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Der USA Bären-Thread

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Passende Knock-Outs auf Nvidia Corp

Strategie Hebel
Steigender Nvidia Corp-Kurs 5,00 10,01 15,16
Fallender Nvidia Corp-Kurs 5,01 6,25
Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen finden Sie jeweils hier: DE000VK7ZTT2 , DE000VY1ESG3 , DE000VY1QRR6 , DE000VY1TGF8 , DE000VH5TAK3 .Bitte informieren Sie sich vor Erwerb ausführlich über Funktionsweise und Risiken. Bitte beachten Sie auch die weiteren Hinweise zu dieser Werbung.

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schlauerfuchs:

Wie reagieren Börse und Notenbank?

 
13.03.11 09:48
Der USA Bären-Thread 10031543
Die Börse stürzte bereits ab - droht Japan nach dem Jahrhundertbeben nun eine neue Wirtschaftskrise? Laut einem Agenturbericht könnte die Notenbank in Tokio mit aller Macht gegensteuern - und die Märkte mit frischem Geld in Milliardenhöhe fluten.
The quick brown fox jumps over the lazy dog.
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Malko07:

Zwischen einer vollständig ausgeführten

18
13.03.11 09:57
Kernschmelze (alle Stäbe zu einem heißen Brei verschmolzen) und ersten Schäden an den Brennstäben ist noch ein erheblicher Unterschied. Mit den ersten Schäden entstehen die außerhalb gemessenen Stoffe und es entsteht Wasserstoff, das abgelassen werden muss damit einem der innere Behälter nicht um die Ohren fliegt. Dieser Wasserstoff war wahrscheinlich auch der Grund für die Zerstörung der äußeren Hülle. Auch Wasserdampf kann zu erheblichen Explosionen führen.

Inwieweit es gelingt oder nicht gelingt mit Mehrwasserüberflutung, versetzt mit Borsäure (H3BO3), den Prozess zu stoppen, weiß keiner. Dies ist der erste derartige technische Großversuch.

Bis sich der geschmolzene Brei durch den Stahlschutzmantel und die Betonummantelung durchgefressen hat, dauert angeblich ca. eine Woche - genaueres werden wir später wissen.

Ob es eine klare Sicht über die Verhältnisse in den betroffenen Kernen gibt, wage ich zu bezweifeln. Die wird keiner betreten können ohne sofort umzukippen (Hitze, Radioaktivität) und ein Großteil des Überwachungsspielzeugs wie z.B. Videokameras und viele Messgeräte werden nicht mehr funktionieren. Man kann nur versuchen an Sekundäreffekten außerhalb der Schutzhülle auf das zu schließen was in der Schutzhülle vor sich geht. Diese Beurteilung ist auch sehr schwierig, da es an praktischer Erfahrung mangelt.  Man hat sich eben in ein Flugzeug ohne Landevorrichtung gesetzt. Fehlende Informationen liegen deshalb auch nicht in einer verschwörerischer Geheimhaltung begründet. Man weiß es eben auch nicht.  

Erst wenn das Kühlwasser sich nicht mehr wesentlich erhitzt kann man versuchen herauszufinden, wie der innere Zustand ist. Eventuell hat man dann die lange gesuchte Technik der Entsorgung gefunden (Achtung Satire).

Kein Schwein weiß eben was jetzt und die nächsten Wochen alles passieren wird und kann. Irgendwelche Annahmen bringen nichts.  Da mehrere Reaktoren betroffen sind, ist es eindeutig ein technischer Großversuch, der uns schlauer machen wird und zeigt, dass man bei der Technik zu den guten alten Methoden zurück kehren sollte. Nur das was man wirklich erproben kann und hat sollte man praktisch umsetzen. Es gibt zwar eine theoretische Physik aber eine theoretische Technik wird es niemals geben.
Antworten
Malko07:

Die wirtschaftlichen Konsequenzen kann

7
13.03.11 10:09
ich momentan nur sehr schlecht abschätzen. Es gibt bis jetzt keine verwertbare Daten über den Schadensumfang, es gibt nur sehr selektive Bilder.

Wenn man sieht in welchem Umfang die Atomanlagen betroffen sind, kann man schon auf längere Zeiten mit Elektrizitätsengpässen rechnen. Das wird auch die Produktion treffen.

Japan war kein typischer Importeur. Mit allen möglichen Tricks ist immer schon der Import von Agrarprodukten bis zu industriellen Produkten hintertrieben worden.

Japan war allerdings immer schon ein großer Exporteur. Auch wenn in letzter Zeit immer mehr Fertigungsanlagen außerhalb des Landes hochgezogen wurden, wird immer noch im Inland erheblich für den Export produziert.

Die Folgen für die Weltwirtschaft wird also auch nicht so einfach abzuschätzen sein. Für wen ist es ein Schaden und für wen ist es ein Gewinn? Für VW oder für Toyota? ....
Antworten
musicus1:

wirtschaftliche folgen.....

5
13.03.11 10:17
für mensch und tier,  die zukünftig nochmalige zunahme der verseuchten böden und  damit verbunden belastung von lebensmittel und grundwasser.......die  radioaktivität wird  um den gesamten erdball gejagt, je  nachdem wie  und  wo wind und niederschläge  niedergehen........ schutz gibt es leider kaum......
Antworten
Malko07:

#77154: Ohne großes Feuer

9
13.03.11 10:29
(in der SU was Graphit der Treiber für das Feuer) steigen die Abgase nicht hoch genug und können deshalb auch nicht sehr weit verfrachtet werden. Ein Nachteil für die nähere Umgebung ein Vorteil für die weiter entfernten Menschen.

Wie stark die Verseuchung der Böden in Japan dann sein wird, müssen wir abwarten. Auf jeden Fall hat der Tsunami selbst massenweise fruchtbare Krume weg geschwemmt auf den Böden sobald nichts mehr wachsen wird. Auch starren wir fixiert auf Nuklearanlagen. Dabei sind manche chemische Anlagen diesbezüglich mindestens so gefährlich. Japan hat eine große chemische Industrie.
Antworten
Eidgenosse:

Wie lange kann sich der geschmolzene

11
13.03.11 10:36
Klumpen denn am Leben erhalten? Oder anders gefragt, wie lange geht es bis sich der Kern von alleine abkühlt weil keine Energie mehr da ist? Frisst sich das Zeug etwa bis zur Erdmitte durch?
Ist mir klar das da wenig Wissen vorhanden ist aber ob es eine Woche glüht oder 100 Jahre müsste man doch sagen können.

Ich bin sofort bereit mit weniger Energie zu leben. Der Beleuchtungswahnsinn ist nicht nötig. Auch muss das Haus nicht auf 24 Grad geheitzt werden nur damit man im Winter mit den Unterhosen (oder ohne) rumlaufen kann. Jeden Tag zweimal duschen ist auch nicht nötig. Es gibt noch sehr viele Sachen die ohne grossen Wohlstandverlust realisierbar sind.

Es gibt aber auch viele Fortschritte. Die Industrie braucht heute auf die produzierte Menge gerechnet längst nicht mehr soviel Energie und Ressourcen wie vor 50 Jahren.

AKW`s müssen aber weg, die Folgen bei Störungen sind zu gravierend. Bei Überschwemmungen und Bränden kann man wieder Aufbauen, der Schaden ist fassbar. Bei Radioaktivität ist ein Wiederaufbau über Generationen nicht mehr Möglich.

Spätestens nach Tschernobyl hätte man aufhören sollen. So wie es jetzt läuft wird es aber auch nach Japan kein Rückbau geben. Bis zum nächsten GAU der mit Garantie kommt. Dann vielleicht vor unserer Haustür.
Über den Wolken...
Antworten
Anti Lemming:

"Blick in den Reaktorkern"

12
13.03.11 10:39
"Ob es eine klare Sicht über die Verhältnisse in den betroffenen Kernen gibt, wage ich zu bezweifeln. Die wird keiner betreten können ohne sofort umzukippen (Hitze, Radioaktivität) und ein Großteil des Überwachungsspielzeugs wie z.B. Videokameras und viele Messgeräte werden nicht mehr funktionieren."

Die vier Reaktoren im Fukushima-Block sind allesamt unmoderne und gefährliche Siedewasserreaktoren.

de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Kernkraftwerke

Bei diesem Reaktortyp wird der Dampf, den die Brennstäbe erzeugen, direkt in die Generatorturbine geleitet. Tritt irgendwo im Dampfkreislauf ein Leck auf (z. B. am Generator), so tritt unweigerlich Radioaktivität aus.  Auch in Deutschland werden diese Monstren noch betrieben, u. a. in Brunsbüttel, Krümmel und Gundremmingen. Bei zahlreichen Störfällen drangen große Mengen Radioaktivität ins Freie, was die Betreiber (in Norddeutschland Vattenfall bzw. vormals HEW) - wie in Japan - stets verschwiegen, verharmlost darstellten oder nachträglich abwiegelten.

Das Japan diesen gefährlichen Reaktortyp massenhaft mitten in einem Erdbebengebiet aufstellte, ist verantwortungslos und geschah (vor 40 J.) offenbar in der "Euphorie der ersten Stunde", in der eine neue Technologie die Industrie- und Politiker-Augen glänzen lässt und die Risiken wegdiskutiert werden. (War es bei "Subprime" nicht genauso? Was wird aus den von Bernanke hoch gelobten Derivaten?) Die AKW-Planung war derart kurzsichtig, dass sich damals kaum ein Politiker über die Endlagerung der Brennstäbe Gedanken gemacht hatte.

Inzwischen lagert der deutsche und teils französischer Atom-Müll massenhaft in Gorleben. Das ausgebrannte Material ist Plutonium-haltig und strahlt weitaus stärker als das in frischen Brennstäben enthaltene angereicherte Uran. Plutonium hat eine Halbwertszeit von 10.000 Jahren und ist erst nach ca. 100.000 Jahren weitgehend zerfallen.

Dieser Atommüll lagert nun oberirdisch in einer Halle in Gorleben - laufend kommen neue Castoren hinzu - und muss auch dort ständig gekühlt werden. Fällt die Kühlung in Gorleben aus, droht ein nuklearer Super-GAU, der um Dimensionen schlimmer ist als Tschernobyl. Deutsche Politiker (inkl. den inzwischen korrumpierten Grünen) halten dies offenbar für ein vertretbares Risiko. Ich nicht. Es kann - wie in Japan - immer mal Notlagen geben, in denen die Castoren nicht mehr gekühlt werden können. Das Plutunium in den "Särgen" strahlt noch 100.000 Jahre. Das ist sehr lange, wenn man bedenkt, dass die Neanderthaler vor 30.000 Jahren noch nicht einmal sprechen konnte. Die menschliche Sprache ist gerade mal 30.000 Jahre alt!

Im Innern eines Siedewasser-Reaktorkerns geht es in der Tat "höllisch" zu:

Durch die bei der Kernspaltung entstehende Wärme verdampfen Teile des Wassers (Siedekühlung) bei z. B. 71 bar und 286 °C im Druckbehälter; dieser Dampf treibt die Turbine an. Ein Generator wandelt die von der Turbine gelieferte Energie in elektrischen Strom um. ... Die im Reaktor erzeugte Dampfmenge beträgt bei einem Siedewasserreaktor eines deutschen Kernkraftwerkes etwa 7000 Tonnen pro Stunde.

de.wikipedia.org/wiki/Siedewasserreaktor

In den Fukushima-Reaktoren hat sich der Druck bereits verdoppelt und dürfte daher bei 140 Atmosphären liegen. Diesen Druck und Temperaturen von 286 Grad (inzwischen sicherlich höher) kann niemand aushalten bzw. "persönlich" überwachen. Allein die starke Strahlung würde Menschen binnen Sekunden töten. Auch Maschinen halten das nicht aus. Die Strahlung ist derart stark, dass nach einigen Jahren sogar der Stahl des Reaktor-Druckgefäßes versprödet und feine Haarrisse bekommt.
Antworten
Malko07:

A.L. (#77157), in diesem Fall

14
13.03.11 10:52
hätten sich Druckwasserreaktoren um keinen Deut besser verhalten. Wenn die gesamte Kühlung ausgefallen ist, muss auch dort Wasserdampf, Wasserstoff abgelassen werden. Und die transportieren dann die radioaktiven Stoffe nach außen. Im "normalen" Betrieb haben Druckwasserreaktoren Vorteile, das es wegen dem Wärmetauscher zu weniger verstrahltem Material kommt. Auch kleine Störfälle sind einfacher zu bewältigen ohne dass es zum Austritt von Radioaktivität kommt. Bei den Siedewasserreaktoren ist in Störfällen wie diesen allerdings die Überflutung als letzte Maßnahme einfacher. Japan hat auch Druckwasserreaktoren, die Siedewasserreaktoren stehen immer an großen Gewässer.

Bei uns wird die Lage von Tag zu Tag gefährlicher. Die Menschen mit dem notwendigen Wissen sterben aus (Rente, Früpensionierung, ..). Wir betreiben also eine Technik Jahrzehnte weiter, die wir irgendwann nicht mehr reparieren können. Ersatzteile werden fehlen und das notwendige Wissen auch. Viel Spaß bei einem großen Unfall.
Antworten
fkuebler:

Nix gegen AKW-Gegner, lieber AL #150/157, ...

8
13.03.11 10:54

"Ich bin ein AKW-Gegner der erste Stunde und halte es für verantwortungslos, dass Kernkraftwerke in einem stark von Erdbeben gefährdeten Land wie Japan gebaut wurden. Die Schuld dafür trifft klar die japanische Regierung, die offenbar nicht die nötige Vorsicht und Vorsorge walten ließ. Das aktuelle Fiasko ist gleichsam die Quittung für Leichtfertigkeit und Verantwortungslosigkeit der japanischen Regierung und Industrie"

..., denn es handelt sich dabei zwar um eine erdrückende Mehrheitsmeinung, die praktisch alle Kriterien einer Lemming-Bewegung erfüllt, aber in einer demokratisch-pluralistischen Gesellschaft kann und darf es kein Denk-Gebot geben. 

Den meisten Leuten sind komplizierte Ursache-Wirkungsbeziehungen viel zu - ja, genau: - kompliziert. Wer nicht von vornherein über die Gnade eines derart kleinen Gehirns verfügt, dass sich ihm die oft schmerzlichen Güterabwägungen gar nicht erst erschliessen, der versucht sich davor dadurch zu schützen, dass er seinen Denkapparat sicherheitshalber Not-abschaltet... ;-)

Güterabwägungen sind meistens Preisabwägungen, also Antworten auf die Frage, welchen quantitativen Nachteil man für einen quantitativen Vorteil zu zahlen bereit ist. Ein Beispiel ist der Preis, den man für die zivilisatorischen Vorteile des Massen- und Individualverkehrs zu zahlen bereit ist, vulgo Strassenverkehr: weltweit ca. 600'000 Tote jährlich. Nicht gerade vernachlässigbar, auch wenn es gelingen sollte, das mit grossen Anstrengungen auf die Hälfte zu drücken...

Im Vergleich dazu ist der Preis, den wir für die zivilisatorischen Vorteile der Energiegewinnung zu zahlen bereit sein müssen, fast schon "zahm": für den hierbei grössten Sektor Kohleförderung zahlen wir "nur" mit jährlich ca. 20'000 Toten. Selbst die irrsten und wirrsten Anti-AKW-Aktivisten müssen sich richtig schweisstreibende Mühe geben, um in Hoch- und Zurechnung solche Zahlen für die direkten, indirekten, und super-indirekten Atomkraft-Folgen zu erzeugen...

Und wenn die Fans von "regenerativer" Energie mit leuchtenden Augen täglich Zehntausende von Mahlzeiten der ärmeren Weltbürger in ihren Autos verfeuern und dies in Zukunft noch drastisch steigern wollen, oder in ihren Gesamtfolgen noch völlig unkalkulierbare Grössttechnologien für regenerative Energie einsetzen wollen, dann ist es - je nach Sentiment - eine Satire oder Tragödie, dass die Weiterentwicklung der Atomkraft, z.B. in Form von Fusionstechnologien, praktisch nicht mehr zum gesellschaftlich akzeptierten Portfolio der Energiegewinnungs-Zukunftstechnologien gehört... :-(

So, das war jetzt mein Wort zum Sonntag für diese Woche... ;-)


"Ich halte es im Sinne des Bären-Threads für "politisch korrekt", über die weitere Entwicklung in Japan und den dortigen AKWs zu berichten. Es ist auch legitim, die wirtschaftlichen Folgen zu erörtern. Aber bitte sachlich und mit dem gebührenden Respekt vor den Opfern und nicht mit dämonischem Weltuntergangs-Schaum vorm Mund"

Damit ich nicht gar so negativ klinge, erkläre ich mich zur Kompensation hiermit voll einverstanden... ;-)

Antworten
Malko07:

fkuebler (#77159), nur wenn

11
13.03.11 11:05
man die eventuelle Aufbereitung und Entsorgung außen vor lässt, macht die heutige Kernkraft wirtschaftlich Sinn. Da man aber überall die Verwaltung des Abfalls auf den Steuerzahler schiebt, ist die Kernkraft sehr lukrativ für die Stromerzeuger. Sieht man den Gesamtanteil am "Energieverbrauch" (nicht nur Elektrizität), kann man problemlos darauf verzichten. Nur eine geringfügige effektivere Verwendung der kalorischen Brennstoffe macht die Kernkraft überflüssig. Kernkraft fällt deshalb mMn unter Staatsverschuldung.
Antworten
Anti Lemming:

fkuebler - Ethik?

8
13.03.11 11:08
Ich antworte kurz mit dem Philosophen Hans Jonas. In seinem Buch "Das Prinzip Verantwortung" hat er den Kant'schen Imperativ um eine Technikfolgenabschätzung erweitert, weil individuelles Handeln in Zeiten der Hochtechnologie nicht nur im Hier und Jetzt, sondern auch für künftige Generationen wirksam wird.

Jonas führt in dem Buch sinngemäß aus, dass wir (die heute Lebenden) nicht das moralische Recht haben, uns in das Leben der Ungeborenen einzumischen - sei es, indem wir ihnen Berge von strahlendem Atommüll hinterlassen, mit denen wir unsere heutigen "Energieprobleme lösen", oder gentechnisch veränderte Chimären mit nicht mehr umkehrbaren Änderungen in der Keimbahn. Es gilt natürlich auch für die horrend aufgetürmten Staatsverschuldungen, die heutiges Leben in Saus und Braus den Folgegenerationen aufbürden.

In allen Fällen ist Nachhaltigkeit gefragt und nicht der von Politkern angestrebte kurzfristige Erfolg ("Lösung des Energieproblems durch AKW bzw. Lösung der Finanzschieflagen durch horrende Neuverschuldung).



Es geht Jonas also um den Spagat zwischen dem technisch (bzw. finanziell) Machbaren und dem ethisch Verantwortbaren. Und da haben heutige Politiker in der Tat, wie Du schreibst, "ihren Denkapparat sicherheitshalber Not-abgeschaltet".
Antworten
fkuebler:

Malko #158: Das ist ja Teil der Tragödie, ...

9
13.03.11 11:08

"Bei uns wird die Lage von Tag zu Tag gefährlicher. Die Menschen mit dem notwendigen Wissen sterben aus (Rente, Früpensionierung, ..). Wir betreiben also eine Technik Jahrzehnte weiter, die wir irgendwann nicht mehr reparieren können. Ersatzteile werden fehlen und das notwendige Wissen auch"

..., oder auch Farce, je nach Stimmung. Vermutlich auch aus dem mittlerweile gesellschaftlich verfestigten Anti-Sentiment der 68-er entstanden. Gott-sei-Dank verhalten sich wenigstens nicht alle anderen Länder so irrational wie das Volk der Dichter und Denker, und von da können wir dann ja Knowhow und Unterstützung importieren, während wir im Gegenzug Weltverbesserungs-Theorien und -Schriften exportieren... ;-)

"Viel Spaß bei einem großen Unfall"

Ja, das stimmt leider... Aber ich würde statistisch eher erwarten, dass er in Deutschland nicht kommen wird.

Disclaimer: ich bin kein Hardcore-AKW-Fan, obwohl ich die grundsätzlichen Vorteile der Technik genauso zu sehen glaube wie ihre Nachteile und ungelösten Probleme. Als erklärter Gelegenheits-Denker bin ich aber gegen die permanente vorauseilende Not-Abschaltung der allermeisten Denkapparate, nur man bei ihrem Weiterbetrieb Panik vor einem Störfall hat... ;-)

So, wenn mich jetzt keiner provoziert, dann war's das von meiner Seite für heute zum Thema   

Antworten
relaxed:

#77158 Nun ja, Areva baut noch

4
13.03.11 11:13
Kernkraftwerke - bleibt zu hoffen, dass die noch wissen wie und dies nicht nur mit Rentnern in Altersteilzeit betreiben. ;-))
Dieses Posting enthält keine Zitate aus der NZZ.
Dr. Relaxed Strangelove
Antworten
Malko07:

Der deutsche Teil von AREVA

3
13.03.11 11:18
liefert nur den konventionellen Teil. Im großen Störfall kommt es auf das Wissen der genauen Konstruktion von unseren und nicht von den französischen Kernkraftwerken an.
Antworten
pfeifenlümmel:

Die Hochhäuser

5
13.03.11 11:19
wurden von den Japaneren edbebensicher gebaut; die Atomkraftanlagen schlampig. Allerdings kann man sich auch in den Finanzzentren gegen Strahlung nicht mit Masken schützen.
Das in der Welt bestehende Mitleid mit den Japaneren kann sich auch noch in Wut verwandeln; Länder wie China, die dicht besiedelt sind, können bei entsprechenden Windrichtungen den Dreck in konzentrierte Form gesendet bekommen.
Der wirtschaftliche Schaden für die Japaner selbst dürfte durch die drohende Verseuchung erheblich werden. Kernkraftwerke baut man dort, wo Strom gebraucht wird. In der Region befinden sich Fabriken von Sony, Nissan und Toyota. Betreten verboten, verseuchtes Land?
Antworten
fkuebler:

AL #161: Ethik!

9
13.03.11 11:21

 Als Gelegenheitsdenker verfüge ich leider nicht über die Kapazitäten, Jonas oder Kant zu lesen, aber zu meiner Entlasung...

"Jonas führt in dem Buch sinngemäß aus, dass wir (die heute Lebenden) nicht das moralische Recht haben, uns in das Leben der Ungeborenen einzumischen - sei es, indem wir ihnen Berge von strahlendem Atommüll hinterlassen, mit denen wir unsere heutigen "Energieprobleme lösen", oder gentechnisch veränderte Chimären mit nicht mehr umkehrbaren Änderungen in der Keimbahn"

... würde ich gerne einen Tick sarkastisch dazu sagen, dass die Natur anscheinend Jonas oder Kant auch nicht gelesen hat. 

WIe sonst wäre es wohl zu erklären, dass sie im Verlaufe von ein paar zehntausend Jahren einfach mal eben so aus Daffke die Erddurchschnittstemparaturen (und Meeresspiegel, usw.pp.) um derart gewaltige Deltas hat schwanken lassen, dass die zu den jeweiligen Zeitpunkten noch Ungeborenen erst gar nicht geboren werden konnten... Aber vielleicht war das ja ein indirekter Akt der Rücksicht, weil die Ungeborenen auf diese Weise auch keine Lasten tragen mussten...

"Und da haben heutige Politiker in der Tat, wie Du schreibst, 'ihren Denkapparat sicherheitshalber Not-abgeschaltet'"

Hierzu kann ich nur mein Standard-Mantra wiederholen, dass wir die Politiker sind und uns von den entsprechenden Vollzeitkräften nur vertreten lassen... 

Antworten
Navigator.C:

Ergänzung zu #77157

6
13.03.11 11:24

Der zweite havarierte Reaktor Daiichi 3 ist ein MOX Reaktor
http://af.reuters.com/article/energyOilNews/idAFTOE68D06X20100914

Windrichtung ab Montag Nord/NordOst
http://www.wetter.info/17824446,tab=3,pid=S476860

"Gott-sei-Dank verhalten sich wenigstens nicht alle anderen Länder
so irrational wie das Volk der Dichter und Denker" ?

Naja schaun mer mal


Navigator.C

Antworten
Anti Lemming:

Eidgenosse - ein glühender Reaktorkern

9
13.03.11 11:25
kann nach meiner Einschätzung monatelang in diesem Zustand (Feuerball mit 3000 Grad Hitze) bleiben. Die nukleare Lava versinkt dabei langsam im Boden, weil darunter liegendes Material verdampft. Das gilt auch für in bzw. unter den AKWs eingezogene Sicherheitsböden bzw. Containments aus Beton und Stahl (Stahl schmilzt weit unterhalb 3000 Grad und ist dann so "fest" wie ein Sumpf).

Die Lava sinkt allerdings nur bis zum Erreichen des Grundwasserspiegels - was eher Tage als Wochen dauert. Die dann folgende Dampfexplosion kann das Nuklearmaterial ähnlich hoch in die Luft schleudern wie ein Graphitbrand (@Malko).

Aber erstens ist noch nicht zu 100 % sicher, ob eine starke bzw. komplette Kernschmelze in den beiden AKWs vorliegt und zweitens versuchen die Japaner, die Reaktoren mit Meerwasser/Borsäure notzukühlen. Dabei dürfte zwar der Pazifik stark radioaktiv verseucht werden, aber das im Vergleich zur vollen Kernschmelze immer noch das kleinere Übel.

Das Grundübel bleibt die "friedliche Nutzung" der Atomenergie selbst. Japan befindet sich wegen der havarierten Reaktoren nun sogar in einer Art Kriegszustand.
Antworten
Anti Lemming:

fk - die Durchschnittstemperatur

2
13.03.11 11:32
auf der Erde ist seit der Entstehung der ersten Lebensformen aus der Ursuppe stets in einem Bereich geblieben, der fortdauerndes Leben ermöglichte. Die Pflanzen haben dabei das Klima teils selber passend reguliert - siehe Lovelocks "Gaia" Hypothese:

de.wikipedia.org/wiki/Gaia-Hypothese
Antworten
fkuebler:

Malko #160: Meine Antwort nur deshalb noch, ...

 
13.03.11 11:32

"nur wenn man die eventuelle Aufbereitung und Entsorgung außen vor lässt, macht die heutige Kernkraft wirtschaftlich Sinn. Da man aber überall die Verwaltung des Abfalls auf den Steuerzahler schiebt, ist die Kernkraft sehr lukrativ für die Stromerzeuger. Sieht man den Gesamtanteil am "Energieverbrauch" (nicht nur Elektrizität), kann man problemlos darauf verzichten. Nur eine geringfügige effektivere Verwendung der kalorischen Brennstoffe macht die Kernkraft überflüssig. Kernkraft fällt deshalb mMn unter Staatsverschuldung"

..., weil ich mein Gelübde, nix mehr zu dem Thema zu sagen, erst nach deinem Posting abgelegt hatte ;-)

Mit deinen Problemfeststellungen hast du schlicht und einfach Recht!

Komma, Aber, Doppelpunkt

Artverwandten volkswirtschaftlichen Unfug betrieb und betreibt man auch bei Förderung und Einführung von anderen Energie-Technologien, wie z.B. Solar und Windkraft (und hat ihn früher bei Kohle betrieben).

Ob das ein deutsches Phänomen ist, kann ich nicht sagen, aber es spricht zunächst mal nicht gegen die Kernkraft an sich.

Antworten
fkuebler:

AL #169: Das ist wirklich witzig, wenn ich dir

2
13.03.11 12:21

"die Durchschnittstemperatur auf der Erde ist seit der Entstehung der ersten Lebensformen aus der Ursuppe stets in einem Bereich geblieben, der fortdauerndes Leben ermöglichte"

... nicht unterstellen möchte, dass es zynisch gemeint war.

Es stimmt, dass auch bei einer Schwankung der Durchschnittstemperatur, so wie sie historisch Realität war (die unten dargestellte Schwankung liegt im Bereich von 50..100 Grad!), fortdauerndes Leben möglich war und ist.

Nur leider nicht für Menschen...

Oder nur für weltweit einige Zehntausende in den dann technologisch möglichen Hochleistungs-Bunkern künftiger "Zivilisationen"...

(Verkleinert auf 63%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 387965
Antworten
pfeifenlümmel:

Immer diese Zufälle!

2
13.03.11 13:00
In der nordöstlichen japanischen Provinz Miyagi messen Atomexperten eine 400 Mal höhere Radioaktivität als normal. Das meldete die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf die Betreibergesellschaft Tohoku. Ein Sprecher des Unternehmen sagte, die Reaktoren in der Region seien stabil. Um das AKW Onagawa sei eine erhöhte Radioaktivität festgestellt worden. Man gehe davon aus, dass dies nicht von dem Reaktor stamme. Es bestünden keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen, hieß es. Experten vermuten, dass der Wind Radioaktivität aus der Provinz Fukushima herübergeweht habe.
Antworten
pfeifenlümmel:

Nun wird schon gemeldet,

 
13.03.11 13:13
dass ein dritter Reaktor dort gefährdet ist. Meiner Meinung nach sind die Atomkraftwerke in Japan geradezu schlampig gebaut worden. Informationen gibt es nur spärlich und werden zunächst bagatellisiert.
Antworten
fkuebler:

Malko #153: DIe Folgen für die Weltwirtschaft ...

6
13.03.11 13:39

"Die Folgen für die Weltwirtschaft wird also auch nicht so einfach abzuschätzen sein. Für wen ist es ein Schaden und für wen ist es ein Gewinn? Für VW oder für Toyota? ...."

... interessieren uns hier ja nicht wirklich, sondern eigentlich nur die Folgen für die Börse (es sei denn, es geht um allgemeine Rechthaber-Effekte :-)

Die Einschätzung der Folgen für die Börse finde ich aber richtig schwer...

Im Grunde ist zunächst mal sehr viel Kapital vernichtet worden, sicher mindestens in der Grössenordnung 100 Milliarden, also - sagen wir mal über einen dicken Ingenieursdaumen - ca. 5% GDP. 

Wirkt das jetzt inflatorisch oder deflatorisch? Im Grunde müssten dadurch ja die den Geldmengen gegenüberstehenden Assets reduziert sein, was inflatorisch wirken müsste, oder? Es sei denn, die wären überwiegend kreditfinanziert, was ich eher nicht glaube.

Unter dem Strich fürchte ich, dass ich es nicht weiss, und deshalb müssen da jetzt die VoWis ran, die es auch nicht wissen... ;-)

Da die Schlitzaugen-Zentralbank gesagt hat, dass sie die vom Tsunami flachgewalzten Landstriche mit Bergen von neuen Geldnoten aufforsten will, könnte die Börse eine Art Super-QE3-Effekt antizipieren, woraufhin sämtliche Welt-Leitindizes am Montag ins Stratosphärische schiessen müssten.

Im Grunde dürfte nach einem gewissen Dip auch das GDP-Wachstum deutlich steigen, denn es ist ja richtig vieles wieder aufzubauen. Falls wir es als Anhaltspunkt verwenden wollen, dann haben wir die besten Börsenphasen der Erfahrung nach ja nach Weltkriegen.

Andererseits kann es auch sein, dass nach den 2 Jahren Bullenmarkt sich jetzt weltweit eine Neigung zu generell schlechter Laune zu bilden beginnt, und dass man dafür Japan als passenden Anlass nimmt.

WIe sagt unser aller Malko immer so schön: die WIrklichkeit ist viel komplizierter, als es sich die meisten hier vorstellen wollen.

Dem ist leider nichts hinzuzufügen... ;-)

Antworten
pfeifenlümmel:

fkuebler,

7
13.03.11 14:16
und langfristige Vorhersagen sind für die Katz!
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