... get it" ;-)
"So my big state-of-economics piece is out. Just a few notes, since I have to get to bed early: we have 27 miles over hills to do tomorrow."
Vorsicht: lang! ;-)
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... get it" ;-)
"So my big state-of-economics piece is out. Just a few notes, since I have to get to bed early: we have 27 miles over hills to do tomorrow."
Vorsicht: lang! ;-)
würde eher die Betonung auf "verzweifelt" legen.
"Langer Rede kurzer Sinn: nach den Verschuldungs- und Housing- (und Finanzsektor-) Exzessen der Tommies kann vielleicht wirklich nur eine verzweifelte Staatsverschuldung helfen. Betonung auf "vielleicht"."
Mit immer höherer Verschuldung wird versucht, die "Karre" wieder zum Laufen zu bekommen. Rückzahlung der Schulden ist eine Illusion, selbst lineares Ansteigen. Die Verschuldung gleicht einer Abschussrampe, immer steiler aufwärts. Mag sein, dass man nochmals , vielleicht zum letzten Mal, die Rakete vor dem Abheben "retten" kann.
"Oft wird hier vom Staatsbankrott der USA geschrieben (gehofft?). Im Vergleich mit Großbritannien sind die USA ein Hort der Stabilität und der seriösen Staatsfinanzen. Von den größeren Industrienationen ist Großbritannien am nächsten bei einer Staatspleite und es laufen "unter der Decke" schon etliche Gespräche wie man im Falle eines Falles einen Flächenbrand eindämmen könnte. Das aktuelle Zwischenergebnis: "Artisten in der Zirkuskuppel ratlos!" Zu groß um eine Pleite zuzulassen und zu groß um zu retten."
Hierzu mein "gut analysiert", weil das tendenziell auch mein Eindruck ist (praktische Umsetzung: long EUR/GBP, short GBP/USD :-)
"Wie es in Japan weiter gegangen wäre, je nach alternativem Verhalten, weiß keiner. Keiner kann auch im Nachhinein feststellen wie sich welche Aktionen ausgewirkt hätten. Dazu ist die Materie zu komplex und da blickt auch kein Volkswirt durch - ob mit oder ohne Nobelpreis. Ich habe mir vor Jahren die Mühe gemacht volkswirtschaftliche Untersuchungen über die große Depression durchzuackern. Man konnte alles finden was nur denkbar ist - vorallem die Pflege vieler Vorurteile."
Hier bin ich dezidiert anderer Meinung. Natürlich stimmt es, dass die Materie ganz elend komplex ist. Aber trotzdem muss man in aller Demut halt versuchen, wenigstens ganz grob Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge zu finden. Wenn wir das nicht täten, dann könnten wir auch jeden Tag neu würfeln, welche wirtschaftspolitischen Wege wir gehen. Im Grunde könnten wir dann ja sogar fast alle zivilisatorischen Bemühungen einstellen...
Es brächte auch nicht wirklich weiter, sarkastisch zu sagen "genau das passiert doch"...
Koo's Buch ist mMn wirklich lesenswert. Dass ich das sage, ist zugegeben nur ein schwaches Argument. Aber während ich pro Jahr im Schnitt 10..20 wirtschaftsorientierte Bücher kaufe, aber kein einziges lese ;-), habe ich von Koo immerhin schon die ersten 15 Seiten gelesen ;-)
Und bin mächtig beeindruckt... ;-)
"Langer Rede kurzer Sinn: nach den Verschuldungs- und Housing- (und Finanzsektor-) Exzessen der Tommies kann vielleicht wirklich nur eine verzweifelte Staatsverschuldung helfen. Betonung auf "vielleicht"."
Eine hochinteressante und vielfach diskutierte These, welcher ich allerdings eher ablehnend gegenüberstehe.
Mein Haupteinwand geht - stark verkürzt und simplifizierend - dahin, dass sie den Faktor "Mensch" mit seinen (enormen) Schwächen zu sehr vernachlässigt.
Wenn die Politik zu sehr das "Füllhorn" öffnet, entsteht die Gefahr, dass sich die Angelegenheit in einer "Todesspirale" förmlich verselbständigt.
Gerade Japan erscheint mir hierfür als ein Musterbeispiel. Was sich dort (auch psychologisch) abgespielt hat, lässt sich m.E. sehr schön im Aritkel von AL aus dem Handelsblatt in
http://www.ariva.de/...anz_Kollaps_zu_t283343?pnr=6429578#jump6429578
nachvollziehen.
Gerade die Entwicklung Japans sollte m.E. jedem zur Warnung dienen, welcher der Auffasssung ist, dass (wenn auch ursprünglich gutgemeinte) staatliche Konjunkturprogramme eine Lösung des Problems darstellen könnten.
Wenn ich mir Japan heute anschaue, so komme ich definitiv zu einem anderen Schluss.
Und dieser Schluss lautet (etwas polemisch):
Wenn Banken (und ähnliche Unternehmen) der Meinung sind, im Kapitalismus das große Rad drehen zu müssen, dann soll man ihnen auch die Freiheit lassen, die damit verbundenen Nachteile zu genießen, was u. a. durchaus auch die Insolvenz bedeuten kann. Das hiermit auch "Kleinanleger" in den Sog gerisssen werden, ist m.E. das kleinere Übel.
Denn was nicht angehen kann ist, das Personen, die nie im Leben Aktionär werden wollten, nun zwangsweise als Steuerzahler dazu gezwungen werden, sich an bankrotten Unternehmen als Aktionäre (zwangsweise) zu beteiligen.
"Aber trotzdem muss man in aller Demut halt versuchen, wenigstens ganz grob Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge zu finden. Wenn wir das nicht täten, dann könnten wir auch jeden Tag neu würfeln, welche wirtschaftspolitischen Wege wir gehen. Im Grunde könnten wir dann ja sogar fast alle zivilisatorischen Bemühungen einstellen..."
Jawohl Falk, so ist es.
Auch ich versuche immer aus Entwicklungen in der Vergangenheit bestimmte Kausalketten herauszufiltern und sie in die Zukunft zu transponieren.
Diesbezüglich schließe ich mich ausdrücklich Deiner Auffassung an:
Woraus sollen wir schon lernen, wenn nicht aus der Vergangenheit ?
Wer soll unser Lehrmeister sein, wenn nicht die Vergangenheit ?
"Eine hochinteressante und vielfach diskutierte These, welcher ich allerdings eher ablehnend gegenüberstehe.
...
Wenn die Politik zu sehr das "Füllhorn" öffnet, entsteht die Gefahr, dass sich die Angelegenheit in einer "Todesspirale" förmlich verselbständigt"
Tja, das Thema ist zweifellos sehr komplex... Zu komplex um es hier in einem Soundbyte wirklich zu beantworten...
Aber nachdem ich jetzt zum ersten Mal seit gut einem Jahr glatte 15 Seiten Buch gelesen habe, habe ich mich sofort so fit (und übermütig :-) gefühlt, dass ich mich in der VoWi-Verständnis-Rangliste schon oberhalb von 95% aller VoWis fühle... ;-)
Malko würde dazu möglicherweise sagen, dass auch wenn das tatsächlich zuträfe, man trotzdem noch ein Riesenidiot sein kann... ;-))
Ich wäre im Augenblick nicht mal sicher, ob ich ihm überzeugt widersprechen könnte... ;-)))
"Wenn wir das ganze Ausmaß der Expansion nicht wieder zurückführen, bekommen wir Probleme", sagte Greenspan auf einer Bankenkonferenz im indischen Mumbai. Dabei gehe es nicht um Inflationsraten von drei bis fünf Prozent; es drohten dann vielmehr zweistellige Inflationsraten in den Vereinigten Staaten.
Die US-Notenbank hat im Zuge der Finanzkrise verschiedene Kredit- und Liquiditätsprogramme aufgelegt, um die Finanzmärkte - und damit auch eine Wirtschaftserholung - zu unterstützen. Die Programme haben zu einer deutlichen Ausweitung der Fed-Bilanz geführt.
Die Kerninflationsraten werden sich Greenspan zufolge in diesem Jahr und bis ins nächste Jahr hinein weltweit weiter abschwächen. Außerdem erklärte der ehemalige Fed-Chef, die US-Banken bräuchten einen höheren Kapitalpuffer. "Selbst in krisenfreien, nicht-euphorischen Phasen brauchen wir höhere Kapitalpuffer als wir derzeit haben", sagte er. Greenspan war von 1987 bis 2006 Chef der US-Notenbank.
Quelle: wne/DJ
Mein Widerspruch war (wäre?) dagegen gewesen, dass weil die VoWis sowieso nix wissen, man gar nicht erst versuchen solle, etwas zu überlegen.
Der Koo-Ansatz (das Buch lohnt sich wirklich alleine schon für die ersten 15 Seiten!) ist da auch in seiner Schlichtheit (aber von einem nicht schlichten Geist) einfach umwerfend. Zumindest habe ich es so empfunden. Das kann aber natürlich auch daran liegen, dass ich zum ersten Mal seit einem Jahr überhaupt ein Buch aufgemacht habe ;-))
Er sagt übrigens auch, dass die Liquiditätsschwemme zwar nicht besonders schadet (denn Inflation kommt als Folge der mit Bilanzrezession verbundenen Mechanismen ja nicht), aber auch nix bringt. Was etwas bringen kann (und im Fall Japan auch getan hat), ist die "Fiskalschwemme" (aka Deficit spending), durch die komplementär zu den investitionsmässig kontrahierenden Corporates der Staat als - in neumodischer Terminologie - Investor of last resort auftritt.
Also:
- Zu Liquiditätsschwemme völlig d'accord: muss eigentlich nicht sein und irritiert durch Nebenwirkungen eher
- Zockerbanken abwickeln: völlig d'accord!
Nachhaltiges Deficit spending, selbst wenn dabei auch bridges to nowhere passieren: nach dem Lesen von Koo erstaunlich plausibel, und die gute Entwicklung der Japse in dem angeblich verlorenen Jahrzehnt bekräftigt das auch.
Übrigens: wenn man Koo liest und ihm folgt, dann bekommt man ein ziemlich eingedüstertes Bild der gegenwärtigen Aussichten. "Japan 1990s" gehört dabei eindeutig zu den "good cases"!
"Nachhaltiges Deficit spending, selbst wenn dabei auch bridges to nowhere passieren: nach dem Lesen von Koo erstaunlich plausibel, und die gute Entwicklung der Japse in dem angeblich verlorenen Jahrzehnt bekräftigt das auch."
Die Betonung liegt auf "nachhaltig", und macht Sinn natürlich nur nach einem geplatzten wirklich grossen Asset-Bubble mit folgender Bilanzrezession.
Weil hier mit Terminini sowieso rumgeworfen wird und manche sich vielleicht freuen, wenn ihre Postings nicht verstanden werden, aber so klingen, als ob sie nur wegen ihrer überlegenen Intelligenz nicht verstanden werden ;-):
Was heisst "Bilanzrezession" im Koo'schen Sinne?: In einem grossen Asset-Bubble haben die wichtigsten Markteilnehmer (Corporates, aber auch Private) jede Menge überbewertete Assets in den Büchern. Zum Beispiel mag man ein Firmengrundstück für 10 Mio gekauft haben, mit einem Kredit von 8 Mio, oder eine Firmenbeteiligung für 10 Mio, mit einem Kredit von 8 Mio.
Nach dem Zusammenbruch des Bubbles sind solche Marktteilnehmer technisch überschuldet: das Grundstück bzw. der Goodwill ist nur noch 3 Mio wert, aber der Kredit bleibt unverändert. Damit tut sich ein Loch von 7 Mio in der Bilanz auf, und wenn das symptomatisch ist, müsste die Firma wegen Überschuldung (negativer Equity) zum Konkursrichter laufen.
Gleichzeitig funktioniert das "normale" Firmengeschäft aber weiter ganz prima (zumindest im erfolgreich weiter exportierenden Japan war das damals so) und die Firma hat einen guten Cashflow.
Was tun die Firmen also? SIe laufen nicht zum Konkursrichter, sondern machen ein "straight face", damit niemand das Loch bemerkt (erleichterte Abschreibungsregeln helfen bei dem straight face :-). Gleichzeitig versuchen sie "wie Teufel", das Loch in ihrer Bilanz per Rückzahlung der alten Kredite aus dem Cashflow wieder zu schliessen.
Solange treten die Firmen aber selbst bei effektiven Nullzinsen nicht als Kreditnachfrager (und in der Folge Investoren) auf! Im Gegenteil, man hat die - auf den ersten Blick - perverse Situation, dass Firmen Kredite zurückzahlen, die nichts kosten (ein Schlag ins Gesicht der klassischen rationalistischen Equilibrium-VoWis).
Der ganze Prozess dauert viele Jahre, in Japan mehr als 10. Das kann man über den Daumen auch überschlagen, wenn man das Bilanzloch auf 50% setzt, die Bilanzsumme gleich dem Umsatz, und den Cashflow auf 5..10% vom Umsatz.
Und solange treten die Corporates eben nicht als Investoren auf, und die Liquiditätsschwemme nützt nix (klassische Keynes'sche Liquiditätsfalle). Koo argumentiert, dass das in "USA 1930s" auch so wahr, und weil niemand komplementär investiert hat, dann der GDP-Laden komplett zusammengebrochen war.
Warum könnte "Japan 1990s" heute ein "good case" sein? Nun ja, die Japse hatten damals ein fortdauernd gutes Geschäft, weil es dem Rest der Welt ganz gut ging und er ihnen die Produkte abkaufte. Das könnte heute schlechter aussehen, wenn wir an die chinesischen Reisbauern die ganzen 7-er BMWs und Gulfstreams verkaufen müssen ;-)
In dem ja eigentlich sehr schlichten Modell "Bilanzrezession" gibt (gäbe) es eine ganz offensichtliche Lösung: man müsste "nur" die alten Asset-Bubbles wieder aufgepumpt kriegen, und schon würden sich alle Bilanzlöcher schliessen und das so gefährliche kollektive Kontraktionsverhalten der Corporates wäre zu Ende.
Und die wirklich Grosskopfeten wissen das natürlich (Larry Summers hat eine geradezu enthusiastische Widmung zu Koo gemacht), und insofern scheint diese Erkenntnis ja in Teilen auch heute ein Leitmotiv zu sein, und - mal ganz unzynisch - mMn auch zu Recht!
Aber natürlich kriegt man die alten Bubbles nicht exakt so wieder aufgepumpt. Das wäre in der alten Allegorie halt das erfolgreiche Zurückdrücken der Zahnpasta in die Tube ;-). Aber auch in Teilen nützt das schon, und insofern könnte man dem PPT durchaus eine volkswirtschaftlich sinnvolle Rolle zumessen (ich hoffe dass AL gerade nicht zuhört :-)
Insofern kriegen wir nach Bilanzrezession 1.0 ("USA 1030s") und Bilanzrezession 2.0 ("Japan 1990s") jetzt Bilanzrezession 3.0 mit wieder ganz eigenständigen Charakteristiken im gleichen Grundkonzept.
Extrem spannend! ;-)
Nein, die wieder volle Zahnpastatube wird es nicht geben.
Und "Japan 1990s" ist ja nur relativ (zu "USA 1930s") ein Erfolgsszenario.
Aber für einen Fundamentalisten wie mich ist es halt äusserst wichtig, in Form von wenigstens schemenhaften Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen sozusagen ein Framework-Grundszenario zu haben, das ich als geistige Leitplanke zur Interpretation des kurz-, mittel- und langfristigen Geschehens verwenden kann.
Sonst könnte ich schlicht nicht spekulieren, oder mir bliebe nur das HS-Vodoo von den armen Schweinen da unten ("arme Schweine", weil die in diesen Zeiten ja wirklich nicht wissen können, was sie tun sollen, und das irgendwie auch wissen... :-).
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