und es ist richtig, wie auch in dem FT-Artikel vermerkt, das ursächliche Problem hier nicht aus den Augen zu verlieren
Denn das eigentliche Problem, welches die Malaise hier eingebrockt hat, das ist die Überwucherung der westlichen Ökonomien seit den 1980er Jahren durch die Metastasen der Finanzwirtschaft. Innerhalb von nur einer Generation haben die Finanzinstitute sich enorme Macht über unsere Wirtschaft verschafft. Wenn selbst mittlerweile ebenfalls ein Mainstream-Presse-Organ wie die FAZ zu der Einsicht bzw. Erkenntnis gelangt, dass die Finanzwelt nunmehr die Politik fest im Griff hat, dass jene Banker, die in erster Linie für die Finanzkrise verantwortlich waren und die mit Geldern des gemeinen Steuerzahlers vor dem Bankrott gerettet wurden, sich heute wieder in Rekordprofiten und enormen Boni suhlen können, so sticht dies erfreulich positiv aus der Solidaritätssemantik vieler anderer Klatschblätter hervor.
Offensichtlich ist also unzweifelhaft, dass sich eine Regierungspolitik der allermeisten westlichen Länder fast peinlich genau an den Interessen der Finanzwelt orientiert, dass auch die deutsche Politik nur eine Art Wurmfortsatz für die Wünsche der Finanzwirtschaft darstellt.
Noam Chomsky analysiert daher folgerichtig in seinem aktuellen Statement zur "Fehlgeleiteten Empörung":
"Der Politökonom Thomas Ferguson hat eine Theorie über Politik und Investment verfasst. Sie ist eine moderne, verfeinerte Version der Maxime von Adam Smith. Für Ferguson sind Wahlen eine gute Gelegenheit für Investorengruppen, zu kungeln, um den Staat zu kontrollieren, indem sie sich die Architekten (sprich: Politiker) aus-wählen, die ihren Interessen dienlich sind.
Fergusons Theorie ist sehr nützlich, wenn es um langfristige politische Prognosen geht.
Das kann kaum überraschen. Schließlich ist es ganz natürlich, dass die Zentren, in denen sich die ökonomische Macht konzentriert, alle politischen Prozesse kontrollieren wollen. Das Erstaunliche an den USA ist allerdings die extreme Geschwindigkeit, mit der dies geschieht.
Doch die Top-Dogs der Konzerne haben eine gute Schutzbehauptung, wenn ihnen vorgeworfen wird, "gierig" zu sein oder sich nicht darum zu scheren, ob die Gesellschaft kaputt geht: Ihre Aufgabe sei es, maximale Profite zu erwirtschaften und möglichst große Marktanteile zu sichern. Das sei - rechtlich gesehen - ihre Aufgabe. Würden sie dieses Mandat nicht erfüllen, so würden sie durch andere ersetzt, die es dann machen.
Hinzu kommt, dass diese Leute die Systemrisiken ignorieren, das heißt, sie ignorieren die hohe Wahrscheinlichkeit, dass ihre Transaktionen der allgemeinen Wirtschaft schaden. "Externe Angelegenheiten" dieser Art interessieren sie nicht - nicht etwa, weil sie schlechte Menschen sind, sondern weil es in der Natur der Sache - sprich, der Institution - liegt.
Wenn eine Blase platzt, können sich die Leute, die hoch gepokert haben, in den schützenden Schoß des Ammen-Staates flüchten. Bailouts (Freikäufe) - diese Politik, ist zu einer Art staatlichem Versicherungsschutz geworden. Dies ist nur einer von vielen perversen Anreizen, die dazu führen, dass die Märkte immer ineffizienter werden.
Wann immer es (das Finanzsystem) scheitert, verlassen wir uns auf Geldgeschenke und eine Fiskalpolitik, die es freikaufen wird. Diese Reaktion lehrt den Finanzsektor: Gehe ein hohes Zockerrisiko ein, damit du satte Gewinne erwirtschaftest. Mach' dir über die Kosten keine Gedanken", denn die müssen die Steuerzahler berappen - über Bailouts und andere Tricks. Auf diese Weise werde das Finanzsystem "in die Lage versetzt, weiter zu pokern - um erneut zu scheitern"….
….Die Menschen warten – zu Recht - auf Antworten. Sie erhalten keine Antworten - das heißt, sie erhalten sie nur von den Märchenerzählern. Deren Geschichten scheinen in sich stimmig - vorausgesetzt man überwindet die eigene Skepsis und lässt sich auf deren irrationale, manipulative Gedankenwelt ein.
Alle, die heute nach Alternativen suchen, um (fehlgeleitete) Wut und Empörung in andere Bahnen zu lenken, allen, die den zahllosen in Apathie Verfallenen helfen wollen, sich zu organisieren, alle, die sich maßgeblich für eine bessere Zukunft einsetzen wollen, stehen sehr, sehr viele Aufgaben bevor…."
Noam Chomsky zur politischen Situation Amerikas
zmag.de/artikel/wahlen-in-den-usa-fehlgeleitete-empoerung
Längst hat die Finanzwelt die Politik fest im Griff.
www.faz.net/s/...D08B8B8E3219EC84B7~ATpl~Ecommon~Scontent.html
Bubbles are normal and non-bubble times are depressions!