Anzeige
Meldung des Tages: Ein Gold-Asset in der Champions League der Geologie – Erstklassige Lage im „Land der Giganten“
Neuester, zuletzt geles. Beitrag
Antworten | Börsen-Forum
Übersicht ZurückZurück WeiterWeiter
... 2196  2197  2199  2200  ...

Der USA Bären-Thread

Vontobel Werbung

Passende Knock-Outs auf Deutsche Bank AG

Strategie Hebel
Steigender Deutsche Bank AG-Kurs 4,97 10,04 15,07
Fallender Deutsche Bank AG-Kurs 4,95 9,72 14,93
Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen finden Sie jeweils hier: DE000VK8XVL8 , DE000VH50V34 , DE000VJ6AWN7 , DE000VH50Y98 , DE000VJ4SEG6 , DE000VJ52930 .Bitte informieren Sie sich vor Erwerb ausführlich über Funktionsweise und Risiken. Bitte beachten Sie auch die weiteren Hinweise zu dieser Werbung.

Beiträge: 156.457
Zugriffe: 26.542.332 / Heute: 2.105
S&P 500 6.861,7 +0,01% Perf. seit Threadbeginn:   +370,31%
 
wawidu:

Put/Call Ratio (1)

2
26.12.09 16:58
als reiner MA-Chart:
(Verkleinert auf 90%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 287064
Antworten
wawidu:

Put/Call Ratio (2)

5
26.12.09 17:08
(Verkleinert auf 90%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 287068
Antworten
musicus1:

wawi, deine charts zeigen es an......

5
26.12.09 17:28
immer wenn keiner daran denkt, knallt es...... warum sollte es diesmal anders sein.......es glauben mir einfach zuu viele an die dividendenstory............ die v-gläubigen aufschwungsjünger haben sich auffällig vermehrt ......für mich heisst das weiter  spitzen shorten in den indizies........ und vorerst keine neuen engagements am aktienmarkt......500 punkte  hin oder her...... das ausrufen eines bullenmarktes????? es wäre zu einfach mit der denke, das billige, bald wertlose geld ,wird es an den märkten richten.........
Antworten
Anti Lemming:

Bullischer Überschwang

4
26.12.09 18:03
Er klingt zwar seit September langsam ab, ist mit 75 aber immer noch höher als Ende 2007 (50) als der Markt Anlauf nahm zum ersten größeren Abverkauf seit Beginn der fünfjährigen Interim-Rallye ab 2003.
(Verkleinert auf 70%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 287082
Antworten
Anti Lemming:

Bullish Percentage Index seit Threaderöffnung

4
26.12.09 18:17
Die im Februar 2007 (Kreis) bereits überbordende Bullen-Selbstgefälligkeit, der im März 2007eine hässliche Korrektur folgte, war mit Indexwerten um 80 immer noch moderater als im September 2009, als der BPSPX an der 90 kratzte (aktuell: 77,80). Der RSI erreichte im Sept. 2009 annähernd so hohe Werte wie im Feb. 2007. In dieser Zeit begann die versteckte Distribution. Der Chart in # 54929 zeigt in der Nahaufnahme, wie der Überschwang seitdem langsam abbröckelt.
(Verkleinert auf 80%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 287084
Antworten
Svartur:

Die bittere Wahrheit

18
26.12.09 18:37
Weihnachten neigt sich dem Ende zu und es lag mir fern, den Leuten das Weihnachtsfest zu verderben. Ich möchte aber auf einige Faktoren hinweisen, die mir sehr wichtig erscheinen, was Vermögensaufbau, Vermögenssicherung und vor allem zukünftige Ausrichtung betreffen.

Meine Person betreffend sei angemerkt, daß ich aus meinen Aktienerträgen seit Jahren Geld rausziehe, damit Immobilien und physiche Edelmetalle ( Gold/Silber/Platin ) gekauft habe und bei einer kleinen Anzahl von Firmen mitbeteiligt bin. Dies habe ich schon vorlangem bei Tradesignal so geschrieben.
Der Hintergrund warum ich das tue und auch weiter tun werde ist, daß ich Lehren aus der Vergangenheit gezogen habe, die ich selbst nicht erlebte und wo ich natürlich nicht wissen kann, ob sie auch wieder so eintreten. Wenn sie eintreten, bin ich gewappnet, wenn sie nicht eintreten, habe ich zugegebenermaßen, Performance verschenkt. Da ich ein sehr stark auf Sicherheit ausgerichteter Mensch bin, verschenke ich lieber Performance, anstatt später mittellos dazustehen.

Das Gleiche möchte ich hier auch anführen, die Sicherung des Kapitals zur Absicherung des eigenen Lebensstandards.

Mir fällt hier bei Ariva, genau wie bei Tradesignal auf, daß eine Vielzahl von Menschen einem Irrglauben unterliegen, sie denken alles was gewesen ist, ist Vergangenheit und taucht nie wieder auf. Sie denken, unsere Regierungen haben alles im Griff und nur Schwarzmaler und Weltuntergangspropheten wollten ihnen das Leben verderben. Scheinbar setzt angesichts von Kurssteigerungen an der Börse jegliches Denken im Hirn aus, man sieht sich reich aufgrund von Börsenkursen.

Was sind nun die Fakten ?

Fakt eins ist, was wir alle wissen und was viel zu wenig diskutiert wird, die Verschuldung der Staatengemeinschaften. Dabei ist diese Verschuldung nur ein kleiner Bestandteil des monetären Systems. Das Ganze geht ja weiter, wenn wir anhand des BIP´s einzelner Staaten nicht nur die Geldmenge betrachten, sondern auch die Handlungsweise der Banken, die nur deshalb nicht offiziell pleite sind, weil sie zum einen ihre wertlosen Papiere zu Fantasiekursen in die Bilanz bringen können und zum anderen das laufende Geschäft vom Staat finanziert bekommen, der aber durch diese Handlungsweise mit dem Rücken zur Wand steht.
Die Bürger denken nun, daß wir uns berappeln, die Weltwirtschaft wächst, die BIP´s steigen. Real ist das nicht so, denn die BIP´s steigen derzeit nur durch den Faktor der in den Kreislauf gebrachten Stimulis, also nicht durch eigene Wirtschaftskraft. Die Ausuferung der Arbeitslosigkeit bedeutet, daß die sozialen Kosten höher werden, die Steuereinnahmen aber de facto rückläufig sind.
Lustig ist, wenn geschrieben wird, daß die Banken Gelder an den Staat zurückbezahlen und damit aus dem Gröbsten raus scheinen. Da sind sie nicht, sie haben lediglich die zur Verfügung gestellten Gelder genutzt, um Scheinerträge aufzubauen und die Bilanzen erscheinen nun besser und mit einem höherem Eigenkapital, was wiederum nicht stimmt, weil die Bilanzen ja entsprechend verändert wurden, so das es gar nicht zu Ausbuchungen der wertlosen Papiere kam. Also erliegen wir dem Glauben, daß virtuelles Geld ein Problem löst, was durch virtuelles Geld entstanden ist.

An Ländern wie Griechenland erkennen wir schnell, wie es einem ergeht, wenn man nicht im entsprechenden Maße Geld drucken kann, wie es die Amerikaner mit ihrem Dollar tun. Das die Amerikaner die Welt schon mal betrogen haben mit dem Goldstandard, daß möchte ich nicht näher erwähnen, damals gab es keine Aufstände aber es gab etwas, was wir besonders zu fürchten haben : Währungsreform

Ich möchte hier mit einem Vorurteil aufräumen, nämlich dem Gedanken, daß es zu hoher Inflation kommt. Diese Phase hatten wir bereits, durch die Überkapazitäten der Wirtschaft und einer nicht zugelassenen Bereinigung, kann es nur in einigen Produkten des täglichen Lebens zu Inflation kommen, Nahrung usw. . Bei Produkten wie Autos, Elektronik usw., werden wir weiter eine Deflation erleben, weil das zur Verfügung stehende Nettovermögen der Bevölkerungen weltweit schrumpft. Das läßt uns eine Spirale erleben, geringere Einkommen, weniger Spielraum für Ausgaben, hohe Erwartungshaltung an den Lebensstandard, höhere Verschuldung, stärker werdende Insolvenzen im privaten Bereich.

Das sind die Fakten, wie wir sie derzeit sehen und die Staatengemeinschaften sind nicht mehr in der Lage, die Spirale aufzuhalten, sie können nur noch Zeit gewinnen und die einzige Möglichkeit Zeit zu schinden, ist das Drucken von Geld bis zum Kollaps und der wird eintreten. Den Zeitpunkt mag ich nicht beschreiben, wie hoch die Assets noch steigen weiß ich auch nicht, aber ein guter Standard um abzuschätzen wo wir uns befinden, ist das Gold, welches die Kaufkraft der Währungen mehr widerspiegelt, als den eigentlichen Selbstwert.

Damit will ich nur eines zum Ausdruck bringen, selbst wenn die Börsen sich verdreifachen und das Gold verdoppelt, hat niemand etwas gewonnen, wenn es zu einer Währungsreform kommt. Nur der gewinnt, der es schafft, sich entsprechend zu verhalten, wie ich es am Anfang des Textes geschrieben habe.

Die Ablenkung und das positive Denken was steigende Börsen mit sich bringen, vergleiche ich heute mit der New Economy, die Leute waren verblendet, weil sie an etwas geglaubt haben, was andere ihnen gut verkauften und heute sehen wir REAL jeden Tag, was uns verkauft wird, wenn wir genau hinschauen, uns wird etwas als gut verkauft, was so nicht mehr über die nächsten zehn Jahre zu bringen ist. Da müßte schon ein Wunder geschehen, wenn es gelingt, die Verschuldungen zurückzuführen, bzw. tatsächlich eine Exit Strategie zu fahren.

Die Politiker werden mit Tränen in den Augen uns einen Neuanfang verkünden und angesichts unserer Nachkommen von einem wichtigen Schritt sprechen, sie werden die Barvermögen einebnen, sie werden tatsächlich eine Exit Strategie fahren und alles auf Null setzen und bitte, keine Schulden machen, denn die werden sie nicht auf Null setzen, ich werde darauf nicht näher eingehen, wer sich mit der letzten Währungsreform beschäftigt, der sollte diesbezüglich mal googeln, er wird schnell feststellen, daß Privatleute mit Schulden schlechter dastanden als zuvor.

Fazit zum Ende des Jahres 2009, zumindestens einen Teil seines Vermögens sollte man sichern und meinen Text nicht als panisch, oder prophetisch ansehen, denn ich vermag nur die Zeichen zu erkennen, nicht aber die Zukunft zu lesen und die Parallelen sind verblüffend, die wir in den Finanzsystemen haben, ich meine sogar, daß wir heute mehr Schwierigkeiten haben werden, als in der Vergangenheit aufgetaucht sind, weil unser gesamtes Finanzsystem ausgeufert ist und keinen realen Bezug mehr hat und auch nicht haben wird.

Deswegen kann man dennoch mit seinem Geld Long gehen, oder auch Short, der Markt wird weiterlaufen, nur zumindestens 10 % der Erträge zur Seite legen, so wie beschrieben, kann eine gute Versicherung sein, die vielleicht etwas weniger einbringt, aber viel ausrichten kann, wenn es zukünftig nicht so glatt läuft, wie es die Optimisten denken und ich verstehe mich als Realist, nicht als Pessimist.
Antworten
Anti Lemming:

Weihnachts-Hymne - frei nach J. S. Bach

4
26.12.09 19:05
Der Gitarrist John William spielt das Stück "La Cathedral" vom Komponisten Augustin Barrios aus Paraguay.

http://de.wikipedia.org/wiki/Agustín_Barrios_Mangoré

Das Stück ist von J. S. Bachs Orgelwerken inspiriert (daher der Titel), allerdings mit lateinamerikanischem Schwung und spätromantischer Harmonik versehen. Der Anfang ist langsam, ab der 4. Minute wird es richtig fetzig.

Antworten
Anti Lemming:

Svatur - Zyn-zyklischer Zocker-Zauber

8
26.12.09 20:43
Dein Bild ist schwarz, trifft aber mMn größtenteils ins Schwarze.

Was mich wundert ist, dass Du (mMn zu Recht) von einem globalen Deflations-Szenario ausgehst, gleichzeitig aber mit einer Geldentwertung rechnest. Normalerweise geht einer Währungsreform - wie 1923 - eine Hyperinflation voran, und die ist ja das krasse Gegenteil von Deflation.

Womit Du zweifellos Recht hast ist, dass die Banken, vor allem in USA, faktisch bankrott sind. Die Rückzahlung der TARP-Gelder aufgrund vermeintlicher Bilanz-Stärke nach Eigenhandelsgewinnen ist pure Augenwischerei, wenn die Bilanzen wegen "Schulden-Ignorierung" nichts mehr wert sind. "Mark-to-fantasy" macht die Bilanzen buchstäblich zu Luftnummern, basierend auf Wert-Luftschlössern.

Dass die Rallye seit März praktisch ununterbrochen lief - und dies bei verdächtig abflauendem Volumen - ist nicht nur Charttechnikern sauer aufgestoßen. Eine Fake-Rallye diesen Kalibers, bei der faktisch bankrotte Banken mit Zentralbankknete Assets aller Art - von Anleihen über Aktien bis zu Rohstoffen - hochzocken, um "heile Welt" zu suggerieren, ist psychologisch derart labil, dass "man" Zweifel erzeugende Korrekturen nur in sehr geringem Maße zulassen darf. Das Risiko, die ganze Erholungs-Lüge in aufkommendem Abwärtsmomentum zu versenken, wäre sonst zu groß. Daher muss stramm Momentum geritten werden - inklusive passender Medien- und Statistiker-Begleitmusik - , was in der Summe Zykliker aller Couleur von der "Wahrhaftigkeit" der Erholung überzeugt....

Statt die Non-Stop-Rallye als Beweis für vermeintliche Stärke zu werten, sollten die Rallye-Gläubigen lieber mal den äußerst ungewöhnlichen Chart-Verlauf unter Plausibilitäts-Aspekten gegenchecken, sofern das Hirn nicht bereits in Bullen-Endorphinen ersoffen ist. Mit den Wölfen zu Heulen ist für Viele freilich die bequemere Lösung. Dann kann man sich, wenn das Kartenhaus zusammengebrochen ist, wenigstens noch damit rausreden, dass "die Anderen ja auch alle falsch gelegen haben". Dies beruhigt manch simpel gestrickte Zykliker-Gemüter ebenso wie zynische Fondsmanager.

FAZIT: Zyn-zyklischer Zocker-Zauber
Antworten
Keno77:

Japan hat noch Luft nach oben

9
26.12.09 20:54

Weihnachten ist ein Fest der Besinnlichkeit. Ich habe das - neben Privatem – auch mal zum Anlass genommen, in ein thread - Thema hier tiefer einzusteigen:  der neue Rekordhaushalt Japans.

Gesamt - Etat 700 Mrd. Euro, 334 Mrd. Neuverschuldung, Schuldenstandsquote (= Gesamtschulden: BIP) bei 200% - Wow, da müsste doch gleich nach den Festtagen der Gang zum Insolvenzgericht anstehen.
 
Aber das setzt voraus, dass man zuvor geklärt hat, wann denn für einen Staat der Insolvenzfall eingetreten ist bzw. wann für einen Staat die (fiskalischen) Grenzen einer Verschuldung erreicht sind.
 
1. die vorgenannte  B I P  –  F o r m e l  hilft da nicht weiter. Wie im Zivilrecht müsste auch hier das Kriterium sein: wenn der Staat seine Anleihen nicht mehr bedienen kann, dann ist diese Grenze erreicht bzw. wurde schon überschritten.
 
Griechenland hatte jedoch bereits mit einer Schuldenquote von 100 Prozent Probleme, sich zu refinanzieren. Japans Schuldenberg soll nunmehr ca. 200 Prozent des BIP betragen - und doch bekommt das Land immer Geld.
 
 
2. Nehme ich mal die M a a s t r i c h t  –  K r i t e r i e n  ( = Neuverschuldung darf maximal 3% des BIP betragen) – na ja, dann kann man ein bisschen mäkeln, den nationalen Untergang könnte man damit aber auch nicht heraufbeschwören.
 
Japan hatte 2007 ein BIP von ca. 6.200 Mrd. US - $. Wegen des nicht / kaum vorhandenen Wachstums unterstelle ich diesen Wert auch für 2010. Die genannte Neuverschuldung von 334 Mrd. Euro = 478 Mrd. US - $ macht dann eine Quote von 7,7% aus.
 
Zum Vergleich: für Deutschland wird für 2010 eine Neuverschuldungsquote von 4,2% des BIP erwartet. Eine (besondere) Dramatik kann ich daher in der Quote für Japan nicht erkennen.
 
 
Ich weiß natürlich, dass es da noch ein 2. Kriterium gibt:  das 60% - Kriterium = die Gesamtschulden sollen 60% des BIP nicht übersteigen. 
 
Aber das ist nur die andere Seite dergleichen Medaille. Man kann rechnerisch nachweisen, dass unter einer Inflationsrate von 3% und einer Wachstumsrate von real 2% eine jährliche Neuverschuldungsquote von 3% des BIP langfristig gegen eine Schuldenstand von 60% des BIP konvergiert.
 
Das macht dann auch schon den ganzen Unsinn von Maastricht deutlich. Maastricht wird rein mathematisch scheitern. So gehört Deutschland etwa zu den langsamer wachsenden Volkswirtschaften. Nehme ich da 0,9% Wachstum p. a. und erlaube ich – bei 3% Inflation –  eine jährliche Neuverschuldung von 3% des BIP, so  wird dies rein rechnerisch zu einer Schuldenquote von 103% des BIP führen (und nicht 60%).
 
Vermutlich hat die Bundesregierung das bereits erkannt und hatte im Sommer(?) diesen Jahres beschlossen, die Verschuldungsquote ab 2016 auf 0,35 Prozent des Bruttoinlandsprodukts zu kappen. Die Bundesländer dürfen ab 2020 überhaupt keine Schulden mehr machen.
 
 
3.  Japan hat h o h e   S c h u l d e n,  aber daraus nur eine vergleichsweise g e r i n g e  Z i n s b e l a s t u n g  im Haushalt.
Hintergrund: die jahrelange Niedrigzinspolitik der Bank of Japan. Auch wurden die japanischen Staatsanleihen weitestgehend (ca. 95%) von Inländern gehalten. Auslandsanleihen wurden kaum begeben.
 
Die genauen Haushaltsrelationen für Japan kenne ich nicht. Möchte aber auf den  folgenden Artikel der DB verweisen. Der Artikel ist auch mit Blick auf die oben genannte BIP – Formel interessant: als kritisch betrachtet der Beitrag eine Gesamtverschuldung Japans erst ab 300% des BIP.
 
 
 
4.  Die  a n h a l t e n d e   D e f l a t i o n  in Japan lässt eine höhere Verschuldung zu.
 
Es lässt ich rechnerisch - unter der Annahme eines bestimmten jährlichen Haushaltsdefizits - folgender Zusammenhang zwischen Gesamtschulden, Zinssatz und Wachstum nachweisen:
- liegt der Zinssatz ü b e r der nominalen Wachstumsrate des BIP, so wachsen der Schuldenstand und die anschließenden Defizite permanent an – letztlich bis ins Unendliche (1)
- liegt der Zinssatz u n t e r dem nominalen Wachstum des BIP, dann konvergiert der Schuldenstand letztlich auf eine feste Relation zum BIP (2)
 
Für die Bundesrepublik ist davon ausgegangen, dass der Zinssatz stets über der Wachstumsrate des nominalen BIP liegt (= Fall (1)). Insofern befindet sich die Bundesrepublik derzeit in extrem gefährlichen Schuldenspirale. Die gesetzliche Vorgabe ab 2016 die jährliche Neuverschuldung auf 0,35% des BIP zu begrenzen (vgl. oben 2)) wirkt zwar entschärfend. Eine andere Frage ist jedoch, ob sich das in der politischen Praxis auch umsetzen lässt? (Stichwort: Politiker wollen wieder gewählt werden).
 
Für Japan ist die Situation hingegen nicht gleichermaßen prekär. Zinssätze nahe Null und nur ein bisschen Wachstum reichen da schon aus, um in den vorgenannten Fall (2) hinzugelangen, also:  Konvergenz gegen eine feste BIP-Relation und keine Schuldenspirale.
 
 
5.  Es ließen sich noch viele Kriterien mehr zur Beurteilung der Verschuldung einzelner Staaten problematisieren. Z. B. die Frage was sind Staatsschulden.Gemeinhin werden die künftigen Leistungen aus den Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherungen sowie die Beamtenpensionen nicht mit einbezogen. Macht man das, dann mag man auch für die BRD auf eine BIP-Quote von 200% (oder mehr?) kommen. Für die USA dürfte solche Zusatzbelastungen hingegen kaum eine Rolle spielen, so dass die dortige Verschuldungsquote von 80% (vgl. Wikipedia) noch als recht vorteilhaft einzustufen wäre.
Antworten
Svartur:

@Anti Lemming

5
26.12.09 21:22
Du hast Recht mit der Inflation. Der Grund warum ich Schwierigkeiten habe, eine starke Inflation zu sehen ist, daß ja das Geld nicht in den realen Umlauf kommt.
Nehmen wir an, die Börsen steigen erheblich weiter, ein durchaus wahrscheinliches Szenario, wenn die Staaten so weitermachen, dann ist der Kreislauf beschränkt auf die Assets, die auf dem Papier natürlich erhebliche Werte darstellen, real aber nicht, weil es beim realisieren der Gewinne, sofort zum Zusammenbruch der Assets kommt. Gehen alle Banken aus den Assets raus, weil sie Kasse machen wollen, bei dem geringen Umsatz den wir seit März haben, bricht augenblicklich der Markt ein und die Banken haben erneut erhebliche Schieflagen. Diese Schieflagen können vom Staat nicht aufgefangen werden, einzige Lösung ist dann eine Währungsreform und Bereinigung der Bankenwelt. Wie ich in einem vorherigen Posting schon geschrieben habe, kann es die Strategie sein, daß ein oder zwei Banken sich in wichtige Unternehmen so eingekauft haben, daß sie dort gerade nach einer solchen Reform sofort die Zügel in der Hand halten und ohne Probleme weltweit eine Vormachtsstellung haben.
Die Realwirtschaft muß sich mit Arbeitslosigkeit und schwächerem Konsum rumschlagen, die Firmen stehen ebenfalls in der Kreide, im schlimmsten Fall kommt es dann zu einer Marktbereinigung auch dort, was nachfolgend einen Absturz bedeutet und damit dann der Möglichkeit, über die marktbeherrschenden Großkonzerne sowohl die Industrie, als auch Handel und Politik komplett zu beherrschen.

Der Kolateralschaden eines solchen Szenarios liegt beim Bürger, weil seine kompletten Ersparnisse weg sind, seine Schulden aufgewertet werden und bei vielen die Altersvorsorge verpufft. Ob da nun jemand jetzt mit Longs viel geld gemacht hat oder nicht, ist dann unerheblich, hat er das wertlose Geld nicht gewandelt, ist es weg. Die Zahlen auf dem Konto sind erstmal gar nichts wert.
Das das erheblichen Sprengstoff in sich birgt ist klar, aber die bisherigen Währungsreformen sind genau so verlaufen, aber weitaus weniger global. Die USA hätten in so einem Fall eine klare Vormachtsstellung, würden selbst nicht weiter industriell expandieren, weil sie ja die Inustrie in allen Ländern der welt maßgeblich beherrscht. China würde ebenfalls Vorteile haben, weil die Beteiligungen an Rohstoffunternehmen auf Dollarbasis erkauft wurden und gleichzeitig die eigene Industrie im eigenen Land genug Nachfrage durch die Bürger hat.
Verlierer wären die europäischen Staaten, weil diese den Amerikanern schon damals beim Goldstandard auf den Leim gegangen sind und sich nicht rührten. Die nachfolgende Währungsreform kam nicht von irgendwoher.
Eine Hyperinflation kann nur dann stattfinden, wenn die Bürger mehr Geld in der Tasche haben, die Produkte aber gleichzeitig nicht in ausreichender Menge hergestellt werden, so war es früher, es fehlte einfach die Produktion, zur Erstellung von Kriegsmaterial wurde dann wiederum Geld gedruckt das es brummt, während die Waren auch dort für die Bevölkerung knapp wurden, die Menschen aber für Geld gearbeitet haben.
Die Lage ist also heute eine andere, daß Endergebniss kann nur bedeuten, daß die Mehrheit ihr Geld verliert, da sehr viel an Sparvermögen existent ist, zum Beispiel zur Altersvorsorge, kann man drei Mal raten, wo angesetzt wird. Die Staaten werden ihre Schulden nicht zurück bezahlen, weil sie es nicht können.
Das dem so ist, haben wir ja am 24.12.2009 in den USA gesehen, wo mal eben erneut der Kongress bemüht wird, weil sonst bis zum Jahresende nichts mehr gegangen wäre.
Die Politik denkt heute nicht mehr in Jahren oder bis zur nächsten Wahl, die retten sich nur noch von Woche zu Woche und Tag zu Tag.
Antworten
Varta:

Svartur, wenn es so würde wie Du vermutest

4
27.12.09 00:24
dass also einige wenige Banken (MS, GS, DB?) nach einem Absturzszenario prächtig dastünden, dann sollte man sich an diesen wohl beteiligen.

Welche Assets man nach einer Währungsreform (an die ich z.Z. nicht glaube) behalten darf und welche nicht, wird der Staat festlegen. Währungsreformgewinnler, die z.B. Immobilien hatten, wurden m.W. bei der letzten Währungsreform zur Ader gelassen.

Sicher ist man da nur dann, wenn das Vermögen für den Staat unsichtbar ist. Aber wer garantiert es dann?

Darüber, ob es eine Deflation oder Inflation geben wird, könnten die Meinungen nicht geteilter sein. Was bin ich froh, kein VWLer zu sein, ich müsste mich in Grund und Boden schämen!
Antworten
TGTGT:

Noch etwas zum Thema Japan

7
27.12.09 02:38

und im Anhang zu den teilweise sehr guten Beiträgen, die hier bisher schon kamen - der Artikel ist schon 2 Tage alt aber Informationen verstauben ja bekanntlich im Netz nicht... finde den Text im Zusammenhang mit dem bisher gebrachtem durchaus passend :)  

 

#003300">Japan Mired in Deflation, Keeping Pressure on BOJ

Japan marked nine months of deflation in November with increasing signs that weak demand is hitting prices, adding to the political pressure on the Bank of Japan for further monetary easing.

While the pace of falling prices slowed in the year to November as the #0000ff">effect of oil price falls faded, that offers little solace to policymakers worried about the risk of another recession.

An index stripping out both energy and#0000ff"> food prices fell at a near-record pace, showing weak final demand was playing an increasing part in pushing down prices.

 

"No one thinks deflation will end soon and today's data won't change that perception," said Naoki Murakami, chief economist at Monex Securities.

With Japan's huge public debt limiting room for additional fiscal stimulus, the government may push the BOJ to ease monetary policy further next year, analysts say, such as by increasing its purchases of government bonds.

"Japan's public finances are the worst among developed nations, so the risk of a credit downgrade next year is real," said Yasuhide Yajima, a senior economist at NLI Research Institute.

"The government will surely pressure the BOJ to do more such as boosting its public debt purchases. The central bank might be reluctant to do so but won't have much choice but to comply."

An inflation index that excludes food and energy prices and is similar to the main index used in the United States, fell 1.0 percent in November from a year earlier, near a record 1.1 percent drop hit in October.

Japan's core consumer price index, which includes oil products but excludes volatile fresh fruit, vegetables and seafood, matched a median market forecast of a 1.7 percent drop.

That was less than a 2.2 percent fall in the year to October, as a big slide in oil prices eases.

The government and the BOJ have clashed over how to deal with deflation, which the central bank forecasts will last at least three years, as policymakers fret #0000ff">it could drag down the economy just as it is emerging from the global financial crisis.

The BOJ buckled this month, calling an emergency meeting to announce a new short-term funding facility and last week underlined its deflation-fighting credentials by declaring it would tolerate nothing but price growth.

The BOJ's commitment to low rates has put steepening pressure on the government bond yield curve, pinning down shorter-dated yields while longer-dated yields drift higher on concern over Japan's worsening finances.

The five-to-20-year yield spread this week has hovered near a decade high 165 basis points struck last week.

The Democratic Party-led government, in office for three months, is determined to keep the economy from slipping back into recession ahead of an election for parliament's upper house in mid-2010.

But with Japan's public debt nearing 200 percent of GDP and markets jittery over the risk of a glut of new bonds, it has cut spending plans for next year's budget, set to be unveiled on Friday.

The spending cuts may help the government achieve its self-imposed cap on new bond sales for next fiscal year of 44 trillion yen ($481 billion). It risks a downgrade by Fitch ratings if it borrows much more in fresh issuance.

Cutting spending, however, also carries risks for an economy barely emerging from the previous recession.

While the BOJ has said there is little more it can do with interest rates near zero, it may come under pressure for more action next year if Japan slips into recession or renewed worry about soaring public debt pushes up bond yields, analysts say.

The central bank is reluctant to increase its outright purchases of long-term government bonds from the current 21.6 trillion yen per year, arguing that its balance of bond holdings is already near a self-imposed ceiling.

Quelle: Reuters (24. Dec 2009)

Risiko entsteht dann, wenn Anleger nicht wissen, was sie tun. Warren Buffet
Der USA Bären-Thread 287131
Risiko entsteht dann, wenn Anleger nicht wissen, was sie tun.
Warren Buffet
Antworten
Keno77:

@Svartur

7
27.12.09 03:28

Zunächst einmal zu Deiner Beobachtung:

„Mir fällt hier bei Ariva, genau wie bei Tradesignal auf, daß eine Vielzahl von Menschen einem Irrglauben unterliegen, sie denken alles was gewesen ist, ist Vergangenheit und taucht nie wieder auf. Sie denken, unsere Regierungen haben alles im Griff und nur Schwarzmaler und Weltuntergangspropheten wollten ihnen das Leben verderben. Scheinbar setzt angesichts von Kurssteigerungen an der Börse jegliches Denken im Hirn aus, man sieht sich reich aufgrund von Börsenkursen.“
 
Ich weiß nicht von welchem thread auf Ariva Du sprichst. Ich denke aber es gibt hier zumindest auf dem Bären - thread niemand, der glaubt dass unsere Regierungen alles im Griff haben usw.
 
Auch teile ich andere Deiner Wahrnehmungen nicht wie z. B. diese:
 
„Die Bürger denken nun, dass wir uns berappeln, die Weltwirtschaft wächst, die BIP´s steigen. Real ist das nicht so, denn die BIP´s steigen derzeit nur durch den Faktor der in den Kreislauf gebrachten Stimulis, also nicht durch eigene Wirtschaftskraft.“
 
Man kann es tagtäglich in den Zeitungen lesen, dass die derzeitige Entwicklung bei den Aktien, Rohstoffen, Gold usw. im Wesentlichen nur liquiditätsgetrieben ist. Die Banken und Versicherungen räumen das ja selbst ein (vgl. jüngstens die Äußerungen von Dieckmann). Die Unternehmen beklagen nach wie die ausbleibenden Auftragseingänge. Die Kurzarbeit, die bislang eine größere Entlassungswelle verhindert hat, steht auf der Kippe, usw. Das alles wird ausreichend publik gemacht. Sehr viele Bürger bekommen das täglich auch am eigenen Leib zu spüren. Nach meiner Wahrnehmung denken die meisten Bürger gerade nicht so wie Du das darstellst. Mir ist das alles ein bisschen zu viel Klischee.
 
 
Auch geht die Tendenz bei Dir dahin, den Status quo für alle Zukunft festzuschreiben.
 
Klar, es ist sehr viel Geld gedruckt worden. Ob weniger auch ausgereicht hätte, vermag ich nicht zu beurteilen. Aber eines ist auch klar: das wird nicht für alle Zukunft so weiter gehen.
 
Klar, kann man die Verbesserung des Eigenkapitals bei den Banken als „gefaked“ bezeichnen. Der massive Eigenhandel der Banken, der hier eine Rolle gespielt hat, hat letztlich keine Werte geschaffen. Wenn nächstes Jahr die Börsen wieder crashen sollten, dann hängt es vom „timing“ der Verkäufe der einzelnen Banken ab, inwieweit man das Eigenkapital halten kann. Das war für die Finanzbranche einfach nur ein erster Strohhalm, der in der Not ergriffen wurde. Das wird nicht für alle Zukunft so weitergehen.
 
Klar auch, die bisher aufgelegten Konjunkturprogramme hatten nicht den gewünschten Multiplikatoreffekt. Die Zeit hierfür mag noch zu kurz sein. Mag aber auch sein, dass sie nie einen Multiplikatoreffekt entwickeln werden. Aber die Zeit der Verabschiedung weiterer Konjunkturpakete dürfte m. E. vorbei sein.
 
Usw.
 
Die derzeitige Situation ist ernst, sehr ernst. Aber wir sind im Jahr 1 nach der Krise. Auch im normalen „Auf und Ab“ der Konjunktur braucht es Zeit bis ein sich selbst tragender Aufschwung wieder einsetzt. Erst recht nach einer solchen heftigen Krise die die letzte Finanzkrise.
Antworten
Svartur:

Hallo Keno

 
27.12.09 09:48
Mit Deinem Text gehe ich konform und das ist nicht widersprüchlich zu meinen Aussagen.


:-)
Antworten
Svartur:

@Varta 54936

 
27.12.09 10:02
Darüber habe ich mir bereits viele Gedanken gemacht.
Ich erinnere an den Ableger von der deutschen Telekom, zu hohen Preisen an die Börse gebracht, dann abgestürzt und nachfolgend wurden die Aktionäre rausgedrängt. Für mich war das legaler Betrug, aber man hat halt Squeeze Out als richtig angesehen, was ich nie verstanden habe.

Wer sagt mir, daß das gekaufte Papier überhaupt etwas wert ist, wenn ich es eintauschen möchte?

Eine Währungsreform ist möglich, wie wahrscheinlich sie ist, daß vermag ich nicht abzuschätzen. Auch in mir widersetzt sich alles dem Gedanken, daß unser Leben sich völlig verändert, wo doch alles so kuschelig und schön ist.

Ich wäre dankbar, wenn mir jemand schreibt, wie man nachvollziehbar aus der jetzigen Situation hinauskommt. Für mich gibt es da nur sehr wenige Ausgänge, eine davon ist eben die Währungsreform.
Antworten
Anti Lemming:

Keno - Einwand

5
27.12.09 10:08

"Klar, kann man die Verbesserung des Eigenkapitals bei den Banken als „gefaked“ bezeichnen. Der massive Eigenhandel der Banken, der hier eine Rolle gespielt hat, hat letztlich keine Werte geschaffen."  

 

Es sind zwei Paar Schuhe, wie ich auch hier schon beschrieben habe.

Der Eigenhandel ist ein eher kleiner Faktor. Die Banken machen damit ein paar Milliarden pro Jahr. Wert würde damit nur dann geschaffen, wenn es den Banken gelingt, entweder die Kurse der Assets dauerhaft hoch zu halten oder diese zu Höchstkursen an "Investoren" wie Kleinanleger und Pensionsfondszu distribuieren (was sicherer ist und zurzeit mMn praktiziert wird). Erst wenn ein Gewinn realisiert ist, wurde "real money" verdient.

Davon unabhängig ist der weit wichtigere Faktor der Bilanzregelaufweichung. Viele US-Großbanken wie Citigroup haben für hunderte Milliarden faule Kredit-Derivate in den Büchern, die oft nur noch mit 3 bis 5 % des Einstandspreises gehandelt werden. Der Preisabschlag hat seinen Grund: Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Kredite (z. B. von Subprimern, die sich mit lügenhaften Angaben im Boom ein Haus erschlichen haben) bei Endfälligkeit bedient werden, ist nahe Null. Dieses Problem lässt sich daher auch nicht durch Abwarten lösen. Es gibt realistisch gesehen kaum Chancen, dass eine BBB-Tranche ABX oder CMBS jemals wieder zu 100 % gehandelt wird.

Würde man diesen Tatsachen ungeschönt ins Auge blicken, müsste man US-Banken wie Citigroup sofort verstaatlichen (wie die HRE in Deutschland und m. E. die RBS in England), weil sie negatives Eigenkapital haben. Das ist die Definition von "bankrott".

USA ist jedoch die Welthochburg des Kapitalismus, und zu den ungeschriebenen Gesetzen von Wall Streets "Wilden Westen" zählt, dass das Kapital verschont wird, selbst wenn es sich durch übermäßige Gier in selbst verschuldete, vernichtende Schieflagen gebracht hat. Das Patentrezept lautet, die horrenden Spielschulden dem Steuerzahler umzuhängen und ein paar Bilanzregeln so zu verändern, dass der schöne Schein der Mamorfassaden in Madoff-Manier weiter erhalten bleibt.

Man muss die Dimensionen gegenüberstellen. In der Citigroup-Bilanz gibt es hunderte Milliarden fauler Schulden, die kosmetisch durch "mark-to-fantasy" versteckt werden. Auf der anderen Seite gibt es wenige Milliarden Buchgewinne aus dem Eigenhandel, die sich bei plötzlichen Kursrückgängen sofort wieder in Luft auflösen würden.

 

Nach den Vorstellungen Wall Streets soll die "Kur" wie folgt vonstatten gehen:

1. Die riesigen Spekulations-Verluste werden durch die Bilanzregelaufweichung dauerhaft versteckt. Dabei setzen die Banken auf einen Gewohnheitseffekt: Je länger die Verluste ignoriert werden, desto weniger real erscheinen sie.

2. Einige der faulen Assets nimmt die Fed auf ihr Soma-Account und tauscht sie gegen saubere Staatsanleihen. Wen interessiert schon, dass die Fed - als "bad bank" Amerikas - dort für mittlerweile 2,2 Billionen Dollar faule Assets angehäuft hat, wenn Apple wegen des neuen iPod drei Cent über den Erwartungen liegt?

3. Gewinne der Großbanken im Eigenhandel, die mit der forcierten Assetpreis-Inflationierung künstlich (QE, Tiefzinsen, Stimuli) generiert werden, sollen im Laufe einiger Jahre die versteckten Verluste aus (1) kompensieren.

4. Auch über die Zinskurve (zu Nullzinsen Kapital beschaffen, dieses dann zu 30 % via Kreditkarten-Krediten weiterverleihen) soll die Heilung laufen, das ist im Vergleich zum Eigenhandel aber ein eher kleinerer Posten (= "Normalgeschäft" der Banken, die richtige Kohle kommt vom "Investmentbanking" = Eigenhandel).

 

Die "Verbesserung des Eigenkapitals" verdankt sich somit fast ausschließlich der unsäglichen Bilanzregel-Aufweichung, die man als übertünchte Bankrotterklärung werten kann. In Wahrheit ist das EK der Banken keinesfalls "verbessert", egal ob Citi ein paar Milliarden im Eigenhandel scheffelt oder nicht. Es drücken nach wie vor extreme Bestandsschulden, die höchstwahrscheinlich nie zurückbezahlt werden (wie letztlich auch die Staatsschulden) und daher ame Ende abgeschrieben werden müssen. Bei Abschreibungen ist mark-to-fantasy aber nicht möglich. Da muss der Restwert realistisch auf Null gesetzt werden. Würden die Verluste jetzt schon ordnungsgemäß abgeschrieben, wären die meisten US-Großbanken sofort pleite.

Kurioserweise schieben die Banken deshalb auch viele längst überfällige Zwangsversteigerungen auf - was zum riesigen "shadow inventory" im Housing-Markt geführt hat (rund 7 Millionen Häuser): Es ist für die Banken günstiger, die faulen Kredite der Hausbesitzer mit 100 % in der Bilanz zu lassen, als nach einer Zwangsversteigerung bilanzschädliche Abschreibungen mit vielleicht 50 % Verlust vorzunehmen. Die jüngste "Erholung" im Housing-Markt kommt daher nicht nur von den staatlichen Kaufzulagen, sondern geht auch auf das Eigeninteresse der Banken zurück, Zwangsversteigerungen aufzuschieben. Außerdem gibt es ein von der Regierung angeordnetes Moratorium bei Zwangsvollstreckungen, das Anfang 2010 ausläuft.

FAZIT: Man kann Probleme zeitweise unter den Teppich kehren, doch "unterm Teppich" ist nicht "aus der Welt". Banken, deren Solidität auf solchen Lügenkonstruktionen fußt, kann man nicht mehr ernsthaft vertrauen - weder als Bankkunde (Einlagen) noch als Kreditnehmer (Firmenkredite).

Antworten
wawidu:

DOW (1)

2
27.12.09 10:21
Diese Charts reflektieren sehr deutlich den "Fake"-Charakter dieser Rallye. Besonders aufschlussreich finde ich die Entwicklung des Volumen bezogenen Force Index.
(Verkleinert auf 83%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 287151
Antworten
wawidu:

DOW (2)

 
27.12.09 10:23
(Verkleinert auf 83%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 287153
Antworten
Anti Lemming:

Man muss nur früh genug anfangen

 
27.12.09 10:35
(off topic, aber trotzdem schön...)

</obje
Antworten
Eidgenosse:

Klassik-Liebhaber? @Anti

2
27.12.09 10:40
Investiere in Bildung und Gesundheit, das kann Dir niemand nehmen.
Antworten
Anti Lemming:

Analysten-Gesülze vom Feinsten

3
27.12.09 15:31

Steht im Handelsblatt, hätte so aber auch im Satiremagazin "Titanic" erscheinen können:

 

"Es gibt einen Aufwärtstrend", sagte Alan Lancz von der Anlageberatungsfirma Alan B. Lancz & Associates. "Es ist eine ideale Situation für Aktien, weil es nicht viele andere Alternativen gibt." Hinzu kommt die Zuversicht der Anleger hinsichtlich der konjunkturellen Entwicklung. "Der Markt sagt uns, dass die Wirtschaft viel stärker ist als vermutet", bringt Marktanalyst Cleveland Rueckert von Birinyi Associates die Stimmung auf den Punkt.

http://www.handelsblatt.com/finanzen/boerse-inside/ausblick-wall-street-vor-starkem-abschluss-des-boersenjahres;2504788

 

Ich hatte andernorts hinter dem Aufwärtstrend andere "Beweggründe" vermutet.

Antworten
wawidu:

AL - # 54946

4
27.12.09 16:31
"Der Markt sagt uns, dass die Wirtschaft viel stärker ist als vermutet"

Nun ja. Kommentar unten!
Der USA Bären-Thread 287195
Antworten
Anti Lemming:

Der Baltic Dry Index

2
27.12.09 16:42
sah auch schon mal besser aus

www.bloomberg.com/apps/cbuilder?ticker1=BDIY%3AIND
(Verkleinert auf 73%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 287196
Antworten
Anti Lemming:

Sollte Buffetts Eisenbahn-Kauf

2
27.12.09 16:53
- er kaufte kürzlich fast zum Höchstkurs Burlington Northern Sante Fe - die (zu) späte Erfüllung eines Kindheitstraums sein?

Buffett ist ja bekanntlich konservativ. Bei modernen Rentnern hat der PC ganz klar die Elektrische Eisenbahn abgelöst.

Wenn ich mir den Transportation Chart in # 54947 ansehe, könnte Buffetts Optimismus verfehlt sein. Er sagte beim Kauf von BNI, dass es eine Wette darauf sei, die US-Wirtschaft komme wieder in Schwung. Normalerweise hat Buffett ja ein gutes Gespür. Aber seinen ehemaligen Leitspruch, möglichst billig zu kaufen, hat er bei BNI verletzt.
(Verkleinert auf 80%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 287198
Antworten
wawidu:

"Stärke" der US-Wirtschaft

4
27.12.09 17:08
im Spiegel der Financials: Die Rallye begann mit "sensationellen Gewinnankündungen" einiger Großbanken für Q1/09 Anfang März. Seit August formt sich im Sektorchart ein flaches gleichschenkliges Dreieck aus, das auf innere Schwäche (verdeckte Distribution) hindeutet. Wer distribuiert da wohl? Nun, natürlich die Großzocker, äh, Großbanker, insbesondere wohl die die "Gottes Werk verrichten".
(Verkleinert auf 90%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 287199
Antworten
Auf neue Beiträge prüfen
Es gibt keine neuen Beiträge.

Seite: Übersicht ... 2196  2197  2199  2200  ... ZurückZurück WeiterWeiter

Börsen-Forum - Gesamtforum - Antwort einfügen - zum ersten Beitrag springen
Vontobel Werbung

Passende Knock-Outs auf Deutsche Bank AG

Strategie Hebel
Steigender Deutsche Bank AG-Kurs 4,97 10,04 15,07
Fallender Deutsche Bank AG-Kurs 4,95 9,72 14,93
Den Basisprospekt sowie die Endgültigen Bedingungen finden Sie jeweils hier: DE000VK8XVL8 , DE000VH50V34 , DE000VJ6AWN7 , DE000VH50Y98 , DE000VJ4SEG6 , DE000VJ52930 .Bitte informieren Sie sich vor Erwerb ausführlich über Funktionsweise und Risiken. Bitte beachten Sie auch die weiteren Hinweise zu dieser Werbung.

Neueste Beiträge aus dem S&P 500 Forum

Wertung Antworten Thema Verfasser letzter Verfasser letzter Beitrag
29 3.808 Banken & Finanzen in unserer Weltzone lars_3 youmake222 11:28
469 156.456 Der USA Bären-Thread Anti Lemming ARIVA.DE 17.02.26 12:00
  56 PROLOGIS SBI (WKN: 892900) / NYSE 0815ax Lesanto 06.01.26 14:14
    Daytrading 15.05.2024 ARIVA.DE   15.05.24 00:02
    Daytrading 14.05.2024 ARIVA.DE   14.05.24 00:02

--button_text--