|
WASHINGTON (MarketWatch) -- The Federal Reserve announced late Thursday that it was raising its discount rate in order to encourage banks to borrow from the private market for short-term credit instead of from the Fed.
In a statement, the Fed said it would raise its discount, or primary credit rate, to 0.75% from 0.5% effective on Friday.
Fed Chairman Ben Bernanke signaled last week that the Fed was mulling the move.
Fed watchers had expected the move to come at the next Fed meeting in March. Today's action shows a sense of urgency on the part of the Fed officials.
The Fed said the move is intended to "normalize" its operations as the financial crisis winds down.
The change is not a tightening and does not signal any change in monetary policy, the Fed said.
The change in the discount rate was approved by the Fed Board of Governors on requests from all 12 district bank boards.
Former Fed Gov. Laurence Meyer drew attention to the possibility of a discount rate hike early this year. Meyer said Fed officials were unhappy that banks were engaging in a carry-trade or borrowing from the Fed at ultra-low levels and then reinvesting the money elsewhere.
Greg Robb is a senior reporter for MarketWatch in Washington.
--------------------------------------------------
Insbesondere das letzte Statement von Laurence Meyer ist sehr lesenswert, Euro/Dollar Reaktion:
"Irritierend für die Märkte ist der überraschende Zeitpunkt. Das wird bis Morgen aber schon wieder verdaut sein und auch die Langsamen und Ängstlichen werden begreifen, dass dies erst mal eine Scheinaktion war"
Es kann durchaus sein, dass der erste Schrecken schnell verfliegt. Aber es ist ein erstes Signal, dass die Träume von der völlig unbegrenzten Liquidität eben doch Träume sind. Zwar werden wir noch lange Zeit sehr niedrige Zinsen und vielleicht auch direktes oder indirektes QE haben.
Aber der vieldiskutierte Change of Character liegt schlicht darin, dass sich das Verhältnis zwischen Aufwärts-Chancen und Abwärts-Risiken verändert hat. Es ist eben nicht mehr so klar, wie es 2009 offenbar war, dass man als Bulle kaum Geld verlieren kann. Das sieht man auch an dem sehr dünnen Volumen, mit dem heute der SPX nochmal durch die 1100 getrieben wurde.
Ich wäre (als Bär) zu euphemistisch, wenn ich jetzt sagen würde, dass wir die Hochs nicht mehr erreichen.
Aber hinter vorgehaltener Hand glaube ich's trotzdem... ;-))
Alles hat Grenzen, und denen sind wir jetzt mMn ziemlich nahe gekommen.
HB WASHINGTON. Damit zieht die Fed zum ersten Mal seit Ausbruch der Finanzkrise vor über einem Jahr die Zinsschraube an. In einer Erklärung rechtfertigt die Notenbank ihren Schritt mit der "kontinuierlichen Verbesserung des Zustands des Finanzmarkts".
Mit den Änderungen werde eine weitere Normalisierung der Kreditfazilitäten der Fed angestrebt. Sie signalisierten jedoch keinen Wandel bezüglich des Ausblicks für Wirtschaft und Geldpolitik. Es werde auch nicht erwartet, dass die Änderungen zu verschärften finanziellen Konditionen für Haushalte und Unternehmen führten.
Fed-Chef Ben Bernanke hatte bereits vor einigen Tagen mögliche Zinserhöhungen angedeutet und damit sinkende Kurse an den US-Börsen ausgelöst. Die Ankündigung am Donnerstag folgte dann überraschend schnell. Der Diskontsatz gilt als weniger wichtig als der Leitzins. Bei ihm soll es erst Änderungen geben, wenn es klare Zeichen für einen Wirtschaftsaufschwung geben sollte.
http://www.handelsblatt.com/politik/...ht-an-der-zinsschraube;2532524
Der schonungslose FTD-Artikel zur Lage in GB widerlegt die hier des öfteren aufgestellte Behauptung, die FTD würde "angelsächsische Propaganda" betreiben.
Die Lage in GB ist äußerst mies. Im Gegensatz zu den Griechen haben die Briten aber die Möglichkeit, ihre Währung abzuwerten, was wohl auch demnächst geschehen wird. Das allein reicht jedoch nicht.
In GB wird den Politikern - wie in den PIIGS-Staaten - immer klarer, dass es ohne Haushaltskonsolidierung nicht wie gehabt weitergehen kann. Das Staatsschulden-Gepäppel in 2008/2009 konnte noch notdürftig zukleistern, was die Realwirtschaft an Löchern riss.
Wird jetzt ernsthaft gespart, fallen die Päppelstaaten in tiefe deflationäre Löcher. Selbst die massive Verschuldung in 2009 von 12 % des BIP konnte bei den Briten nicht verhindern, dass von den letzten sechs Quarteln fünf rot ausfielen und das letzte (4/2009) nur knapp positiv. Wie soll es dann erst werden, wenn die großzügig verteilte Staatsknete im Zuge der Konsolidierung wieder eingesammelt wird?
Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Ununterbrochene Staatspäppeleien enden im Staatsbankrott. Den Politikern wird kaum eine Wahl bleiben, als die bislang mit Staatsgeld kaschierte Deflation ernsthaft zuzulassen.
Verschlechterte Haushaltslage
Briten droht griechische Tragödie
Alle Augen richten sich auf Griechenland - allerdings ist die Haushaltslage in Großbritannien deutlich schlimmer: Ökonomen weisen darauf hin, dass die britische Finanzsituation sogar miserabler ist als die der Griechen. Besserung ist nicht in Sicht, im Gegenteil. von Martin Kaelble und Mathias Ohanian, Berlin
Erstmals verbuchten die Briten im Januar mehr Ausgaben als Einnahmen. "Die Haushaltslage ist wirklich mies", sagte Ross Walker, Volkswirt der Royal Bank of Scotland (RBS).
Zuletzt hatten sich die Märkte auf Länder wie Spanien, Portugal und vor allem Griechenland eingeschossen. Mit sinkendem Investorenvertrauen stiegen die Risikoaufschläge auf Staatsanleihen dieser Länder stark an, was wiederum die Refinanzierung der Schulden erschwerte.
Das gleiche Schicksal könnte nun auch Europas zweitgrößter Volkswirtschaft drohen, sagte Bert Jansen, Volkswirt bei Exane BNP Paribas. Ausgerechnet im Januar - üblicherweise der Monat mit den höchsten Einnahmen für den britischen Fiskus - haben sich die Staatsfinanzen dramatisch verschlechtert. Die Einnahmen schrumpften um 7,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Insbesondere die Einkommensteuererlöse brachen dramatisch ein - um 19,8 Prozent. "Es gibt da ein ernstes Problem auf der Einnahmenseite", sagte Walker. Die Nettoverschuldung stieg zugleich auf 59,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Damit verzeichnete die Schuldenquote einen rasanten Anstieg um zehn Prozentpunkte über die vergangenen zwölf Monate.
Großbritanniens Haushalt steht auch im internationalen Vergleich äußerst schlecht da. "Das Verhältnis von Schulden und Bruttoinlandsprodukt verschlechtert sich deutlich schneller als in Portugal, Italien, Griechenland und Spanien, zugleich ist das Defizit mit fast 13 Prozent eines der höchsten weltweit", sagte Jansen. Auch Berechnungen der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) verdeutlichen Großbritanniens Schwäche. Unter den größten Industrieländern dürfte die Haushaltsbilanz 2010 und 2011 mit einem Defizit von 13,3 beziehungsweise 12,5 Prozent in Großbritannien am schlechtesten ausfallen, schreibt der BIZ-Ökonom Stephen Cecchetti.
(Links im Orig.)
Die Ökonomen haben auch geschätzt, wie sich die Haushaltslage von zwölf großen Industriestaaten bei konstanten Ausgaben bis 2020 entwickelt. Das Ergebnis: Ohne Sparmaßnahmen würde Großbritannien auf ein Schuldenniveau von rund 200 Prozent des BIPs kommen. Übertroffen würde der Inselstaat unter den großen Industrieländern nur noch von Japan mit einer Quote von etwa 300 Prozent. Länder wie Deutschland, Frankreich, Griechenland, Italien oder die USA stünden dagegen deutlich besser da als die Briten.
"Die jüngsten Daten zeigen, wie dringend es einen glaubwürdigen Konsolidierungsplan mit Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen braucht", sagte RBS-Ökonom Walker. Das ist auch in London längst angekommen. Der Konsolidierungsplan der Regierung sieht eine Reduzierung des Defizits um jährlich 1,3 Prozent des BIPs von 2010 bis 2013 vor. Offen ist, ob es nach den Wahlen im Frühjahr dabei bleibt. "Den britischen Haushalt wieder in Ordnung zu bringen ist eine deutlich größere Herausforderung als Griechenland", warnte jedoch Jansen. Einer aktuellen Schätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) zufolge muss Großbritannien in den kommenden Jahren Sparmaßnahmen im Umfang von 13 Prozent des BIPs auf den Weg bringen.
Bei den Griechen sind es neun Prozent. Für eine Besserung der Haushaltslage braucht es jedoch nicht nur Sparmaßnahmen, sondern eine Verbesserung der konjunkturellen Lage, um die Staatseinnahmen zu erhöhen. Doch auch hier sieht es schlecht aus. Als Schlusslicht unter den G7-Staaten war Großbritannien zum Jahresende aus der Rezession gekommen. Notenbankerin Kate Barker von der Bank of England warnt jedoch, dass die Wirtschaftsleistung im ersten Quartal wieder schrumpfen könnte. "Ich fürchte die Erholung wird sehr schleppend verlaufen."
So bleibt den Briten wohl nur ein Ausweg: "Eine Währungsabwertung wäre der an wenigsten schmerzhafte Weg, um etwas an der schwierigen Lage zu ändern", sagte Hansen. Zumindest in diesem Punkt haben es die Briten etwas besser als die südeuropäischen Sorgenkinder der Euro-Zone.
www.ftd.de/politik/europa/...iechische-tragoedie/50076706.html
Entnervte Anleger fliehen einstweilen in die "Sicherheit der US-Dollars", der mit 1,34xx ein 8-Monats-Hoch erreichte.
"Und die Journaille hat wieder einen Happen zwecks Beschäftigung"
Und Malko hat wieder 'was zum Schimpfen... ;-))
Nein, im Ernst: die Fed verhält sich mMn einigermassen konsistent. Sie sagt ja auch gebetsmühlenartig "exceptionally low interest rates for an extended period".
Man kann ihr vorwerfen, dass das volkswirtschaftlich - oder wie auch immer - falsch ist. Dafür spricht einiges. Aber man kann ihr eigentlich nicht wirklich vorwerfen, dass sie die Leute verarscht. Natürlich wünsche ich mir als Shortie-Bär, dass sie den Leitzins auf 50% heraufsetzt ;-)
Welche SInn macht jetzt die winzige Diskontsatz-Erhöhung? Naja, wirklich wissen tue ich es auch nicht. Aber als symbolischer Akt symbolisiert es zumindest, dass es jetzt erstmal keine Ausweitung der ultraleichten monetären Politik mehr gibt.
Und darin könnte auch eine Bedeutung für die Märkte liegen: bei denen hatte man manchmal den Eindruck, dass sie sich über eine Verschlechterung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen freuen (gestern z.B. bei den Arbeitslosen), weil sie sich davon in irgendeiner Weise noch mehr Gratiskohle erwarteten. Und für die Bonanza seit März 2009 braucht braucht der Junkie für ein weiter-nach-oben halt immer mehr Dope. Und die gibt's jetzt wohl eher nicht mehr.
Aber wie gesagt: "könnte"... ;-)
"Im Rahmen dessen, was journalistisch machbar ist (das geht aus Kostengründen nun mal nicht ohne den üblichen trendbegleitenden Meldungsschrott von reuters, dpa, ap usw.), finde ich die FTD ausgezeichnet, und ich würde sie vermissen, wenn es sie nicht mehr gäbe"
Natürlich kann man nicht erwarten, dass sie immer die Prawda spricht, z.B. in Form des Dax-Standes vom 15.3.2010, aber den Mix finde ich schon sehr ordentlich.
Chinas etc. Zuletzt wurde es immer schwerer Treasurys an Ausländer zu veräußern. So musst ein kleiner Schritt gegangen werden um den Versuch zu unternehmen die Glaubwürdigkeit wieder herzustellen.
Gruß
Permanent
"Es wäre interessant zu erfahren wie eine Refinanzierung der Schulden bei einer drohenden Abwertung funktionieren soll?"
Die Refinanzierung in GB erfolgt meines Wissens überwiegend landesintern (britische Anleger plus BoE-Käufe), und da spielt der Außenwert des Pfund keine große Rolle.
Außerdem soll jetzt ja eine Rückabwicklung der Verschuldungs-Sause kommen. Dabei werden weniger neue Staatsanleihen emittiert, als es bei einer ungebrochenen Weiterblähung der Fall wäre. Die Bestandsschulden müssen natürlich refinanziert werden (Rollen bei Ablauf von Staatsanleihen), aber je weniger insgesamt hinzukommen, umso besser.
Bundesanleihe, eine spezielle Form von Bundesschuldverschreibungen. Sie dienen der Öffentlichen Hand zur Beschaffung von langfristigen Finanzierungsmitteln.
Der Käufer/Erwerber erhält alleine durch die Namensgebung (Anleihe/Schuld) den Eindruck Gläubiger zu werden.
US Treasuries
Dem Käufer/Erwerber wird der Eindruck vermittelt, einen Schatz, etwas wertvolles erworben zu haben.
Permanent
Ich habe da eine andere Meinung zum vermeintlichen Zinsschritt. Es handelt sich, wie in den letzten Wochen durch verschiedenste sonstige "strategischen" Züge (Beschneidung der Bankengeschäftsfelder, Bad Europe, nice US), um Ablenkung vom Thema der Arbeitslosigkeit. Erneut fällt diese Ziffer schlechter aus. V.a. die privaten Agenturen zeigen in deren Umfragen, dass die Arbeitsmarktlage in den USA verheerend ist. Und ohne den KOnsumenten kann eine derartig strukturierte Gesellschaft auf Dauer nicht überleben. Auch nicht mit den vielen gedruckten Dollarscheinen.
Konkret bedeutet der Zinsschritt eigentlich gar nichts
Glaubwürdigkeit? Nein, da unwichtiger Zins und gleichzeitige Ankündigung: Das ist keine Verschärfung der Geldpolitik! Apropos, zu "normalen" Zeiten steht der Diskontsatz um 100 Bp. oberhalb des Leitzinses - also im historischen Vergleich hätten die stärker zuschlagen müssen.
Geldmengeneinfluß? Sehr gering, da aktuell nur ca. 15 Mrd. Fazilitäten ausstehend sind - ein Pipifax
Überraschungseffekt? Wozu den? Es wurde doch bei der letzten FED-Sitzung angekündigt, dass bestimmte Maßnahmen gezogen werden.
Alles in Allem, ich messe dem Ganzen geringe Bedeutung ein. Aktienmärkte dürften ihre Anstiege fortsetzen und das bei extrem schwachen Umsätzen. Die Manipulation ist und bleibt der Trumpf.
|
| Wertung | Antworten | Thema | Verfasser | letzter Verfasser | letzter Beitrag | |
| 29 | 3.861 | Banken & Finanzen in unserer Weltzone | lars_3 | youmake222 | 10.06.26 14:08 | |
| 469 | 156.479 | Der USA Bären-Thread | Anti Lemming | ARIVA.DE | 12.05.26 18:00 | |
| 56 | PROLOGIS SBI (WKN: 892900) / NYSE | 0815ax | Lesanto | 06.01.26 14:14 | ||
| Daytrading 15.05.2024 | ARIVA.DE | 15.05.24 00:02 | ||||
| Daytrading 14.05.2024 | ARIVA.DE | 14.05.24 00:02 |