Neuester, zuletzt geles. Beitrag
Antworten | Börsen-Forum
Übersicht ZurückZurück WeiterWeiter
... 2665  2666  2668  2669  ...

Der USA Bären-Thread


Thema
abonnieren
Beiträge: 156.480
Zugriffe: 27.039.690 / Heute: 2.282
S&P 500 7.428,67 +0,51% Perf. seit Threadbeginn:   +409,17%
 
fischerei:

Capital: Rohstoff-Roulette

9
27.07.10 23:40
Wie Investmentbanken die Preise manipulieren

von Grit Beecken, Melanie Bergermann, Sebastian Ertinger, Thomas Jahn

Die Geldhäuser haben das Geschäft mit Metallen, Öl und Strom für sich entdeckt. Sie steigen massiv in den physischen Handel ein, sichern sich Tanker, Lagerstätten und Kraftwerke. Durch diese Marktmacht verknappen sie das Angebot und treiben die Preise hoch. Privatanleger sollten sich vor Spekulationsblasen hüten.

Mit Essen spielt man nicht. Manche Banken schon: Am Montag, den 10. Mai um 14.30 Uhr ist in einem Speicherhaus in Rotterdam plötzlich ein Platz leer, an dem zuvor zehn Tonnen Kakaobohnen in Jutesäcken lagerten. 20 Jahre lang wurden sie von Banken und anderen Finanzinvestoren hin und her verkauft. Die Kakaopreise steigen seit Jahren, die Geldjongleure behielten die Bohnen zwecks Spekulation. Im Frühjahr war ihnen der Preis dann offenbar hoch genug: Die Bohnen wurden an ein Unternehmen verkauft und kamen endlich in die Realwirtschaft.

Und es bleibt nicht bei Kakao. Längst haben die Spekulanten auch Grundgüter wie Zucker, Kupfer, Zink oder Öl entdeckt. Was immer der Rohstoffmarkt hergibt. Insbesondere die großen Investmentbanken drängen in den Handel mit physischen Gütern. Allein der Wall-Street-Gigant Goldman Sachs hat inzwischen physische Rohstoffe im Wert von mehr als drei Milliarden Dollar unter Kontrolle.

Gemeinsam mit Morgan Stanley und JP Morgan spinnt Goldman Sachs ein umfassendes Netz. Die Banker kaufen Lagerhäuser, Kraftwerke, Ölterminals oder Pipelines und chartern Tankschiffe. Europäische Häuser wie die Deutsche Bank oder Credit Suisse machen es ihnen nach. Der als Krisenprophet bekannt gewordene Ökonom Nouriel Roubini bezeichnet...hier
weiterlesen
Antworten
Ischariot MD:

Malko, ein paar Termini erfordern

12
28.07.10 00:07
dann doch noch eine verspätete Antwort.
1. Ich habe keine feuchten Träume, erhoffe mir keinen bank run und hege auch keine Sehnsucht nach der Steinzeit, auch wenn z.B. der heutige Tag meinem Depot nicht gutgetan hat.
2. die Banken mögen gestresst werden, tagaus tagein bis zum Erbrechen, ihr Innerstes nach außen gekehrt, auf daß kein SIV unentdeckt bleibt, und zwar durch die Aufsichtsbehörden in aller Stille, so wie in jeder Branche, die einer strengen Aufsicht unterliegt. Veröffentlicht gehören lediglich Maßnahmen und Beschlüsse auffällige Banken betreffend. Und wenn die Spanier plötzlich nach Veröffentlichung schreien, dann darf man sich meinetwegen Herrn González-Páramo zur Gelben Karte herbeizitieren, ihm nochmal freundlich die Regeln darlegen und ihn anschließend zur Aufklärungsarbeit an die Heimatfront zurückschicken. Aber stattdessen den lang zuvor beschlossenen Stresstest zur billigen Zirkusnummer zu degradieren und dem Volk als Opium darzubieten empfinde ich als persönliche Beleidigung,und da bin ich etwas intolerant.
3. und abschließend: Klar kann man jede Bank in den Abgrund simulieren. Trotzdem hat ein Stresstest, der den Namen verdient, den Finanzmarkt-GAU zu simulieren, also den größten anzunehmenden (=realistischerweise möglichen) Event, nicht irgendeinen hypothetischen Super-GAU. Und wenn dabei gleich mehrere Banken Schwächen zeigen, bekommen sie halt behördliche Post wie letztens die "Noa-Bank" mit der freundlich-imperativen Bitte um sofortige Kapitalerhöhung. Und wenn dabei ein paar Bullen feuchte Hosen kriegen, so what?
Hatte nicht damals ein nicht näher benannter Waschbär hier wiederholt gefordert, alle Zombiebanken zu verstaatlichen und anschließend zu rekapitalisieren? - Genau so.
Die Würde des Steuerzahlers ist unantastbar
Antworten
Palaimon:

Japan: Staatsanleihen und Währung extrem gefährdet

18
28.07.10 00:38
An den Devisenmärkten wird in diesen Tagen wieder munter die Yen-Karte gespielt. Die Trader setzen darauf, dass die hoch verschuldeten EU-Staaten und die schlappe US-Konjunktur Euro und Dollar schwächen und gleichzeitig den Yen in neue Höhen treiben. Charttechnisch scheint der Yen auch robust, aber die fundamentale Lage ist bedenklich.

Wenn ein »Geheimfavorit« für einen plötzlichen Staatsbankrott gesucht wird, ist Japan der Spitzenreiter. Ein Regierungswechsel verbunden mit einer anschließenden realistischen Bestandsaufnahme der Staatsfinanzen könnte einen solchen Schock auslösen (nach diesem Muster ist auch die Griechenland-Krise abgelaufen).

Ein Teil des Problems wird deutlich, wenn Sie sich die Verschuldungsstruktur anschauen: Die Gesamtverschuldung liegt bei 471% des Bruttoinlandsprodukts. Zum Vergleich: Das ebenfalls nicht gerade niedrig verschuldete Deutschland kommt auf eine Quote von »nur« 285%. In allen Sektoren ist der japanische Schuldenwert höher als in Deutschland.

Die Japaner finanzieren das Staatsdefizit

Ein Sektor überragt jedoch alle anderen Bereiche: Die Schulden im staatlichen Sektor. Zur Erinnerung: Ein Schuldenstand von unter 60% des BIP gilt als noch kontrollierbar, Werte
über 90% lösten in der Vergangenheit fast automatisch Krisen aus. Die japanischen
Staatsschulden erreichen aktuell fast schon 200%. Das ist ein Wert, der fast jedes andere Land direkt in den Staatsbankrott treiben würde.

Es gibt nur einen einzigen Grund, warum Japan mit dieser Schuldenquote überleben kann: Fast alle Staatsanleihen wurden an die eigene Bevölkerung verkauft. Ausländische Investoren halten weniger als 10% der japanischen Staatsanleihen. Daher kann – anders als im Fall Griechenland – kaum Druck von den Kapitalmärkten kommen. So lange die japanische Bevölkerung die heimischen Staatsanleihen aufsaugt wie ein Staubsauger, funktioniert das Schuldensystem.

Allerdings gibt es in Japan 3 tickende Zeitbomben:

1. Was ist, wenn die Zinsen steigen?
2. Was passiert, wenn die Inländer nicht mehr über 90 % der Anleihen kaufen?
3. Und was geschieht, wenn viele Japaner gleichzeitig ihre Ersparnisse auflösen (müssen) und alte Anleihen vor dem Laufzeitende verkaufen?

Schuldenberg als Reaktion auf Deflation und Wirtschaftskrise

Zunächst stellt sich die Frage, warum der japanische Staat eine gigantische Schuldenlast von fast 200% des BIP bewältigen muss. 1990 lag die Schuldenquote mit 59% noch im normalenRahmen. Zehn Jahre später erreichte die Quote 131%, wiederum zehn Jahre später 197%.

Die Verschuldungsorgie begann mit der Deflations- und Wirtschaftskrise vor rund 20 Jahren. Zuerst wollte der Staat diese Krise »aussitzen«, als der Fall jedoch zu tief war, sollte dernächste konjunkturelle Aufschwung mit allen finanziellen Mitteln erzwungen werden. Die Bilanz nach 20 Jahren: Blühende Landschaften sind weiterhin nicht in Sicht und die Staatsfinanzen sind ruiniert.

Das System ist noch nicht implodiert, weil die japanischen Sparer die Staatsanleihen trotz der Mini-Renditen kaufen. Dieses System hat jedoch mehrere Sollbruchstellen.

Die Bevölkerungsstruktur ist in Japan sehr ungünstig

Die Geburtenrate in Japan gehört zu den niedrigsten weltweit. Das Land vergreist und die Bevölkerung schrumpft. Im Jahr 2000 kamen auf knapp 40 Japaner im Rentenalter 100 Personen im Erwerbsalter. Setzt sich der aktuelle Trend fort, verschlechtert sich das Verhältnis bis 2050 auf 90 zu 100. Faktisch wird es aber unmöglich sein, dass 100 Personen im Erwerbsalter, die nicht einmal alle arbeiten und Steuern zahlen, 90 Rentner finanzieren. Die logische Konsequenz: Die Rentner müssen ihre Ersparnisse auflösen,
um die Versorgungslücke zu schließen.

Dieser Prozess beginnt nicht erst im Jahr 2050. Er hat schon begonnen. Im Jahr 1980 lag die Sparquote in Japan bei üppigen 18%, im Jahr 1990 bei 13% und im Jahr 2000 bei 8%. In
der aktuellen Krise wurden kurzfristig in Japan schon Sparquoten von 0% gemessen.
Es kann auch kein Comeback der »Sparweltmeister« geben. Der Internationale Währungsfonds (IWF) geht davon aus, dass im Jahr 2015 die öffentlichen Schulden das Vermögen der Privathaushalte übertreffen. Es ist dann schon faktisch unmöglich, dass
die Bevölkerung über 90% der Staatsanleihen aufkauft.

Die Zinsen können nicht ewig niedrig gehalten werden

Die japanische Regierung muss sich aus den genannten Gründen darauf einstellen, dass die eigene Bevölkerung die Staatsanleihen nicht mehr einsammeln kann. Das bedeutet: Internationale Investoren müssen einspringen.

Bei einem langfristigen Zinssatz von gut 1% wird das Interesse jedoch extrem gering sein. Um Investoren anzulocken, müssen die Zinsen steigen. Nur so kann Japan frisches Kapital
einsammeln. Der Preis ist allerdings hoch: Die Zinsbelastung wird explosionsartig steigen.

Obwohl die Zinsen aktuell so niedrig sind, muss Japan rund 20% der Staatsausgaben
für den Schuldendienst reservieren. Erhöht Japan das Zinsniveau auf ein international normales Niveau, wird der Staatshaushalt ruiniert.

Schon jetzt besitzt Japan kein Spitzenrating von »AAA« mehr. Die Rating-Agentur Standard & Poor’s benotet Japan mit »AA« und einer »negativen Tendenz«. Zur Einordnung: Ähnlich wird auch der EU-Krisen-Kandidat Spanien benotet. Spanien muss am Kapitalmarkt 4 bis 5% Zinsen bieten, um eine Anleihe mit zehn Jahren Laufzeit zu platzieren. Solche Zinsbelastungen kann Japan unmöglich bewältigen.

Zu einer negativen Einschätzung kommen auch die Analysten der Schweizer Bank Vontobel, die einen Risiko-Index für Staaten erstellt haben. Mit einem Index-Wert von 6,9
ist Japan Schlusslicht und liegt sogar deutlich hinter Griechenland.

Fazit: Schneller Zinsanstieg wäre das Todesurteil

Japan gehört zu den Ländern, die einen Bankrott – in welcher Form auch immer – kaum noch verhindern können. Die Zahlen sprechen für sich: Die Gesamtverschuldung erreicht
fast 500% des BIP, der öffentliche Sektor steht mit 200% des BIP in der Kreide, die Bevölkerungsstruktur ist extrem ungünstig, die Einkommensteuer bricht weg, die Rentenausgaben steigen, die einst sehr hohe Sparquote wird aufgrund der Überalterung
negativ, steigende Zinsen ruinieren den Staatshaushalt endgültig. Steigen die Zinsen überraschend schnell, droht sogar ein sofortiger Bankrott (Staatsbankrott = ein Staat
kann die Schulden nicht mehr aus eigener Kraft am Kapitalmarkt refinanzieren).

Daher die Empfehlung: Wer mit der japanischen Währung oder japanischen Staatsanleihen tradet, sollte die Ausgangstür stets im Blick halten.

Autor: Rolf Morrien

Seiten 14 und 15 aus:

http://www.gmxattachments.net/de/cgi/g.fcgi/mail/...GRLVCc3JHPkvBK%2F
An der Börse ist alles möglich, auch das Gegenteil.  
André Kostolany

MfG
Palaimon
Antworten
permanent:

Ich bin nach wie vor in Mission Beach, SD

25
28.07.10 00:53

Die Stimmung innerhalb der amerikanischen Bevoelkerung ist ungewoehnlich negativ. Die Enttaeuschung ueber die Politik masslos. Die liberale Kuestenbevoelkerung hatte grosse Hoffnungen in Obama gesetzt, die bisher alle enttaeuscht wurden. Das grosse Problem ist die Wandlung der Ansichten zu immer radikaleren Standpunkten.

 Meine Urlaubsfreude ist ungetruebt. Ich habe eine nette Wohnung dirket am Strand, mein Coffeshop  -nicht Starbucks- ist gleich nebenan, ich kann mir die Morgenzeitung holen und in den Tag hinein leben. Meine Kinder sind heute in SeaWorld, mein Frau ist joggen, da habe ich Zeit die Ariva Nachrichten zu lesen.

Die makrooekonmischen Daten sprechen eindeutig fuer die Baeren, dennoch will in der Zeit des billigen Geldes kein Punktgewinn gelingen. Der BUFU ist nahe am ATH, es ist einfach schwer Anlagemoeglichkeiten zu finden. Da kommen viele Investoren zwangslaeufig auf die Idee Akien zu kaufen.

Kurz zum Immomarkt
Das Angebot ist reichlich, selbst in guten Nachbarschaften stehen Haeser leer und sehen teilweise verwahrlost aus. Verkaeufe sind nur bei enormen Preiszugestaendnissen moeglich. Das ist fuer die Menschen schon sehr frustrierend.

Die meisten Klagen hoere ich jedoch -wie im Vorjahr bereits geschrieben- ueber das Schulsystem. California hatte einmal ein hervorragendes Schulsyzstem, das ist Vergangenheit. Die Schulen sind ueberfuellt, Unterricht findet teilweise auf den Gaengen oder in Umkeideraemen statt. Die Produktivitaet der Lehrer steigt mit der Anzahl der Schueler je Kasse ohne einen Qualtaetsmassstaab zu beruecksichtigen. Die Studiengebuehren steigen exorbitant und die Lehre leidet.

Ich wuensche euch einen schoenen Mittwoch.

Permanent

Antworten
Malko07:

Ischariot MD (#66652)

7
28.07.10 09:03
... Trotzdem hat ein Stresstest, der den Namen verdient, den Finanzmarkt-GAU zu simulieren, also den größten anzunehmenden (=realistischerweise möglichen) Event, nicht irgendeinen hypothetischen Super-GAU.  ...

Genau das ist unmöglich. Keiner weiß heute ob es zum Finanzmarktgau kommen wird und durch was und wie er ausgelöst würde. Die Banken sind auch unterschiedlich aufgestellt und tragen Risiken auf unterschiedlichen Gebieten. Mit der Auswahl der Testkriterien bestimmt man implizit wen es treffen soll.

Und wenn die Spanier plötzlich nach Veröffentlichung schreien, dann darf man sich meinetwegen Herrn González-Páramo zur Gelben Karte herbeizitieren, ihm nochmal freundlich die Regeln darlegen und ihn anschließend zur Aufklärungsarbeit an die Heimatfront zurückschicken. ...

Die Spanier haben sich in der Propagandaschlacht absolut richtig verhalten. Propaganda bekämpft man in solchen Fällen immer mit Propaganda. Es gibt auch keine Regeln, die gegen eine Veröffentlichung derartiger Daten sprechen. Nur bei uns müssen die Banken zustimmen.

... Hatte nicht damals ein nicht näher benannter Waschbär hier wiederholt gefordert, alle Zombiebanken zu verstaatlichen und anschließend zu rekapitalisieren?  ...

Nicht ganz richtig. Es geht mir nicht nur um die Rekapitalisierung und dann weiter wie gehabt. Ich habe schon mehrfach dargelegt, wie ich die Banken in ihren Möglichkeiten beschneiden würde (Keinen Eigenhandel, keine Töchter wie Hedgefonds, keine außerbilanziellen Strukturen, kein Handel mit Krediten, keine Versicherungen (Derivate), ...). Eine derartige Umgestaltung ist nur über eine temporäre Verstaatlichung durchführbar. Und das würde nicht nur für "kranke" sondern für alle Banken gelten.
Antworten
Malko07:

#66654: Auch im Südwesten

15
28.07.10 09:16
nimmt die depressive Stimmung laufend zu. Gerade bei Personen mit denen man nicht laufend in Kontakt steht, merkt man die Verschlechterung sehr deutlich. Die depressive Stimmung läutet die Depression ein. In einigen US-Regionen ist dieser Zustand schon erreicht.

Dagegen ist in vielen Regionen Europas die Stimmung gut und wird täglich besser. Sogar in Griechenland herrscht eher Einsicht als Depression. Dürfte alles nicht möglich sein, wenn man auf die us-amerikanischen Wirtschaftskapazitäten hört. Zuversicht entsteht eben nicht, wenn man ungebremst mit dem Geld um sich wirft, Zuversicht entsteht wenn man ein Licht am Ende des Tunnels sieht. Das kann man durch Ecstasy (wirkt nur temporär) oder durch eine nachvollziehbare vernünftige Politik erreichen. Dazu sind allerdings viele Amis nicht fähig. Sie kleben an ihren statistischen Zahlenwerken und versuchen verzweifelt die Lösung in der Vergangenheit zu finden. Ist leider nicht möglich. Die erste Weltwirtschaftskrise hat soviel gemein mit unserer heutigen Lage wie ein Hühnerei mit einem Airbus 380.
Antworten
Ischariot MD:

Gut, ich denke, zum Stresstest

4
28.07.10 09:32
sind genug Meinungen ausgetauscht worden, daß sich jeder ein Bild machen kann. Das allein ist schon positiv. Wie nun die Aufsicht vorgeht, durch Simulationen oder pauschale oder risikoadaptiert verschärfte EK-Vorschriften ... die aktuelle Basel-III-Diskussion zeigt ja wieder schön, wie fragil das System derzeit (noch) ist.
Die Würde des Steuerzahlers ist unantastbar
Antworten
Stöffen:

Tscha Permanent

11
28.07.10 09:37
das sind ja "exzellente Fundamentals", von denen du uns da berichtest.

Mehrheitlich scheint es bei vielen Teilnehmern noch nicht angekommen zu sein, dass ein nachhaltiger Wirtschaftsaufschwung wohl nur möglich ist, wenn sich die Preise am US-Häusermarkt stabilisieren.

Aber von einer Stabilisierung sind wir meilenweit entfernt, wie uns die Zahl der verkauften Neubauten, welche im Mai um ein Drittel auf 300.000 einbrachen, nahe bringen. Im Juni verkauften die Amerikaner mit 330.000 zwar wieder etwas mehr Häuser – doch ist das die zweitniedrigste Zahl seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr1963. (siehe dazu auch den Desaster-Chart in Post # 66594)

Und die Zeiten, in denen praktisch jedem Erdbeerpflücker in den USA ein Haus verkauft wurde, fällt der größten Volkswirtschaft der Welt nun immer stärker auf den Kopf. Vielen damaligen Hauskäufern, welche die Immobilien ohne Sicherheiten erwerben konnten und heutzutage unter Wasser stehen, werden die Häuser von den Banken weggepfändet, wobei die gepfändeten Immobilien zusätzlich in den Markt geschwemmt werden und die Preise somit weiter unter Druck setzen. Auf der anderen Seite treibt die Situation gleichzeitig zehntausende Menschen auf die Straße.

Und auch die Vulgärkeynesianer, die uns glauben machen wollen, das mehr Staatsschulden ein Allheilmittel gegen die Krise sind, stehen nach den aktuellen Zahlen plötzlich irgendwie auf dem falschen Gleis. Denn in den USA konnten ja z.B. jene Hausverkäufer, die im Anschluss an den Verkauf eine neue Immobilie erwarben, sich 6500 Dollar gutschreiben lassen und auch dem Erstkäufer eines Eigenheimes wurden 8000 Dollar von der Einkommensteuer abgezogen.
Zu Ende April diesen Jahres liefen diese Steuerbegünstigungen jedoch aus und als Ergebnis erfolgte der Einbruch am Häusermarkt. Ein Rückgang war zwar erwartet worden, doch mit einem Minus in dieser Größenordnung hatte niemand gerechnet. Das Staatsgepäppel hatte also nur eine aufschiebende Wirkung, ein selbstragender Aufschwung am Immo-Markt konnte sich nicht entfalten.

Und dass die in den "Guten Zeiten" von den US-Amerikanern genutzten Immobilien auch den Konsum stark angeheizt hatte, eben weil die Immobilie als "Cash Cow" via HELOCS genutzt wurde, dürfte sich hier letztendlich künftig ebenfalls signifikant im Konsumverhalten niederschlagen. Selbstredend mit entsprechenden Folgen.
Bubbles are normal and non-bubble times are depressions!
Antworten
Malko07:

Arcelor Mittal warnt vor Abschwächung

8
28.07.10 10:18
Der weltgrößte Stahlhersteller Arcelor Mittal hat dank der Nachfrageerholung im zweiten Quartal 2010 sein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) deutlich gesteigert und die Erwartungen der Analysten übertroffen. Bei der Vorlage der Zahlen am Mittwoch warnte Arcelor Mittal jedoch, dass das laufende dritte Quartal von einer saisonalen Nachfrageschwäche und einer Abschwächung des chinesischen Wachstums beeinträchtigt werde. Zudem prüft der Konzern die Abspaltung des Edelstahl-Geschäfts, um Werte für seine Aktionäre zu heben.

Im zweiten Quartal steigerte der Konzern das Ebitda auf 3,0 Milliarden Dollar von 1,22 Milliarden Dollar im zweiten Quartal 2009 und 1,89 Milliarden Dollar im ersten Quartal 2010. 14 von Dow Jones Newswires befragte Analysten hatten im Konsens ein Ebitda von 2,86 Milliarden Dollar vorhergesagt.

Im Ende Juni abgeschlossenen Quartal erzielte die Arcelor Mittal Group einen Nettogewinn von 1,7 Milliarden Dollar, nachdem im Vorjahresquartal noch ein Verlust von 792 Millionen Dollar zu Buche gestanden hatte. Hier hatten die Analysten mit 1,26 Milliarden Dollar gerechnet. Die Erlöse stiegen auf 21,65 (15,2) Milliarden Dollar.

Für das dritte Quartal sieht Arcelor Mittal das Ebitda bei 2,1 Milliarden bis 2,5 Milliarden Dollar. „Die Herausforderung im zweiten Halbjahr wird sein, die Preiserhöhungen an unsere Kunden weiterzugeben“, begründete Vorstandschef Lakshmi Mittal den vorsichtigen Ausblick. (Dow Jones)
Antworten
Malko07:

Nippon Steel trotz Quartalsgewinns

4
28.07.10 10:21
pessimistischer als der Markt

Der japanische Stahlhersteller Nippon Steel ist in seinem ersten Geschäftsquartal in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. Der Konzern erzielte in den Monaten April bis Juni einen Gewinn vor Steuern und Sonderposten von knapp 61,9 Milliarden Yen (rund 535 Millionen Euro) nach einem Verlust von 56,7 Milliarden Yen ein Jahr zuvor. Nippon Steel blickt allerdings pessimistischer in die Zukunft und blieb mit seiner Jahresprognose von 250 Milliarden Yen deutlich hinter den Markterwartungen zurück. Hintergrund sei das sich verlangsamende Wachstum in China, teilte das Unternehmen am Mittwoch mit. Dies könne Preise und Margen belasten. (Reuters)
Antworten
schlauerfuchs:

Glattstellungen im Yen

6
28.07.10 11:01

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - Ab 1. August darf "Mrs. Watanabe" - diesen Namen hatte man den eifrig an den Finanzmärkten,

... (automatisch gekürzt) ...


Moderation
Zeitpunkt: 28.07.10 13:53
Kommentar: Urheberrechtsverletzung, vollständige Quellenangabe fehlt - http://boerse.welt.de/analysen_detail.asp?pkAnalyseNr=373539

Link: Nutzungsbedingungen

Sie können den Computer jetzt ausschalten.
Antworten
Kicky:

Panik in der Mittelschicht ?

7
28.07.10 11:37
www.faz.net/s/...E195F99C839D98C6C7~ATpl~Ecommon~Scontent.html

...in den Familien hat sich Druck aufgebaut. Bald stehen die Halbjahreszeugnisse für die Viertklässler an, und damit geht es scheinbar ums Ganze. Die Zukunft entscheidet sich jetzt, denken manche. Auf ihre Kinder überträgt sich die latente Spannung. Wer es nicht aufs Gymnasium schafft, verpasst das Abitur und damit den Zugang zum großen Glück.

Die unterschwellige Zukunftsangst um ihre Kinder ist ein Ausdruck wachsender Verunsicherung. „Panik in der Mittelschicht“ titelte vor einigen Wochen eine Zeitung. Das anscheinend bedrohliche Abstiegsszenario wurde unterlegt mit Zahlen der jüngsten Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin. Demnach ist die deutsche Mittelschicht in einem längerfristigen und nahezu ungebremsten Schrumpfungsprozess begriffen. Innerhalb von zehn Jahren ist demnach der Anteil der mittleren Einkommensbezieher, die 70 bis 150 Prozent des mittleren Haushaltseinkommens zur Verfügung haben, von 64 auf 61,5 Prozent gesunken. Nur im Krisenjahr 2009 hat sich das Problem ein klein wenig entschärft. Von „sozialem Sprengstoff“, „Erosion der Mittelschicht“, „bröckelndem Kitt“ und einer wachsenden Kluft zwischen oben und unten schrieben am Tag nach Veröffentlichung der DIW-Studie die Leitartikler.

Dass in der Gesellschaft in Deutschland die Unterschiede zunehmen, ist nicht zu verkennen. Aber es passiere eher selten, dass Familien der Mittelschicht plötzlich in die Unterschicht stürzen, sagen Soziologen wie Meinhard Miegel. „Eine solche Verelendung ist absolut nicht zu sehen.“ Die offenkundig wachsende Polarität zwischen Arm und Reich hat vor allem damit zu tun, dass die Gruppe mit den geringsten Einkommen relativ zur Gesamtbevölkerung größer wird. Nach den DIW-Angaben ist der Anteil der unteren Einkommensbezieher seit der Jahrtausendwende von 18 auf 22 Prozent gestiegen.

Wer von der wahsenden Unterschicht spricht, kommt am Thema Zuwanderung nicht vorbei. Denn ein Großteil der „neuen Armen“ sind Immigranten oder ihre Kinder.
Sie haben oft geringere berufliche Qualifikationen. Die Quote der Arbeitslosen unter Ausländern war 2007 mit 20,3 Prozent etwa doppelt so hoch wie in der Gesamtbevölkerung. ...von 4,1 Millionen zusätzlichen Personen in der untersten Einkommensschicht  haben etwa 2,9 Millionen einen Migrationshintergrund. Auch der Politologe Stefan Luft von der Universität Bremen, der zur Geschichte der Migration forscht, verweist auf den hohen Ausländeranteil in der Unterschicht: „Wir haben bei der Zuwanderung über Jahrzehnte nicht nach Qualifikation gesteuert, sondern einen Großteil von Bildungsfernen aufgenommen“, kritisiert er.

....Es gebe eine wachsende Risikogruppe unter jungen Leuten, die etwa ein Fünftel ausmacht. 7 Prozent aller Schüler bleiben ohne Abschluss - unter Migrantenkindern sind es sogar mehr als 13 Prozent -, und etwa 12 Prozent aller Schüler haben zu geringe Kompetenzen für einen Ausbildungsplatz...Mehr als die Hälfte der Unternehmen, die der Deutsche Industrie- und Handelskammertag regelmäßig befragt, klagen über eine mangelnde Ausbildungsreife der Schulabsolventen. ...

Wann ist ein Mensch arm oder reich, wann gehört er zur Unter-, Mittel-, Oberschicht? Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) arbeitet mit recht eng gezogenen Schwellenwerten. Den Bereich der Niedrigeinkommensbezieher hat es ab einem Schwellenwert von 70 Prozent des mittleren Einkommens (Median) der Bevölkerung definiert - abweichend von den üblichen 60 oder 50 Prozent. Die 70-Prozent-Marke liegt für einen Alleinstehenden bei 860 Euro Einkommen (inklusive Sozialleistungen). Als hohes Einkommen definiert das DIW alle Nettoeinkommen von mehr als 150 Prozent des Medians, das sind 1844 Euro je Monat. Oberhalb dieses Wertes befindet man sich laut DIW schon im „Einkommensbereich mit gesichertem Wohlstand“. In anderen Studien sind eher 200 Prozent des Medians als Schwelle zu den oberen Einkommen üblich, wenngleich auch dieser Wert willkürlich ist......
Antworten
Kicky:

Deutschland stimmt Bankenregulierung nicht zu

8
28.07.10 11:45
www.faz.net/s/...DCA0CE9853B5D6B873~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Deutschland stimmt als einziges Land den neuen Eigenkapitalvorschriften im Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht nicht zu. Aus Rücksicht auf einige schwache Banken will Deutschland Kompromisse in der Wahl der Kernkapitalquote erreichen.....

Der Kompromiss wurde von allen Mitgliedsländern mit Ausnahme Deutschlands unterzeichnet. Im September soll bei dem nächsten Treffen des Baseler Ausschusses bekannt gegeben werden, welche Eigenkapitalquoten künftig einzuhalten sind. Bisher ging es zunächst um die Definition von Eigenkapital und Kernkapital. Wie aus Kreisen der Bankregulierungsbehörden zu erfahren ist, hofft Deutschland, mit Blick auf das Gesamtpaket weitere Kompromisse aushandeln zu können. So strebt die deutsche Seite an, dass angesichts der nun schärferen Definition von Eigenkapital bei der erforderlichen Höhe des Kernkapitals und der Kernkapitalquote Nachsicht gezeigt wird.
Das Ringen vor allem Deutschlands erklärt sich mit der relativ schwachen Eigenkapitalausstattung einiger deutscher Banken, vor allem einiger Landesbanken im internationalen Vergleich.......
Antworten
Kicky:

Jim Rogers nennt CNBC eine Propaganda -Agentur

6
28.07.10 11:55
www.zerohedge.com/article/...e-sole-purpose-make-stocks-go-hig

pardon eigentlich heisst es eine PR-Agentur, deren einziger Zweck es ist ,die Preise für Aktien hochzutreiben.   das könnte man natürlich über sehr viele Medien sagen1
.....In a discussion over the European Stress BS, the topic turned to the role of PR agencies when it comes to shaping popular perceptions, at which point this slipped: "The whole purpose of PR is to make stocks go higher. That's what CNBC and many many PR agencies are all about. Yes, they make things look better for a while. Are they really better? No." Propaganda, in other words. .....
Antworten
Malko07:

#66664: CNBC war stark

5
28.07.10 12:10
beim "Kampf" gegen den Euro engagiert. Das hatte allerdings den Aktienkursen nicht so gut getan. Derartige Medien sind mMn nicht nur Propagandaapparate, sie sind vor allem Verblödungsapparate. Ob Jim Rogers allerdings besser ist, darf man bezweifeln. Er will eben seinen Schrott verkaufen und ist nicht amüsiert wenn andere das Geschäft stören.
Antworten
Kicky:

Ambrose-Evans-Pritchard zur Deflation in USA

7
28.07.10 12:12
Today’s release on manufacturing activity by the Richmond Fed is pretty ghastly, as you would expect given that the effects of fiscal stimulus are now wearing off at accelerating pace – before the happy handover to the private sector is safely consummated – and given that the structural East-West imbalances that lay behind the global crisis are getting worse again.

The expectations index for the US 5th District is crumbling:

This follows yesterday’s horrendous fall in the Texas business activity index from the Dallas Fed, which fell from -4 in June to -21 in July. “Thirty-one percent of firms reported a worsening of activity, up from 22 percent in June,” said the bank.

Texas New Orders were -9.6 in July, -8.2 in June, and +15.8 in May.

Capacity Utilization was -0.6 in July, +2.7 in June, and +18.7 in May.

This of course is why Fed chair Ben Bernanke has been giving strong hints of QE2 (helicopters again) if necessary.

Forgive me if I am becoming a “leading indicator” bore but these turning points in the cycle are fascinating. The US Conference Board’s index of consumer confidence fell again in July to 50.4 after plunging in June.

“Concerns about business conditions and the labour market are casting a dark cloud over consumers that is not likely to lift until the job market improves. Given consumers’ heightened level of anxiety, along with their pessimistic income outlook and lackluster job growth, retailers are very likely to face a challenging back-to-school season,” said the Board.

This follows the fall in the ECRI leading indicator for last week to -10.5, a level that has always been followed by recession in the post-war era. The Economic Cycle Research Institute is careful not to jump the gun, waiting for further confirming data before issuing a formal recession call that would hurt its credibility if proved wrong by events.

All of this squares with the fall in truck shipments and rail car loadings over recent weeks......

....The bond market is behaving in a way that is entirely consistent with these leading indicators. Two-year US Treasuries are still near historic lows at 0.63pc. The 10-year yield is at 3.03pc. Thirty-year mortgage rates have fallen to the lowest ever, which bleeds the profits of banks surviving on the internal “carry trade” – borrowing at super-low short-rates to buy safe agency bonds with a fat yield.

As David Rosenberg at Gluskin Sheff reminds us eloquently every week, the bond markets are telling us that we are already in a deep and intractable depression – which does not preclude Japanese-style rallies, technical recoveries, and bursts of growth, all within a Kondratieff Winter..........

In the end, the global macro economy will dictate the outcome.

So watch the Chinese banking system. Watch Japanese exports. Watch OPEC as it keeps cutting output to hold up the oil price. Watch Euribor rates and the continued contraction in eurozone lending to companies. Watch French industrial output. Watch Polish sovereign debt (that’s a new one).

Watch the M3 money supply in the US as it contracts at a 10pc annualized rate. And for goodness sake watch the Fed Board.

Then sit in a deep leather arm-chai with a good Calvados, listen to Bach Fugues, and think.

blogs.telegraph.co.uk/finance/...after-drip-of-deflation-data/
Antworten
Fundamental:

VI aktuelle zur Geldmarktentwicklung

7
28.07.10 12:26
VALUE INVESTOR STRATEGIE 27.7.2010 (23-10)

Neuer Liquiditätsschub absehbar!

Sehr geehrte Damen und Herren!

Der Stresstest für europäische Banken fiel mehrheitlich positiv aus, da nur sieben der 91 geprüften Institute durch den Test fielen – darunter mit der HRE nur eine deutsche Bank. Dies wiederum ist zu relativieren, da die HRE verstaatlicht ist. Einige Landesbanken und die Postbank bestanden den Test nur knapp. Der Test sollte Klarheit darüber schaffen, wie viele Banken eine neuerliche Finanzkrise überstehen würden.
Hier sind allerdings Zweifel angebracht und den Kritikern kann nur zugestimmt werden, da der eigentliche Stresstest – nämlich der Ausfall einer Großbank und die entsprechenden Auswirkungen auf andere Banken – nicht stattgefunden hat. Auf dem Papier lassen sich bekanntlich alle möglichen Risikostrategien durchspielen. So wurden im Vorfeld der US-Immobilienkrise mit Blick auf Hypothekenderivate mathematische Risiko-Wahrscheinlichkeiten theoretisch überprüft – und wie die Praxis später zeigte, haben diese Kalkulationen die Risiken nur geschönt dargestellt.
Dementsprechend reserviert reagierten die europäischen Aktienmärkte auf den Stresstest. Mit solchen Methoden wird das angeschlagene Vertrauen der Akteure in die Leistungsfähigkeit der Banken im Falle von Finanzkrisen nicht gestärkt. Es wird viele Jahre erfordern, um dieses Vertrauen wieder herzustellen. Dies gilt auch für die Kreditaktivität der Banken untereinander.

Die konjunkturelle Erholung in den Jahren 2003 bis 2008 (vor Beginn der Finanzkrise) basierte im Wesentlichen auf einen stetigen Kreditzuwachs. Mit Beginn der Finanzkrise ist erstmals seit Jahrzehnten – und dies belegen entsprechende US-Statistiken – eine rückläufige Kreditnachfrage zu erkennen. Somit entfällt ein maßgeblicher Wachstumsmotor.
Die westlichen Staaten dürften in den kommenden Monaten einem verstärkten deflationären Druck ausgesetzt sein. Im vergangenen Jahr wirkten sich im Herbst noch die gegenüber 2008 deutlich gestiegenen Energiepreise spürbar auf die Inflationsentwicklung aus – diese Komponente wird in den kommenden Monaten aufgrund der Preiskorrekturen keinen besonderen Einfluss auf die Teuerungsraten haben.
So überrascht es nicht, dass US-Notenbankchef Ben Bernanke in der vergangenen Woche indirekt eine Wiederöffnung der Geldschleusen angekündigt hat.

Ausgabe 23-10 27.7.2010
(Fortsetzung von Seite 1)

Hier wiederum bleibt abzuwarten, wie sich eine neuerliche Liquiditätsschwemme auf die Konjunkturentwicklung auswirken soll, wenn die Banken sich hinsichtlich der Kreditvergaben in Zurückhaltung üben. In der VI-August-Ausgabe habe ich Ihnen aufgezeigt, dass sich die Kern-Kreisläufe der Liquiditätsströme hauptsächlich auf einen engen Radius zwischen Notenbanken und Banken konzentrieren. Solange die Kreditaktivität nicht wieder zunimmt, wird keine spektakuläre Entwicklung der Inflationsraten zu erwarten sein.
Dementsprechend kamen im Zuge der Euro-Krise die hauptsächlich über Massenmedien geschürten Inflationsängste in Europa zu früh. Zunächst dürften in den kommenden Monaten Deflationssorgen in den Vordergrund rücken. Die westlichen Notenbanken dürften daraufhin mit einer Öffnung der Geldschleusen in historischen Dimensionen reagieren.
Selbst in China legte die Inflationsrate zuletzt nur noch mit Steigerungsraten von unter 3% zu. Hier sollte das geldpolitische Bremsmanöver somit bald enden und eine wieder expansivere Geldpolitik folgen. Für chinesische Verhältnisse handelt es sich bereits um eine sehr moderate Entwicklung der Inflationsrate, sodass über eine neuerliche Dynamik der Kreditsteigerungsraten jeglicher Hauch von Deflation so früh wie möglich ausgeschaltet wird. Da die Kreditaktivität in China im Vergleich zu den westlichen Ländern zu keinem Zeitpunkt ins Stolpern geriet, wird sich eine zügige Ausweitung der Kreditvergaben problemlos herbeiführen lassen.
Die Börse Shanghai, die in den vergangenen Jahren vor den westlichen Aktienmärkten eine Vorlauffunktion hatte, versucht derzeit den Ansatz einer Bodenbildung, aber noch kann keine Entwarnung gegeben werden. Hier bleibt offen, ob die 3-Jahres-Regel nach dem Platzen einer Euphorie greifen wird. Demnach wäre das Markttief im Oktober zu erwarten. Stellt sich das Markttief im Oktober ein, könnte sich anschließend eine längere Erholungsbewegung durchsetzen.
Dies wiederum hätte eine positive Signalwirkung für sämtliche westlichen Aktienmärkte, die – mit Ausnahme des DAX – in diesem Jahr deutlich im Minus notieren.

Herzlich Ihr
Franz-Josef Buskamp

Versand Ausgabe 24-2010: 10. August 2010
Es ist noch nie jemand damit reich geworden, sich seine Investments schön zu reden
Antworten
obgicou:

gute Short-Chance kommt

9
28.07.10 12:53
nach Elliott Waves in den nächsten 1-3 Tagen.
wir nähern uns jetzt dem Ziel der rot eingezeichneten e(Y)
http://www.ariva.de/...as_grosse_Bild_t342320?pnr=8359282#jump8359282
Stop-Loss auf das sich noch bildende Hoch  (sollte nicht deutlich über 6300 gehen) und dann ab dafür.

Stimmung in D ist immer gut, wenn die Amis kurz vor dem Abyss stehen; war 2007/8 genauso; da wurde immer über Decoupling fantasiert.
Antworten
fkuebler:

Kicky 663: Man möchte den Leuten ganz fürchterlich

12
28.07.10 12:59

"Deutschland stimmt als einziges Land den neuen Eigenkapitalvorschriften im Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht nicht zu. 
Das Ringen vor allem Deutschlands erklärt sich mit der relativ schwachen Eigenkapitalausstattung einiger deutscher Banken, vor allem einiger Landesbanken im internationalen Vergleich.......

...in den Arsch treten!

Wenn ich sowas höre, dann könnte ich glatt noch meine eigenen blöden Sprüche ("Jedes Volk bekommt die Politiker, die es verdient") vergessen... :-(

Das Problem ist nur: wo sind die ganzen Ärsche, in die man treten könnte?

Und so ist das Einzige, was mir in der Praxis übrig bleibt, dann doch wieder nur ein wütendes Nachshorten, mit dem dumpfen Rachegedanken, dass hoffentlich die ganzen Ärsche möglichst bald von der Rache des gerechten Schicksals erwischt werden, und ich dann wenigstens säckeweise meine Schmerzensgeld-Kohle abschleppen darf... ;-)

Antworten
fkuebler:

obgicou #668: Wenn ich höre "gute Short-Chance...

12
28.07.10 13:15

... kommt", dann fällt mir immer Rainer Maria Rilke ein:

"Wer jetzt keine Shorts hat, baut sich keine mehr.
 Wer jetzt noch zögerlich ist, wird es lange bleiben,
 wird wachen, lesen, lange Postings schreiben
 und wird in den Analysen hin und her
 unruhig blättern, wenn die Kurse fallen."

Antworten
Malko07:

Konjunkturabkühlung im Herbst

10
28.07.10 13:57
Der USA Bären-Thread 8384132
Schlechte Aussichten für Deutschlands Wirtschaft: Laut DIW wird die Konjunktur im dritten Quartal nur noch um 0,5 Prozent wachsen. Der Export werde sinken, und trotz guter Stimmung bei Unternehmen und Verbrauchern ist die Kauflust noch schwach.
Antworten
obgicou:

@fkuebler

8
28.07.10 14:26
analog lautet aber die Strophe vorher:

Befiehl den letzten Anstiegen voll zu sein;
gieb ihnen noch zwei bullischere Tage,
dränge sie zur Übertreibung hin und jage
den letzten Bullen in den schweren Fehler
Antworten
fkuebler:

obgicou #672: Ich biete "Remis" an... ;-)

6
28.07.10 14:49

"analog lautet aber die Strophe vorher"

Aber unverändert bin ich der Meinung, wer auf den optimalen Zeitpunkt wartet, der wartet sich zu Tode oder erwischt irgendwann nur noch das letzte Stückchen vor der bullischen Umkehr...

Zum guten Herrn Prechter: der gehört zu den ganz wenigen Genies, die wirklich aus allen Börsensituationen Geld machen. Egal, ob die Kurse durch die Decke schiessen oder im Krater tunneln, er verdient Riesenkohle mit seinen Abonnements. Reife Leistung, muss man einfach anerkennen...

Auch ich oute mich als zu denen gehörig, die immer mal wieder ein 3-Monatsabo gekauft haben (auch jetzt wieder): es liest sich einfach so toll, wenn das eigene Depot voller Shorts ist... ;-)

Ähnlich wie ein gutes Glas Rotwein am Abend (oder zwei, oder drei...) den ablaufenden Tag in einem viel milderen Licht erscheinen lässt, und den kommenden auch... ;-)

Antworten
Anti Lemming:

US-Auftragseingänge langlebige G. -1% (erw. +1%)

9
28.07.10 15:07
Zudem wurde der letzte Monat auf -0,8% runterrevidiert.



Veröffentlichung der Zahlen zu den US-amerikanischen Auftragseingängen für langlebige Wirtschaftsgüter ("Durable Goods Orders") für Juni 2010

Die US-amerikanischen Auftragseingänge für langlebige Wirtschaftsgüter sind im Juni um 1,0 % gefallen. Erwartet wurde hingegen ein Plus im Bereich bei 1,0 %. Im Vormonat waren die Auftragseingänge bei den langlebigen Wirtschaftsgütern noch um 0,8 % zurückgegangen. Damit wurde der Vormonatswert von zuvor veröffentlichten 0,6 % ins Minus revidiert.
Antworten
obgicou:

@fkuebler

7
28.07.10 15:07
ich habe noch nie was von Prechter gekauft;
das von mir aufgezeigte Szenario hat auch nix mit dem von ihm gepredigten zu tun (er behauptet ja seit Wochen die Aufwärtsforamtion wäre zu Ende). Er hat ein bissel zu früh auf short getippt, im Endeffekt aber recht behalten, da die Up-Formation, so wie es jetzt aussieht, mit einem deutlich tieferen high zu Ende gehen wird.
Antworten
Auf neue Beiträge prüfen
Es gibt keine neuen Beiträge.

Seite: Übersicht ... 2665  2666  2668  2669  ... ZurückZurück WeiterWeiter

Börsen-Forum - Gesamtforum - Antwort einfügen - zum ersten Beitrag springen

Neueste Beiträge aus dem S&P 500 Forum

Wertung Antworten Thema Verfasser letzter Verfasser letzter Beitrag
29 3.861 Banken & Finanzen in unserer Weltzone lars_3 youmake222 10.06.26 14:08
469 156.479 Der USA Bären-Thread Anti Lemming ARIVA.DE 12.05.26 18:00
  56 PROLOGIS SBI (WKN: 892900) / NYSE 0815ax Lesanto 06.01.26 14:14
    Daytrading 15.05.2024 ARIVA.DE   15.05.24 00:02
    Daytrading 14.05.2024 ARIVA.DE   14.05.24 00:02

--button_text--