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Der USA Bären-Thread


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maba71:

@Malko

 
14.03.11 09:51
Aber eines ist bei diesem "letzten" Versuch auch klar, schlägt er fehl, dann haben Sie keine Minuten mehr die Bevölkerung zu evakuieren. Die 20 km rund ums AKW sind dann obsolet!
Normalerweise müssten Sie korrekterweise die ganze Bevölkerung in den Süden bringen, falls diese "ultima ratio" fehl schlägt.
Wenn da nicht Tokio wäre...............
"Heute geht es uns schlechter als gestern, aber besser als morgen!"
"In Zeiten der universellen Täuschung wird das Aussprechen der Wahrheit zur revolutionären Tat!" (George Orwell)
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Malko07:

Wirtschaftliche Folgen.

7
14.03.11 09:56
Japan war nie ein typisches Importland. Es wird jetzt eventuell ein größeres werden. Wie stark sich das auswirken kann, werden wir erst in einigen Wochen sehen, wenn eine ungefähre Bilanz der Schäden vorliegt. Sicherlich werden die Exporte für längere Zeit zurück gehen. Neben den notwendigen Reparaturen in den Fabriken wird der Strommangel sich böse auswirken. Und dieser Mangel wird kurzfristig nicht so einfach zu beheben sein.

Würde Siemens weinen wenn bei GE die Fabriken für die medizinischen Geräte zerstört wären und es lange dauern würde bis GE voll an den Markt zurück kehren würde? Kaum, Siemens würde Sonderschichten fahren.

Der teilweise Ausfall von Japan wird also nicht nur dämpfend auf die Weltwirtschaft wirken. Er wird auch in viele Teilen Asiens, Europas und den USA belebend wirken.

Japan wird fleißig Geld drucken um die Behebung der Schäden finanzieren zu können. Auch dies wird eine primär binnenwirtschaftliche Angelegenheit sein.

Es ist also nicht ausgeschlossen, dass in kurzer Zeit die Börsen bei uns und in den anderen Teilen der Welt zulegen werden.
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Malko07:

maba71 (#77251), dies ist kein

4
14.03.11 10:02
Katastrophenfilm aus Hollywood. Eine großräumige Evakuierung ist nicht durchführbar. Den Großraum Tokio zu evakuieren würde Monate dauern und Tausende Tote zur Folge haben. Manchmal muss man sein Schicksal akzeptieren.
Antworten
Kicky:

Wissenschaftler v.Strahlenschutzinstitut München

7
14.03.11 10:15
gestern abend im Interview bei ZDF? sagte ganz deutlich,offenbar sei die Kernschmelze schon erfolgt ,ob das Experiment mit dem Meerwasser gelinge sei sehr fraglich ,man müsse es ja dann auch wieder austauschen,eigentlich müssten im mehreren hundert Kilometer Umkreis alle Menschen evakuiert werden-und das sei unmöglich.

Ich bin sonst kein sonderlich gläubiger Mensch ,aber hier bete ich für die armen Menschen dort.Und schweige jetzt lieber.
Antworten
AlterSchwede.:

Freisetzung von Uran / Plutonium

5
14.03.11 10:21
Da in den Reaktoren kein Graphit zu Einsatz kommt ist eine "Auslöschung Japans" doch prinzipiell garnicht möglich, oder sehe ich das falsch?

Uran und Plutonium sind Festkörper, die m.W. in der vorliegenden Form (es wird ein Moderator benötigt!!) weder explodieren noch verdunsten können.
Also würde die radioaktive Verseuchung selbst bei einem Bruch des Containments lokal beschränkt bleiben. Kernschmelze hin oder her. Kernschmelze heißt nichts anderes als, dass es im Reaktor so heiß wurde, dass der Kern geschmolzen ist.
Kernschmelze ist nicht mit einer nuklearen Explosion wie bei einer Atombombe gleichzusetzen und eine Kernschmelze führt auch zu keiner nuklearen Explosion.

Alles, was bei einem Containmentbruch frei werden würde, wären radioaktive Gase (Spaltprodukte), die sich aber mittelfristig vermutlich eher ungefährlich i.d. Athmosphäre verteilen würden und die auch eine eher kurze Halbwertszeit haben.
Antworten
Anti Lemming:

Verdoppelung der EU-Rettungsfonds

7
14.03.11 10:21
...im Windschatten der japanischen Katastrophe. Geschickt, Frau Merkel...

14.03.2011 08:06
Euro-Rettungsfonds wird nun doch ausgeweitet

Brüssel (BoerseGo.de) - Der Euro-Rettungsfonds EFSF soll nun doch ausgeweitet werden. Darauf haben sich die 17 Staats- und Regierungschefs der Euro-Länder auf ihrem Gipfeltreffen am Wochenende verständigt. Der von den Euro-Ländern bereitgestellte Schirm hat bisher ein Volumen von 440 Milliarden Euro, kann aber wegen notwendiger Sicherheitsleistungen effektiv nur 250 Milliarden an die Schuldensünder in der Eurozone verleihen. Nun soll der Fonds so aufgestockt werden, dass tatsächlich 440 Milliarden Euro am Kapitalmarkt aufgenommen und an die Euro-Länder weiterverliehen werden können.

Deutschland muss im schlimmsten Fall für 200 Milliarden Euro (bisher: 122 Milliarden Euro) bürgen. Im dauerhaften Rettungsfonds ESM ab 2013 wollen die Euro-Länder ein effektives Volumen von 500 Milliarden Euro zur Verfügung stellen. Außerdem wurde beschlossen dass der EFSF und der ESM nun doch Anleihen der überschuldeten Euro-Staaten kaufen dürfen, allerdings nicht auf dem Sekundärmarkt (also von den Investoren), sondern nur auf dem Primärmarkt (also direkt von den emittierenden Staaten).

Die Euro-Staaten einigten sich auch auf eine bessere Abstimmung ihrer Steuer-, Lohn- und Wirtschaftspolitik ("gemeinsame Wirtschaftsregierung"). Darauf hatte insbesondere Deutschland gedrängt. Vereinbart werden sollen Sparvorgaben, tendenziell eine Anpassung der Rentensysteme in den unterschiedlichen Staaten moderate Lohnsteigerungen und der Abbau der Schwarzarbeit. Allerdings scheiterte Berlin mit der Forderung nach festgelegten Schuldengrenzen oder automatischen Sanktionen.

Griechenland wird von den Gipfelbeschlüssen in besonderer Weise profitieren. Das Land muss für die 110 Milliarden Euro Hilfsgelder nun einen Prozentpunkt weniger Zinsen zahlen. Die Kreditkosten für Krisenländer sollen auch generell sinken, allerdings erhält Irland, das im November vergangenen Jahres 85 Milliarden Euro Notfallhilfe erhalten hatte, noch keinen Nachlass.

Die Erweiterung des Rettungsschirms sowie die anderen Maßnahmen sollen offiziell Ende März beim nächsten EU-Gipfel beschlossen werden. Die Bundesregierung hatte sich mit Blick auf die anstehenden Landtagswahlen lange gegen eine Aufstockung gesträubt. Der Bundestag muss den Beschlüssen allerdings noch zustimmen. Einige Abgeordnete kündigten bereits ihren Widerstand an. "Ob eine Mehrheit im Bundestag die Gipfelbeschlüsse mittragen wird, ist zumindest fraglich", sagte FDP-Finanzpolitiker Frank Schäffler zur Rheinischen Post.

(© BörseGo AG 2011 - Autor: Oliver Baron, Redakteur)
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permanent:

Die wirtschaftlichen Folgen für die Weltwirtschaft

3
14.03.11 10:26

werden sich in Grenzen  halten.  Japan ist eine relativ abgeschottete Wirtschaftsmacht mit wesentlich geringerer Arbeitsteilung als Deutschland. Somit werden in den Lieferketten weltweit nur wenige Ausfälle sein.

Permanent

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AlterSchwede.:

Ja, AL: Auf dem Rücken der Japaner...

4
14.03.11 10:30
... scheint gerade die ganze Welt zu "profitieren". Unglaublich, aber es passiert.
I.d. Tat ist Japan ein Exportland und so gesehen profitiert Deutschland doppelt.
Infineon, VW, etc.. alles profitiert eigentlich umso mehr, umso länger die Produktion in Japan eingeschränkt wird..

http://www.ariva.de/...g_im_Open_Interest_t309760?page=90#jumppos2263
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Anti Lemming:

Alter Schwede

6
14.03.11 10:31
Ich hatte bereits gestern und vorgestern geschrieben, dass in dem Moment, wo die Nuklear-Lava mit Grundwasser bzw. Meerwasser in Berührung kommt, eine Dampfexplosion erfolgt, die den Stoff ähnlich flächendeckend verteilen könnte wie beim Graphit-Brand in Tschernobyl. Grundwasser bzw. Meerwasser ist fast unendlich vorhanden, so dass praktisch der gesamte geschmolzene Kern via Dampf in die Atomsphäre gelangen kann. Sobald einer der drei Reaktorkerne geschmolzen ist, ist die Radioaktivität so hoch, dass Menschen in der Umgebung nicht mehr arbeiten können (nur noch Spezialroboter). Somit kann dann vermutlich auch die Kernschmelze in den beiden anderen Reaktoren nicht mehr verhindert werden.

Das in den Brennstäben bzw. der Nuklear-Lava enthaltene Plutonium ist übrigens extrem giftig. Wenige Mikrogramm gelten als für Menschen tödliche Dosis, bei Uran sind es fünf Gramm.

de.wikipedia.org/wiki/Plutonium

Plutonium ist wie andere Schwermetalle giftig und schädigt besonders die Nieren. Es bindet ebenfalls an Proteine im Blutplasma und lagert sich unter anderem in den Knochen und der Leber ab. Die für einen Menschen tödliche Dosis liegt wahrscheinlich im zweistelligen Milligrammbereich.
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Malko07:

#77255: Große Explosionen/Verpuffungen

6
14.03.11 10:33
konventioneller Art können sehr wohl auftreten (Wasserstoff) und damit zu einer großflächigereren Verseuchung beitragen. Generell weiß man aber nichts, auch die "größten" Spezialisten nicht. Es ist eben der erste derartige Fall. Feuergefahr à la Tschernobyl besteht sicherlich nicht auch wenn es in einem derartigen Kraftwerk viel gibt was brennen kann (Kabel, ...).  Die japanischen Kernkraftwerke stehen alle auf Fels. Nichts so einfach mit Grundwasserverseuchung, eher Meeresverseuchung und die "verdünnt" sich schnell.
Antworten
Anti Lemming:

Man sollte jedenfalls

2
14.03.11 10:41
den Großen Radioaktiven Zerfallstag im Auge behalten.
Antworten
maba71:

Dem Flugzeugträger auf offener See ist es jetzt zu

2
14.03.11 10:44
brenzlig geworden und dreht ab!
Dann ist ja vor Ort alles paletti!


TOKYO -- The U.S. Seventh Fleet said Monday it had moved its ships and aircraft away from a quake-stricken Japanese nuclear power plant after discovering low-level radioactive contamination.

The fleet said that the radiation was from a plume of smoke and steam released from the crippled Fukushima Dai-Ichi Nuclear Power Plant, where there have been two hydrogen explosions since Friday's devastating earthquake and tsunami.

The aircraft carrier USS Ronald Reagan was about 100 miles (160 kilometers) offshore when its instruments detected the radiation. The fleet said the dose of radiation was about the same as one month's normal exposure to natural background radiation in the environment.



Read more: www.miamiherald.com/2011/03/14/2113975/...n.html#ixzz1GZ6tPFZP
Der USA Bären-Thread 388146
"Heute geht es uns schlechter als gestern, aber besser als morgen!"
"In Zeiten der universellen Täuschung wird das Aussprechen der Wahrheit zur revolutionären Tat!" (George Orwell)
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Malko07:

Man weiss wieviel

8
14.03.11 10:44
Meereswasser zwischen Betonhülle und Stahlhülle rein passt und weiß damit auch wieviel Wasserstoff maximal entstehen kann. Die Windrichtung wird die entscheidende Komponente bei einer Explosion werden. Da diese Explosion nicht sehr groß werden kann, wird wenig in sehr große Höhen gelangen können und damit viel in Bodennähe bleiben.  Bei absoluter Windstille kann der schlimme Verseuchungskreis einen Durchmesser von wenigen Kilometern haben, es kann aber auch bei unglücklichen Bedingungen zu einer Verseuchung des Großraums Tokio kommen.

Dass das Meer sehr viel Wasser enthält ist bekannt. Dass dies allerdings ein große zusätzliche Explosionsgefahr darstellen würde ist ein Witz. Es würde nur schneller abkühlen, die Verseuchung des Meeres wäre erst mal gewaltig aber auch nicht das Ende. Es sind schon etliche Atomreaktoren unter Wasser hops gegangen.

Ob es allerdings überhaupt zu einer Explosion kommen wird ist alles andere als sicher!
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Platschquatsc.:

Wenn man sich mal von dem Japan-Newsticker löst

6
14.03.11 10:47
und auf die asiatischen Märkte schaut sieht das Ganze wesentlich unaufgeregter aus als hier und man sollte sich nicht Wundern wenn der Welt-Börsengau ausbleibt.

In Ermangelung eines Daxcharts aus 1986 mal der FTSE.

Im übrigen ist morgen Fed-Sitzung und am Freitag großer Verfall.
(Verkleinert auf 70%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 388149
Antworten
AlterSchwede.:

Bleibt zu hoffen...

7
14.03.11 10:50
... dass die Japaner es schaffen ein Kühlsystem zu implementieren, was ausreicht die schwache Wärmeleistung des unmoderierten, geschmolzenen, radioaktiven Breies dauerhaft abzuführen.
Das Containment wird jedoch trotzdem nicht ewig halten.
Da das Kraftwerk vom Standort her bewusst auf Fels gebaut wurde ist eine Berührung mit größeren Mengen Wasser allerdings nur für Panikmacher denkbar.
Das derzeit zu Kühlung verwendete Meerwasser

Die Leistung des UNMODERIERTEN, kompakten Kernes ist zu schwach, um sich durch den Fels zu schmelzen.
Der Zustand in Japan ist jetzt schon vergleichbar mit Zustand von Tschernobyl dem NACH der Graphitverbrennung und der damit einhergehenden Verteilung von Kernmaterial i.d. Umgebung.
Der Unterschied ist: diesmal wurde kein Kernmaterial verteilt!
Jetzt müssen die Japaner den Kern "nur noch" solange kühlen bis seine Leistung soweit abfällt, dass man einen Sarkophag drüberstülpen kann.. dann hätten wir (ohne Untergang Japans) einen Zustand erreicht, der bis heute noch in Tschernobyl aufrecht erhalten wird.
Wie ging es danach jedoch weiter in Tschernobyl?

Tschernobyl ist der beste Beweis dafür, dass man eine Kernschmelze jahrzentelang konservieren kann, ohne dass da irgendwas "explodiert" [Wiki]:

"Der havarierte Reaktorblock ist heute durch einen provisorischen, durchlässigen „Sarkophag“ gedeckelt. Im Inneren ist weitgehend die Situation vom Zeitpunkt der Katastrophe in heißer Form konserviert. Von rund 190 Tonnen Reaktorkernmasse befinden sich Schätzungen zufolge noch rund 150–180 Tonnen im Gebäude, teils in Form geschmolzener und erstarrter Brennelemente aus Uran, Plutonium, Graphit und Sand, teils in Form von Staub und Asche, in Form ausgewaschener Flüssigkeiten im Reaktorsumpf und im Fundament oder in anderer Form. Die ZDF-Reportage Tschernobyl − der Millionensarg spricht hingegen von weit weniger verbliebenem Brennstoff im zerstörten Reaktorblock. Demnach sei im Zuge der Katastrophe mehr radioaktives Material freigesetzt worden, als ukrainische und westliche Stellen behaupten."
Antworten
Anti Lemming:

Leider nicht korrekt, Malko

8
14.03.11 11:02
"Man weiß, wieviel Meereswasser zwischen Betonhülle und Stahlhülle rein passt und weiß damit auch wieviel Wasserstoff maximal entstehen kann."

Das reingepumpte Meerwasser befindet sich außerhalb des Reaktor-Druckgefäßes - nämlich im Zwischenraum zwischen dessen äußerer Metallwand und dem umgebenden Beton-Containment. Dies ist ein primitiver (last hope) Versuch, das heiße Druckgefäß von außen mit Meerwasser zu kühlen. Die starke Temperaturdifferenz (Wasser ist ein gute Wärmeleiter) könnte die Stabilität des Stahls beeinträchtigen (Haar-Risse).

Der Wasserstoff hingegen entsteht an den glühenden Brennstäben im INNERN des Reaktors. Dort kommt kein Meerwasser hin. Es ist ein Oxidationsprozeß. Unter dem hohen Dampfdruck im Reaktorinnern "rosten" die kochend heißen Stäbe in extremem Tempo. Durch die Oxidation werden die O-Atome aus den H2O-Molekülen an das Metall gebunden; der Wasserstoff wird durch die thermische Dissoziation freigesetzt. Über die Überdruckventile des Reaktordruckgefäßes gelangt der Wasserstoff in die Halle des Reaktor, die heute in Block 3 in einer Knallgasexplosion auseinanderflog.

Das Meerwasser AUSSEN hat keinen Einfluss auf die Wasserstoff-Entstehung im Innern. Schmilzt der Mantel des Druckgefäßes durch, fällt die 3000 Grad heiße Nuklear-Lava nun direkt auf das Meerwasser. Dabei finden kaum chemische Reaktionen statt, sondern im wesentlichen Dampfschleuder-Effekte. Dass die Japaner das Meerwasser eigens dorthin gepumpt haben, könnte im Fall einer Druckgefäß-Schmelze die Verteilung der Spaltstoffe sogar verschlimmern. Fiele die Lava auf nackten Beton/Fels, würde es noch ein paar Tage länger dauern, bis sie ins Meerwasser gelangt.
Antworten
AlterSchwede.:

Das derzeit zu Kühlung verwendete Meerwasser...

2
14.03.11 11:23
Ich habe oben vergessen, diesen Satz zu vervollständigen:
... werden die Japaner hoffentlich rechtzeitig wieder abpumpen, sobald damit zu rechnen ist, dass der Kern das Containment bald durchbricht!
Soviel Sachkenntnis bzw. gesunden Menschenverstand sollten sie besitzen.

Ich hoffe auch, sie lassen vor einem Containmentbruch den Druck aus der Reaktorkammer soweit wie möglich ab.
Nur so ist gewährleistet, dass der hohe Druck das Kernmaterial nicht im Umkreis von mehreren 100m verteilt.
Idealerweise könnten sie eine Möglichkeit finden, an das Ablassventil des havarierten Reaktors einen Schlauch anzuschließen, der den radioaktiven Wasserdampf langsam in das Containment z.B. des abgeschalteten Nachbarreaktor überführt.

Es wäre ohnehin vorteilhaft, wenn der Kern "trocken" wäre, bevor er das Containment zerstört.
Antworten
Pichel:

interessant

 
14.03.11 11:27
slopeofhope.com/2011/03/a-fresh-look-at-the-analog.html
Unterbezahlte Verlustbringer
rottmeyer.de/?p=3649
Antworten
AlterSchwede.:

Was glaubt ihr, was an den Börsen abgeht,...

3
14.03.11 11:30
... wenn der Rest der Welt anfängt zu verstehen, dass Japan nicht untergeht, sondern dass das Schlimmste bereits überstanden ist und auf perverse Weise zu all dem Schlimmen jetzt das "Positive" hinzukommt: ein mittelfristiger Teilausfall Japans als Exportnation ist wie ein kleines Konjunkturprogramm für den Rest der Welt.

Wie A.L. oben schon so prima herausgearbeitet hat: endlich!! gibt es für die Politiker der Welt wieder einen Grund den Markt noch stärker Monetär aufzublasen...
Antworten
Anti Lemming:

Dem Handelsblatt zufolge

2
14.03.11 11:38

sind in allen drei vormals aktiven Fukushima-Blöcken die Kühlsysteme komplett ausgefallen. Das Meerwasser, das die Einsatzkräfte auf die glühend heißen Druckgefäße leiten, soll wegen der extremen Hitze sofort verdampfen. Der Dampf gelangt dann ins Freie.

Thesen, wonach sich zwischen Druckgefäß und Beton-Containment Wasser  ansammelt, scheinen demnach unzutreffend zu sein (sofern tatsächlich  Alles verdampft...)

Es ist keinesfalls sicher, ob mit der Außenkühlung der Druckgefäße durch Meerwasser eine Schmelze der Reaktordruckgefäße verhindert werden kann. Nach meiner Einschätzung ist die Lage so, als würde man einen zischenden Dampfkochtopf, der auf einer voll aufgedrehten Herdplatte steht, mit einer Wasserpistole abkühlen wollen.

Die Betreiber berichten, die Reaktoren hätten sich auf unter 100 Grad abgekühlt. Gilt das aber auch für das Innere? Bei einer Kernschmelze, die ja bereits stattgefunden haben soll, steigen die Temperaturen gewöhnlich auf 3000 Grad.

 


 

Atomkraftwerk Fukushima: Auch im Block zwei fällt die Kühlung aus
von Finn Mayer-Kuckuk, Reuters , dpa

Nach Block eins ist nun Block drei des Kraftwerks Fukushima in die Luft geflogen. Übrig ist nur eine Ruine. Und das Schlimmste ist: Auch in Block zwei muss die Betreiberfirma Tepco mittlerweile mit Meerwasser kühlen.


Tokio/NagoyaDer Notstand im japanischen Kernkraftwerk Fukushima Daiichi weitet sich aus. Nach Angaben der Betreiberfirma Tokyo Electric Power (Tepco) ist in einem dritten Kraftwerksblock das Notkühlsystem komplett zusammengebrochen. Der Reaktor Nummer zwei wird nun fast sicher dem Beispiel der Blöcke eins und drei Folgen: teilweise Kernschmelze, Meerwasserkühlung und Entwicklung von explosiven Wasserstoffgas. Zuvor waren bereits die Kraftwerksblöcke eins und drei durch diese Phasen gegangen. Von Block drei steht nur noch eine Ruine.

Die Brennstoffkerne der Reaktoren eins und drei werden bereits seit dem Wochenende nicht mehr von den installierten Systemen gekühlt. Statt dessen flutet die Feuerwehr die Druckbehälter mit Meerwasser, das wegen der ungeheuren Hitze durch eine laufende Kernschmelze sofort verdampft. Den Dampf lässt Tepco in die Atmosphäre ab. Diese Kühlmethode hat das Unternehmen nun auch auf Block 2 angewendet und nach eigenen Angaben eine Überhitzung des Reaktors 2 vorerst verhindert. Die Temperatur im Reaktor sei auf unter 100 Grad Celsius abgesunken, berichtete die Nachrichtenagentur Jiji Press.

Das nun unvermeidliche Ablassen des Dampfes aus dem Reaktorkern erhöht die radioaktive Verseuchung der Umgebung. Da die Kapazität zur Kühlung von außen durch Feuerwehrwagen begrenzt ist, steigt nun auch hier die Gefahr einer kompletten Kernschmelze deutlich an. Das würde wiederum die Gefahr für die weiter südliche gelegene 30-Millionen-Metropole Tokio ansteigen lassen.

Kraftwerksbetreiber Tepco will eine dritte Wasserstoffexplosion an dem Unglückskraftwerk vermeiden. Nach den Erfahrungen mit den Blöcken 1 und 3 soll die Notkühlung des ebenfalls betroffenen Blocks 2 nun nach einem etwas anderen Verfahren erfolgen. "Wir wollen den entstehenden Wasserstoff abführen", sagte ein Sprecher. "Das Ziel ist es, diesmal die Ansammlung des Wasserstoffs im Reaktorgebäude zu verhindern."

Unterdessen arbeiten Experten im zweiten beschädigten Atomkraftwerk in Fukushima Daini weiter an der Wiederherstellung der Kühlung von zwei Reaktoren. Obwohl man sich darauf vorbereitet habe, habe man bisher bei keinem der vier Reaktoren Druck abgelassen, teilten die japanischen Behörden der Internationalen Atomenergieorganisation IAEA am Montag mit. Die Radioaktivitätswerte rund um die Anlage seien normal.

Die Börse Tokio reagierte sofort auf die schlechten Nachrichten. „Das ist heute wie beim Lehman-Schock“, sagt ein Analyst. Der Nikkei-Index fiel bis zum frühen Montagnachmittag (Ortszeit) um gut sechs Prozent....

www.handelsblatt.com/panorama/...detail_tab_print,3947456.html

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fkuebler:

Platschquatsch #264: Nein, sicher kein Börsen-GAU!

10
14.03.11 11:46

"Wenn man sich mal von dem Japan-Newsticker löst und auf die asiatischen Märkte schaut sieht das Ganze wesentlich unaufgeregter aus als hier und man sollte sich nicht Wundern wenn der Welt-Börsengau ausbleibt"

Ich glaube auch, dass die Pokerspieler an den Börsen in ganz "natürlicher" Weise versuchen werden, die Implikationen der neuen Situation vorwegzuahnen, insbesondere die voraussichtliche Reaktion der anderen Marktteilnehmer, und diese positiv antizipieren. Das dürfte in der Tat alles andere als einen regelrechten Absturz bedeuten. Neben dem Verhalten des FTSE bei Chernobyl spricht auch das Verhalten der asiatischen Börsen beim 2004-er Tsunami dafür.

Nebenbemerkung: Das dürfte bei fast allen der Leute hier im Forum, die sich derzeit voller Betroffenheit auf die Tastaturen stürzen, nicht wesentlich anders sein. Im Media-Markt kauft man in der Regel den DVD-Spieler, der durch Kinderarbeit oder ähnliches am billigsten ist, und in seinem Auto verfeuert man per E10 voller ökologischem Wohlgemüts die Mahlzeiten der weniger privilegierten Weltbewohner. Das alles erinnert mich an die ehemalige Ton-Steine-Scherben-Managerin, gegen die als amtierende Betroffenheits-Weltmeisterin niemand hier im BT auch nur den Hauch einer Chance hat... ;-)

Wie effektiv die Finanz-Rationalität tickt, konnte man heute Nacht ganz gut an der Börse in Seoul sehen. Nach einem initialen Absturz schoss der Kospi geradezu nach oben, weil man sich sagte, dass die Koreaner jetzt kräftig Business von den Japanern übernehmen, deren Fabriken - leider, leider - für einige Zeit schwer gehandicapped sind... 

Die Liquiditätsfluten dürften jetzt noch einmal deutlich vergrössert werden und kurzfristig ein weiteres Aufschwemmen der Assets unterstützen. Bernanke dürfte am Mittwoch betonen, dass er im 'Notfall' natürlich auch gerne mit QE3 bereitstehen würde, was den US-Finanzpokerspielern ziemlich gefallen wird.

Trotzdem glaube ich (60:40) nicht an ein Übertreffen der bisherigen Höchststände von Februar und werde - bei allen Risiken - bärisch positioniert bleiben. Heute habe ich sogar die vor 3 Wochen mit Verlust glattgestellte Silber-Shortposition wieder eröffnet.

Grund dafür ist, dass ich in den etwas grösseren "sozionomischen" (wie Prechter es nennt) Zyklen jetzt so langsam doch eine nachhaltige Stimmungsverschlechterung erwarte, die zwar nur sehr allmählich wirken, aber von den Finanzpokerspielern zu irgendeinem Zeitpunkt ziemlich plötzlich antizipiert werden dürfte, und dann schneller als von den meisten hier (ausser natürlich AL :-) erwartet für einen längeren (negativen) Trendumschwung sorgen könnte. 

Kann sein, kann nicht sein, aber das ist ja bekannt...

Der USA Bären-Thread 388156
Antworten
Anti Lemming:

Alter Schwede

2
14.03.11 11:47
Wenn 5 % der Japan-Wirtschaft durch Beben und Tsunami zerstört wurde (bislang) und mit Neuverschuldung wieder "nachgebaut" wird, ist das BIP am Ende der Aktion wieder da, wo es vorher stand.

Die Staatsschulden sind danach aber entsprechend höher.

Folglich steigt die bereits jetzt bei ruinösen 225 % des BIP liegende japanische Staatsverschuldung-Quote NOCH weiter. Dann müssen auch Ausländer die Finanzierung der japanischen Staatsschulden stemmen, weil den Japan-Rentnern langsam die Ersparnisse ausgehen.

Ob Ausländer das auch für 1,2 % Zinsen auf 10-jährige machen? Ich bezweifle dies stark. Die Japaner bekämen dann mit schätzungsweise 240 % Schulden-BIP-Quote (post Aufbau) eine Ultra-Griechen-Problem.

Was soll daran bullisch sein?
Antworten
maba71:

@AL

 
14.03.11 11:52
Und zur Vollständigkeit halber sei gesagt, daß Sie zusätzlich das Meerwasser zwischen diesen beiden Hüllen noch mit Borsäure versetzt haben, wenn der Lavabrei bei einer Kernschmelze durch die Reaktorhüller sich frisst, die Reaktionen durch die Borsäure sich verlangsamen sollen/sollten/müssen!
Getestet und geprüft wurde es nicht, steht auch nicht mehr im Handbuch!
Entweder es funzt oder es funzt nicht, mehr können Sie nicht mehr machen!
"Heute geht es uns schlechter als gestern, aber besser als morgen!"
"In Zeiten der universellen Täuschung wird das Aussprechen der Wahrheit zur revolutionären Tat!" (George Orwell)
Antworten
AlterSchwede.:

Dampf!?

3
14.03.11 12:05
Ich kenne keine Videos, auf denen man dauerhaft Dampf aus den Reaktoren treten sieht?
Vermutlich hats halt am Anfang gedampft und als das Druckgefäß ausreichend abgekühlt war nicht mehr.

Sicherlich hat die Kühlung etwas gebracht und dadurch, dass aus dem Druckgefäß bereits Dampf abgelassen wurde, hat die nukleare Masse auch Stück für Stück immer mehr Moderatormaterial (=Wasser) verloren. Darüber hinaus wurde ja auch wie du oben selber so schön ausgeführt hast einiges Wasser aufgespalten.
Was ich völlig unbegreiflich finde, ist, warum man die Gase nicht langsam aus dem Druckgefäß abgelassen hat und dabei kontinuierlich den enthaltenen Wasserstoff abgeflammt hat!?
Dann wäre es erst garnicht zu der Verpuffung gekommen.
Das Entweichen der radioaktiven Gase muss man leider prinzipiell immer einfach in Kauf nehmen, um den Druckbehälter zu retten.

Im Druckgefäß selber befindet sich übrigends kein Sauerstoff, daher kann es dort zu keiner Verpuffung kommen.

Umso weniger Moderator vorhanden ist, umso schwächer wird die Kernreaktion.
Daher begrenzt sich auch eine Kernschmelze selber in ihrer Heftigkeit.

Ich denke, die Reaktortemperatur wird ziemlich genau zwischen 100 und 3000 Grad Celsius im Inneren liegen. :)
Unter 100 Grad sind es also dann im borsäuregefüllten Zwischenraum und inzwischen sicherlich unter 3000 Grad im Kernmaterial

Das mit der Borsäure geht mir nicht ganz i.d. Kopf, weil wie AL es schon sagte: wenn der heiße Kern in Wasser/Borsäure fällt, kommt es zu starker Dampfentwicklung, die potentiell das radioaktive Material weitläufig verteilen kann.

Dies würde nur dann nicht passieren, wenn man das Kernmaterial so stark abkühlen kann, dass keine Verdampfung in großem Umfang mehr erfolgt.
Darauf scheinen die Japaner zu bauen.

Ich kenne mich ja nicht aus, aber mir wäre trotzdem ein "trockener" heißer und v.A. kompakter Kern irgenwo in einem Felsloch lieber, als eine Riesenmenge handwarmen, radioakten Borschlamms.
Antworten
Anti Lemming:

Die Japan-Futures sind aktuell auf Tages-Tief

2
14.03.11 12:11
das zugleich ein Jahres-Tief ist:
(Verkleinert auf 76%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 388163
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