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Der USA Bären-Thread


Beiträge: 156.451
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Anti Lemming:

Malko - # 71799

5
24.11.10 20:21
Die Aussagen im Spiegel sind zwar korrekt und decken sich mit dem, was wir (u. a. ich) hier im Thread schon öfter geschrieben haben: Die aktuell hohen Marktzinsen werden nur relevant für neu zu begebende oder für zu rollende Staatsanleihen. Die Belastung aus den Bestandanleihen ändert sich dadurch nicht.

Das Problem bleibt bei Griechenland und Portugal aber das marode "Geschäftsmodell". Beide Länder sind hoch verschuldet und ihre Wirtschaft ist nicht konkurrenzfähig. Sie sind zu schwach für den relativ starken Euro. Es ist daher nicht absehbar, dass sie ihre Schulden je zurückzahlen können.

Durch das notwendige Rollen auslaufender Staatsanleihen wird die Zinslast - selbst bei Null-Neuverschuldung - mit der Zeit immer größer und kann dann irgendwann vom Staat nicht mehr bedient werden. Die steigende Zinsbelastung ist daher eine Zeitbombe. Fressen die Zinsen mehr als 40 % der gesamten Staatseinnahmen, gilt ein Staat als "erledigt".

In Irland haben zwar eine etwas solidere Wirtschaft als in GR und P, dafür aber hoffnungslos verzockte Banken. Irland gleicht in dem Punkt eher USA. Der Unterschied ist, dass Irland am Euro und der EZB hängt und klein ist. Deshalb kann es seine Bankschulden nicht, wie die Amis, einfach ignorieren.

Wenn in einem Land sukzessive fast alle Banken pleite gehen wie in Irland und der Staat sie am Ende nicht mehr ausbailen kann - davor haben die Großbanken in GB und D ja so große Angst - , muss man den Staat als bankrott betrachten. Um dem vorzubeugen, wird Irland jetzt "vorauseilend" gerettet.

Ohne die Hilfsmaßnahmen wäre die Pleite unabwendbar gewesen. Es galt also, das Land vor den sturen irischen Politikern zu schützen, die die Überschuldung zu verantworten haben und die sich streuben, diesen katastrophalen Fehler einzugestehen.

An der De-facto-Pleite Irlands, die das Ausbailen durch EU-Plan und IWF erzwang, ändert auch nichts, dass die irische Wirtschaft solider ist als die griechische und die portugiesische.

Überschuldung durch mangelnde Wettbewerbsfähigkeit, gekoppelt mit fiskaler Disziplinlosigkeit, ist genaus so übel wie Überschuldung durch übermäßige Banken-Spekulation, die nach hinten los ging.

Grundsätzlich gilt, dass ein Land mit steigender Schulden/BIP-Quote immer stärker von (weiteren) Bonitäts-Abstufung bedroht ist. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Steigende Schulden (und sei es auch nur durch wachsende Zinsbelastung aus dem Rollen) in Verbindung mit Rating-Abstufungen sind ein "Tod auf Raten". Das gilt für Firmen und für Staaten in gleicher Weise.
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pfeifenlümmel:

Öl läuft wie geschmiert

 
24.11.10 20:28
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Anti Lemming:

Irland: Schulden bei ausländ. Banken insgesamt

4
24.11.10 20:42
www.handelsblatt.com/media/piigs/
(Verkleinert auf 72%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 360894
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Anti Lemming:

Spanien: Schulden bei ausländ. Banken ingesamt

5
24.11.10 20:44
Deutschland ist der größte individuelle Gläubiger, dicht gefolgt von Frankreich.
(Verkleinert auf 72%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 360895
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wawidu:

Stresstest irischer Banken

6
24.11.10 21:08
Hier die im Juli d.J. veröffentlichten Testergebnisse für zwei Großbanken:

www.calculatedriskblog.com/2010/11/...ass-stress-tests-in.html

Mal wieder ein chrakteristisches Beispiel dafür, was diese Stresstests wert sind! Ich bin sehr gespannt, welche Zukunft den angeblich so tollen spanischen Stresstestergebnissen ("die besten in der EU") beschieden ist.
(Verkleinert auf 90%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 360900
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Anti Lemming:

Irlands Banken entwickeln sich zum Mrd.-Grab

3
24.11.10 21:38
Schuldenkrise
Irlands Banken entwickeln sich zum Milliardengrab für Anleger

Die Finanzinstitute der Insel sind offenbar noch maroder als gedacht. Die Kosten für die Absicherung nachrangiger Bank-Anleihen schnellen in die Höhe. Das Beispiel der Anglo Irish Bank zeigt, warum.


Der irische Bankensektor gleicht einem Fass ohne Boden. Die Regierung werde ihren Anteil an der Bank of Ireland  voraussichtlich auf 80 Prozent erhöhen und die Allied Irish Banks  (AIB) komplett verstaatlichen müssen, meldete die Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch unter Berufung auf EU-Kreise.

Wegen der immensen Kosten für die Sanierung der Banken sah sich Irland Anfang der Woche gezwungen, die EU und den Internationalen Währungsfonds (IWF) um Hilfe zu bitten. Das Rettungspaket....

www.ftd.de/unternehmen/finanzdienstleister/...er/50198208.html
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Kicky:

RBS:irische Banken werden quasi nationalisiert

9
24.11.10 21:50
und eigentlich braucht man wohl für sie nur 54 Milliarden ,aber Irland braucht wohl auch noch was, nur das könnte noch viel mehr sein als 85 Milliarden...
The banking team at RBS have produced an excellent note on what Ireland’s quoted banks will look like post-recapitalisation.
We believe the quoted banks need Eur16bn of capital and Eur38bn of a funding lifeline or Eur54bn in total from the EU/IMF. We have made an allowance for further deposit outflows on the back of the instability of this past week and the multinotch sovereign downgrade by S&P and imminent similar action from Moody’s. This assumes the balance sheet stands still and that there is no further terming out of the balance sheet. If we include these two items then the funding component of the quoted banks needs would rise materially. Alternatively if foreign assets are sold, this requirement would drop. This is because in a post-NAMA world, it is majority of the foreign assets which constitute the wholesale funding burden.

   The differential between our estimates and the market speculation of a total package for Ireland in the range of Eur85bn can be explained via the following: i) We use BIS3 not BIS2 because it is challenging to believe in any credible method of the banks ‘earning’ their way to ‘new world’ ratios in the current [climate] ii) Our figures look at the quoted banks only but clearly the other main players (Anglo, INBS and EBS) would need support iii) our figures also exclude the sovereign needs. iii) Mental maths would lead us to a larger total figure for Ireland than Eur85bn once we include these missing elements. We believe that the funding lifelines may not be as big as we think but it all depends on how conversative the EU/IMF officials want to be.

And if past experience in Ireland is anything to go by, they should be very cautious.
As for the ownership of Ireland’s quoted banks post recap, it would look something like this, reckon the RBS analysts:

   Assuming no dilution to the current market price (preference share conversion treated in the same way), this would result in 98% government ownership of AIB, 91% of BKIR and 92% of IL&P. In short, a de facto nationalisation of the entire Irish banking sector. The government currently has an 18% stake in AIB (expected to rise to 94% if current government back stopped capital raising plans were executed) and a 36% stake in BKIR. ILP is 100% private sector owned.

Yep, a de facto nationalisation of the Irish banking sector.

ftalphaville.ft.com/blog/2010/11/24/415436/...-banking-sector/
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wawidu:

Ein sehr suspekter US-Wert

4
24.11.10 22:03
OPEN TABLE INC. ist eine simple Online-Plattform für Tischreservierungen in Restaurants in den USA, Kanada, Mexiko, Europa und Asien. Das Unternehmen hat 23 Mio. Aktien ausgegeben. In den letzten fünf Quartalen haben die Ertragszahlen keine großen Sprünge nach oben gemacht, sondern gewegten sich fast auf gleichem Level.

Hier die Kennzahlen:

Enterprise Value: 1,6 Mrd. $
Trailing P/E: 138
Forward P/E: 67
Price/Sales: 19,2
Total Cash: 88 Mio. $
Operating Cash Flow: 25 Mio. $

Und dann dies!

finance.yahoo.com/q/it?s=OPEN+Insider+Transactions

Dieses Unternehmen ist mE eine "Automatic Teller Machine" (= Geldautomat) für das Management mit geradezu krimineller Energie, möglicherweise sogar im Verein mit einigen Instis.
(Verkleinert auf 65%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 360910
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wawidu:

Nachtrag zu # 71808

2
24.11.10 22:23
Per 30.09.10 war der weitaus größte institutionelle Halter an Aktien von OPEN TABLE INC. die Gesellschaft FMR LLC. Wer sich hinter diesem Kürzel verbirgt:

en.wikipedia.org/wiki/Fidelity_Investments

Fidelity Investments hielt zu diesem Zeitpunkt fast 3,4 Mio. Aktien mit einem Wert von 230 Mio. $.
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Dreiklang:

Der EFSF

6
24.11.10 22:32
Etwas älterer Artikel vom September

ftalphaville.ft.com/blog/2010/09/27/353176/...saving-anything/

In diesem Artikel wird vorgerechnet, dass aufgrund div. Sicherungsmaßnahmen der Fond tatsächlich nur 250 Mia zur Verfügung hätte. D.h. mit Irland wären bereits 40% verfrühstückt. Käme Portugal hinzu, wäre der Fond (auch wenn es "nur" 60 Mia wären) für weitere "Rettungen" nicht mehr belastbar.

Die Märkte kümmern sich aber sowieso nicht um den EFSF und lassen die Bonds abstürzen. Drei Gründe:

1)Denn der Fonds ist ja keine Rettung, sondern nur eine Umschuldung. Die Solvenzfrage kann der EFSF nicht lösen - das hat der Hosenanzug bis heute nicht verstanden.

2) Was passiert, wenn ein Land in den Ausfall geht? Egal, ob die Schulden erlassen werden oder nicht, das jeweilige Land muss ja weitere Anleihen begeben. D.h man bräuchte den EFSFDC : EFSF Defaulted Countries oder EFSF 3.0 (warum 3.0, siehe 3))

3) Da die Volumenfrage nicht geklärt ist, muss der Hosenanzug sowieso mit EFSF 2.0 nachlegen. Und zwar mit dem doppelten Volumen von EFSF 1.0 "diesmal machen wir es aber richtig"

Abgesehen davon gibt es ja noch EFSF 0.5 : Die Griechenland-Rettung.
Antworten
wawidu:

"Deutschland steht vor einem goldenen Jahrzehnt"

4
24.11.10 22:44
So titelt heute WELT ONLINE. Kann mir jemand verdenken, wenn ich diesbezüglich sehr skeptisch bin? Aus Sicht eines Kardiologen würde ich konstatieren, dass bei einem Infarktpatienten extrem heftige Ausschläge des EKGs nach oben sehr bedenklich sind, insbesondere wenn der Patient seine Lebensweise absolut nicht geändert hat.
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Dreiklang:

Im QV wird das Gerücht gestreut...

3
24.11.10 22:54
dass Frankreich ein Kandidat für den Rettungsschirm ist.

Malkoooooooooooooooooooooooooooooo!

Für diesen Fall nehme ich den gedoppelten EFSF 2.0 zurück. Es dürfte dann ein ver-x-fachter EFSF werden ----  Also könnte die Kanzlerdarstellerin ein großzügiges         5 Billionen-Paket ausrufen - was ihr einen Platz in der Geschichte sichern würde.

Vielleicht ist das alles im QV aber auch nur ein Witz und gar nicht wahr. Es wäre, um der Spekulation die Luft aus den Segeln zu nehmen, eine Verordnung zu erlassen, welche die Veröffentlichung von Bieterkursen für Staatsanleihen im Euro-Raum unter Genehmigungspflicht stellt.
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Anti Lemming:

EFTS berechnet 8 % Horror-Zinsen

5
24.11.10 23:11

Dreiklang, es gibt in Deinem FT-Alphaville-Artikel in # 812 noch eine weitere interessante Info.

Es geht um die Zinsen, die verzockte Eurozonen-Staaten zahlen müssen, wenn sie den EFSF (Europäischer Rettungsfonds) in Anspruch nehmen. Sie liegen bei über 8 %, während der 3-Monats-Euribor nur 0,8 % beträgt. Der Rest sind Zinsaufschläge und Gebühren.

Irland muss diese 8 % berappen, wenn es die vermutlich benötigten 114 Mrd. vom EFSF in Anspruch nimmt - und damit weit mehr als die Griechen, die für ihr Sonderhilfspaket nur 5 % zahlen müssen.

Hinzu kommt, dass das Geld, dass der EFSF bereit hält, nicht die nominalen 440 Mrd. sind, sondern nur 250 Mrd. Die Differenz zu den 440 Mrd. ist ein interner Sicherheitaufschlag: Die eingelagerten Bonds werden mit 120 % des Nominalwerts garantiert, weil es sonst kein AAA-Rating für den EFSF-Fonds gäbe. Er ist im Prinzip eine Art CDO.

FAZIT: Irland und die etwaig nachfolgende Eurozonen-Leichen werden mit einem Derivat  "zombisiert". Die Mittel reichen gerade noch für Portugal. Spätestens wenn Frankreichs Rating kippt, geht auch das AAA-Rating für den EFSF-Fonds verloren. Dann köntne er im Extremfall den CLO-Weg der US-CDOs gehen. D.h. es droht eine Art Subprime-Derivate-Krise auf Euro-Ebene.



Münchau comes up with a rough estimate that borrowers could end up paying a total interest rate of about 8 per cent — far above and much more than the 5 per cent Greece paid when it tapped its €110bn European Union emergency loan back in May.

BarCap’s back-of-the-envelope calculations has the total borrowing cost above 8 per cent. That’s about 80bps (3m Euribor) + 300bps (EFSF mark-up) + 150bps (due to the fact that the interest has to be paid on the whole loan) + 300bps (service fees). As BarCap also note, requesting EFSF funds would also likely entail some strict policy conditions, similar to IMF conditionality.

In other words, tapping the EFSF is not a cheap or easy option at all. The facility, perhaps unsurprisingly, was structured largely to benefit the guarantors, often at the expense of potential borrowers.
Moderation
Zeitpunkt: 25.11.10 23:11
Aktion: -
Kommentar: Anm. bzw. Korrektur des Beitragschreibers: Der richtige Titel lautet: EFSF (NICHT EFTS) berechnet 8 % Horror-Zinsen

Link: Nutzungsbedingungen  

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Kostolanya:

Spiegel-Artikel zu Irland & Co.- Umgekehrt

11
24.11.10 23:13
Der Spiegel-Artikel zu Irland & Co., den Malko07 eingestellt hat, beginnt mit dem Satz:

"Wer in der heutigen Hysterie-Gesellschaft besonnene statt extreme Ansichten vertritt, läuft Gefahr, überhört zu werden. Oder er gilt als jemand, der beschwichtigt, die wahren Gefahren nicht erkennt, ja eh keine Ahnung hat. Und so weiter."

Mag sein, dass ich mich täusche - jedoch sehe ich es eher UMGEKEHRT.

Meiner Meinung und Beobachtung nach ist die große Masse der Gesellschaft eben NICHT hysterisch. Warum sollte sie auch hysterisch sein? Die große Masse ist wohl eher unwissend bzw. nicht sehr gut informiert. Die große Masse bekommt doch kaum etwas mit, von dem, was passiert. Ein paar Zeilen aus der Dorf- und Stadtzeitung, ein paar reißerische Headlines aus der Bild, ein paar Nachrichten aus dem Fernsehen. Die gehen ins eine Ohr rein, aus dem anderen Ohr schnell wieder raus.

Ebenso MERKT die große Masse - zumindest, was Deutschland betrifft - noch nicht zwingend "am eigenen Leib" und am "eigenen Geldbeutel" gewisse Veränderungen. Weder wurden der Hochfinanz empfindliche Steuern, wie z.B. Vermögenssteuer etc. "aufgebürdet", noch wurden Rentnern und Hartz4-Empfängern unzumutbare Kürzungen zugemutet. Auch wurde vermieden, den Mittelständlern und dem gemeinen Arbeitnehmer und Angestellten extrem unzumutbare Steuererhöhungen aufzubürden. Und was die Beamten betrifft, so ist mir persönlich auch nicht bekannt, dass in dieser Gruppe extreme Kürzungen vorgenommen wurden, die "Hysterie" auslösen könnten. Durch verschiedene Konjunkturpakete wurden auch in der "sogar von der großen Masse" wahrgenommenen Krise in 2008 viele Dinge gemildert, wie z.B. durch Kurzarbeit-Regelungen, Firmensubventionen, Bankbürgschaften etc.

Schritt für Schritt, fein dosiert -  hier ein paar Euro Steuern mehr, dort ein paar Cent weniger - gerade so, dass sich immens viele Bürger zwar ein bisschen oder auch sehr ärgern, aber noch lange keinen echten, existenziellen Grund haben könnten, hysterisch oder gar wütend zu werden.

Somit ging bzw. geht eine der wohl größten Krisen der Weltwirtschaft des Jahrhunderts scheinbar fast unbemerkt an der "grossen Masse" einfach so vorbei - einfach deshalb, weil es kaum einen persönlich betrifft bzw. betroffen hat,  außer eben denjenigen Wenigen (im Vergleich zur "grossen Masse"), die arbeitslos geworden sind oder auch denjenigen, die einen Großteil ihrer Vermögen, Ersparnisse oder sogar alle Ersparnisse aufgrund von Falschberatungen durch "Bankberater" bzw. "Provisionsorientierte Verkäufer im Dienste einer Bank" verloren haben.

Hier noch mal zur Erinnerung der 1. Satz aus dem zitierten Spiegel-Artikel:

"Wer in der heutigen Hysterie-Gesellschaft besonnene statt extreme Ansichten vertritt, läuft Gefahr, überhört zu werden. Oder er gilt als jemand, der beschwichtigt, die wahren Gefahren nicht erkennt, ja eh keine Ahnung hat. Und so weiter."

Unabhängig davon, dass ich persönlich KEINE "Hysterie-Gesellschaft" ausmachen kann, frage ich mich nun: "Was ist "besonnen" und was ist "extrem"?

Für mich persönlich bedeutet "Besonnenheit", dass man sehr wohl sehr viel weiß, jedoch mit diesem Wissen sehr vorsichtig, klug, eben besonnen und nicht leichtfertig oder gar populistisch umgeht. "Extrem" hat für mich persönlich etwas sehr Negatives. Extremisten- egal ob politisch, religiös etc. sind bei mir persönlich eher negativ behaftet. Verbindet die Masse nicht oft Extremisten mit Terroristen? Sind dann demnächst diejenigen, die es wagen, Zweifel gegen die weltweite Finanz- und Wirtschaftspolitik zu äußern, für die Masse mit Terroristen fast gleichzusetzen?

Vielleicht interpretiere ich zu viel in diesen Satz. Vielleicht geht auch meine Phantasie ein wenig zu weit.

Doch scheinbar dreht nun selbst ein relativ kritisches Blättchen wie der Spiegel die Dinge aus meiner Sichtweise heraus komplett um. Diejenigen nämlich, die wirklich besonnen sind und auf Missstände und nicht gänzlich auszuschließende Gefahren bezüglich der Wirtschaft, der Finanzlage in den Ländern weltweit hinweisen, werden als "Extremisten" dargestellt. Diejenigen wiederum, die jegliche Gefahr ausblenden, nicht sehen oder gar leugnen, als "Besonnene".

Sind diejenigen, die mindestens drei rosarote Brillen aufgesetzt haben und sich noch 26 Ohrstöpsel in die Öhrchen gesteckt haben und über alle Maßen optimistisch oder vielleicht auch ein wenig naiv, unwissend und uninteressiert sind, "besonnen"? Und diejenigen, die Vieles wissen, hinterfragen, Manches in Frage stellen, ein wenig skeptisch und vielleicht auch zweifelnd sind, sind die gleich "extrem"?

Und vor allem: Aus welcher und aus wessen Sicht? Und zu wessen Vorteil und zu wessen Nachteil? Sorry - rhetorische Frage ;-) Ist ja klar zu wessen Vor- und zu wessen Nachteil ;-)

Ich kenne sehr, sehr viele verschiedene Menschen mit den unterschiedlichsten Berufen und mit den unterschiedlichsten Vermögen. Von der Friseurin über den Maler (sowohl Künstler als auch Anstreicher), den Bauarbeiter und KFZ-Mechaniker, Autoverkäufer, Autohausbesitzer, Kellner, Gastronomen, Intendanten, Redakteure, Sekretärinnen, Ärzte, Beamte, Autoren, Musiker, Bänker, Geschäftsführer, Arbeitslose, Hartz4-Empfänger, Erben usw.

Diese Liste der Menschen, die ich kenne, soll mich persönlich weder auf- noch abwerten. Ich kenne sie einfach. Mit manchen bin ich verwandt, mit manchen befreundet, mit manchen einfach nur gut bekannt.

Was  jedoch ALLE meiner mir bekannten Menschen gemeinsam haben ist, dass sie eben allesamt NICHT hysterisch sind. Egal ob sie einen mehr oder weniger gut bezahlten Job haben, arbeitslos sind oder gar Millionen auf dem Konto haben - sie sind allesamt relativ UNWISSEND und UNINTERESSIERT an Wirtschaft, Politik und Finanzwesen und vor allem: STAATSGLÄUBIG. "Da passiert schon nichts. Die machen das schon."

Sprich: Keiner von ihnen käme auch nur im Ansatz auf die Idee, sich für Wirtschaftspolitik, Finanzwesen, oder gar für die eigenen Finanzen zu interessieren, geschweige denn, sich mit Vorgenanntem ernsthaft auseinanderzusetzen.

Wenn ich mal das Thema "Wirtschaft & Finanzen" vorsichtig anspreche, kriege ich entweder zu hören, dass es a) stinklangweilig ist, b) sowieso nicht interessant, da kaum Kapital zur Anlage vorhanden, c) man eh nix damit am Hut hat, da ja alles auf´m Sparbuch und in LV´s und RV´S "sicher" investiert ist, d) man eine Vermögensverwaltung bei der Bank oder einen Vermögensverwalter hat, e) man eh´ keinen Einfluss auf das Geschehen hat - also - wieso sich dafür interessieren?

Von Hysterie also keine Spur. Zumindest nicht in meinem persönlichen recht "diversifizierten Bekanntenkreis" ;-)

Ganz im GEGENTEIL - und DAS meine ich mit UMGEKEHRT:

Nämlich, sobald ich auch nur ansatzweise auch nur ein klitzekleines Bisschen auf die jetzige Situation zumindest aufmerksam machen möchte - ohne jegliche Wertung - ganz objektiv nur die Menschen dazu bewegen möchte, ein bisschen "aufmerksamer" zu sein, was die Politik, die Wirtschaft und die Finanzen betrifft, sich einfach nur so ein kleines Bisschen mehr als sonst mit solchen Themen zu befassen, so blocken die Meisten gelangweilt ab.

Nun gut, das bezieht sich jetzt natürlich ganz subjektiv auf "meinen persönlichen" aber doch recht breit gefächerten Bekanntenkreis. Ist selbstverständlich und natürlich nicht maßgeblich für "die große Masse".

Trotzdem gehe ich persönlich schon eher davon aus, dass eher diejenigen Gefahr laufen, überhört zu werden, die tatsächlich die wahren Gefahren erkennen, die ein wenig Ahnung haben und mehr oder weniger  "besonnen" auf manche Tatsachen und auch Missstände aufmerksam machen und hinweisen bzw. sie zumindest zur Diskussion stellen. Die gelten jetzt aber lt. Spiegel als "Extreme"!

Mein persönliches Fazit:

Ich meine nicht, dass unsere Gesellschaft hysterisch ist. Vielleicht ein wenig durch Politik, Wirtschaft, Finanzmärkte und Medien verunsichert. Aber nicht hysterisch und immer noch insgesamt recht besonnen.

Eher, so scheint es fast, ist der Herausgeber des SPIEGEL wohl ein wenig hysterisch geworden. Denn vor lauter Angst, im Mediendschungel überlesen zu werden, vertritt er eher extreme statt besonnene Ansichten ;-) So hoffen wir doch alle - insbesondere für die Reputation des SPIEGEL, dass alles gut bleibt, der Euro und die EU niemals auseinander brechen. Nicht, dass der SPIEGEL eines Tages noch schreiben muss:

"Wir haben beschwichtigt, die wahren Gefahren nicht erkannt, hatten ja eh keine Ahnung. Und so weiter." ;-)

Besonnene und extrem freundliche Grüße an Alle
Kosto
Antworten
Hagen v. Tronje:

@ Falk (#761)

9
24.11.10 23:14

"Sorry, latent falsches Gedankengut!"

Leuchtet mir nicht recht ein, warum die kritische Auseinandersetzung mit dem Ist-Zustand eine Verbreitung von "latent falschem Gedankengut" darstellen soll.

M.E. gehören Missstände, Unzulänglichkeiten oder sonstige Defizite permanent auf den Prüfstand, selbst wenn sich alle Welt im jeweiligen Mikrokosmus unaufhörlich auf die eigenen Schultern klopft und mehr oder weniger unverhohlen die  Parole predigt, wie toll man doch sei und was man bereits schon erreicht habe.

Nur wer sich sich stetig - selbst im (vermeintlichen) Erfolg - hinterfragt und immer wieder die gegenwärtigen Umstände auf Defizite mit dem Ziel abklappert, diesen energisch entgegenzutreten, kommt m.E. tatsächlich voran.

Sobald aber Selbstgefälligkeit und Hochmut beginnen, um sich zu greifen, ist dies oftmals der Anfang vom Ende. 

Hierbei Tabus im Sinne einer irgendwie gearteten (political oder sonstigen)  "correctness" aufbauen zu wollen, halte ich daher auch für absolut verkehrt.

Ebenso finde ich es zumindest "irritierend", sich im nachhinein über die "Dummheit",  "Blindheit" oder meinetwegen auch den "´Wahnsinn" einer ganzen Generation lustig zu machen nach dem Motto: Hätte uns nie passieren können, denn wir gehören ja zur Sorte der aufgeklärten und fortschrittlichen Humanisten. M.E. ein ziemliches hohes Ross, welches man hier im Begriff ist, zu besteigen. 

Ich habe im Leben ständig Tabus gebrochen. Hätte ich mich im Job danach gerichtet, was andere mir nach dem Motto: Geht nicht, war immer so, gibt einen Riesenärger, wir müssen auf xy Rücksicht nehmen etc, suggerieren wollten, wäre ich beruflich immer ein armes Würstchen geblieben.

In meiner Vorstellung erscheint bei dem eichenbelaubten Jagdflieger ein schneidig guckendes, von Schmissen verziertes Elitengesicht, das sich schnarrend über einen Aufsatzes freut, der vielleicht allen Nachteile der Demokratie nachbohrt, um dann bedauernd zu schliessen, dass wir leider, leider nichts besseres zu haben scheinen... Oh, wenn es doch nur eine Möglichkeit gäbe, das strukturell dumme und triebhafte Volk der gütigen Autorität einer fürsorglichen Elite zu "unterwerfen".

Wie Du schon richtig anmerkst, in Deiner Vorstellung erscheint ....

Und damit halte ich Dich in dieser Angelegenheit auch für eindeutig befangen ;-),  sprich mit einem nicht mehr objektiven Urteilsvermögen ausgestattet (führt zum Ausschluss vor Gericht) ;-)

"Nein, da habe ich ja sogar mit dem 68-er-Junglehrer eine gewisse Sympathie, die mich sonst bei 68-ern ganz gewiss nicht überkommt..."

Weiteres Indiz für Deine Befangenheit ;-)

"Die einzige wirklich perspektivische Lösung liegt darin, dass [...] Volk zu bilden, zu bilden, zu bilden..."

Wohl wahr, die wirtschaftlich grottenschlechte Allgemeinbildung in Deutschland stellt in der Tat einen erheblichen Faktor dar.

"Und das zeigt sich für mich ja auch so deutlich im Vergleich mit den Schweizern, die hierbei zu den besten gehören, und wie ich immer wieder gerne betone, auf Grund dessen auch einen wohlverdienten 20..30% höheren Lebensstandard haben."

Na ja, Deine Lobeshymnen auf die Eidgenossen sind ja fast schon legendär. Und mit ausreichenden Mitteln ausgestattet, lässt es sich dort auch tatsächlich hervorragend als "Ausländer´" leben. Nicht nur Vettel und Schumacher leben es ja auch anständig vor. Aber wehe dem, welcher dort ohne Bildung oder finanzielle Mittel anklopft. Dieser wird dann ganz schnell hinauskomplimentiert nach dem Motto: Schaut Euch mal im großen Deutschland um, Sozialstaat mit großem Herzen für Euer Anliegen. Und das Ticket für die Fahrt nach Deutschland zahlt die Schweiz auch noch. ;-)  Ergo: Es ist längst nicht alles Gold, was glänzt.

"Und ich sage auch immer: Jedes Volk bekommt die Politiker, die es verdient, denn ein "ahnungsloses" Volk wählt sich ahnungslose Politiker."

Wohl wahr, wobei ich dennoch hier mal dem Volk ein ganz klein wenig unter die Arme greifen möchte: Wählen kann das Volk immer nur denjenigen, welcher sich zur Wahl stellt. Und was ist, wenn sich (fast ausnahmslos) nur noch Flaschen zur Wahl stellen? Was soll selbst der Bildungbürger dann tun??? 

"Ich weiss, dass es ein unrealistisches Gedankenexperiment ist, aber ich mache es trotzdem: wenn man die schlimmsten Landesbanken pleite gehen liess, und die Kleinsparer nur einen winzigen "pädagogischen" Haircut von vielleicht 5% tragen müssten, dann würde ein Aufschrei durch das Volk gehen, die unfähigen und/oder gewissenlosen Banker würden hinweggefegt, und die nicht unfähigen, sondern nur gewissenlosen Banker in DeuBa und Konsorten würden einer scharfen Regulierung unterworfen."

Damit beschreibst Du in der Tat das von meiner Person präferierte "Idealszenario".

So sollte es sein und nicht anders.

"Bildung bedeutet aber Lernen. Und Lernen, wie ich als Vater kleiner Kinder weiss, hängt eben auch mit dem "Fühlen" der Folgen von Fehlern zusammen."

Absolut richtig. Oder anders formuliert: No pain, no gain.

 

 

    

Antworten
Anti Lemming:

MMnews: Muss Frankreich unter Rettungsschirm?

6
24.11.10 23:18
Scheint eine der typischen Katastropheten-Meldungen von diesen Apokalyptikern zu sein, aber Bären sind ja heute für jeden Knochen dankbar ;-)

Das Fragezeichen im Titel und die Bild-Zeitung als Quelle sagen eigentlich schon alles....



Frankreich: Antrag auf Rettungsschirm?

In der Euro-Gruppe wachsen die Sorgen über das hohe Haushaltsdefizit Frankreichs. Wie die Zeitung unter Berufung auf informierte Kreise in Brüssel meldet, wird an der Spitze des Gremiums auch über einen Antrag des Landes zum Euro-Rettungsschirm nachgedacht. Es sei nicht ausgeschlossen, dass Frankreich Hilfen beantragen könnte, hieß es laut "Bild-Zeitung" in einer Unterrichtung der Gremiumsspitze.

Mit einem Antrag der Franzosen werde zwar in absehbarer Zeit nicht gerechnet. Er sei aber wahrscheinlicher als ein Antrag Italiens. In der Euro-Gruppe sind die Länder vertreten, in denen der Euro gemeinsame Währung ist. Frankreichs Defizit könnte in diesem Jahr bei knapp acht Prozent liegen. Für 2011 hat die Regierung einen Rückgang auf maximal sechs Prozent angekündigt.

www.mmnews.de/index.php/wirtschaft/...ich-unter-rettungsschirm
Antworten
Anti Lemming:

Rettungschirm für Ackermann?

9
24.11.10 23:19
Der USA Bären-Thread 360923
Antworten
Anti Lemming:

Merkels Rettungsschirme

4
24.11.10 23:21
Der USA Bären-Thread 360924
Antworten
Anti Lemming:

Am Ende gewinnt immer die Bad Bank

12
24.11.10 23:24
Der USA Bären-Thread 360925
Antworten
Hagen v. Tronje:

@ fikhaproperty (@815)

3
25.11.10 00:19
Hast Du mir mit Deiner Witzig-Bewertung zum Thema #815 etwas zu sagen???

Schreib ruhig, ich warte Du Witzbold.
Antworten
Gelöschter Beitrag. Einblenden »
#71821

Anti Lemming:

Kosto - was hinter dem "Hysterie"-Vorwurf steckt

9
25.11.10 00:31
Die zahlreichen "Alternativ-Medien" im Wirtschafts-Sektor - z. B. Wirtschafts-Facts, Telepolis bei Heise, die vielen kritischen US-Blogger wie Mish und Denninger, dazu m. E. auch wir hier im US-Bären-Thread (der allerdings früher als andere die Krise identifizierte) - wurden durch den Gang der Dinge seit 2007/2008 in ihren kritischen Ansichten größtenteils bestätigt und bilden inzwischen eine Art Negativ-Konsens. Dies stinkt den etablierten Medien ebenso wie Leuten aus der Fonds- und "Finanz-Industrie", die lieber - wie gehabt - ungestört ihre "Anlageprodukte" unters Volk bringen möchten. Schöne Lehman-Zertis und sowas.

Deshalb tauchen in den Mainstream-Medien in letzter Zeit vermehrt "Es gibt keine Krise"-Apologeten auf, die sich als vermeintlich (all-)wissender Gegenpol zum "kritischen Pöbel" inszenieren. Und dies um so lautstärker, je höher die Aktien-Indizes steigen. Gerade in der Journaille ist es neuerdings angesagt, "provokant-erhellende" Gegendarstellungen zum "Negativ-Mainstream" zu bringen, um die inzwischen altbekannten Tatbestände der laufenden (und de facto fortdauernden) Weltwirtschaftkrise in scheinbar neues, klareres und "besonneneres" Licht zu rücken. Und die dementsprechend mit Abwiegeleien brillieren.

Es erscheinen auch immer mehr Bücher, die behaupten, es gäbe gar keine Schuldenkrise in Amerika, z. B. das Buch "The Scam of the deficit crisis":

www.ritholtz.com/blog/2010/11/the-scam-of-the-deficit-crisis/

Darin heißt es - rotzfrech:

Allen wird gesagt: Amerika muss den Gürtel enger schnallen.
Hören Sie sich deshalb mal dies hier an:
Das Regierungs-Defizit und die -Schulden stellen keine große Krise dar.
Es ist nicht mal eine kleine Krise.
Denn es ist überhaupt keine Krise.


(siehe Screenshot unten).

Auf dieser Welle reitet mMn auch der Spiegel-Fritze Sven Böll. Er sonnt sich im neuen positiven Gegen-Konsens zu den Kritikern - eine Art "konservativer Aufbruch", zu dem auch altbekannte Abwiegler und Gesundbeter wie Frìcke und Grüner zählen. Dem Spiegel ist das natürlich recht, denn solche "Um-Interpretationen" der Weltläufte bringen unverhofft großflächige Anzeigen von Banken und Investment-Fonds, die gern "in einem solchen Umfeld" inserieren. Und die präsentierte Sicht der Dinge scheint ja sogar - Spiegel-typisch - "kritisch", weil eine Gegenposition bezogen wird zur verbreiteten Skepsis der vermeintlichen Krisen-"Hysteriker".

Eine Art neue deutsche (Wester-)Welle.
Der USA Bären-Thread 360926
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Anti Lemming:

EFSF verliert AAA-Rating, falls Spanien wackelt

3
25.11.10 07:00

von vorgestern (23.11.), aber immer noch nettes Bärenfutter

Telegraph
Financial Crisis
Spain and Portugal under fire as bond spreads hit record

Borrowing costs for Portugal and Spain have surged to danger levels on fears that Europe's leaders are losing political control of the Irish crisis and have yet to agree on a coherent plan to tackle the eurozone's deeper debt woes.

By Ambrose Evans-Pritchard 9:58PM GMT 23 Nov 2010


Yields on 10-year Portuguese bonds jumped to 6.9pc, replicating the pattern seen in Greece and Ireland just before they capitulated and turned to the EU and the International Monetary Fund.

Spreads on 10-year Spanish bonds rose to a post-EMU record of 233 basis points over Bunds, pushing the yield to 4.87pc. Spain's central bank governor, Miguel Angel Fenrandez Ordonez, said the contagion had spread rapidly to the eurozone periphery and "made itself felt" in the Spanish debt markets. He called on Madrid to accelerate fiscal reforms to persuade the markets the country really means to put its house in order.

"Spain is a bit too big to be bailed out," said Antonia Garcia Pascual, of Barclays Capital. "The size of rescue required would use up all the funds available and then you have Italy with contagion as well."

Saxo Bank said the EU's €440bn (£370bn) bail-out fund would lose its AAA credit rating if Spain needed serious help. Germany and France would have to put up fresh money, creating a political storm.

German Chancellor Angela Merkel admitted on Tuesday that the eurozone was "facing an exceptionally serious situation". She brushed aside criticism that German insistence on bondholder "haircuts" from 2013 was fuelling the crisis. "I will not let up
on this because the primacy of politics over markets must be enforced," she said.

Dutch finance minister Jan Kees de Jager sent a further chill through markets, saying "holders of subordinated bonds in Irish banks will have to bleed" under the Irish rescue.
The comment touched a neuralgic nerve, heightening fears that investors may be treated harshly under the bail-out terms for any other country needing a rescue.

Bank of Ireland shares crashed 23pc and Allied Irish Bank's fell 19pc on fears that shareholders will be wiped out. Ominously, there was a sharp sell-off of Spain's two top banks, with Santander down 4.7pc and BBVA down 3.9pc.

Markets, further unsettled by the tensions in Korea, fell around the world. The FTSE 100 closed down 1.75pc at 5581.28. In Spain the Ibex index fell 3pc, while in France the CAC lost 2.5pc.

"The Irish rescue has done absolutely nothing to calm the markets: it has done the opposite," said Elizabeth Afseth, a bond expert at Evolution. "It is dangerous to talk about creditor losses. Investors will be very wary of lending to Portugal. It looks as if Europe is going to push this to the edge of the cliff."

EU president Herman Van Rompuy denied that Lisbon needs a lifeline, insisting that Portugal's banks are well capitalised and do not face property losses. "Portugal does not need any help – it is in a very different situation to Ireland," he said.

However, Portuguese banks have been shut out of the capital markets. The country's total debt level is one of the world's highest, at 325pc of GDP, and it has a current account deficit of 10pc – which requires a flow of external funding.

The euro fell to a two-month low of $1.3380 [Aktuell: 1,3320] against the dollar, in part fed by fears of paralysis in Ireland as the crumbling coalition unveils a four-year austerity drive and tries to push through budget cuts before an election next year. Opposition parties said premier Brian Cowen no longer had the authority to act for the nation, while rebels in his own Fianna Fail party demanded his resignation.

www.telegraph.co.uk/finance/financetopics/...s-hit-record.html

 




Fishermen at North Shields near Newcastle burn European and Spanish flags.

Der USA Bären-Thread 360945
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Anti Lemming:

Bundesbankchef A. Weber: ESFS notfalls aufstocken

3
25.11.10 07:22

Der Euro-Rettungs-Fonds ESFS droht zum Milliarden-Grab zweiter Ordnung zu werden. Je mehr EU-Staaten Hilfe benötigen, desto wackeliger und fragwürdiger wird seine Konstruktion. Die Bedingungen sind harsch (8 % Zins auf Hilfsleistungen, siehe # 813). Da der ESFS zwischengelagerte Staatsanleihen zu 120 % garantiert (sonst gäbe es für ihn keine AAA-Rating), stehen nur 250 Mrd. von den derzeit 440 Mrd. zur Verfügung. Portugal auszubailen ginge gerade noch. Bei Spanien gäbe es Probleme (# 823).

Kein Wunder, dass Weber notfalls weiter aufstocken will. Das scheint - wieder mal - "alternativlos".



HANDELSBLATT, 25.11.10

Irland-Krise

Weber: Euro-Rettungsprogramm notfalls aufstocken

Die Irlandkrise schlägt weiter hohe Wellen und einige Beobachter sehen sogar die Existenz des Euro gefährdet. Bundesbankchef Axel Weber hält das für falsch. Notfalls werde Europa seinen Eurorettungsfonds aufstocken, um Attacken auf die Gemeinschaftswährung abzuwehren, erklärte er am Mittwochabend.

HB PARIS/BRÜSSEL. Deutschland wichtigster Notenbanker, Bundesbankchef Axel Weber, hält die Furcht vor einem Ende des Euro für unbegründet. Sollte der 750 Mrd. Dollar [Euro! - A.L.] schwere [Fonds] aufgebraucht sein, würden die Mitgliedsstaaten ihren 500 Mrd. Dollar [Euro! - A.L.] schweren Anteil weiter aufstocken, zeigte er sich am Mittwochabend bei einer Rede in Paris sicher. „Wenn diese Summe aufgebraucht ist, könnten wir sie erhöhen“, sagte er laut einem Bericht des „Wall Street Journals“ (US-Onlineausgabe). „Eine Attacke auf den Euro hat keine Chance.“ [Da bin ich mir nicht so sicher, der Bailout von Irland hat die Märkte eher beunruhigt und die Spreads in Portugal und Spanien hochgetrieben, siehe # 823 - A.L.] Bislang hatte sich Weber offen kritisch zu den Rettungsbemühungen gezeigt, die zum Teil von der EU und zum Teil vom Internationalen Währungsfonds finanziert werden.

Unterdessen wächst die Kritik an der niedrigen Unternehmenssteuer im  schuldengeplagten Irland. Abgeordnete der größten vier Fraktionen im  Europäischen Parlament machten am Mittwoch ihrem Unmut Luft. In einer  gemeinsamen Erklärung forderten die Volksvertreter in Straßburg, die  Unternehmenssteuer müsse in allen Euro-Staaten mindestens 25 Prozent  betragen. Dies wäre der europäische Durchschnitt.....

weiter hier: www.handelsblatt.com/politik/international/...fstocken;2699212

 

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permanent:

Indien, Krise bei Mikrokrediten weitet sich aus

10
25.11.10 07:23

Die Krise der Mikrofinanzbranche im indischen Bundesstaat Andhra Pradesh löst auf internationaler Ebene immer mehr Unruhe aus. Die Regierung hat den Mikrobanken so harte Auflagen erteilt, dass das Geschäft mit den Kleinstkrediten praktisch zum Erliegen gekommen ist.

http://www.handelsblatt.com/unternehmen/...en-weitet-sich-aus;2699362

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