Bezieht sich z. T. auch auf Kosto im letzten Post. Wenn Staaten ihre Währungen vorsätzlich durch so üble Methoden wie Gelddrucken entwerten - 1923 wurde in Deutschland massenhaft Papiergeld gedruckt, die Amis pumpen jetzt massenhaft "Cyber-Dollars" aus QE ins System, was die elektronische Variante ist - , dann ist das im Grunde ein Vertragsbruch. Das Versprechen des Staates, den Geldwert stabil zu halten, wird mit kriminellen Machenschaften gebrochen. Bill Gross von Pimco bezeichnet die Fed-Politik völlig zu Recht als "unverschämtes Ponzi-System".
Sinn und Zweck des Gelddruckens ist:
1. Entschuldung des Staates nach innen und außen (USA ist Welthauptschuldner).
2. Nominales Pseudowachstum zu erzeugen, mit dem das Dogma "ewiges Wachstum" (= Ur-Illusion des Kapitalismus) aufrecht erhalten werden kann, obwohl das Wachstum in USA inflationsbereinigt bei Null und stimulusbereinigt sogar negativ ist. Die Firmen können durch die Inflationierung "tolle Gewinne" verbuchen, was die Aktienkurse hochtreibt, obwohl Alles heiße Luft (buchstäblich aufgeblasen) ist. Parallel dazu wird die Inflation "amtlich" weggerechnet, indem bei den Inflationsberechnungen Alles, was steigt (Benzin, Nahrung, Energie) außen vor bleibt. Die Politiker rühmen unterdessen den "Aufschwung" XXL" und erhöhen ihre "Diäten", bis sie vor Fett (Brüderle) aus ihren Nadelstreifenanzügen platzen.
3. Die Amis können über den Dollar-(Carry)-Trade zusätzlich weltweit werthaltige Assets aufkaufen, die durch das Bernankes Mega-Gelddrucken dynamisch im Wert steigen (in Dollar gerechnet). Die Welt bemerkt den Dollar-Betrug nicht rechtzeitig oder ignoriert ihn aus Angst, sonst könne Alles zusammenbrechen. Dies gibt den Amis im Wesentlichen einen "Zeitvorteil". Sie kaufen schneller, als die Ausländer skeptisch werden. Dabei nutzen sie aus, dass der Dollar noch die Weltleitwährung ist. Dank ihrer Käufe im Ausland tauschen sie Weich-Dollars gegen harte Assets. US-Firmen, die z. B. in Europa und Asien Firmen übernehmen (bzw. deren Aktien kaufen), fliehen damit zum Teil aus dem Dollar, wenn die Käufe in Dollar finanziert werden. Der Dollar(Carry-)Trade hat, wie zuvor die Carrytrades in Yen und Franken (bis 2007), den Vorteil, sich selbst dynamisch zu verstärken. Carrytrader machen laufend Gewinne, weil das Momentum für sie arbeitet - zumal wenn GS und Co. parallel dazu Rohstoffe und Öl hochkaufen.
4. Eigentlicher Knackpunkt des Dollar(Carry-)Trades aber ist die Vertragssicherheit. Die Amis setzen stillschweigend darauf, dass die Kaufverträge, mit denen sie z. B. Firmen im Ausland aufkaufen, später nicht juristisch angefochten werden, obwohl sich die Amis mit ihrem Dollargedrucke "unethisch" verhalten und letztlich einen Vertrag mit der Restmenschheit brechen. Denn wer die Weltleitwährung hat, ist in besonderem Maße verantwortlich für den ökonomischen Weltenlauf. Wenn die Amis aber als Inhaber der Weltleitwährung diese vorsätzlich "zersetzen", ist das ein ganz übler Vertrauensbruch.
5. Dieser Vertrauensbruch würde es den Vertragspartnern im Dollar(Carry)Trade im Prinzip erlauben, vom Vertrag zurückzutreten, weil ein wesentlicher Vertragsbestandteil (Dollarwertgarantie) vorsätzlich gebrochen wurde. Die Lage ist ähnlich, als würde jemand ein Haus verkaufen und vertraglich zusichern, dass es von Experten geprüft ist und sich im "Top-Zustand" befindet, obwohl der Verkäufer genau weiß, dass der Keller voller Schwamm und Pilz ist. Solche Verträge sind ein Verstoß gegen Treu und Glauben und juristisch anfechtbar, weil zuvor Mängelfreiheit zugesichert wurde. Der Käufer kann dann vom Vertrag zurücktreten, sein Geld zurückverlangen (wohlgemerkt den Fremdwährungs-Betrag) und womöglich sogar Schadensersatz wegen Nichterfüllung verlangen.
6. Wir haben es daher auch juristisch mit einem Poker-Spiel zu tun. Würden die Ausländer reihenweise die Kaufverträge aus dem Dollar(Carry)Trade für nichtig erklären, weil das Versprechen der Geldwertstabilität gebrochen wurde, dann würden die Amis um die Früchte ihres Beschisses gebracht.
7. Dann kommt mMn der große Moment, wo USA große Kriege vom Zaun brechen, um ihre Vertragspartner mit Gewalt zur "Vertragserfüllung" zu zwingen. Beim Konstruieren von Kriegsvorwänden sind die Amis ja bekanntlich virtuos (siehe Irakkrieg). Die Begründung wird rein formal lauten, dass die "Handelspartner gesetzliche Verträge gebrochen" haben. Dass die Amis selber gleichzeitig den Dollar-Vertrag gebrochen haben, wird ignoriert. Bernanke wird, wie immer, darauf hinweisen, dass "der Markt" die Kursbewegungen verursacht habe und dass dies "keinesfalls an der Fed-Politik liegt". Mit dem gleichen Schmarren behauptet die Fed ja auch, dass die Rohstoff-Preisinflation nicht auf ihre Kappe geht. Beim Dollar ist es dann, so Bernanke", halt eine "Marktreaktion", weil die Nachfrage nach Dollars "temporär" etwas schwächer sei.
8. Eine gewisse Hoffnung besteht darin, dass die betrogene Mittel- und Unterschicht in USA (aka die breite Masse) auf die Barrikaden geht und die US-Führung keinen inneren Rückhalt mehr hat. Natürlich wird die US-Propagandaabteilung (aka "Medien") in Göbbels-Manier versuchen, ein solches Umkippen der Stimmung und des zurzeit noch ausgeprägten US-Patriotismus zu vermeiden. Dazu könnte auch ein finales "Wollt ihr den totalen Krieg?" zählen. Denn Kriege dienen nicht zuletzt dazu, das Feindbild ins Ausland zu verlagern. Wann immer ein Staat "abgewirtschaftet" hat und der Karren metertief im Dreck steckt, brechen die (Noch-)Regierenden Ablenkungskriege vom Zaum. Man denke nur an den Falklandkrieg der runtergewirtschafteten argentinischen Militär-Junta. Er war ihr letztes Hurra, er war von Vornherein aussichtlos, und er besiegelte das Ende der Generäle.
9. Auch im Ausland könnte eine Art Graswurzel-Widerstand wie in Ägypten und anderswo in Nordafrika/Naher Osten die Macht der Amis brechen. Mit Steinschleudern gegen Cruise Missiles. Würde im Ausland eine entsprechende Gegenpropaganda laut, könnte der Angriffskrieg der Amis als das offenbart werden, was er ist: Völkerrechtsverletzend wie einst im Irak, und hoffnungslos wie der Falklandkrieg. Der Krieg, so er denn kommt, wäre ähnlich verbrecherisch wie die vorsätzliche Dollarentwertung, die in der Tat nichts anderes ist als ein Währungskrieg und die Vorstufe zu physischem Krieg.