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Der USA Bären-Thread


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Anti Lemming:

Die Stimmung in unwiderruflich hin

9
14.03.10 23:40

bei den Kleinanlegern, egal wie euphorisch die Trommler und Stimmungskanonen bei Marketwatch oder n.TV die Rallye anzutreiben versuchen. Einen Kursabsturz um 56 % wie im Herbst 2008, den größten der US-Börsengeschichte, vergisst man nicht so schnell - zumal es schon der zweite Mega-Absturz in einem Jahrzehnt war. Und schon gar nicht, wenn ringsumher Nachbarn, Freunde und Bekannte per Zwangsversteigerung ihre Häuser verlieren. Main Street geht es - auch wegen der rekordhohen Arbeitslosen-Quote von faktisch 17 % - sehr schlecht, egal wie Wall Street feiert. Für eine nachhaltige, von echten Käufern getriebenen Aktienrallye muss auch das unmittelbar erfahrbare wirtschaftliche Umfeld passen.

Die Schmerzen derjenigen, die nach dem Dot.com-Crash den Erholungssprüchen der Fonds geglaubt hatten und relativ spät in 2006/2007 Aktien gekauft hatten, wirken bis heute nach. Viele Kleinanleger, die das Tief  "durchgesessen" haben, sind mit ihren Depots immer noch 40 bis 50 % im Minus. Kaum einer hatte im Herbst 2008 ein Stop-Loss (geht bei Mutual Funds auch gar nicht). Deshalb konnte am Tief auch keiner von denen kaufen. Getraut hätten sich die meisten ohnehin nicht.

Superbulle Jim Cramer hat einen neuen Bestseller geschrieben mit dem aufschlussreichen Titel: "Getting back to even".  D.h. während er früher Supergewinne verhieß, will er seine Klientel in seinen Büchern nun zeigen, wie man "sein Geld zurückbekommt".    Es könnte gut sein, dass eine ganze Generation von Kleinaktionären dem Aktienmarkt zeitlebens den Rücken kehrt. Ähnliches sah man nach der Großen Depression.  Es trifft zwar zu, dass Kleinanleger vergesslich sind, aber wenn sie Monat für Monat ihre Fonds-Auszüge lesen und das Minus nicht weichen will, werden sie ständig auf's Neue daran erinnert, dass sie in Wall Streets Ponzi-Scheme die Arschkarte gezogen haben.

Wenn heute Apple auf 220 Dollar hochschießt, Amazon auf 130 oder Green Mountain Coffee Roasters (der Hype schlechthin) auf 95, dann sind da Hedgefonds-Geier dran, die praktisch einer gegen den anderen spielen. Alle wollen nur das eine: Performance.  Fundamentals interessieren nicht. Viele HF-Manager sind Ex-Pokerspieler, die gelernt haben, mit einem Buben-Paar zu "bluffen".

Der grundlegende Unterschied zu 1999/2000 ist, dass damals Heerscharen von Kleinanlegern am Markt aktiv waren, gegenseitig mit ihren Gewinnen prahlten und Aktien wie Yahoo auf 500 Dollar hievten.   Das wirtschaftliche Umfeld passte damals auch, USA ging es vergleichsweise gut in der Zeit.

Heute gehen Zockerbanken und HFs - mMn irrtümlich - davon aus, dass es reicht, den DOW auf 12.000 hochzuzocken, Kursziele von 14.000 bis Jahresende hinauszuposaunen - und schon räumen die gier-vernarrten Kleinanleger ihre Geldmarkt-Konten, wo 3 Billionen in Cash zinsfrei vor sich hindümpeln, um Wall Street die hochgezockte Scheiße abzukaufen.

So etwas funktioniert EINMAL (2004 ff. konnten die Fonds noch erklären, dass die Dot.com-Blase ein tragischer Unfall und ein "EInmal-pro-Jahrhundert-Event" war). So was funktioniert aber nicht alle drei Jahre. Wer einmal einem Halsabschneider einen "echten Perser" an der Haustür abgekauft hat, um dann später festzustellen, dass er einen Plastikvorleger erstanden hat, der ist vorgewarnt. Er macht nicht drei Jahre später diesen Fehler noch einmal. Genauso wie die Landesbanken jetzt - selbst wenn sie Geld hätten - nicht noch einmal für zig-Milliarden US-Verbriefungsschrott aufkaufen würden.

Gebranntes Kind scheut das Feuer.

Vielleicht müssen die Zockerbanken den DOW tatsächlich noch mit ihren Futurespielchen auf 12.000 treiben, um im Live-Experiment festzustellen, dass dann IMMER noch keine Kleinanleger kaufen. Die Crux dabei: Je höher sie die Aktien treiben, desto höher wird auch ihr eigenes Risiko. Wenn man mit massivem Hebel long ist, kann man bei SP-500-Ständen um 750 sehr viel ruhiger schlafen als bei 1150, da fundamental nur 900 gerechtfertigt wären (mMn). Generell gilt: Je höher der Kurs, desto höher dar Risiko.

Irgendwann werden die Zockerbanken feststellen, dass ihre Distributions-Strategie ein unerfüllbarer Traum aus alten Zeiten ist, der heute nicht mehr funzt, weil sich die früheren "Schnäppchenkäufer an der Tür" zu viele finanzielle Brandwunden zugezogen haben. Statt Traum sprechen die jetzt eher von Alptraum. Und sie zeigen sich wechselseitig ihre Narben, statt mit Gewinnen zu prahlen wie damals.

Kommt dann noch durch schwache Makrodaten (z. B. BIP unter Erwartung, AL-Quote sinkt nicht, Lagerbestände werden nicht abverkauft, Export stagniert usw.) Verkaufsdruck auf, heißt es für die Zockerbanken: Maschine gegen Maschine (HFT), Auge um Auge, Zahn um Zahn. Mancher Hedgefonds-Knalli wird sämtliche Zähne verlieren. Auch unter den Zockern gibt es clevere (Goldman) und weniger clevere. Wenn Kleinanleger als Opfer ausfallen, weil sie nicht mehr "mitspielen", müssen sich die Hyänen ersatzweise selber wechselseitig zerfleischen.

Das läuft dann so: Sobald sich bei einem Player eine Schieflage auftut (zu große Hebelposi läuft ins Minus) und die anderen davon Wind bekommen, gehen sie auf das, was der notleidende HF verkaufen will, short - wohlwissend, dass dies weiter auf die Preise drückt und den verzockten HF gänzlich fertig macht. Auf diese Tour wurde der HF Amaranth, der zu viele Gas-Futures hatte, 2006 in die Pleite getrieben.

Da zurzeit die meisten HFs in allen Assetklassen long sind, werden die Kurse bei der kommenden Zerfleischungs-Arie quer Beet  fallen.

 


 

Hedgefonds-Zockeraktie GMCR - von 10 auf 100 in drei Jahren

(Mein Tipp: zurück von 100 auf 10 in einem Jahr? Mit Shorts würde ich dennoch nicht darauf wetten, weil HF "unberechenbar beschränkt" sind. Das ist sogar ihr schärfste Waffe ;-) )

(Verkleinert auf 68%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 306476
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Anti Lemming:

Thostar - Nullzinsen

8
14.03.10 23:57

Ein Argument, dass schon bei SP-500-Ständen von 666 zutraf, wird bei 1150 nicht "wahrer". Man sollte sich vor "rekursiver" Argumentation hüten. Das Risiko für die Halter der Aktien ist seitdem jedoch beträchtlich gestiegen - nämlich proportional zu den Kursen. Der Spruch, dass die "Börse keine Einbahnstraße" ist, gilt auch in der Ära der Nullzinsen, wenn die Kurse zu hoch gestiegen sind.

MMn IST die Zockerrallye infolge der Nullzinsen bereits weitgehend gelaufen. Höher steigt es nur noch, wenn wirkliche fundamentale Verbesserungen kommen. Und selbst dann könnten die Börsen fallen, weil Angst vor Zinserhöhungen aufkommt. Manchmal fällt es auch scheinbar grundlos. Die HF haben schließlich verdammt hohe Hebel.

Da die Börse in die Zukunft blickt, sollte sie jetzt eher beginnen, das schrittweise Zurückfahren der Liquidität einzupreisen.  Die Fed hat bereits den - zugegeben unwichtigen - Diskontsatz leicht erhöht und damit immerhin ein Zeichen gesetzt. Ende März soll das QE der Fed auslaufen (Zinsen der Langläufer in USA steigen schon wieder). Australien hat die Leitzinsen auf 4 % erhöht. Am wichtigsten aber ist, dass China "dämpft": Der bisherige Wachstumtreiber Nr. 1 - die vermeintliche "Ersatzkonjunktur-Lok" für USA  - steht beidfüßig auf der Bremse, weil die Hypo-Spekulation schrägste Blüten treibt.

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Anti Lemming:

Rogers: "Ich sehe zwei Blasen"

6
15.03.10 06:43

Interview mit Jim Rogers im Handelsblat, Kommentare von mir in grün.

Querdenker Jim Rogers: „Ich sehe zwei Blasen“

Jim Rogers ist einer der bekanntesten Großinvestoren. Im Gespräch mit dem Handelsblatt äußert er sich gewohnt kritisch über Notenbanken und Politiker, die seiner Meinung nach bestehende Schulden- und Anleihen-Probleme weiter verschärfen. Außerdem erklärt er, warum es verrückt ist lang laufende Anleihen zu kaufen.
von Ingo Narat


Herr Rogers, die Staatsdefizite explodieren. Wo wird das enden?


Es sind zu viele Schulden in der Welt. Der fehlende Konsum in den USA wird mit mehr Verschuldung beantwortet. Aber damit verschieben die Politiker das Problem nur in die Zukunft - und dann sind sie nicht mehr im Amt. Wir haben einen Vorgeschmack bekommen mit den Ereignissen in Island, dem Baltikum und jetzt Griechenland.

Wenn sich die Probleme in den USA weiter verschärfen, haben die Politiker keine Mittel mehr zum Geld ausgeben. Dann werden die internationalen Investoren sagen: Wir werden euch kein Geld mehr geben. Die größten Geldgeber kommen aus Asien: China, Taiwan, Korea, Singapur und so weiter. Das wird in einem Desaster enden.

Können die gewaltigen Defizite jemals abgebaut werden?

Die Gesamtschuld in USA? Es wird keinen Abbau geben können, keinesfalls.
Amerika kann die Probleme höchstens in die Zukunft verschieben. Ich verstehe die Ignoranz der Steuerzahler nicht. Auch als Deutscher wäre ich wütend, wenn ich für die Schuldenexzesse der Griechen oder für die Schulden anderer Länder bezahlen sollte.

Was bedeutet das für die kurzfristigen Zinsen?

Ab einem gewissen Punkt werden die Anleger die niedrigen kurzfristigen Zinsen nicht mehr hinnehmen, wenn gleichzeitig die Lebenshaltungskosten steigen. Die Regierungen manipulieren doch die Zinssätze. (Fragt sich, was "die Anleger" denn machen sollen. Die kurzfristigen Zinsen bestimmen die Zentralbanken. Sollen sie diese stürmen? - A.L.)

Und wie sieht es bei den langfristigen Renditen aus?


Genau so. Es ist völlig verrückt, beispielweise 30-jährige US-Staatsanleihen für Renditen von vier Prozent zu kaufen. Irgendwann werden wir einen Käuferstreik sehen. Das viel zitierte "quantitative easing" der Notenbank ist ja nichts als schiere Geldvermehrung. Und die langfristigen Zinsen haben ja schon zu steigen begonnen. Leider habe ich im vergangenen Jahr keine Baisse-Spekulation auf langfristigen Anleihen gewagt - das wäre ein prima Geschäft gewesen. Aber ich warte jetzt auf eine neue Chance. Das ist eine Timing-Frage.

Einige Ökonomen erwarten konjunkturelle Enttäuschungen, in diesem Zuge auch wieder sinkende Renditen, so dass Anleihen trotz historisch niedriger Renditen noch ein attraktiver Kauf sein könnten?

In einer Rezession muss Amerika eine wachsende Verschuldung mit mehr Auflagen von Anleihen decken. Diese Anleihen muss jemand kaufen. Aber es wird eben nur zu höheren Zinsen funktionieren.

Aber was ist mit Bundesanleihen und der deutschen Sicht auf die Anleihemärkte?

Die Europäische Union als Region ist nicht in so schlechter Verfassung wie die USA - aber Griechenland ist es. Das Risiko liegt in einer Auflösung des Euro. Ich glaube allerdings, dass die Währung überleben wird. Griechenland muss seine Probleme lösen. Sollte Griechenland die Währungsgemeinschaft verlassen, würde es zunächst große Unruhe an den Märkten. Aber sehr schnell wäre der Euro - dann ohne diese Belastung - stärker als vorher. [Wenn Trichet schlau ist, hilft er den Griechen, weil dies den Euro schwächt und so die Eurozonen-Exporte stärkt ;-) - A.L.] Was mich angeht: Ich habe momentan keine Positionen in griechischen Bonds, weder Long noch Short.

Mit der Verschuldungskrise haben die Währungsturbulenzen zugenommen. Welche Währungen sind attraktiv?

Ich halte US-Dollar und Yen.
Der sogenannte "carry trade" löst sich auf. Man konnte sich bisher in den Niedrigzinsländern USA und Japan verschulden und die Mittel in Risikoanlagen verwenden. Jetzt läuft es anders herum. Deshalb steigt auch der Dollar. Dabei darf man nicht vergessen: Viele Investoren sind pessimistisch für den Dollar - sogar ich bin es. Allerdings ist meine Dollarposition eher kurzfristig. Ob der Dollar in einem Monat wieder zu fallen beginnt oder später, ist schwer zu sagen.

Was sind jetzt die besten Wetten an den Anlagemärkten?

Kaufen würde ich Agrargüter. Die Preise für landwirtschaftliche Produkte sind historisch gesehen unglaublich tief. Sie liegen jetzt noch 60 bis 70 Prozent unter ihren Höchstständen. Shortpositionen habe ich im Moment keine, weil ich keine großen Exzesse an den Märkten sehe, die dazu einladen würden. Das ist für mich übrigens eine absolute Ausnahme.

Ich sehe jedoch zwei Blasen: eine bei US-Staatsanleihen, da warte ich auf einen günstigeren Zeitpunkt für eine Baisse-Spekulation; die andere an den Immobilienmärkten in einigen chinesischen Städten wie Schanghai und Hongkong.

Was ist das größte Risiko für die Finanzmärkte?


Einige Interessengruppen würden dem Iran gerne eine militärische Lektion erteilen. Wenn es dazu kommt, dürften die Rohstoffpreise in einer ersten Reaktion abstürzen. Aber dann würden Commodities und der Ölpreis rasant nach oben gehen. Inflation wäre die Folge. [Seltsame Inflationsvorstellungen, Assetpreis-Inflation ist keine echte Inflation - A.L.] Die Aktienkurse würden fallen, die Anleihekurse zuerst steigen, aber dann den Aktien folgen. Krieg ist schlecht für alle Anlageformen mit Ausnahme der Rohstoffe. [Ich glaube eher, dass bei einem Krieg Risikoaversion kommt und Luft aus allen Assetklassen entweicht - außer Öl, das bei einem Nahostkrieg kurzfristig steigen könnte, später aber von den fallenden Börsen mit nach unten gezogen wird. Kurzum: Ich sehe das Gegenteil von Rogers... - A.L.]

Sind Sie zufrieden mit Ihrem Umzug von New York nach Singapur?


Das war vor knapp drei Jahren. Singapur ist eine Erfolgsgeschichte. Das Land hat die höchsten Devisenreserven pro Kopf. Das Bildungs- und Gesundheitssystem ist ausgezeichnet. Meine beiden Töchter, die jüngste wird im März zwei Jahre alt, sprechen schon fließend Mandarin. In ihrem Leben wird Asien die wichtigste Region auf dem Globus sein.

Zur Person: Jim Rogers ist einer der bekanntesten Großinvestoren und härtesten Kritiker der Notenbanker und Politiker. Der Amerikaner machte sich einen Namen, als er mit George Soros den legendären Quantum Fund gründete. Dann stieg er aus. Nach zwei Weltreisen wurde Rogers zu einem Verfechter der Geldanlage in Emerging Markets und Rohstoffen.

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fkuebler:

Malko jetzt auch offiziell Berater von Sarkozy ;-)

7
15.03.10 07:13

 Frankreich will deutschen Export ausbremsen 

EU-VORSTOS
Frankreich will deutschen Export ausbremsen
 
15. März 2010, 06:55 Uhr

Die hohe Exportquote Deutschlands ruft offenbar Neid hervor. Frankreich und andere EU-Staaten haben die Bundesregierung aufgefordert, den Handelsüberschuss abzubauen – um die Wettbewerbsfähigkeit anderer Euro-Länder nicht zu gefährden. Möglicherweise könnte die EU-Kommission sogar verlangen, dass Deutschland einige Reformen zurücknimmt.

Frankreich macht Deutschland Vorhaltungen wegen seiner hohen Exportquote. Das Nachbarland müsse die heimische Nachfrage stärken, forderte die französische Wirtschaftsministerin Christine Lagarde laut der „Financial Times“. Der große Handelsüberschuss gefährde die Wettbewerbsfähigkeit anderer Staaten der Euro-Zone.

Die Position wird einem Zeitungsbericht zufolge von wirtschaftlich schwachen EU-Staaten unterstützt, die demnach in der Gemeinschaft auf Einschränkungen der deutschen Wettbewerbsvorteile drängen. Deutschland werde "von einigen Akteuren vorgeworfen, mit seinem exportorientierten Wirtschaftsmodell sein Wirtschaftswachstum auf Kosten anderer" Euro-Staaten zu erreichen, heißt es laut „Bild“ in einem „Frühwarnbericht“ der Ständigen deutschen Vertretung bei der EU für den Bundestag. Das Papier lag dem Blatt den Angaben zufolge vor.

Die Euro-Staaten bedrängten die EU-Kommission dafür zu sorgen, dass Deutschland seine Wirtschaftsreformen zurückdrehe, um ihnen bessere Exportmöglichkeiten zu eröffnen.

„Können diejenigen mit Handelsüberschüssen nicht ein klein wenig was tun?“, fragte Lagarde. „Man braucht zwei für einen Tango.“ Deutschland habe in den vergangenen zehn Jahren seine Hausaufgaben unglaublich gut erledigt, „die Wettbewerbsfähigkeit erhöht, einen sehr hohen Druck auf seine Arbeitskosten ausgeübt“. „Wenn man sich die Lohnstückkosten anschaut, dann waren die Deutschen in dieser Hinsicht ungeheuer gut. Ich bin mir aber nicht sicher, ob das ein nachhaltiges Modell ist - langfristig und für die gesamte Gruppe. Wir brauchen offensichtlich eine bessere Angleichung.“

Lagarde räumte ein, dass das Thema in ihren bisherigen Gesprächen mit dem deutschen Finanzminister Wolfgang Schäuble kaum angesprochen worden sei. „Ich rede mit Wolfgang fast täglich zur Zeit. Auf die Frage des Ungleichgewichts kommen wir aber nicht so ohne Weiteres zu sprechen.“ Dem fügte sie hinzu: „Egal wie groß ein Mitspieler ist: man kann nicht von ihm erwarten, dass er die ganze Gruppe mitzieht. Da braucht es schon das Gefühl für ein gemeinsames Schicksal, das wir mit unseren Partnern haben.“

Die Schuldenkrise Griechenlands hat große wirtschaftliche Unterschiede in der Währungsgemeinschaft offen gelegt, die das internationale Vertrauen in den Euro geschwächt haben. Staaten wie Griechenland hinken in ihrer Wettbewerbsfähigkeit hinterher und leiten nun unter großem Druck Reformen am Arbeitsmarkt oder der Sozialsysteme ein. Deutschland ist im Vergleich zu den anderen Euro-Staaten relativ gut durch die Finanz- und Wirtschaftskrise gekommen. Ein großer Teil seiner Exporte geht nach Europa.

 

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Anti Lemming:

Es war einmal eine Gas-Blase

5
15.03.10 07:26
2006 ging der Hedgefonds Amaranth pleite. Er verbrannte 6 Milliarden Dollar mit Natural-Gas-Futures.

http://www.ariva.de/Hedgefond_Amaranth_ist_pleite_t269292

Der Gas-Chart von Anfang 2005 bis Mitte 2006 (unten) zeigt, was solche Spekulationen anrichten. Gas stieg von 6 Dollar Anfang 2005 auf fast 15 Dollar im Herbst/Winter 2005. Das mit Hebel 5 gepowerte Long-Gezocke hatte den Gaspreis innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt!

Ende 2005 entwich jedoch buchstäblich die Luft aus der Gas-Blase. Mangels Riskmanangement liefen die Hebelposis von A. stark ins Minus. Andere HF sahen dies und fingen an, Gas zu shorten. Folge: Der Gaspreis stürzte von 15 Dollar im Dezember 2005 auf 6 Dollar im Juni 2006 zurück. Amaranth verlor 6 Milliarden Dollar - die größte HF-Pleite seit LCTM in 1998.



Was lernen wir daraus? Wenn etwas, getrieben von Hebelposis stark steigt (gilt auch jetzt für Aktien und Rohstoffe), so heißt das noch lange nicht, dass die Anstiege nachhaltig sein müssen. Gerade wenn sich Preise zu weit vom fundamental Gerechtfertigen entfernen, drohen Hebelzockern massive Korrekturen. Die Reise nach Jerusalem endete für A. im Sommer 2006.

Natural Gas steht aktuell übrigens bei 4,46 Dollar - ein Viertel tiefer als zum Zeitpunkt, als Amaranth pleite ging - und bei nur noch knapp einem Drittel des Kurses von 15 Dollar, auf den Amaranth das Gas Ende 2006 gepusht hatte.

Das Gleiche sahen wie 2008 mit Rohöl, das auf 147 Dollar hochgezockt wurde und ein halbes Jahr später bei 35 Dollar stand.

Vor diesem Hintergrund sollte man auch die aktuelle Rohstoff- und Aktienrallye "hinterfragen".

Meine These: Es ist eine Echoblase zu 2008. Rohstoffe werden enden wir Natural Gas, allem Öl-Peak Gequatsche zum Trotz.

Öl könnte in fünf Jahren wieder bei 40 Dollar stehen, wo es hingehört.
Der USA Bären-Thread 306494
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permanent:

Es gibt sie noch, die hardcore Bären

3
15.03.10 10:20

Ich habe mich -beeindruckt von der Liquiditätshausse- an den Seitenrand gestellt. Zu groß scheint mir die Gefahr zu sein mit Shorts Geld zu verbrennen.
Es gibt noch hardcore Bären, die sich zu Wort melden:
http://www.ariva.de/forum/...-freigege-404495?pnr=7640917#jump7640917

Permanent

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wawidu:

Michigan Muni Bonds

4
15.03.10 11:19
Hier handelt es sich um den Chart eines ETF auf "versicherte" Bonds des Fast-Pleite-Staates Michigan, der von BlackRock gemanaged wird. Kommentar überflüssig!
(Verkleinert auf 90%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 306537
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Malko07:

fkuebler (#59029), mMn liegt es auch in

4
15.03.10 12:42
unserem Interesse zu einem ausgeglichenen Handel mit unseren Partnern zu kommen. Eine derartige Umstrukturierung ist allerdings nicht so einfach wie man glauben könnte. Der Staat kann dabei auch nur die Rahmenbedingungen setzen. So gilt es als erstes sukzessive die Bestrafung der Arbeit und des Wirtschaften für den Binnenmarkt zurück zu schrauben und die Subventionierung des Exportes einzustellen.

Wenn 2 Länder in ihrem Handel und ihrer Leistungsbilanz ein nachhaltiges Ungleichgewicht haben, entsteht auf beiden Seiten neues Geld, das keinen Wert hat. Auf der einen Seite durch die Schuldenaufnahme und auf der anderen Seite durch die überschüssige Exporte. Gegen diese Geldvermehrung sind sogar die Notenbanken machtlos. Mit der Zeit entstehen so Vermögensblasen. Die eine Seite hat wertloses Geld angesammelt, weil es von der anderen Seit nicht gedeckt ist.

In einem so großen Markt wie der EU/Eurozone können nicht alle Beziehungen laufend ausgeglichen sein. Es darf trotzdem nicht aus dem Ruder laufen. Das bedeutet, die Länder die zu viel importieren müssen auch unter Druck gesetzt werden, dass sie weniger importieren (durch Sparmaßnahmen). Das wird automatisch zu einem geringeren Export bei den Partner führen. Will man das nicht, braucht man einen Zahlungsausgleich oder es ist nur eine Frage der Zeit bis einem alles um die Ohren fliegt.

Auch sollten bei uns überflüssige Industrien, die auch noch staatlich gestützt werden, eingedampft werden. Wir gehören z.B. zu den sehr großen Rüstungsgüterhersteller der Welt (Rangliste Platz 3), gestehen unserer eigenen Armee allerdings immer weniger zu. Sowohl Griechenland als auch die Türkei, beide bis über beide Ohren verschuldet, gehören zu unseren größten Abnehmer von Rüstungsgüter. Ich glaube es ist sinnvoller diesen beiden Länder Industrieprodukte anstatt Rüstungsgüter zu liefern. Ohne die politische Unterstützung und Subventionierung wären diese Exporte nie gelaufen und unsere Handelsbeziehungen wären nicht so daneben
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Kicky:

Deutschlands Rüstungsexporte massiv gestiegen

3
15.03.10 12:48
www.faz.net/s/...5A88EDA37A7D1DBCD0~ATpl~Ecommon~Scontent.html
15. März 2010 Deutschland hat seine Rüstungsexporte in den vergangenen fünf Jahren vor allem durch U-Boote und Panzerfahrzeuge mehr als verdoppelt. Nach Erhebungen des Friedensforschungsinstitutes Sipri (Stockholm International Peace Research Institute) stieg der deutsche Weltmarktanteil auf elf Prozent für den Zeitraum zwischen 2005 und 2009. Noch mehr exportierten nur die Vereinigten Staaten mit 30 Prozent und Russland mit 23 Prozent. Von 2000 bis 2004 hatte der deutsche Weltmarktanteil noch bei sechs Prozent gelegen.

Vor diesem Hintergrund fordern die Grünen ein Vetorecht des Bundestages bei Waffengeschäften.....
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permanent:

Auditor Could Face Liability in Lehman Case

 
15.03.10 12:51
Auditor Could Face Liability in Lehman Case
 
BUSINESS BIZ COMPANIES
The New York Times
| 15 Mar 2010 | 07:08 AM ET

Lehman Brothers may have collapsed a year and a half ago, but fallout from its demise has created a potential legal liability for its former accounting firm, Ernst & Young.

 

A 2,200-page report by a court-appointed examiner, Anton R. Valukas, on Lehman’s collapse has plenty of criticism for various players involved with the investment bank. But some of his harshest words are reserved for Ernst & Young and the accounting maneuvers it permitted.

Mr. Valukas writes that he found enough evidence to support at least three claims against the accounting firm for not looking more closely into Lehman’s use of questionable accounting. Lehman used the tactics, known inside the bank as Repo 105, to hide as much as $50 billion off its balance sheet to temporarily reduce its debt levels.

 

His report concludes that sufficient evidence exists to bring claims of malpractice against the accounting firm on the grounds of failing to disclose or investigate the technique. Legal and accounting experts say that Ernst & Young could now face potentially damaging civil litigation by private plaintiffs or the Securities and Exchange Commission — or even criminal charges by the Justice Department.

The examiner’s report has again led financial experts to question how accounting firms can fail to closely scrutinize their clients’ bookkeeping. Ernst & Young’s actions came after the passage of laws like the Sarbanes-Oxley Act of 2002 in the wake of the Enron and WorldCom accounting scandals and the collapse of Arthur Andersen for its role in those frauds.

Ernst & Young itself paid an $8.5 million fine to the S.E.C. in December for its role in allowing another client, Bally Total Fitness, to avoid restating its earnings in 2002 when accounting rules changed.

 

Charlie Perkins, an Ernst & Young spokesman, said in a statement that the firm’s last full audit of Lehman was for the 2007 fiscal year and that it stood by its results. “After an exhaustive investigation the examiner made no findings in his report that Lehman’s assets or liabilities were improperly valued or accounted for incorrectly in Lehman’s November 30, 2007 financial statements,” he said.

“One thing Sarbanes-Oxley reminded us of is that technical compliance isn’t enough,” said Lawrence A. Cunningham, a law professor at George Washington University. “Accounting firms need to be sitting back the whole time and thinking, is this a fair presentation?”

He added that any large judgment against the accounting firm, let alone tough regulatory action, could prove enormously damaging in terms of both money and future business.

“If a breach of liability is established here, this could be disastrous in my view,” he said.

According to the report, Ernst first learned of Lehman’s use of Repo 105 in 2001, shortly after it was designed. Partners of the accounting firm told Mr. Valukas that at the time, Ernst had not signed off on Repo 105 on anything more than a “theoretical” level, and gave approval only of Lehman’s internal policy regarding the practice.

At no point did Ernst review the approval letters by the British law firm Linklaters, the only outside legal counsel Lehman could find that would sign off on the practice.

 

By 2007, Mr. Valukas writes, Ernst was aware of $29 billion in Repo 105 transactions. While Ernst knew of the practice for years, the issue of Repo 105 was thrust to the fore in spring 2008. On June 12, two Ernst partners, William Schlich and Hillary Hansen, met with Matthew Lee, a Lehman executive who had written senior management a letter to complain of what he saw as accounting improprieties.

The firm was “also dealing with a whistle-blower letter, that is on its face pretty ugly and will take us a significant amount of time to get through,” Mr. Schlich wrote in a June 5 e-mail message to colleagues, the examiner’s report said.

At that meeting, Mr. Lee informed the two accountants that Lehman was using Repo 105 to move $50 billion of the firm’s assets off its balance sheet at the quarter’s end to make its debt levels look smaller. The firm reassumed those assets about a week later.

But the next day, Ernst spoke to Lehman’s audit committee — but did not disclose Mr. Lee’s allegations on Repo 105.

Mr. Perkins said Ernst never concluded its review of Mr. Lee’s claims because Lehman filed for bankruptcy before the firm could finish its audit.

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Kicky:

EWF-Ein Fass ohne Boden

2
15.03.10 13:02
www.faz.net/s/...F4ACABB25C946ABAE7~ATpl~Ecommon~Scontent.html
Hans-Werner Sinn....Die harten Regeln, die sich der Finanzminister ausgedacht hat, um die Sünder an die Kandare zu nehmen, werden in der Hitze der Brüsseler Verhandlungen wie Wachs zerschmelzen. Und selbst wenn einiges doch Eingang in neue Verträge findet, werden sich die EU-Länder nicht daran halten. Sie haben sich ja auch nicht an den Stabilitätspakt gehalten.

Wir täten besser daran, die bedrängten Länder an den Internationalen Währungsfonds zu verweisen. Dessen Hilfsmittel wurden kürzlich unter deutscher Beteiligung um 500 Milliarden Dollar aufgestockt. Es ist nicht einzusehen, warum wir nun ein zweites Mal zahlen sollten. Und im Gegensatz zu Deutschland ist der IWF nicht erpressbar. Der IWF ist weit genug entfernt, um strenge Verhaltensregeln einfordern zu können. Nur er kann dem Zorn der kontrollierten Länder standhalten und die zur Problemlösung nötigen Maßnahmen durchsetzen.Gefährdet ist ja nicht nur die Finanzierung der Staatsdefizite, sondern vor allem die Finanzierung der Außenhandelsdefizite. Griechenland, Portugal, Spanien, Irland und Italien hatten zuletzt ein gemeinsames Außenhandelsdefizit von 200 Milliarden Euro pro Jahr. Dieses Defizit ist viel zu groß, als dass man es mit Hilfsmitteln moderaten Umfangs ausgleichen könnte. Ein Fass ohne Boden sollte man reparieren, bevor man es zu füllen versucht.

undHartmut Issing:Ich warne davor, jetzt die Büchse der Pandora zu öffnen. Falls für die Einrichtung des Fonds eine Vertragsänderung erforderlich ist, stellt sich die Frage, für welche Art Fonds es überhaupt eine Mehrheit gäbe.Die Finanzierung des Fonds wirft riesige Probleme auf. Wie will man in überschaubarer Zeit durch Beiträge eine ausreichende Summe zusammenbringen? Ich frage mich auch, ob die Mittel jemals für den Fall der Hilfe für ein großes Mitgliedsland reichen könnten? Der Ausweg in eine Anschubfinanzierung über Kredite müsste die Glaubwürdigkeit des Vorhabens schon vor Beginn unterminieren. Ein Transfer von Steuergeldern zwischen Ländern durch den Fonds wäre ein klarer Verstoß gegen die No-Bail-out-Klausel....
Statt über künftige finanzielle Unterstützung im Notfall zu verhandeln, sollte sich die Gemeinschaft darauf konzentrieren, wie durch strikte Überwachung und zeitnahe Sanktionen für Fehlverhalten einzelner Länder dauerhaft Stabilität gesichert werden kann.
Schäubles Schalmeienklänge-Kommentar der FAZ
www.faz.net/s/...699CC9766E8C5CB861~ATpl~Ecommon~Scontent.html
... Offiziell besteht die Bundesregierung darauf, dass sich die Diskussion über eine „Wirtschaftsregierung“ auf alle 27 Mitgliedstaaten, nicht auf den Euro-Raum bezieht. Die Kanzlerin setzt darauf, dass ein Bekenntnis aller Mitgliedstaaten zur inhaltlich vagen „EU 2020“-Strategie der EU-Kommission hinreichend allgemein und damit folgenlos bleibt. Bezüge zur Währungsunion sollen vermieden werden. Merkel will die Diskussion über den Inhalt einer Wirtschaftsregierung dadurch ersticken, dass sie diese institutionell definiert: „Wir sind die Wirtschaftsregierung“, hat sie mehrfach gesagt. Gemeint ist damit: Wir, die Chefs, haben das Sagen. Und wir bekennen uns zu ein wenig Wachstum, ein wenig Umweltschutz, ein wenig Haushaltskonsolidierung. Die Gipfelbeschlüsse der kommenden Woche werden entsprechend nichtssagend sein.

Das Reizwort „Wirtschaftsregierung“ lässt sich damit indes nicht wegdefinieren – und schon gar nicht vom Euro-Raum fernhalten. Die französischen Urheber des Konzepts haben es logischerweise immer auf die Währungsunion bezogen, als Möglichkeit, zur Unabhängigkeit der Europäischen Zentralbank (EZB) ein politisches Gegengewicht zu schaffen. Auch der aktuell bedeutendste Befürworter einer Wirtschaftsregierung bezieht seine Forderungen auf den Euro-Raum. Er heißt Jean-Claude Juncker und ist Chef der Euro-Gruppe. Jedes nationale „Vorpreschen“ müsse künftig dort auf seine Folgen geprüft und abgestimmt werden, hat er kürzlich gefordert. Er hat dies vor allem auf die (deutsche) Lohnpolitik bezogen und argumentiert, in Deutschland müsse die Binnennachfrage gestärkt werden, um die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft zu reduzieren.

Schäuble sieht das offenbar genauso, auch wenn er den Begriff Wirtschaftsregierung tunlichst vermeidet. Die Euro-Staaten müssten sich „weitgehender koordinieren und sich wechselseitig in die Politik anderer Euro-Mitgliedstaaten einschalten“, meint er. Dem deutschen Publikum verkauft er diese Forderung als Stärkung des Stabilitätspakts. Die meisten seiner Detailvorschläge dazu sind freilich längst Bestandteil des Pakts. So gilt schon jetzt in Defizitverfahren die Regel, dass das jeweils betroffene Land nicht mitstimmen darf. Recht unscharf formuliert Schäuble den notwendigen Kern eines EWF. Dieser müsste vorsehen, dass ein in Not geratener Euro-Staat vom Fonds finanziell „herausgehauen“ würde. Der Minister erwähnt lediglich den finanziellen Beistand, den die Nicht-Euro-Staaten Ungarn, Rumänien und Lettland seit 2009 erhalten. Was er verschweigt: Diese Hilfe wirkt nur deshalb so gut, weil hinter ihr (auch) der Internationale Währungsfonds mit seinen Sanktionsinstrumenten steht.

Nur im Vorbeigehen erwähnt der Minister, dass ein Währungsfonds eine Änderung der EU-Verträge erfordert. Er sagt nicht, was geändert werden müsste: jene „No bail out“-Klausel, die eine Haftung der EU oder anderer Mitgliedstaaten für die Schulden eines Euro-Staates ausschließt und die einst von deutscher Seite zu einer der Voraussetzungen für die Währungsunion gemacht wurde. Mit einem EWF wäre nicht nur diese Gemeinschaftshaftung institutionalisiert, sondern auch die Wirtschaftsregierung. Wie sich das mit den Vorgaben des Lissabon-Urteils des Bundesverfassungsgerichts vereinbaren lässt, ist eine spannende Frage.

Aktuell wichtiger ist die von Schäuble nicht ausgesprochene Implikation seiner EWF-Überlegungen. Ein Währungsfonds reichte viel weiter als die für den akuten Fall bislang diskutierten bilateralen Finanzhilfen für Griechenland. Das gilt zum einen rechtlich: Versierte Juristen wären wohl in der Lage, bilaterale Hilfen für vereinbar mit den Verträgen zu erklären, auch wenn diese dem Sinn der „No bail out“-Klausel diametral widersprächen. Für den Fonds wäre eine Vertragsänderung unausweichlich. Es gilt aber auch politisch: Mit dem EWF wären Hilfen – wie auch immer konditioniert – quasi automatisch möglich.

Wegen der nötigen Vertragsänderung wird ein EWF so schnell nicht beschlossen werden. Ganz anders sieht es mit den Griechenland-Hilfen aus.
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Kicky:

steigende Zinsen bei Federal Funds

4
15.03.10 13:08
AL hat schon daraufhin gewiesen
www.bloomberg.com/apps/news?pid=20601103&sid=acEUHvJAx0VY
March 15 (Bloomberg) -- Money market interest rates at five-month highs show the Federal Reserve is laying the groundwork to siphon a record $1 trillion in excess cash from the banking system and sending a bearish signal on Treasuries.

Overnight federal funds rates rose to the highest since September and the cost to dealers to borrow and lend U.S. securities for one day more than doubled in the past month. Three-month Treasury bill rates rose last week to the highest since August.
the rise is a sign traders are preparing for tighter monetary policy as stimulus measures end. In the three months before the Fed started raising borrowing costs in June 2004, 10- year Treasury yields rose about 0.75 percentage point as bond prices fell. While higher rates mean increased borrowing costs for President Barack Obama, they also show growing confidence that the economic recovery is gaining traction. .....

aber ob das wirklich ein Zeichen ist ,dass die Erholung Fuss gefasst hat ,mag noch dahingestellt sein...
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Kicky:

Der Renmimbi ist nicht überbewertet sagt Wen

 
15.03.10 13:15
March 15 (Bloomberg) -- China’s Premier Wen Jiabao rebuffed calls for the yuan to appreciate, risking a further deterioration in relations with the U.S. where lawmakers and economists say his stance is hampering a global recovery.
..Wen also urged America to “take concrete steps to reassure investors” about the safety of dollar assets, repeating concerns that he expressed a year ago, sparked by a growing U.S. fiscal deficit...
“I don’t think the renminbi is undervalued,” Wen said yesterday at a press conference in Beijing ....U.S. lawmakers, including Senator Charles Schumer, are proposing that China be hit with stiffer tariffs to compensate for the unfair export advantage they say comes from an undervalued currency. Economist Paul Krugman estimates that global growth would be about 1.5 percentage points higher if China stopped restraining the value of the yuan, and after Wen’s comments said the U.S. should consider putting a 25 percent surcharge on Chinese goods. .....

www.bloomberg.com/apps/news?pid=20601103&sid=adgSFPqllr68
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Kicky:

Warnung von Moodys

4
15.03.10 13:20
PARIS — The United States, Germany and other major economies have moved “substantially” closer to losing their top-notch credit ratings and can not depend solely on economic growth to save them, a report warned on Monday.

The ratings of the Aaa governments — which also include Britain, France, Spain and the Nordic countries — are currently “stable,” Moody’s Investor Service wrote in the report. But, it added, “their ‘distance-to-downgrade’ has in all cases substantially diminished.” “Growth alone will not resolve an increasingly complicated debt equation,” Moody’s said. “Preserving debt affordability” — the ratio of interest payments to government revenues — “at levels consistent with Aaa ratings will invariably require fiscal adjustments of a magnitude that, in some cases, will test social cohesion.” ....
www.nytimes.com/2010/03/16/business/global/....html?ref=global
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pfeifenlümmel:

zu # 037 Kicky,

 
15.03.10 13:26
die höheren Zinsen resultieren aus dem geringeren Vertrauen in den US Haushalt und den Dollar. Die Chinesen haben doch schon vor einem halben Jahr gegen den Dollar gewettert ( als Leidwährung ).
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pfeifenlümmel:

no comments

2
15.03.10 13:55
Die Umlaufrendite nähert sich dem Tief von Januar 09 mit 2,71% ( jetzt 2,82 % ).
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wawidu:

kicky - # 59037

3
15.03.10 14:25
Hier der passende Chart. Der relative Anstieg der Federal Funds seit November 2009 ist deutlich größer als die relativen Zinsanstiege der Langläufer.
(Verkleinert auf 90%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 306579
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permanent:

Manufacturing Index Drops But Output Higher

3
15.03.10 14:44
Manufacturing Index Drops But Output Higher
ECONOMY, EMPIRE STATE MANUFACTURING INDEX, NEW YORK
Reuters
| 15 Mar 2010 | 09:30 AM ET

A gauge of manufacturing in New York state fell by less than forecast in March as employment in the sector rose to its highest since October 2007, the New York Federal Reserve said in a report on Monday.

At the same time, US industrial output edged up 0.1 percent in February as expected, likely restrained by severe winter storms that hit parts of the country while foreign investors overall were net sellers of US securities.

 

The New York Fed's "Empire State" general business conditions index dropped to 22.86 this month from 24.91 in February.

Economists polled by Reuters had expected a reading of 22.00 for March.

US industrial output edged up 0.1 percent in February as expected, likely restrained by severe winter storms that hit parts of the country, the Federal Reserve said.

Economists polled by Reuters had expected a 0.1 percent gain after an unrevised 0.9 percent increase in January.

Compared to the same period a year earlier, industrial production rose 1.7 percent.

Manufacturing dipped 0.2 percent last month after growing a revised 0.9 percent in January, previously reported as a 1.0 percent advance. Mining increased 2.0 percent, adding to the 1.1 percent rise in January.

Utilities gained 0.5 percent in February after a 0.6 percent rise the prior month.

 

Consumer goods production fell 0.4 percent, while business equipment output increased 0.4 percent last month. Materials advanced 0.3 percent in February.

Capacity utilization, a measure of slack in the economy, inched up to 72.7 percent, the highest since December 2008, from 72.5 percent in January. That was still 7.9 percentage points below the average from 1972 to 2009, the Fed said.

In other economic news, foreign investors sold a net $33.4 billion of all U.S. securities in January but remained net buyers of U.S. Treasury debt, the Treasury Department said.

January's overall outflow, which includes short-term securities such as Treasury bills, reverses a net inflow of $53.6 billion recorded in December.

Official buyers sold a record net $34.1 billion, the most since they sold $26.3 billion in September 1998, according to Treasury data.

Long-term securities saw a net inflow of $19.1 billion, though that was below December's $63.3 billion net inflow.

Overseas investors were net buyers of Treasurys to the tune of $61.4 billion, down from $69.9 billion in December.

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Malko07:

Trotz allen Erwartungshaltungen

5
15.03.10 14:53
bezüglich eines US-Bonds-Crash tut sich da überhaupt nichts:
(Verkleinert auf 69%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 306584
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Malko07:

Dagegen scheint man sich bei

6
15.03.10 14:57
uns auf einen Crash von Aktien und Rohstoffen vorzubereiten (pfeifenlümmel):
Der USA Bären-Thread 306585
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Anti Lemming:

Moody's warnt Großbritannien und USA

4
15.03.10 15:25
(hier noch einmal in deutsch)


Sorge um Verschuldung
Moody's warnt Großbritannien und USA

Die beiden Staaten rutschen aus Sicht der Ratingagentur näher an eine Herabstufung heran. Schuld sind die umbarmherzig wachsenden Zinszahlungen. London hat noch einige Asse im Ärmel, Washington muss hingegen eine konkrete Messlatte überspringen. von Christine Mai


Großbritannien und die USA sind nach Einschätzung der Ratingagentur Moody's dem Verlust ihrer Top-Bonitätsnoten "substanziell" nähergekommen. Grund sei, dass beide Länder immer mehr aufwenden müssten, um ihre Schulden zu bedienen, sagte Pierre Cailleteau, Managing Director für Staaten bei Moodys' der Nachrichtenagentur Bloomberg. "Wir erwarten, dass die Lage sich mit Blick auf die wichtigsten Rating-Kennzahlen weiter verschlechtert, bevor sie sich wieder stabilisiert."...

weiter hier:
www.ftd.de/finanzen/maerkte/...ritannien-und-usa/50088668.html
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pfeifenlümmel:

zu # 045 malko,

3
15.03.10 16:05
interessant für mich ist die Differenz zwischen den langfristigen Durchschnittlinien:
(Verkleinert auf 88%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 306597
Antworten
wawidu:

malko - # 59044

 
15.03.10 16:28
Noch funktioniert QE ja noch, doch sind technische Warnzeichen unverkennbar.
(Verkleinert auf 90%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 306607
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CarpeDies:

Faber in seinem Element

10
15.03.10 16:35
Marc Faber rät zu Vorkehrungen gegen mögliches Horrorszenario
New York (BoerseGo.de) Der bekannte Anlagestratege und Börsenguru Marc Faber bezeichnete die Abgeordneten in den USA als einen Haufen von wahnsinnigen Armleuchtern. Wie Faber gemeinsam mit seinem Partner Mike Shedlock gegenüber Tech Ticker am vergangenen Freitag weiter erklärte ist die amerikanische Wirtschaft nicht in Erholung begriffen. Die USA stehe vielmehr eventuell sogar vor einer Depression. Dabei sei entweder das Szenario einer niederschmetternden Deflation oder einer galoppierenden Inflation wahrscheinlich. Der Zeitablauf oder die Art und Weise dieser eventuellen Szenarien sei jedoch von Unsicherheit getragen. Beide Börsengurus sind sich jedoch sicher, dass es für Amerika für eine Kursänderung bereits zu spät geworden ist. “Der Prozess hat sich bereits weit jenseits davon entfernt, wo eine Reparatur noch möglich ist. Es stellt sich nur mehr die Frage, wie lange das derzeitige Spiel noch läuft“. Dieser trostlose Ausblick bedeute aber nicht gleichzeitig, dass jeder einzelne in Hilflosigkeit verfällt. Jeder Private müsse für den Tag des jüngsten Gerichts Vorkehrungen treffen und Gold kaufen. Zur Absicherung diene weiters die Innehabung außerhalb der USA liegender Vermögenswerte und der Kauf von Immobilien außerhalb großer Städte. Es gebe derzeit sehr wenig Chancen in den Märkten um Geld zu verdienen. Faber zeigt sich jedoch überzeugt, dass der S&P 500 nicht noch einmal auf 666 Punkte fällt und damit sein 12-Jahrestief von vergangenen März erreicht. Beim S&P 500 bestehe ein Abwärtspotenzial von 10-20 Prozent. Bernanke werde mit seiner Strategie des Gelddruckens die Märkte weiter fluten und den Dollar schwächen und letztendlich die Aktienkurse nach oben hieven. Chancen bestünden an der Tokioter Börse, zumal Japan nach einem Bärenmarkt von 20 Jahren vernachlässigt und bereits zu billig geworden ist , führte Faber weiter aus. Sowohl Faber als Mike Shedlock sehen nun die Zeit für Gewinnmitnahmen gekommen. Nach Ansicht von Shedlock besteht aber eine Wahrscheinlichkeit von 50:50 Prozent, dass, beim Aktienmarkt der Boden noch nicht gefunden worden ist.

Marc Faber gilt im allgemeinen als Crash-Prophet und ist Herausgeber des Gloom Boom & Doom-Reports. Er sprach im Vorjahr nach dem 12-Jahrestief des S&P 500-Index vom 9. März 2009 eine richtige Kaufempfehlung für Aktien aus. Im Juli 2007 sagte der gebürtige Schweizer laut Wikipedia Konjunkturschwierigkeiten in den USA für das zweite Halbjahr 2007 und Zinssenkungen der US-Notenbank voraus. Ebenso prophezeite er richtig die Japan-Baisse, den Börsencrash von 1987, die Asienkrise und das Platzen der Technologieblase im Jahr 2000. Er gründete im Jahr 1990 die Investmentgesellschaft Marc Faber Ltd. mit Sitz in Hongkong.
Antworten
wawidu:

Bärenfutter

4
15.03.10 17:02
wirtschaftquerschuss.blogspot.com/2010/03/imperiales-pigs.html
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