@fok "Dort werden seit Jahr und Tag Beweise dafür zusammengetragen, weshalb das System nicht mehr funktionieren kann. Dass es dies augenscheinlich dennocht tut, stiftet dann notwendig Anlass für Verschwörungstheorien"
Unter "Beweisen" versteht man i.A. "unwiderlegbare Tatsachen". Nun, die Tatsache, dass das Wirtschaftssystem weiter funktioniert und das nicht gerade schlecht (Wo sind die Suppenküchen?), beweist ja schon mal das Gegenteil der Grundthese des BT-Threads durch offenscichtliche Widerlegung. Die Wirtschaft ist auf Erholungskurs, lediglich die Verschuldung ist exorbitant hoch. Jedoch scheint "Wachstum durch Verschuldung" zu funktionieren, zumindest ist der Herzinfakt des Systems komplett ausgeblieben.
Verschwörungstheorien kommen immer dann auf, wenn die Protagonisten (aus Unfähigkeit die wahren Zusammenhänge zu begreifen?) keine in ihren Augen andere logische Erklärung mehr haben. Grundsätzlich ist es jedem Börsianer unbenommen, Dinge wie auch immer zu erklären. Das kann das PPT sein, aber auch Aliens oder Zauberkraft oder die Mondphasen. Hauptsache es funktioniert.
Und da sind wir beim Knackpunkt: Da es keinen Beweis (im Sinne von Unterlagen, Zeugenaussagen, etc.) für ein Verschwörung gibt, sondern nur Symptome, anhand derer einige Leute das vermuten, muss sich die Verschwörungstheorie an der Realität messen lassen. Warten wir es also ab, wie weit der Kurse im nächsten Jahr hochlaufen. Ab einem gewissen Level funktioniert die Theorie nicht mehr, bzw. müsste insofern revidiert werden, als dass den "Verschwörern" ihre "Verschwörung" augenscheinlich gelang. (Wobei sich die Frage stellt, was daran denn eigentlich schlecht ist, schließlich profitieren wir alle im RL davon.) Für den Trader ist es jedenfalls vollkommen irrelevant, warum die Kurse steigen.
Und noch ein letztes zum Nachdenken: Eine Verschwörungstheorie hat den Vorteil, dass man einerseits behaupten kann im Prinzip recht zu haben, andererseits aber von "bösen Mächten" verursacht, nicht recht zu bekommen. Also eine recht billige und einfache Möglichkeit, die Lücke zwischen eigenem Denken und Realität zu schließen, ohne dabei sein Denken der Realität anpassen zu müssen - was stets Schmerzen verursacht. Aber Verdrängung funktioniert auf Dauer nun mal nicht...
Denn was neu ist wird alt und was gestern noch galt, stimmt schon heut‘ oder morgen nicht mehr.