Ursache des Absturzes von fast 10 % im DOW (intraday fiel er kurz unter 10.000) war höchstwahrscheinlich eine SL-Lawine. Danach haben Shorts ihre Posis glattgestellt und damit ein 50 % RT des 1000-Punkte-Sturzes herbeigezockt, auch einige Longs sind aufgesprungen. Schlusskurs des DOW ist 10520.
Möglich wäre auch, dass US-Zockerbanken eine gezielte Short-Attacke abgelassen haben, um SL als Longs abzufischen.
In US-Medien kursieren Vermutungen von einem "fat-finger-error" (Fehltrade mit Riesen-Posi). Für die Leute bei Bubblevision gilt offenbar, "dass nicht sein kann, was nicht sein darf". Deshalb musste ein technischer Irrtum her. Das ist zwar psychologisch interessant, aber falsch und wurde auch gerade per Ticker dementiert. Tatsächliche Ursache dürfte das EU-Debakel samt Euro-Absturz gewesen sein. Den Rest besorgten SL. Durch den schwachen Euro, der in den letzten beiden Tagen über 4 Cents verlor, kamen auch viele Dollar-Carrytrader unter Druck. Entsprechend gab es starke Schwächen bei Rohstoffen/Öl.
Ich glaube nicht, dass es bei einem Ein-Tages-Rutsch bleibt. Ein derart starker Downmove könnte zwar als "Washout" durchgehen, aber mMn nur, wenn er am Ende einer längeren Abwärtsbewegung steht. Von Langzeithochs aus hinterlässt ein solcher Erdrutsch schwerere Schäden (im Depot wie im Kopf), da es viele Dip-Buyer heute intraday zerrissen haben dürfte. Die "Überlebenden" werden jetzt erst mal viel vorsichtiger vorgehen.
Ich rechne mit einer größeren, mehrwöchigen Korrektur, die laut Ritzholtz (letztes Posting von mir) tiefer gehen soll als die bisherigen 5 bis 9 % Korrekturen seit März 2009. Mehr als 20 % Korrektur hält er allerdings für wahrscheinlich. Kämen 20 %, könnte der SP-500, der bei 1220 austoppte, bis 975 fallen. Fiele es noch tiefer, bekämen wir auch offiziell einen neuen Bärenmarkt, dessen Ende nach unten offen wäre. Dazu müssten sich aber auch die Konjunkturdaten weiter eintrüben und eine Doppel-Dip-Rezession signalisieren. In dem Fall wäre sogar ein Retest des März-2009-Tiefs denkbar. Alternativ könnte eine Fortsetzung des Euro-Kursverfalls samt EU-"Staats-Wackeleien" für ein ausgedehnteres Down-Leg sorgen. Man erinnere sich an 1997 und 1998, als selbst lupenreine Bullenmarkt bei Staatskrisen (erst Tigerstaaten, dann Russland) plötzlich butterweich wurden und 20 % abgaben (1998).