Der Griechen-Bailout ist die Fortsetzung einer imperialistischen deutschen Politik, die nun die EU als Vehikel für ihre verspäteten "Volk-ohne-Raum"-Träume instrumentiert.
Der Erste und der Zweite Weltkrieg gingen beide von deutschem Boden aus. Beide Kriege waren Angriffskriege. Warum? Ursache war in beiden Fällen die historische Rückständigkeit Deutschlands: Deutschland war bis 1870 in zig Kleinstaaten mit eigenen Despoten, Gesetzen und Währungen zersplittert. Erst mit der Reichsgründung 1870 wurde Deutschland zur "Nation" - ein Schritt, den England, Frankreich und USA schon teils Jahrhunderte zuvor vollzogen hatten.
Der Imperialismus war damals vor allem durch Kolonien-Gründungen geprägt. Vorteile hatten Länder, die relativ früh zu Nationen wurden (wie England) - und insbesondere die "Seefahrer-Nationen", weil die Welt damals mit dem Schiff erobert wurde. Seefahrer waren in Europa traditionell die Engländer, Holländer, Spanier und Portugiesen, außerdem m. E. die Franzosen. Und diese Länder hatten zum Zeitpunkt, als Deutschland in die große weite Welt hinauswollte, die Welt bereits unter sich aufgeteilt: England kontrollierte Indien und Länder in Asien, die Franzosen und Holländer große Teile Afrikas, die Spanier und Portugiesen hatten Mittel- und Südamerika kolonialisiert.
Deutschland guckte in die Röhre.
Dies ist die Wurzel für den deutschen Nationalismus und Militarismus - für die Ideologie des "Zu-kurz-gekommen-Seins", die Hitler mit seinem "Volk ohne Raum"-Spruch auf die Spitze trieb.
Folglich blieb den Deutschen scheinbar nichts anderes übrig, als anderen Nationen die besetzten Gebiete militärisch streitig zu machen. Das Säbelrasseln begann, gefolgt vom Kanonendonner des Ersten Weltkriegs.
Zur "Finanzierung" der Ersten WK hatte das Kaiserreich Unmengen an Kriegsanleihen emittiert. Das Geld der Bürger, die diese kauften, wurde in die Rüstung gesteckt, und der Angriffskrieg, der sich schnell gegen die ganze Welt richtete (daher "Erster Weltkrieg"), sollte zu Territorialgewinnen führen, aus denen die Anleihekäufer dann ausgezahlt werden sollten.
Doch der 1. WK ging verloren, der Kaiser floh nach Belgien, die Sozialisten übernahmen vier Wochen vor Kriegsende die Macht und mussten den "Schandvertrag zu Versailles" unterzeichnen, der Deutschland wahnwitzige Reparationszahlungen - zu leisten in Goldmark - aufbürdete. Dabei störten die vielen Kriegsanleihen-Halter, die nun auch noch alle "ihr Geld zurückwollten". Als Lösung druckte die Weimarer Regierung wie verrückt physisches Geld. Ein Brot kostete bald meherer Milliarden Mark. Die Kriegsanleihen wurden dadurch wertlos. Der Staat hatte sich mit der Druckerpresse erfolgreich "nach innen" entschuldet.
Doch das Volk-ohne-Raum-Ressentiment grollte weiter. Das Heer war durch den Versailler Vertrag auf 100.000-Mann-Stärke reduziert, und die vielen ehemaligen Berufsoffiziere soffen sich, aufgestachelt von Reden eines Adolf Hitler, in Münchener Bierkellern Mut zu einem Putsch gegen die verhasste sozialistische Regierung an, die ihnen angeblich alles eingebrockt hatte. Der Hitler-Ludendorff-Putsch (Marsch auf die Feldherrenhalle) scheiterte 1923 kläglich. Ein Generalstreik in Berlin ("Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will") und das Heer schlug die Putschisten nieder. HItler kam in Festungshaft, wo er "Mein Kampf" schrieb.
In den 20er-Jahren fasste die Wirtschaft wieder Fuß, nicht zuletzt dank US-Hilfsgeldern (Young- und Dawns-Plan). Die Wirtschaft gesundete und Deutschland erlebte auch kulturell die Goldenen Zwanziger. Der Traum endete mit dem Börsen-Crash von 1929. Die Amis zogen ihr Geld aus Deutschland wieder ab, was 6 Millionen Arbeitslose zur Folge hatte. Hitler hatte sich nach seiner Haftentlassung zu einer starken poltischen Kraft entwickelt, da er sich mit dem angesehenen General Hindenburg verbündet hatte, was ihm auch im Bürgertum Zuspruch sicherte.
1933 schaffte Hitler per Ermächtigungsgesetz die Demokratie ab. Bei der Abstimmung waren kommunistische Abgeordnete nicht zugegen. Sie wurden zuvor - unter Missachtung ihrer Immunität - verhaftet, weil sie einige Tage zuvor angeblich den Reichstag angezündet haben sollten. In Wahrheit legte den Brand ein von den Nazis bezahlte Holländer namens von der Lubbe. Schon die "Machtergreifung" basierte auf Lügen in einer Dreistigkeit, wie wir sie heute nur von Wall Street kennen.
Da die Nazis diktatorisch herrschten und Gegner bis aufs Blut verfolgten oder ins KZs sperrten, nahmen die imperialistischen Träume, gespeist aus der alten nationalistischer Ideologie des "Zu-kurz-gekommen-Seins", schnell wieder Gestalt an. Die Nazis versuchten nun, die im 1. WK gescheiterte militärische Unterwerfung der Restwelt in einem zweiten Versuch erfolgreich zu Ende zu bringen.
Und wieder nahm der Staat - wie im 1. WK - maßlos Kredite auf (die die schwächelnde Wirtschaft mit 6 Mill. AL eigentlich gar nicht hergab), um das Geld in die Rüstung zu pumpen. Der 2. WK - wiederum ein Angriffskrieg - war daher finanziell von langer Hand vorbereitet. Die Provokation in Polen war 1939 dann nur noch der Aufhänger, den Hitler benötigte, um das Münchener Abkommen von 1938, in dem er Churchill "Waffenruhe" versprochen hatte, zu brechen.
Wie schon im 1. WK träumte Deutschland - und vor allem die deutsche Industrie - von einer weltweiten, auf militärischer Aggression basierenden Expansion. Einer der größten Geldgeber und Kriegstreiber war übrigens schon damals die Deutsche Bank. Sie wurde bei den Nürnberger Prozessen nach Kriegsende von den Ami-Richtern als "Hauptkriegsverbrecher" verurteilt. Die Richter sahen die Nazi-Kriegswirtschaft zu Recht als verbrecherisch an: Wie schon im 1. WK wurden massiv Kredite (Staatsverschuldung) aufgenommen, um von dem Geld Waffen für einen Angriffskrieg zu fertigen. Und wiederum sollte die Rückzahlung der Kredite aus den Territorialgewinnen des Krieges erfolgen sollte. Das Ganze ist somit ein finanziell-militaristisches Schneeball-System, das Unterwerfung fremder Völker praktisch als "Existenzgrundlage" braucht.
Als auch der Zweite Weltkrieg verloren ging, lief wieder ein ähnliches Spiel ab wie bei den Kriegsanleihen aus dem Ersten Weltkrieg.
Der Unterschied war der, dass die deutsche Infrastruktur 1918 noch halbwegs stand - der 1. WK fand noch "traditionell" auf dem Felde und in Schützengräben statt. 1945 hingegen war Deutschland weitgehend zerbombt. In vielen Städten stand kein Stein mehr auf dem anderen. Deshalb stand gar nicht erst zur Debatte, ob erneut die Druckerpresse angeworfen werden sollte. Es galt die normative Kraft des Faktischen: Das Land lag in Trümmern, und die Reichsmark ebenfalls.
Man ersparte dem Volk daher die Druckerpresse, und nach zwei Jahren Schattenwirtschaft auf Schwarzmärkten kam die DM - und damit die vermeintliche "Stunde Null". Jeder erhielt 40 Mark. Alle waren gleich. Doch einige waren Gleicher als andere - nämlich die, die Sachwerte über den Krieg gerettet hatten. Die Villen der Blohm-und-Voss-Bonzen in der Hamburger Elbchaussee blieben ihnen erhalten. Dass sie im Krieg KZ-Häftlinge mittels "Vernichtung durch Arbeit" auf den Werften buchstäblich zu Tode schuften ließen, blieb ungeahndet. Andere Nazi-Chergen hatten Juden nach Ausschwitz geschickt, um später für einen Spottpreis deren an den Staat gefallenen Besitztümer (Häuser, Fabriken) zu erwerben. Auch dies blieb ungeahndet. Die Rechtsprechung stellte sich auf den Standpunkt, dass zivile Rechtsgeschäfte nach "damals geltendem Recht" erfolgten und damit auch nach Kriegsende rechtsverbindlich seien. Adelige wie Thurn und Taxis und die von und zu Guttenbergs behielten ohnehin ihre riesigen Ländereien. Auch des gesamte Beamtenapparat - inkl. Nazi-Richtern - wurde übernommen.
Für die Reichen gab es keine "Stunde Null". Es gab sie nur für das gemeine Volk. Das waren dieselben, die nach dem 1. WK mit der Geldpresse betrogen wurden.
Nun ein kühner Sprung ins 21. Jahrhundert. Die Welt ist globalisiert. Die Macht geht in den Industrieländern weniger vom Militär und der Politik aus als von den Großkonzernen und deren Lobbys. Regierungen sind machtlos geworden, weil die Konzerne sie wechselseitig mit Steuer- und Standort-Vorteilen erpressen; überall finden sie Steuer- und Rechtslöcher und narren die Politik, in dem sie Gewinne dorthin verschieben, wo am wenigsten Steuern zu zahlen sind. Kriege finden nur noch in Schwellen- und Dritte-Welt-Ländern statt, vor allem wenn es dort Öl im Boden gibt, für das sich die Ölkonzern interessieren (siehe Irak-Kriege).
Es gibt in den Industriestaaten auch keine Annektionen mehr. Die Völkergrenzen stehen und verschwimmen sogar (EU-Bildung). Doch was geblieben ist, ist die imperialistische Ideologie. Deutsche Konzerne und "deren" Marionetten-Politiker kämpfen - gegen die Interessen der Nachbarn (z. B: Frankreich) - darum, wer in der EU die "erste Geige" spielt. Wer am meisten exportieren kann, hat das Spiel gewonnen. Politik ist Mittel zum Zweck, möglichst viel zugunsten der eigenen Nation herausholen. Das gilt - unter umgekehrten Vorzeichen - auch für die Griechen, die möglich viel EU-Substanz für lau absaugen wollen.
In der EU ist Deutschland unbestritten die Führungsmacht (da wirtschaftlich am stärksten), und die Bestrebungen Kohls gingen schon damals latent in Richtung eines "vereinten Europa unter Führung Deutschlands". Das wurde zwar nicht so klar ausgesprochen, ist aber ein Fakt. Deutschland hat von Anfang an versucht, die EU so zu gestalten, dass deutsche (Groß-)Unternehmen maximal Vorteile daraus ziehen. Nur zu dem Zweck wurde der Euro überhaupt geschaffen. Der Euro eliminierte das Währungsrisiko, wenn Länder wie Griechenland MAN-Busse auf Kredit kaufen.
Der Euro ermöglichte auch, dass sich die "Schwellenländer" der EU (PIIGS) dank AAA-Bonus stark verschulden konnten, damit die deutschen Konzerne in diese Länder mehr exportieren konnten. Das Risiko übernahmen - pro forma - die Banken, die ja nun den Euro und die Maastricht-Kriterien als Schutz hatten. Ein Auseinanderbrechen erschien im Gründungs-Hype (vergleichbar der Hybris der Nazis, Russland in einer Woche einzunehmen) derart unwahrscheinlich, dass dafür nicht einmal Regeln entworfen wurden.
Nun ist dieser Ernstfall in Griechenland, Spanien und anderen PIIGS eingetreten - für die Banker und viele Politiker "überraschend", für die Euro-Kritiker der ersten Stunde nur folgerichtig.
Und nun haben wir wieder eine Situation wie am Ende der beiden letzten Weltkriege. Horrende Überschuldung - diesmal der PIIGS - und Banken, die auf potenziell riesigen Verluste sitzen, wenn die Wirtschafts-Expansion in die EU (eine Art "finanzieller Dritter Weltkrieg") ein weiteres Mal in die Hose geht.
Und was machen Merkel und Co in dieser Lage? Sie besinnen sich auf alte Patentrezepte: Die Banken werden auf Kosten der Steuerzahler voll ausgebailt. Das ist VOM WESEN HER nichts anderes als die Weimarer Lösung, die Geldruckmaschinen anzuwerfen. Auch jetzt wird dem "Volk" bzw. "Bürger" zur Rettung der Schuldner (Banken und Staat) eine drastische Geldentwertung zugemutet. Dabei wird sogar das schreiende Unrecht in Griechenland (bankrottgeweihte Schnorr/Schattenwirtschaft) geflissentlich ignoriert - um das "strategische Ziel", die wirtschaftliche Annexion der EU durch das deutsche Großkapital, nicht zu gefährden.
Der kleine Mann wir auch diesmal wieder der Dumme sein. Das ist die Rolle, für die er historisch "auserkoren" ist, solange er es sich widerspruchlos gefallen lässt, dass Andere ihm nach Belieben auf der Nase rumtanzen. Es ist das typische Los des Schwachen, der nicht umsonst "Loser" heißt.
Und wenn der Euro - wie nach den letzten Kriegsenden jeweils die Mark und die Reichsmark - den Bach runtergeht, dann gibt es für den deutschen Dämlich-Michel mal wieder die "Stunde Null" (mit Entwertung aller Ersparnisse) - während die Bonzen ihre Sachwert-Pfründe ein weiteres Mal heil über die Runden retten.