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in den USA werden die Massen mit Lebensmittelmarken ruhig gestellt, bei uns mit Hartz 4.
Reichtum verpflichtet: Der wachsende Wohlstand der Wenigen verpflichtet die wachsende Masse der Armen zu noch stärkeren Einschränkungen. ( von Pfeifenlümmel )
"Das Land hat Rekordschulden aufgetürmt, das Binnenwachstum ist schwach – und trotzdem sind japanische Staatsanleihen so sehr bei den Anlegern gefragt, dass der Bond mit zehn Jahren Laufzeit jetzt noch nicht einmal mehr ein Prozent Ertrag einbringt.
Der Brüller: Japans Finanzminister Yoshihiko Noda sprach von einer 'Flucht in die Qualität'. Die Niedrigrendite zeige das Vertrauen in japanische Anleihen"
"Jetzt machen sich schon Handelsblatt und Tagesanzeiger Gedanken, was es mit der Yen-Stärke auf sich hat. Fehlt eigentlich nur noch der Spiegel, dann wäre der Kontraindikator perfekt"
... heisst nicht immer "falsch". Der reale Zinssatz auf die JGBs ist vermutlich gar nicht mal so schlecht, und wenn wegen Deflation der Kaufwert des JPY immer weiter zunimmt, dann muss man im Vergleich zu anderen Währungen auch keine Abwertungsverluste befürchten.
Ob das Staatsdefizit irgendwann mal zu einem Restrukturierung irgendeiner Art führt? Das ist fast schon eine philosophische Frage, insbesondere im Vergleich der entwickelten Volkswirtschaften, und für relevante Zeiträume vermutlich irrelevant.
Und die vielbeschworene "schlechte" Demografie? Könnte man auch umgekehrt argumentieren: die Japse haben sich bereits gut auf einen Zustand immer älter werdender Bürger eingestellt, auf den sich die konkurrierenden Volkswirtschaften erst noch mühsam werden einstellen müssen.
Im Übrigen zum Thema Überalterung: es gilt als derart ausgemacht, dass überalternde Gesellschaften Wettbewerbsfähigkeit verlieren, dass die meisten dazu die Schmerzen eines aktiven Nachdenkprozesses garnicht mehr erst investieren wollen. Alleine in dem Terminus "Über"-alterung liegt schon die Glas-halb-leer-Voreinstellung. Dass die Menschen älter werden können, kann man aber auch als kulturelle/zivilisatorische/volkswirtschaftliche Leistung interpretieren.
Oder sollte man vielleicht lieber in knackfrische Demografien wie Simbabwe oder Burkina Faso investieren?
Als qualitativen komparativen Vorteil der japanischen Volkswirtschaft kann man auch sehen, dass sie mit ihrer geographisch-kulturellen Einbettung so etwas wie der "ältere Bruder" in einer im derzeitigen Zeitgeist insgesamt als sehr leistungsfähig eingeschätzten asiatischen Familie sind.
Wird das hier ein Japsen-Plädoyer? Nein, aber ich wollte mal erkennbar machen, dass das Suchen nach der "Wahrheit" ziemlich vertrackt sein kann. Erst recht, wenn's um Geld geht... ;-)
... dass die künftige Entwicklung aus den Schuldenquoten und -Entwicklungen halt nicht wirklich vorhersagbar ist. Natürlich kann ein Kapitalschnitt kommen, aber erstens dürfte der deflationär wirken, und zweitens weiss man ja nicht, wen von den Gläubigern es wie treffen würde. Geht es wie bei den Tommies oder wie bei den Japsen vor 60 Jahren?
Aus dem Bild in #999 sieht man übrigens schön, warum manche immer noch ganz gerne US-Longbonds kaufen, auch nicht zur Spekulation, sondern als langfristige Anlage.
Die Realität ist geprägt davon, dass man die Wahl hat zwischen Scylla1 und Charibdis1 und Scylla2 und Charibdis2 und... etc.pp.
Im Prinzip war das immer so, und im Gegensatz zu heute war es den Menschen bewusst: alle paar Jahrzehnte rauschte ein dicker Krieg über einen weg, und/oder ein Börsenkrach, und/oder sonst etwas hochgradig unerfreuliches. Wohinein sollte man Erspartes stecken? Ein Haus war eventuell nur noch ein Haufen Steine, eine Firma gab es eventuell nicht mehr, einen Schuldner selbst auf Staatsniveau eventuell auch nicht. Gold? War in der Tat nicht das schlechteste. Aber jetzt bei 1'100 Dollar? Kann man drüber philosophieren, aber mMn eher nur als Versicherungsprämie. Eigenschaft einer Versicherungsprämie ist in der Regel Katastrophenschutz, aber keine Rendite und auch keine Wertaufbewahrung.
Früher war das alles allgemein akzeptierte Wirklichkeit. Parallel mit unserem irrsinnig hohen Lebensstandard ist auch unser Anspruchsniveau gestiegen. "Krieg?", "Aber bitte nicht mit mir, sonst gehe ich vor das Bundesverfassungsgericht!". Und wo klagt man, wenn es das gar nicht mehr geben sollte? Dann muss man vermutlich in die Kirche gehen und nach der Postanschrift vom Lieben Gott fragen, um den geharnischten Beschwerdebrief mit der ultimativen Austrittsdrohung schicken zu können...
Ich will damit nur sagen, dass ich manchmal einen mehr oder weniger subtilen unterschwelligen Unterton der Empörung herauszuhören glaube, wenn Leute über die (Un)Sicherheit von Anlagen reden. Und den finde ich tendenziell unreif.
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