"Öffentliche Drohungen mittels kindischen Rezepten in einer derartigen Lage sind ein Zeichen von Schwäche"
"Das öffentliche Theater unserer Regierung hat es ermöglicht, dass die gesamte Finanzbranche sich mit den 'Kranken' solidarisieren konnte, also ihre Risiken zum Steuerzahler schieben"
"Dann wird man auch sinnvolle Regelungen durchsetzen können. Mit der Schwächung der eigenen Position à la Merkel und Schäuble wird es nur teuer für uns"
... schätze, sogar sehr schätze, und aus deinen Postings oft wichtige Einsichten übernehme, denen ich sogar so weit traue, dass sie ganz wesentlich meine Meinungsbildung beeinflussen...
... so sehr nervt mich manchmal dein Rigorismus und deine (im Vergleich zur Sachkunde) manchmal regelrecht naive Gläubigkeit an die Macht des Geistes und die Machbarkeit der "richtigen" Überlegung.
Aber wenn ich das eine nur durch Verzicht auf das andere vermeiden könnte, dann möchte ich doch auf jeden Fall beides behalten ;-)
Obwohl du VoWis nicht nur das Wasser reichen kannst, sondern den meisten latent überlegen bist, glaube ich nicht, dass du aus diesem Umfeld kommst. Eher kann man dir schon einen stark philosophisch angehauchten Einschlag attestieren, der vermutlich mit dem Alter gewachsen ist, und auch einen leicht bayrischen Grantel-Einschlag hat ;-). Und die Philosophen als Zunft sind ja auch manchmal recht rigoristisch, müssen sich von der Realität wohl auch distanzieren, um die Freiheit des Denkens zu gewinnen.
Aber die Realität ist halt äusserst komplex (hatte ich einen ähnlichen Satz nicht schon mal bei dir gelesen? :-), und sie hält sich nicht an die Macht des Geistes. Wie jeder Spekulant, der überlebt hat, bescheinigen kann...
Und von Politik, um auf das eigentliche zu kommen, hast du nur wenig Ahnung. Im Überschwang würde ich vielleicht sogar sagen: wirklich nicht die allergeringste ;-)
Das ist nicht ehrenrührig, man sollte sich diese Art Spiegel aber innerlich bewusst halten, um sich nicht zu verlaufen.
Es hat in Deutschland* schon sehr qualifizierte Politik-Quereinsteigeversuche von sehr kompetenten Menschen gegeben (z.B. Kirchhoff, bedingt vielleicht Stollmann, etc.), die alle jämmerlich gescheitert sind.
Das hat sicher Gründe, die man verstehen sollte. Man kann natürlich auch eine Änderung der Politik verlangen. Aber dann fällt mir wieder Hölderlin** ein...
* In USA scheint der Unterschied zwischen politischem Geschäft und Wirtschafts/Wissenschaftsgeschäft viel kleiner zu sein, denn dort gibt es viele erfolgreiche Wechsel in beiden Richtungen.
** Hölderlin: Ein Gott ist der Mensch, wenn er träumt, ein Bettler, wenn er nachdenkt.