir vor wie der Tanz auf dem Vulkan. Es kann gut gehen, aber wird es wahrscheinlich nicht... Die nächsten Tage sind entscheidend.

 
Antworten
Malko07:

relaxed, ich gebe Dir

7
11.07.08 11:45
meine Kontonummer bekannt und erwarte prompte Zahlung. Sonst verlange ich die Verstaatlichung.  ;o)

Neben dem großen Staatsbesitz an Wohnungen werden ja noch alle Banken verstaatlicht. Wäre das nicht auch eine Lösung für die US-Autoindustrie? Sozialismus durch die Hintertür. Stalin wagte nicht davon zu träumen.
Antworten
Anti Lemming:

Metro - Steigerung

5
11.07.08 11:52
"Was Schlimmeres als die FM-Pleiten ist zur Zeit nämlich nicht in Sicht."

Eine Lehman-Pleite wäre evtl. noch schlimmer: Nicht weil Lehman eine so große Nummer im US-Finanzsystem ist, sondern weil dann wieder - wie bei Bear Stearns - der Derivate-Markt (CDS) ins Wanken gerät.

Wird es wieder gelingen, Lehman irgendwo "unterzugbringen"? Vielleicht bei Merrill? Und später Lehman und Merrill im Paket bei Goldman-Sachs, wobei AIG als Treuerabatt obendrauf gelegt wird?

Die 5 Billionen von FNM/FRE sind zwar viel Geld. Weltweit stehen aber Derivate im Underlying Value vom 10-fachen des Welt-BIPs aus. Das ist noch zwei Nummern größer.
Antworten
Malko07:

Raiffeisen-Kassen, das Modell der Zukunft.

8
11.07.08 12:05

Bankenfusion

Crédit Mutuel - Der Riese aus Frankreich

von Tobias Bayer (Frankfurt)

 

In Deutschland ist die französische Genossenschaftsbank unbekannt. Dabei betreibt sie das zweitgrößte Filialnetz des Nachbarlandes, hat eine zweistellige Eigenkapitalrendite - und einen deutschen Gründer.

Am Ende ist es für die Düsseldorfer Citibank gar kein allzu großer Kulturschock, wenn die Franzosen die neuen Herren im Hause sind. Denn Crédit Mutuel (CM) führt seine Ursprünge auf Friedrich Wilhelm Raiffeisen zurück. Der Sozialreformer aus dem rheinischen Hamm - etwa 100 Kilometer von Düsseldorf entfernt - gehörte zu den Gründern der genossenschaftlichen Bewegung und ist auch Vater der ersten CM-Bank, die in Wanzenau bei Straßburg 1882 eröffnet wurde.

Mag auch CM in Deutschland kaum bekannt sein: Die Bank hat es in sich. Sie betreibt mitsamt der auch international tätigen Geschäftsbank CIC 5148 Filialen in Frankreich. Das ist das zweitgrößte Filialnetz. 59.450 Mitarbeiter arbeiten für 14,9 Millionen Kunden, darunter 13,3 Millionen Privatleute.

Mit dem Kauf der Citibank übernimmt CM sieben Prozent des deutschen Marktes. Auf einen Schlag gewinnt die französische Genossenschaftsbank 3,3 Millionen Kunden und 340 Filialen hinzu. Das Institut spricht daher von der Schaffung eines "zweiten Heimatmarktes".

Kreditkrise gut überstanden

CM ist bei Immobilien- und bei Verbraucherkrediten in Frankreich jeweils die Nummer zwei und verbucht 470 Mrd. Euro Einlagen. Außerdem sind die Genossen der zweitgrößte Agrarfinanzierer, finanzieren den sozialen Wohnungsbau und sind stark im Geschäft mit Lebensversicherungen. Die Vermögensverwaltung ist in Luxemburg und der Schweiz angesiedelt.

Fokussiert auf den Heimatmarkt, hat CM die von den USA ausgehende Kreditkrise gut überstanden. Für 2007 wies das Institut einen Überschuss von 2,73 Mrd. Euro und ein Eigenkapital von 26,4 Mrd. Euro aus. Die Eigenkapitalrendite lag bei 11,4 Prozent. 2007 gewann das Institut 432.000 Kunden hinzu. Und Bilanzprobleme hat der genossenschaftliche Verband auch nicht: Die Kernkapitalquote liegt bei überdurchschnittlichen 9,3 Prozent.

Berühmt für das "Livret Bleu"

In Frankreich eine Institution ist das Volkssparbuch "Livret Bleu". Zählt man das "Livret A" der Sparkassen dazu, legen drei Viertel der Franzosen so ihr Erspartes an. Die Spareinlagen fließen an die staatliche Finanzierungsholding CDC, die damit Investitionsprojekte finanziert, hauptsächlich im Wohnungsbau. Die Banken erhalten eine Provision für die Ausgabe des Buchs - was über Jahrzehnte eine erträgliche Einnahmensquelle war. Bei CM beläuft sich die Livret-Depotsumme auf 52,9 Mrd. Euro.

 

Bisher durften nur CM, die Postbank und Caisse d'Epargne solche Sparbücher anbieten. Doch auf Druck der EU-Kommission machte die Nationalversammlung den Weg frei für eine Reform. Künftig darf jede Bank solche Produkte offieren. Nicht alle in Frankreich waren dafür. So fürchteten Kritiker, Privatbanken würden den Einstieg in das Geschäft nutzen, um Kunden andere Produkte anzubieten - am Ende würde Geld für den Wohnungsbau fehlen. Die Regierung ließ den Plan fallen, den Privatbanken einen Teil der Sparsumme bei fixierten Investitionszielen selbst zu überlassen. Auch künftig fließen die Einlagen an die CDC.

www.ftd.de/unternehmen/finanzdienstleister/...0Frankreich/384556.html

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