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Der USA Bären-Thread


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Malko07:

Na, wenn ihr hier erwartet, dass

6
17.04.11 09:34
Staatsanleihen rund um den Globus hops gehen, solltet ihr euch schnellstes Raviolikonserven und nicht Gold oder Shortprodukte zulegen. Denn das würden die Staaten nicht überleben und damit auch die Wirtschaft nicht.

Weshalb muss immer nur so fürchterlich übertrieben werden? Ist die Frust über die Aktienpreisentwicklung so groß?? Wieso eigentlich? Auch wenn die Aktien krachen sollten macht es doch nach dieser Logik keinen Sinn Aktien zu kaufen oder Short in Aktien gewesen zu sein. Da doch eh praktisch alle Staaten hops gehen, gibt es nur eins: Ravioli!
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Malko07:

Schauen wir mal ...

 
17.04.11 10:05
Der USA Bären-Thread 10324671
Die Betreiberfirma des havarierten japanischen Atomkraftwerks Fukushima hat erstmals einen Zeitplan für die Bewältigung der Krise vorgelegt: Innerhalb von sechs bis neun Monaten sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Premier Naoto Kan entschuldigte sich für den Störfall.
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Anti Lemming:

CarpeDies - Geldwertverfall und Vertragssicherheit

15
17.04.11 10:38

Bezieht sich z. T. auch auf Kosto im letzten Post.  Wenn Staaten ihre Währungen vorsätzlich durch so üble Methoden wie Gelddrucken entwerten - 1923 wurde in Deutschland massenhaft Papiergeld gedruckt, die Amis pumpen jetzt massenhaft "Cyber-Dollars" aus QE ins System, was die elektronische Variante ist - , dann ist das im Grunde ein Vertragsbruch. Das Versprechen des Staates, den Geldwert stabil zu halten, wird mit kriminellen Machenschaften gebrochen. Bill Gross von Pimco bezeichnet die Fed-Politik völlig zu Recht als "unverschämtes Ponzi-System".

 

Sinn und Zweck des Gelddruckens ist:

 

1. Entschuldung des Staates nach innen und außen (USA ist Welthauptschuldner).

2. Nominales Pseudowachstum zu erzeugen, mit dem das Dogma "ewiges Wachstum" (= Ur-Illusion des Kapitalismus) aufrecht erhalten werden kann, obwohl das Wachstum in USA inflationsbereinigt bei Null und stimulusbereinigt sogar negativ ist. Die Firmen können durch die Inflationierung "tolle Gewinne" verbuchen, was die Aktienkurse hochtreibt, obwohl Alles heiße Luft (buchstäblich aufgeblasen) ist. Parallel dazu wird die Inflation "amtlich" weggerechnet, indem bei den Inflationsberechnungen Alles, was steigt (Benzin, Nahrung, Energie) außen vor bleibt. Die Politiker rühmen unterdessen den "Aufschwung" XXL" und erhöhen ihre "Diäten", bis sie vor Fett (Brüderle) aus ihren Nadelstreifenanzügen platzen.

3. Die Amis können über den Dollar-(Carry)-Trade zusätzlich weltweit werthaltige Assets aufkaufen, die durch das Bernankes Mega-Gelddrucken dynamisch im Wert steigen (in Dollar gerechnet). Die Welt bemerkt den Dollar-Betrug nicht rechtzeitig oder ignoriert ihn aus Angst, sonst könne Alles zusammenbrechen. Dies gibt den Amis im Wesentlichen einen "Zeitvorteil". Sie kaufen schneller, als die Ausländer skeptisch werden. Dabei nutzen sie aus, dass der Dollar noch die Weltleitwährung ist. Dank ihrer Käufe im Ausland tauschen sie Weich-Dollars gegen harte Assets. US-Firmen, die z. B. in Europa und Asien Firmen übernehmen (bzw. deren Aktien kaufen), fliehen damit zum Teil aus dem Dollar, wenn die Käufe in Dollar finanziert werden. Der Dollar(Carry-)Trade hat, wie zuvor die Carrytrades in Yen und Franken (bis 2007), den Vorteil, sich selbst dynamisch zu verstärken. Carrytrader machen laufend Gewinne, weil das Momentum für sie arbeitet - zumal wenn GS und Co. parallel dazu Rohstoffe und Öl hochkaufen.

4. Eigentlicher Knackpunkt des Dollar(Carry-)Trades aber ist die Vertragssicherheit. Die Amis setzen stillschweigend darauf, dass die Kaufverträge, mit denen sie z. B. Firmen im Ausland aufkaufen, später nicht juristisch angefochten werden, obwohl sich die Amis mit ihrem Dollargedrucke "unethisch" verhalten und letztlich einen Vertrag mit der Restmenschheit brechen. Denn wer die Weltleitwährung hat, ist in besonderem Maße verantwortlich für den ökonomischen Weltenlauf. Wenn die Amis aber als Inhaber der Weltleitwährung diese vorsätzlich "zersetzen", ist das ein ganz übler Vertrauensbruch.

5. Dieser Vertrauensbruch würde es den Vertragspartnern im Dollar(Carry)Trade im Prinzip erlauben, vom Vertrag zurückzutreten, weil ein wesentlicher Vertragsbestandteil (Dollarwertgarantie) vorsätzlich gebrochen wurde. Die Lage ist ähnlich, als würde jemand ein Haus verkaufen und vertraglich zusichern, dass es von Experten geprüft ist und sich im "Top-Zustand" befindet, obwohl der Verkäufer genau weiß, dass der Keller voller Schwamm und Pilz ist. Solche Verträge sind ein Verstoß gegen Treu und Glauben und juristisch anfechtbar, weil zuvor Mängelfreiheit zugesichert wurde. Der Käufer kann dann vom Vertrag zurücktreten, sein Geld zurückverlangen (wohlgemerkt den Fremdwährungs-Betrag) und womöglich sogar Schadensersatz wegen Nichterfüllung verlangen.

6. Wir haben es daher auch juristisch mit einem Poker-Spiel zu tun. Würden die Ausländer reihenweise die Kaufverträge aus dem Dollar(Carry)Trade für nichtig erklären, weil das Versprechen der Geldwertstabilität gebrochen wurde, dann würden die Amis um die Früchte ihres Beschisses gebracht.

7. Dann kommt mMn der große Moment, wo USA große Kriege vom Zaun brechen, um ihre Vertragspartner mit Gewalt zur "Vertragserfüllung" zu zwingen. Beim Konstruieren von Kriegsvorwänden sind die Amis ja bekanntlich virtuos (siehe Irakkrieg). Die Begründung wird rein formal lauten, dass die "Handelspartner gesetzliche Verträge gebrochen" haben. Dass die Amis selber gleichzeitig den Dollar-Vertrag gebrochen haben, wird ignoriert. Bernanke wird, wie immer, darauf hinweisen, dass "der Markt" die Kursbewegungen verursacht habe und dass dies "keinesfalls an der Fed-Politik liegt". Mit dem gleichen Schmarren behauptet die Fed ja auch, dass die Rohstoff-Preisinflation nicht auf ihre Kappe geht. Beim Dollar ist es dann, so Bernanke", halt eine "Marktreaktion", weil die Nachfrage nach Dollars "temporär" etwas schwächer sei.

8. Eine gewisse Hoffnung besteht darin, dass die betrogene Mittel- und Unterschicht in USA (aka die breite Masse) auf die Barrikaden geht und die US-Führung keinen inneren Rückhalt mehr hat. Natürlich wird die US-Propagandaabteilung (aka "Medien") in Göbbels-Manier versuchen, ein solches Umkippen der Stimmung und des zurzeit noch ausgeprägten US-Patriotismus zu vermeiden. Dazu könnte auch ein finales "Wollt ihr den totalen Krieg?" zählen. Denn Kriege dienen nicht zuletzt dazu, das Feindbild ins Ausland zu verlagern. Wann immer ein Staat "abgewirtschaftet" hat und der Karren metertief im Dreck steckt, brechen die (Noch-)Regierenden Ablenkungskriege vom Zaum. Man denke nur an den Falklandkrieg der runtergewirtschafteten argentinischen Militär-Junta. Er war ihr letztes Hurra, er war von Vornherein aussichtlos, und er besiegelte das Ende der Generäle.

9. Auch im Ausland könnte eine Art  Graswurzel-Widerstand wie in Ägypten und anderswo in Nordafrika/Naher Osten die Macht der Amis brechen. Mit Steinschleudern gegen Cruise Missiles. Würde im Ausland eine entsprechende Gegenpropaganda laut, könnte der Angriffskrieg der Amis als das offenbart werden, was er ist: Völkerrechtsverletzend wie einst im Irak, und hoffnungslos wie der Falklandkrieg. Der Krieg, so er denn kommt, wäre ähnlich verbrecherisch wie die vorsätzliche Dollarentwertung, die in der Tat nichts anderes ist als ein Währungskrieg und die Vorstufe zu  physischem Krieg.

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permanent:

Griechenland Umschuldung

5
17.04.11 10:46
Griechenland-Umschuldung

Schäuble sorgt für Wirbel

Die Spekulationen über angebliche deutsche Pläne für eine Umschuldung Griechenlands reißen nicht ab. IWF-Chef Strauss-Kahn und der griechische Finanzminister Papakonstantinou gegen auf Distanz zu Wolfgang Schäuble. Dieser hält "weitere Maßnahmen" in dieser Frage für möglich. Auch die Finanzmärkte sind vom Athener Sparkurs nicht überzeugt.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat mit einem Interview zur Schuldenkrise in Griechenland für erheblichen Erklärungsbedarf am Rande des Frühjahrstreffens von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank gesorgt: IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn und der griechische Finanzminister Giorgos Papakonstantinou waren bemüht, Spekulationen über eine Umschuldung des südeuropäischen Landes zu entschärfen.

Eine Umschuldung komme nicht in Frage, sagte Papakonstantinou. Es gebe keine derartige Diskussion. Auch Strauss-Kahn wies die Gerüchte zurück: An der Haltung, dass Griechenland sich mit einem harten Sparkurs und nicht über eine Umschuldung sanieren werde, habe sich "nichts geändert". Der Europa-Direktor des IWF, António Borges, erklärte, dass Griechenland durch Privatisierungen über alle Mittel verfügen werde, die es benötige.

Schäuble hatte die Spekulationen über eine mögliche Umschuldung Griechenlands in einem Interview mit der "Welt" angeheizt. Der CDU-Politiker hatte darin gesagt, dass "weitere Maßnahmen" ergriffen werden müssten, sollte die nächste Überprüfung des griechischen Sparkurses durch EU und IWF im Juni zu dem Ergebnis kommen, dass "die Schuldentragfähigkeit in Zweifel zu ziehen sei". Der Minister warf den "angelsächsischen Medien" am Rande der Frühjahrstagung vor, seine Aussagen falsch interpretiert zu haben.

Chinesen drängen Europäer

Als Zeichen der Zweifel der Finanzmärkte am Erfolg der Haushaltssanierung in Athen waren die Zinsen für griechische Staatsanleihen zuletzt auf Rekordwerte geklettert. Papakonstantinou räumte ein, dass es im Moment "viele Turbulenzen" auf den Märkten gebe. Allerdings dürfe niemand den Willen der sozialistischen Regierung in Athen unterschätzen, die "sehr schwere Arbeit" fortzusetzen.

Griechenland sitzt auf einem Schuldenberg in Höhe von 340 Milliarden Euro. Obwohl das Land im vergangenen Jahr Finanzhilfen von EU und IWF über 110 Milliarden Euro zugesprochen bekam, ist unklar, ob die Regierung in Athen diese Schulden alleine in den Griff bekommt. Bei einer Umschuldung müssen die Gläubiger des Landes auf einen Teil ihres Geldes verzichten.

China verlangte von den europäischen Staaten unterdessen mehr Einsatz bei der Haushaltssanierung. Die chinesische Delegation beim Frühjahrstreffen rief die Europäer auf, ihre Bemühungen beim Schuldenabbau zu verstärken. "Um die mit der Staatsverschuldung verbundenen Risiken zu verringern, sind effizientere Maßnahmen notwendig", sagte Chinas Vize-Zentralbankchef Yi Gang. Die Schuldenkrise in Europa sei weiter ernst.

Quelle: AFP

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Anti Lemming:

Dialektik des Erfolges

3
17.04.11 10:47
Eine Revolution, die scheitert, ist Hochverrat. Die Revolutionäre werden hingerichtet.

Eine Revolution, die gelingt, ist Rechts-setzend. Die alten Eliten werden hingerichtet.
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permanent:

Familienministerin Schröder für 30-Stunden-Woche

9
17.04.11 10:51

 Der USA Bären-Thread 10324847

Ministerin Kristina Schröder hat eine "familienfeindliche Kultur" in vielen deutschen Unternehmen kritisiert. Sie plädiert für kürzere Arbeitszeiten. mehr...

#008080">Ich dachte uns fehlen  heute bereits Arbeitskräfte? Und wie sollen die Leute dann ihren Lebensunterhalt bezahlen oder setzen wir die Stundenlöhne einfach entsprechend hoch?

#008080">Der Merkelsche Hühnerhaufen wird immer absurder.

#008080">Permanent

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Anti Lemming:

China wird die Kopplung an den US-Dollar

 
17.04.11 10:59
irgendwann aufgeben, weil die Chinesen Angst davor haben, ihr guter Renmimbi könnte sonst mit vor die Hunde gehen.
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Anti Lemming:

Namensänderung

7
17.04.11 11:05

Der griechische Finanzminister Papakonstantinou hatte am Wochenende überraschend eine Namensänderung bekannt gegeben.  

Er heißt ab Montag Mamainstabilinou.

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Anti Lemming:

Tepcos und Japans "Entschuldigungen"

2
17.04.11 11:12
Mir wird immer flau, wenn ich von den fadenscheinigen Entschuldigungen lese, die Tepco oder Japans Premier aussprechen.

Klingt für mich so wie:

Japan ist leider für 200 Jahre unbewohnbar geworden. Die Firma Tepco und der japanische Premierminister bitten das Volk dafür aufrichtig um Entschuldigung.
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Anti Lemming:

Erklärungen des griechischen Finanzministers

4
17.04.11 11:18

am Vorabend des Staatsbankrotts:  

"Eine Umschuldung komme nicht in Frage, sagte Papakonstantinou. Es gebe keine derartige Diskussion." (Zitat aus # 654)

Das ist schon lustig, wenn die ganze WE-Presse voll ist mit eben dieser Diskussion.

 


 

Dazu fällt mir ein Mathematikerwitz ein:

 

Der Zug hält an einer Station, an der er sonst nicht hält. Ein Mathematiker steigt aus.

Der Stationsvorsteher herrscht ihn an: "Sie können hier nicht aussteigen, der Zug hält hier nicht."

Daraufhin der Mathematiker: "Wenn der Zug hier nicht hält, bin ich auch nicht ausgestiegen!"

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relaxed:

#79656 Nee, seh ich anders, Frau Schröder

6
17.04.11 11:29
ist in der Realität angekommen, sie gewinnt an Lebenserfahrung. ;-)

Sie hat hier Arbeitnehmer und Familien im Sinn, die locker von zwei "30 Stunden Job - Einkommen" leben können, da beide Eltern gut ausgebildet sind. Nehmt als Beispiel mal zwei Ingenieurseinkommen, leider sind hier selbst 40 Stunden Jobs selten.

Doch die Unternehmen werden da nicht mitspielen, die stellen gern für 40h ein und lassen dafür 60h arbeiten. Jemand, der für 30h eingestellt wäre, würde im Mittel auch nur 30h arbeiten und die punktuelle Mehrarbeit an anderen Tagen kompensieren, da er ja seinen Lebensalltag für 30h Arbeit organisiert hat und nicht für das Arbeiten bis zum abwinken.
Dieses Posting enthält keine Zitate aus der NZZ.
Dr. Relaxed Strangelove
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relaxed:

#79650 Deine Überlegungen sind realitätsnah,

4
17.04.11 11:40
wenn man soziale Gefüge betrachten, die auf rein wirtschaftlichen Erfolg ausgerichtet sind.

Leider ist das mittlerweile fast überall der Fall, das Alibi-Werte-Gequatsche kann man dabei ruhig vergessen.  Wir gehen implizit davon aus, dass in westlichen Demokratien Politiker und Wirtschaftsführer keine Verbrechen am eigenen Volk begehen - sowas gibt es doch nur in Diktaturen, wo dies bei Machtwechsel auch bestraft wird.

Es ist jedoch nicht nur ein Verbrechen, sein Volk abzuschlachten, sondern es ist auch ein Verbrechen, sich auf Kosten der Zukunft eines Volkes zu bereichern.
Dieses Posting enthält keine Zitate aus der NZZ.
Dr. Relaxed Strangelove
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learner:

Elfenbeinturm-Illusionen

4
17.04.11 12:17
Und was die Realität daraus gemacht hat!
Da sieht man mal wieder, dass es sogenannte Experten mit gesundem Halbwissen bis in die faz schaffen können. Hätte der „Ökonom“ gewusst, wie in Amerika gebaut wird wäre das nicht passiert. Alles zu theoretisch.
Mit solchen Modellen sind wahrscheinlich auch die Landesbanken vom amerikanischen Immobilienmarkt gelockt worden. LOL


Paulsons weitsichtige Investition

"Einen 700 Milliarden Dollar schweren Rettungsplan für die amerikanischen Banken will Finanzminister Henry Paulson durchsetzen. Er könnte sich als eine der besten Investitionen der amerikanischen Regierung erweisen. Russische Einwanderer werden für eine hohe Nachfrage sorgen."
Von Gunnar Heinsohn

www.faz.net/s/...07BF3A3862ED8E32D6~ATpl~Ecommon~Scontent.html


"In Milwaukee (USA) verrotten und verfallen ganze Wohnviertel. Durch Immobilienkrise und Zwangsräumung stehen in der Metropole Milwaukee über 1500 Häuser leer. Den Verfall von ganzen Quartiere, will nun die Bürgerinitiative Common Ground aufhalten."

www.stockcreatorblog.de/?tag=usa
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Anti Lemming:

Die Fed-Diktatur

8
17.04.11 12:43
In USA versucht eine kleine Minderheit aus Finanzoligarchen - darunter Warren Buffett - , sich auf Kosten des eigenen Volkes und der restlichen Menschheit, die zugleich Hauptgläubiger der USA ist, zu bereichern.

Wesentliches Vehikel dieser Bereicherung ist der Dollar(Carry)Trade. Die Eliten kaufen Assets aller Art im In- und Ausland auf (Buffett z. B. die Eisenbahnlinie Burlington Sante Fe zum Höchstkurs "auf Kredit" - mein Gott, muss der von Inflation überzeugt sein...) und entwerten gleichzeitig den Dollar durch das QE-Gedrucke der Fed. Die gezielte Dollarentwertung ersetzt dabei das frühere organische US-Wachstum.

Buffett ist derweil, nicht zuletzt durch seine 5-Milliarden-Beteiligung an Goldman, vom Value-Manager zum Hedgefonds-Zocker verkommen. Dies spiegelt die gesamte Entwicklung in USA - von einstmals ehrenwerter industrieller Wertschöpfung hin zum Kasino-Kapitalismus. Das gilt irrigerweise als "modern".

Das Pikante daran ist, dass die Fed, die das Dollar-Drucken veranstaltet und verantwortet, keinerlei demokratischer Kontrolle unterworfen ist. Sie macht buchstäblich was sie will und was der Finanz-Elite, die sie eigens zu diesem Zweck gegründet hat, nützt. USA steht unter der Fuchtel der Fed-Dikatur. Das konstatieren sogar unbescholtene Wutbürger wie der CBS-Journalist Dr. Dr. Paul Farrell.

Ob in der US-Regierung ein Bush das Geld in (Angriffs-) verpulvert oder ein Obama in Päppelprogrammen, ist Makulatur. Wahlen ändern an den zementierten Machtverhältnissen - die in USA zunehmend durch eine Diktatur der Finanzindustrie unter Führung der Fed gekennzeichnet ist - keinen Deut. Wahlen kanalisieren lediglich die Volkswut über die jeweilige Regierung - mal in die eine und mal in die andere Richtung. Es ist ein Witz, dass in USA wegen Obama-Frust nun wieder die Reps im Vormarsch sind. Dabei war Obama einst als "Erlöser" vom Bush-Fluch angetreten.

Wahlen des Fed-Vorsitzenden sind ein pseudo-demokratischer Pro-Forma-Akt, weil die Fed als Institution letztlich außerparlamentarisch agiert. Fast sämtliche Politiker in Washington sind via Wahlkampfspenden zu Huren/Vasallen der Finanzindustrie verkommen. Sie nicken deshalb auch alles ab, was die Fed beschließt. Nicht wenige hochrangige US-Politiker haben eigens Goldman-Aktien erhalten. Wes' Brot ich ess, des Lied ich sing.

Diese zementierten Machtverhältnisse ändern sich erst, wenn die Fed-Dikatoren die Weltwirtschaft erneut - und diesmal vollends - an die Wand gefahren haben. Das ist nur noch eine Frage der Zeit.

Bis dahin speist sich die (Über-)Lebenslüge der US-Finanzoligarchie und ihrer Politiker-Profiteure daraus, die jetzigen unsäglichen Verhältnisse als "stabil und nachhaltig" zu deklarieren.
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pfeifenlümmel:

zu #663

5
17.04.11 12:45
Wir brauchen noch ein paar Open-Air AKWs, um die Hütten in den USA wieder zu besiedeln. Point of no return für den US Dollar. Die USA hängen an der Nadel der FED ( Konsumbelebung ) und wollen nun sparen. Gas geben und bremsen? Alles nur noch Ausdruck einer völligen Hilfslosigkeit. Die Globalisierung als Ziel und Interesse iherer eigenen Großindustrie hat den Amis den Hals gebrochen. So kann man in ein paar Jahren eine ganze Nation abwirtschaften.
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pfeifenlümmel:

664/665

 
17.04.11 12:46
Anti war mal wieder schneller.
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Anti Lemming:

Learner - Heinsohn-Artikel in der FAZ

5
17.04.11 13:02
Wenn man diesen FAZ-Artikel von Sept. 2008 (Link in Deinem Post) mit dem heutigen Wissen liest, kann man sich nur an den Kopf fassen.

Wie kann ein Wirtschaftsjournalist von (vermeintlichem) Rang der Illusion erliegen, die 700 Mrd., die Paulson verlangte, wären eine Art Konjunkturprogramm, mit dem dann neue Häuser gebaut würden, die dann (russische) Immigranten ins Land locken sollen. Das Ganze soll dann "ein Segen" für USA sein. Dass ein Absturz drohte und kam, ist Gesundbeter Heinsohn komplett entgangen. Der SP-500 fiel in der Folgezeit um -56 %.

Dämlicher und in gewisser Weise tragi-komischer geht es kaum.

Die bis heute brillianteste Darstellung des 700-Mrd. Bailouts lieferte "Wutbürger" Dr. Dr. Paul Farrell, an dem Heinsohn sich mal eine Scheibe abschneiden sollte:

http://www.ariva.de/...A_Baeren_Thread_t283343?page=1689#jumppos42226

Wie wir spätestens heute (und Farrell schon damals) wissen, dienten die 700 Milliarden vor allem dazu, Verzocker-Schuldenlöcher der Vergangenheit zu stopfen. Von einem Konjunkturprogramm kann daher nicht die Rede sein. Das Geld diente fast ausschließlich dazu, die anderenfalls ruinierten (US-)Finanzeliten auf Kosten des US-Steuerzahlers schadlos zu halten. Investiert wurde kein Deut, sieht man mal vom Hochzocken von Kursen aller Art seitens der Zockerbanken ab, die sich damit gesund stießen.
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learner:

Was ist eine starke Währung?

2
17.04.11 13:14
Diesen Artikel finde ich als Konsument nachvollziehbar:

"Meiner Meinung nach der beste Ausdruck einer “starken” Währung ist daher Preisstabilität. Das ist auch der Aspekt, der für die Menschen wirklich wichtig ist. Langfristig sollte es weder Inflation noch Deflation geben. Doch bekanntlich scheitert heutzutage jede Währung an diesem Kriterium, da die Notenbanken sich nicht die Preisstabilität, sondern die Inflationsstabilität auf die Fahnen geschrieben haben. Zwei Prozent Inflation gilt als das Idealziel. Bei dieser Rate aber ist das Geld nach 35 Jahren nur noch die Hälfte wert."
retronomics.wordpress.com/2010/03/27/...ne-wahrung-stark-sein/
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Anti Lemming:

Learner - ohne Inflation gäbe es kein "Wachstum"

6
17.04.11 13:56
und die Lebenslüge des Kapitalismus ("Alles wächst ewig") würde in sich zusammenbrechen.

Jahrhundertelange Perioden ohne nennenswerte Inflation gab es nur bis zum Beginn der Industrialisierung. Die technologischen Durchbrüche machten in der Folgezeit die Produktion immer effektiver, so dass die Lohnstückkosten sanken und die Gewinne stiegen. Im Prinzip hätten die Firmen mit immer weniger Belegschaft den gleichen Output produzieren können. Dass dennoch immer mehr Leute eingestellt wurden, lag daran, dass die Weltwirtschaft noch lange Jahre organisch wuchs. Grund: Die Grenzen unseres Planeten waren noch nicht ausgeschöpft. Die Energieausbeute (Kohle wurde durch Öl und später Uran ergänzt) und Nahrungsmittelproduktion (Ackerflächen und Anbaueffizienz durch Düngerwirtschaft stiegen stärker als die Weltbevölkerung) ließen sich (noch) überproportional steigern, so dass organisches Wachstum die Effizienzgewinne in der Produktion überkompensierte.

Inzwischen aber werden - ökonomisch wie ökologisch - mehr und mehr die Grenzen unseres Planeten (siehe Öl-Peak-Diskussion) und damit des Wachstums erreicht. Ohne diese faktische (relative) Knappheit hätte die aktuelle Rohstoff-Inflation nicht in dem Maße losgetreten werden können (jede Blase enthält, zumindest anfangs, eine "Portion Wahrheit").

D.h. unser Planet ist für die Phantastereien der Volkswirte, die immerwährendes Wachstum wähnen, buchstäblich zu klein geworden.

Folglich kann laufendes und künftiges "Wachstum" in steigendem Maße nur noch über Geldentwertung erfolgen - oder man sollte genauer sagen: vorgetäuscht werden. Das "Zulassen" von 2 % Normal-Inflation (EZB) ist ein Eingeständnis exakt dieser Tatsache. Die Fed setzte kürzlich noch eins drauf, als sie die 2-%-Sollinflation (in USA zurzeit durch Reallohnabbau bei faktischem Nullwachstum erzeugt) als unter gegebenen Umständen "zu niedrig" bezifferte. D.h. der Fed waren die negativen Realzinsen nicht hoch genug.  Man höre und staune: Notenbanken fungieren neuerdings als Inflationstreiber (statt wie zuvor als Inflationsverhinderer), um "Wachstum" zu erzeugen...

Lange Zeit war auch die Mittel/Unterschicht in allen Ländern am - damals noch organischen - Wachstum beteiligt, wenn auch stets weit unterproportional. Denn es gab viel zu gewinnen ("unendliche Ressourcen") und entsprechend viel zu "verteilen" - auch um des sozialen Friedens willen.

Im Zuge wachsender Ressourcenknappheit beginnen nun aber die Verteilungskämpfe. Sie zeigen sich international in immer häufigeren Ressourcenkriegen (in fast allen Kriegen der letzten 30 Jahre ging es ums Öl) und national in Umverteilungen von unten nach oben zum Mästen der Mächtigen, die ihre alten Priviligien damit über die Runden zu retten versuchen.

Inzwischen ist die "verteilbare Masse" so klein geworden, dass für die Mittel- und Unterschicht im Verteilungskampf nichts mehr übrig bleibt. Der Kapitalismus hat in USA vollends in den "Manchester-Modus" umgeschaltet. Produktion im billigen China, Aufrechterhaltung des US-Konsums durch staatliche Transferleistungen, finanziert aus Neuverschuldung (die den Eliten im Dollar-Carry-Trade zugute kommt) oder neuerdings sogar durch Gelddrucken (QE). Inflationierung als Wachstums-Surrogat.

D.h. die Effizienzgewinne aus dem technologischen Fortschritt (der ungeachtet der Finanzmisere immer noch vorankommt, siehe Chipindustrie) kommen neuerdings fast nur noch den Firmen zugute. Die breite Masse wird in USA zunehmend "in die Arbeitslosigkeit entlassen" und bekommt damit vom verteilbaren Kuchen immer weniger ab. Ich hoffe, sie wird sich das nicht mehr allzu lange bieten lassen. Die Zeit ist reif für zivilen Ungehorsam bis hin zu Revolten wie in Ägypten.

Mit der Ressoucenknappheit endet das organische Wachstum - auch für Aktionäre (soweit sie nicht von Umverteilungen und Marktnischen profitieren). Depotwachstum wird durch Inflation "erkauft" und damit größtenteils zunichte gemacht. Unterm Strich läuft es bestenfalls seitwärts.
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learner:

@AL #79669

5
17.04.11 15:23
Die Profiteure dieses Systems sägen in ihrer blinden Gier am eigenen Ast. Wenn man weite Teile einer Gesellschaft in Armut stürzt kommt in der Tat irgendwann das Tunesien/Ägypten-Syndrom auf.

Man kann dann noch von Glück reden, wenn nicht radikale Kräfte ans Ruder gelangen.

Es scheint aber in der Geschichte der Menschheit immer wieder solche Zyklen geben zu müssen. Wenn alles kaputt ist besinnt man sich wieder auf gemeinschaftliche Prinzipien. Auch die Reichen. Zur Zeit herrscht jedoch noch grenzenloser Egoismus/Narzissmus.

Wer Teilt muss sich am Ende auch nicht aus Angst in Reichengetthos hinter hohen Mauern verschanzen. Mal sehen, wann sich solche Erkenntnisse wieder durchsetzen.
I think I spider!
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Kritische Zinsschwellen und Haircuts

5
17.04.11 16:12

Wellenreiter-Kolumne vom 16. April 2011
Kritische Zinsschwellen und Haircuts

In unserem Jahresausblick 2011 stellten wir eine Übersicht mit kritischen Zinssätzen dar. „Kritische Zinsschwelle“ bedeutet, dass ein Land, das 30 Prozent oder mehr seiner Steuereinnahmen für Zinszahlungen aufwenden muss, in die Gefahrenzone des Staatsbankrotts gerät. Neben der kritischen Zinsschwelle stellen wir den aktuellen Zinssatz dar. Bei der Berechnung des aktuellen Zinssatzes wurde die Annahme getroffen, dass sich ein Staat jeweils zur Hälfte am langen und am kurzen Ende refinanziert.

Der USA Bären-Thread 10327186

Es ist zu erkennen, dass - nach Griechenland und Irland - auch Portugal die kritische Zinsschwelle überschritten hat (rote Balken obiger Chart). Damit diese Länder lebensfähig bleiben, wurden sie „vom Markt genommen“ und mit Hilfe des Europäischen Stabilisierungsmechanismus (ESM) versorgt.

Staaten refinanzieren sich zunehmend kurzfristig. Diese Finanzierungsform wurde durch die Nullzinspolitik der Zentralbanken ab Ende 2008 gefördert. Seither können sich die Finanzminister der Industriestaaten am kurzen Ende sehr preiswert refinanzieren und somit den Zinsdienst niedrig halten. Doch gilt dies längst nicht mehr für alle Staaten. Die Renditen 2jähriger irischer und portugiesischer Staatsanleihen sind seit Jahresbeginn von 5 auf 10 Prozent gestiegen. Die griechische Kurzfristrendite hat beinahe einen Wert von 20 Prozent erreicht.

Der USA Bären-Thread 10327186

Damit preist der Markt eine Restrukturierung griechischer Schulden incl. Haircuts ein. Da gemäß den Verhandlungsergebnissen private Gläubiger erst ab dem Jahr 2013 an einer Restrukturierung beteiligt werden können, stellt sich die Frage, warum die Märkte eine Schuldenrestrukturierung bereits jetzt einpreisen. Möglicherweise ergeben sich Lösungen auf freiwilliger Basis, wie Wolfgang Schäuble in einem Interview mit der Tageszeitung „Die Welt“ andeutete. http://tinyurl.com/3ugtseq

Aus Sicht des Konjunkturzyklus ist die Zinsspanne 10 Jahre zu 2 Jahre von entscheidender Bedeutung. Steigt die Rendite 2jähriger Staatsanleihen über die Rendite 10jähriger Staatsanleihen, so folgt üblicherweise eine rezessive Phase. Für Griechenland, Portugal und auch Irland bedeutet befindet sich diese Spanne bei bzw. unterhalb der Nulllinie (folgender Chart).

Der USA Bären-Thread 10327186

Die Marktteilnehmer rechnen mit einer Fortsetzung der BIP-Kontraktion in den genannten Staaten. Für Spanien und Deutschland gilt eine solche Annahme bisher nicht.

Bisher hat sich der Kurs des Euro/Dollar von diesen Überlegungen nicht beirren lassen. Er befindet sich an der Marke von 1,44 und damit an einer wichtigen Widerstandslinie. Geht es darüber, sind Kurse bis in den Bereich von 1,60 für das Währungspaar möglich.

Der USA Bären-Thread 10327186

Warum ist der Euro derart stark, wenn doch Euroland-Mitglieder wie Griechenland, Irland und Portugal bereits „den Löffel abgeben“?

Erstens sind die Schlüsselstaaten Spanien und Italien noch nicht an ihre kritischen Zinsschwellen gelangt. Die BIPs Spaniens und Italiens befinden sich leicht oberhalb der Null-Marke; die Zinsstrukturkurven dieser beiden Länder bleiben positiv.

Und zweitens ist die Betrachtung von Währungsrelationen eine relative Betrachtung. Die Marktteilnehmer wetten darauf, dass die EZB die Inflation stärker bekämpft als beispielsweise die USA oder Großbritannien. Deshalb steigt der Euro gegenüber US-Dollar und britischem Pfund.

Fazit: Was noch im vergangenen Jahr die Marktteilnehmer in Angst und Schrecken versetzte und zu einer Euro-Krise führte (die Situation in den PIIGS-Staaten), hat als Gefahrenpunkt momentan abgedankt. Der „Inflationsdrache“ hat die Funktion des Hüters der Währungsrelationen übernommen. In einigen US-Medien ist zu lesen, dass Inflation vorwiegend ein asiatisches und europäisches Problem sei, nicht aber ein US-Problem. Aus diesem Grund sei die Nicht-Erhöhung des Leitzinses durch die Fed gerechtfertigt. Eine solche Einschätzung wird durch ökonomische Daten nicht belegt – im Gegenteil: Die US-Inflation dürfte zum Sommer hin aufgrund des Basiseffekts stärker zunehmen als in Asien oder in Europa. Entscheidend für die Glaubwürdigkeit einer Währung ist, ob eine Zentralbank handelt, um einen Werterhalt der Währung zu gewährleisten. Dies ist in Europa der Fall, nicht aber in den USA. Deshalb die Dollar-Schwäche trotz der geschilderten europäischen Probleme. Verfolgen Sie die Entwicklung der Finanzmärkte in unserer handelstäglichen Frühausgabe.

Robert Rethfeld
Wellenreiter-Invest

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Chinas Zentralbank strafft die Geldpolitik

8
17.04.11 16:18

Chinas Zentralbank strafft die Geldpolitik

In China strafft die Zentralbank angesichts des schier ungebremsten Wirtschaftswachstums ihre Geldpolitik. Die größten Banken des Landes müssen demnächst noch mehr Reserven hinterlegen

China geht aggressiv gegen die steigende Inflation bei schier ungebremstem Wirtschaftswachstum vor: Die Zentralbank erhöhte am Sonntag erneut den Prozentsatz für die Reserven, die die großen Banken bei ihr vorhalten müssen.

Damit soll dem Markt unmittelbar Liquidität entzogen werden, weil die Banken so weniger Geld zur Kreditvergabe zur Verfügung haben. Seit Oktober hat die Chinesische Volksbank damit die Mindestreserveanforderungen sieben Mal verschärft.

Anfang April erhöhte sie zudem den Leitzins. Die weitere Straffung der Geldpolitik unterstreicht die Entschlossenheit von Zentralbank und Regierung, die Preise im Zaum zu halten. Die Jahresteuerung war im März auf 5,4 Prozent geschnellt und lag damit so hoch wie seit Juli 2008 nicht mehr.

Zugleich wuchs die weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft im ersten Quartal um 9,7 Prozent - für Experten genug, um mit der Straffung keinen Schaden an der Wachstumsfront anzurichten. Fachleute hatten daher mit weiteren geldpolitischen Maßnahmen gerechnet.

Ab Donnerstag müssen die größten Banken des Landes nun die höheren Reserven bei der Zentralbank hinterlegen, wie die Chinesische Volksbank ankündigte. Der Satz werde um 50 Basispunkte auf einen Rekordwert von 20,5 Prozent angehoben. Damit werden rund 350 Milliarden Yuan (gut 37 Milliarden Euro) an Liquidität abgezogen.

"Mit der Anhebung setzt die Zentralbank ihre straffenden Maßnahmen fort", sagte Lin Songli, Experte von Guosen Securities in Peking. "Die Wachstumszahlen zum ersten Quartal zeigen, das die gesamte Wirtschaft gut dasteht, also gibt es Raum für weitere Straffungen."

Im Oktober begann die Regierung ihren vehementen Kurs gegen die steigenden Preise. Seitdem hat sie die Zinsen vier Mal erhöht, Preiskontrollen bei bestimmten Rohstoffen eingeführt sowie versucht, Spekulationen am Immobilienmarkt einzudämmen.

Allerdings besteht der Preisdruck in China nach wie vor, vor allem wegen der weltweit gestiegenen Rohstoffpreise. Zudem fließt weiter massiv Kapital nach China - angesichts eines Handelsdefizits im ersten Quartal in Höhe von mehr als einer Milliarde Dollar.

Experten rechnen damit, dass die Zinsen noch weiter steigen werden, womöglich sogar schon in diesem Monat. Zentralbankchef Zhou Xiaochuan hatte am Samstag angekündigt, die Geldpolitik weiter zu straffen, da die Inflation höher sei als der Regierung lieb.

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Streckt Athen die Schulden?

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17.04.11 16:19

Streckt Athen die Schulden?

Allen Dementis zum Trotz: Die griechische Regierung denkt offenbar über eine Restrukturierung der Staatsschulden nach.

AthenOffiziell wollen weder die EU noch die Europäische Zentralbank oder der Internationale Währungsfonds von dem heiklen Thema etwas wissen. Auch die Regierungen in Athen und Berlin beteuern immer wieder: Griechenland braucht keine Umschuldung. Doch jetzt berichtet die griechische Sonntagszeitung "Kathimerini", Finanzminister Giorgos Papakonstantinou spreche hinter den Kulissen über eine Restrukturierung der griechischen Schulden - und zwar bereits seit Wochen. Die Zeitung beruft sich auf namentlich nicht genannte Informanten in der EU-Kommission.

Schon im Februar habe Papakonstantinou in Athen mit der so genannten "Troika", den Vertretern der EU, des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zentralbank (EZB) über längere Laufzeiten für Griechenlands Staatsschulden diskutiert. Diesen Wunsch habe Papakonstantinou der "Troika" Anfang April erneut vorgetragen.

Beim Treffen der Euro-Finanzminister in Ungarn vorvergangene Woche soll Papakonstantinou das Thema ebenfalls zur Sprache gebracht haben, schreibt "Kathimerini". Er habe aber bisher keine Zusage erhalten.

Erst im März hatte der Europäische Rat auf Drängen Griechenlands längere Laufzeiten und niedrigere Zinsen für die im vergangenen Frühjahr gewährten Hilfskredite gebilligt. Nun wünsche Athen offenbar eine ähnliche Regelung für die gesamten ausstehenden Staatsschulden von rund 340 Milliarden Euro, schreibt die Zeitung.

Finanzminister Papakonstantinou hatte vergangene Woche in einem Interview mit dem Handelsblatt auf die Frage, ob er sich eine ähnliche Lösung wie die mit EU und IWF vereinbarte Laufzeitverlängerung auch mit den privaten Gläubigern vorstellen könne, ausweichend geantwortet: "Ich weiß, dass diese Diskussion gerade sehr populär ist, aber ich beteilige mich nicht daran." Griechenland konzentriere sich jetzt darauf, das Konsolidierungsprogramm umzusetzen und seine Schulden pünktlich zu bedienen.

Am Samstag bekräftigte Papakonstantinou am Rande der IWF-Frühjahrstagung in Washington, eine Umschuldung komme nicht in Frage. Das könnte aber eine Definitionsfrage sein. Im Handelsblatt-Interview hatte sich der Minister jedenfalls eine Hintertür offen gelassen: Auf die Frage, ob nicht bereits die Laufzeitverlängerung der Hilfskredite eine Form der Restrukturierung sei, antwortete Papakonstantinou: "Nein, nicht nach meinem Verständnis. Das ist etwas völlig anderes."

Eine Schuldenstreckung könnte so aussehen, dass die Gläubiger Griechenlands - Banken, Versicherer, andere Finanzinstitutionen sowie private Anleger - ihre Anleihen freiwillig gegen neue Papiere mit längeren Laufzeiten tauschen. Im Gegenzug könnte Griechenland den Investoren das Geschäft mit höheren Kupons schmackhaft machen.

Eine Schlüsselrolle würde dabei die EZB spielen, die selbst griechische Staatsanleihen im Nennwert von rund 50 Milliarden Euro hält: sie könnte die privaten Gläubiger zu dem "freiwilligen" Tausch bewegen, indem sie nur noch die neuen Papiere als Sicherheiten akzeptiert.

Noch versichert Finanzminister Papakonstantinou, Griechenland werde 2012 mit neuen Bond-Emissionen an den Kapitalmarkt gehen. Daran gibt es aber in Finanzkreisen angesichts der miserablen Kreditwürdigkeit des Landes wachsende Zweifel. Hinzu kommt die Sorge, dass die bereits zugesagten Rettungskredite nicht ausreichen könnten. Bereits 2010 übertraf das griechische Haushaltsdefizit trotz aller Sparanstrengungen die Erwartungen. Statt 8,1 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt, wie im Konsolidierungsplan ursprünglich angesetzt, erreichte es 10,5 Prozent.

Wegen der Rezession blieben auch im 1. Quartal 2011 die Steuereinnahmen unter dem Etatansatz. Um nicht weitere Hilfsgelder nachschießen zu müssen, gebe es nun in Deutschland, aber auch in Holland, eine Bereitschaft, über eine Restrukturierung der griechischen Schulden nachzudenken, schreibt "Kathimerini".

Der Bericht lässt Äußerungen des Bundesfinanzministers Wolfgang Schäuble von der vergangenen Woche in neuem Licht erscheinen. Schäuble dementierte zwar am Wochenende in Washington einen Bericht der "Financial Times", wonach man in Berlin an Plänen für eine "marktfreundliche" Umschuldung Griechenlands arbeite; das entbehre jeder Grundlage, sagte der Minister. Zuvor hatte er jedoch in einem Interview mit der Zeitung "Die Welt" gesagt, die Schuldentragfähigkeit Griechenlands werde vierteljährlich überprüft.

Im Juni stehe der nächste Bericht an, von dem er eine "detaillierte Analyse der Schuldentragfähigkeit" erwarte. Sollten sich dabei Zweifel ergeben, dass Griechenland seine Schulden planmäßig bedienen kann, müsse man "etwas unternehmen".

Auch der frühere griechische Ministerpräsident Kostas Simitis sprach sich am Wochenende für eine Umschuldung aus. Eine "gut vorbereitete Restrukturierung" könne dem Land helfen, "in den nächsten 15 bis 20 Jahren mit Zuversicht eine stabile Volkswirtschaft aufzubauen und sich wieder in Europa zu integrieren", sagte Simitis der Sonntagszeitung "To Vima". Wenn man die Restrukturierung hinausschiebe, würden die Schulden Griechenlands nur noch weiter wachsen, warnte der Ex-Premier.

Finanzminister Papakonstantinou kommentierte Simitis? Äußerungen in Washington mit den Worten: "Die öffentliche Diskussion dieses Themas hilft dem Land nicht." Die Betonung könnte auf dem Wort "öffentlich" liegen. Ein Athener Finanzmarktexperte meint, mit einer Umschuldung sei es wie mit einer Abwertung: "Man dementiert sie - bis man sie macht."

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KfW will Kredite für Kommunen begrenzen

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17.04.11 16:49

Weniger Geld für klamme Kommunen: Mit diesem Plan hat die staatliche Förderbank KfW den deutschen Städtetag schockiert. Im Verwaltungsrat präsentierte KfW-Chef Ulrich Schröder sein umstrittenes Obergrenzen-Modell.
Die staatliche Förderbank KfW will ihr Kreditgeschäft mit Städten und Gemeinden begrenzen. Damit will sich die Förderbank vor einer allzu hohen Kreditnachfrage der Kommunen schützen. KfW-Vorstandschef Ulrich Schröder möchte zu diesem Zweck Obergrenzen für einzelne Kommunen einführen, die sich nach deren Pro-Kopf-Verschuldung und dem Steueraufkommen richten. Das erfuhr das Handelsblatt aus Kreisen des Verwaltungsrats.

Die Pläne seien aber auf massiven Widerstand auf der Verwaltungsratssitzung am 6.April gestoßen. "Vor allem der Deutsche Städtetag und die Bundesländer haben massiv Front dagegen gemacht", sagte ein Sitzungsteilnehmer.
http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/...enzen/4070908.html

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daiphong:

Normal-Inflation erzeugt den Dampf im Markt,

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17.04.11 16:55
den Druck, Geld auszugeben, zu verleihen, zu investieren. Dadurch ist Kapitalismus halt jedem anderen System an Dynamik weit überlegen, erzeugt aber auch typische Fehler.

Wachstum ist an sich nie begrenzt, nominal schon durch Inflation nicht, aber auch, wenn man darunter die Qualität des Lebens oder die Aufschichtungen durch Generationen versteht. Begrenzt wäre sie, wenn man sie  am Bevölkerungswachstum messen würde, das ist aber sicher der primitivste Maßstab. Oder nur am Ressourcenverbrauch, aber das wäre ein ulkiger Maßstab. Warum dann nicht am Ressourcenrecycling? Oder am Riesenreichtum für jedermann, daran wird man ewig scheitern. Oder, wenn wir bereits in der besten aller denkbaren Welten lebten und es von heute an nur noch bergab ginge. Das sehe ich nicht so. Natur ist Wachstum, und das wird nicht nur auf Dinos hinauslaufen.

Der übergroße Reichtum der USA kam durch ihren riesigen Entwicklungsvorsprung und den großen Entwicklungsbedarf weiter Teile der Welt zu Stande. Man brauchte lange Zeit die US-amerikanischen Konsumenten und Investoren,  Marktplätze und Währung und förderte so den US-Überreichtum als Investition in die eigene Entwicklung. Das kippt allerdings ab einem gewissen Entwicklungsstand der Welt, insbesondere durch das Sinken des globalen Konsum- und Handelsanteils der USA.

Deutschland hat innerhalb der Eurozone gerade nicht diese US-Rolle gespielt, sondern im Gegenteil seite Wettbewerbsfähigkeit angesichts des Ansturms der Schwellenländer behauptet. Die Europeripherie hat sich dagegen wie eine USA verhalten, so als ob sie wie diese längerfristig von Inflation leben könnte. Sie ist damit zu Recht u.a. an Deutschland und indirekt den Schwellenländern gescheitert. Deutschland hätte wohl diese Entwicklung nicht dulden dürfen, hätte die Wettbewerbsfähigkeit von Eurozone insgesamt auch auf Kosten der eigenen verbessern müssen. Wenn das denn praktisch unter den angloamerikanischen Modellen einerseits und deutscher Konkurrenzangst und Sparwut andererseits damals überhaupt durchsetzbar war. In einer globalen Planwirtschaft leben wir nicht und können wir nicht leben, selbst in Europa und Deutschland nicht.
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