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Meldung des Tages: Gold im Fokus: Warum diese milliardenschwere Goldaktie vom aktuellen Goldumfeld profitieren könnte
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Der USA Bären-Thread


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skunk.works:

;-)

5
21.09.08 16:00

WASHINGTON  - U.S. Treasury Secretary Henry Paulson said on Sunday that foreign banks will be able to unload bad financial assets under a $700 billion U.S. proposal aimed at restoring order during a devastating financial crisis.

 

"Yes, and they should. Because ... if a financial institution has business operations in the United States, hires people in the United States, if they are clogged with illiquid assets, they have the same impact on the American people as any other institution," Paulson said on ABC television's "This Week with George Stephanopolous."

 

Paulson was appearing on the Sunday television talk show circuit to fill in some of the details of the U.S. government plan for a sweeping bailout to mop up hundreds of billions of dollars in toxic mortgage debt.

 

The moves capped a week in which financial markets faced their most serious confluence of crises since the Great Depression in the 1930s and threatened national economies and the worldwide banking system. (Reporting by Mark Felsenthal)

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metropolis:

Na dann..

2
21.09.08 16:04
...gibt es ja keinen Grund mehr, die DB zu shorten. Wo es ja jetzt eh verboten ist ;-)
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NavigatorC:

Müllhalde goes global

3
21.09.08 16:14
Leserin Hellas postete im Kommentar zum Vorbeitrag einen kurzen Hinweis, wonach die USA die internationalen Regierungen aufgefordert hätten, es ihnen gleich zu tun und mit nationalen Programmen ihre eigenen Banken von ihren Sorgen zu erlösen. Kann sein, dass das so kommt. Aber als ich mir die verlinkte Botschaft der Amis so durchlas, macht es auf einmal “Pinnnng!” in meinem Kopf:”Hatte ich nicht erst vor kurzem was zu einer Organisation gelesen, die dafür sterben würde, den internationalen Müllmann spielen zu dürfen?”. Na klar hatte ich: im kürzlich hier vorgestelleten “When Markets collide“, von Mohamed El-Erian! Der hat sich darin sehr intensiv mit der Frage beschäftigt, was mit dieser einen besonderen US Auslandsagency passieren soll, jetzt, wo sie keiner mehr so richtig braucht. Die Antwort liegt auf der Hand: sie wird zur planetaren Steigerung des US Steuerzahlers ..
aus:
www.weissgarnix.de/?p=510
die finanzierung ist doch überhaupt kein problem, die ganzen staatsfonds müssen doch nur ausgeräubert werden.

navigatorc
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Platschquatsc.:

Mal ein Vergleich 2001 vs. 2008

9
21.09.08 16:46
Wenn ich die Überschrift von dem Artikel in Posting 28747 " Sechs Tage, die den Kapitalismus verändert haben "
mal Vergleiche mit 2001 als ähnliche Schlagzeilen (z.B."Tage die die Welt verändert haben" usw.) die Runde machten und wie es anschließend weiter ging.
Das "Sonderereignis" als solches hat/hatte eigentlich kaum noch Einfluß auf die Kurse und wurde relartiv schnell wieder neutralisiert.
2001 nach Wiedereröffnung der Börse gings eine Woche runter(ca.-10%) und am Ende der nächsten Woche war der Kursverlust (ca.+10%)schon wieder aufgeholt und aktuell gabs das Reversal halt schon etwas schneller.
Da das Reversal etwas schneller ging und auch der gesamte Bärenmarkt seit Top etwas zügiger verläuft könnte man unterstellen das auch die aktuelle  Erholung etwas weniger Zeit in Anspruch nimmt als 2001.
Das Ganze kann natürlich auch anders ablaufen bzw. wird mit Sicherheit als 1 zu 1 Schablonenvergleich so nicht funktionieren wie ja schon ein Vergleich der Abwärtswellen(roter Pfeil)  zeigt aber als Orientierungshilfe vielleicht ganz nützlich.
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Der USA Bären-Thread 187784
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Anti Lemming:

Der 700 Mrd.-Bailout SCHEINT eine finale Lösung

17
21.09.08 17:03
der US-Bankenkrise, weil die Summe so ungeheuer groß ist. Paulson suggeriert (u. a. den Demokraten, die ja noch abnicken müssen): Wir dürfen nicht kleckern, sondern müssen klotzen. Wir brauchen eine umfassende Lösung, um ein für alle mal reinen Tisch zu machen und uns von diesem Fluch zu befreien. Damit unser Land wieder frei wird und unsere Kinder eine Zukunft haben!

***Ergriffenes Schweigen im Kongress. Tränenwischen mit Tempotaschentüchern.***



Wie geht das Rührstück weiter?

Wenn man Eines gelernt hat aus dieser Finanzkrise, dann ist es, dass Alles immer viel größer, teurer, schlimmer wird "als erwartet".

Das hat schon fast Methode. Bei der IKB war ja auch erst erst von 1 Milliarde Verlust die Rede, dann von 2, dann von 4, 8, 16, 32, 64... (geometrische Reihe). Genauso lief es bei Citi, Bear Stearn, Lehman, Fannie, Freddie, Washington Mutual, AIG, Countrywide, Indymac, UBS, Northern Rock....

Denn ohne die "Verkleinerungslüge" hätte die IKB den ersten Bailout gar nicht erst bekommen. Hätte sie gleich die vollen 50 Mrd. zugegeben, hätte der Staat dankend abgewunken. So aber folgten der ersten Milliarde zwei weitere (nun aber "finale"), dann noch mal fünf (jetzt aber wirklich "finale") - und wenn erst mal 8 Milliarden gezahlt sind, dann fallen die letzten 42 Milliarden auch nicht mehr so schwer (sonst würde der Staat ja die ersten 8 Mrd. verlieren...)

Ganz so schlimm wird es beim US-Staats-Bailout vermutlich nicht kommen. Doch wenn die 700 Miliarden erstmal bewilligt sind, geht die Lawine mMn erst richtig ab. Dann werden viele Banken ihren Schund im Eiltempo in dieses Staats-Klo abladen - je mehr und je früher, desto besser (die Letzten beißen die Hunde).

Und danach werden sie sich auch trauen, diejenigen Leichen aus dem Keller zu holen, die sie bislang aus Angst, sonst sofort Pleite zu gehen, versteckt hatten.

Mich würde daher nicht wundern, wenn schon bald nach der Wahl ein "Nachtragshaushalt" für den Bailout fällig wird - mit weiteren 500 Milliarden - nun aber "ganz bestimmt endgültig".

Das große Problem bei Staats-Bailouts ist,  dass es im Prinzip keine natürliche Obergrenze gibt, wo ein Schlussstrich gezogen werden muss. Rentabilitätsaspekte fallen ja unter den Tisch. Die Zeche zahlen, über den absackenden Dollar, die US-Gläubiger. USA woll(t)en diese Schulden ohnehin "für lau" loswerden. Mit der Housing-Krise haben sie nun einen wunderschönen "Sachzwang" geschaffen, der sie legitimiert, "in der Stunde der Not" - aus der wohl in Wahrheit ein volles Jahrzehnt wird - ohne Ende Dollars und Staatsanleihen zu drucken.

Dann kommt tatsächlich Klarheit in die Bilanzen. Dem Staat wird klar, dass "die bisherigen Rettungsmaßnahmen wider Erwarten leider nicht ausreichten."

Die Einzigen, die diesem Treiben einen Riegel vorschieben könnten, wären Araber und Chinesen/Japaner/Asiaten. Sie könnten drohen, bei weiteren Pseudo-Bailouts den Kauf neuer US-Staatsanleihen einzustellen. Bei einem Stopp käme die  Verschuldungsmaschinerie ("Asien-ATM") zum Stillstand, und die US-Wirtschaft würde vollends kollabieren.

Mit anderen Worten: Die "Ausländer" haben mehr Macht, als es USA lieb ist.

Die Amis mögen zwar die stärkste Militärmacht sein. Wirtschaftlich hingegen sind sie längst Spielball ihrer Gläubiger . Könnte daher gut sein, dass diese ihre Machtposition bald stärker nutzen werden als bislang.

Wäre sogar fast zu wünschen. Es ist entsetzlich, wie USA zurzeit "am Ami-Wesen die Welt verwesen" lässt.
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Anti Lemming:

Metro - # 28715

10
21.09.08 17:32
"Der Vergleich zu den 20er Jahren hinkt schon aus dem Grunde, weil die Weltwirtschaft heuer noch relativ gut läuft und vorher kein Krieg stattfand der die Produktionskapazitäten weltweit fast vollständig zerstörte/band. "

Der Erste Weltkrieg fand im Wesentlichen in deutsch-französischen Schützengräben statt. In USA fiel nicht eine einzige Bombe (kam erst im 2. WK mit Pearl Harbor). Von einer "weltweiten Zerstörung...der Produktionskapazitäten" kann daher keine Rede sein. In USA schon gar nicht, aber auch in Europa war der 1. WK noch ein "alt-ehrenhafter Soldatenkrieg" im Felde. Zivilbevölkerung und Infrastruktur blieben weigehend (bis auf ein paar Brücken) verschont.

Industrielle Infrastruktur hat erstmals im 2. WK die britische Royal Air Force aus der Luft zerstört. Das ehemalige "Ehrenkonzept" wich von da ab immer stärker dem, die Zivilbevölkerung durch absichtliche "Kollateralschäden" zu demoralisieren. Deshalb hinterließ der 2. WK die deutschen Städte teils als Mondlandschaften. Inbesondere die Phosphorbomben auf Dresden waren verheerend (siehe den Roman "Slaughterhouse five" von Kurt Vonnegut). Meine Mutter war damals in Dresden. Sie arbeitete als Sekretärin für ein hohes Tier, das rechtzeitig vor der Bombardierung gewarnt wurde. Meine Mutter konnte rechtzeitig aus Dresden fliehen. Sonst könnte ich hier heute keine Zeile posten, weil ich gar nicht erst geboren worden wäre...

Im übrigen waren die Zerstörungen im 2. WK die Voraussetzung für das Wirtschaftwunder der 1950er-Jahre. Wenn nicht alles zerbombt worden wäre, hätte nicht alles neu gekauft werden müssen - eine Bonanza für die Industrie.

Dagegen haben wir zurzeit in der westlichen Welt weitgehend Marktsättigung. Es gab zuwenig Kriege in letzter Zeit, um daraus ein Wirtschaftswunder zu basteln.
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wawidu:

Was soll/kann/wird die "Hauruck-Aktion" ändern?

9
21.09.08 17:39
"Das US-Finanzministerium hat die Ausgabe neuer Staatsanleihen beschlossen, um den erhöhten Finanzbedarf der US-Notenbank (FED) zu decken. Anleihen mit kurzer Laufzeit in einem Gesamtvolumen von 40 Milliarden Dollar wurden heute platziert! Das kommt den Druckerpressen schon recht nahe!

Der Anteil der US-Treasury (US-Staatsanleihen) an den Total Assets in der Bilanz der FED ist nach den letzten verfügbaren Daten auf nur noch 479 Mrd. Dollar bzw. 48% gefallen! Vor Ausbruch der Kreditkrise Ende Mai 2007 betrug der Anteil 92%! Die anderen Assets sind vor allem Toxic Waste-Papiere (Gift-Müll) unter anderem aus den TSLF Auktionen, bei denen die FED faule Kreditverbriefungen der Banken in liquide Staatsanleihen der FED tauscht.

Nun braucht die FED selber dringend Liquidität, es wurde wohl noch nie so deutlich geklingelt!"

(Steffen Bogs/wirtschaftquerschuss.blogspot.com/17.09.08)

"Um noch mal die Dimension der Kreditpyramide zu verdeutlichen, laut den offiziellen Daten der US-Notenbank (FED) von gestern (Flow of Funds Accounts) zum 2. Quartal 2008 beträgt die Gesamtverschuldung von Staat, privaten Haushalten, Unternehmen inkl. Finanzsektor in den USA gewaltige 51,019 Billionen Dollar, ein fulminanter Anstieg in 6 Monaten um 1,259 Billionen Dollar! Seit dem Jahr 2000 hat sich die Gesamtverschuldung mit damals 27,319 Billionen Dollar bis heute fast verdoppelt!! Gemäß den Daten der FED ist von 2000 bis Q2 2008 die Verschuldung um 5,28 Dollar gestiegen um 1 Dollar Wachstum zu generieren!

Ein angesichts dieser Daten wohl unstrittig unhaltbares US-Wirtschaftsmodell!"

(Bogs/19.09.08)

Eigene Ergänzung: Consumer Credit Total 1994 - 800 Mrd. / Q2/08 - 2600 Mrd.

"In GOD we trust" - Alles wird gut!

Das Dumme ist nur: Gott hat erkannt, dass diese Nation nicht mehr ihn sondern den Götzen Mammon anbetet - und darüber soll er laut meinem himmlischen Gewährsmann "not amused" sein.
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Der USA Bären-Thread 187787
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wawidu:

Triple Witch Day (1)

5
21.09.08 18:46
Schauen wir uns den letzten Handelstag mal unter der Perspektive der Spyders an: ein enormes durch die SPX-Futures ausgelöstes Gap und dann eine schwarze Kerze, hinter der hohes Volumen steht. In einem Folgeposting werde ich das "Innenleben" dieser Kerze zeigen.
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Der USA Bären-Thread 187793
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pfeifenlümmel:

Jetzt schon eine Bankrotterklärung

15
21.09.08 18:47
ist das Leerverkaufsverbot. Hier werden Ursache und Folge vertauscht! Die Ursache der Niedrigkurse ist das verlorene Vertrauen, die Banken trauen sich untereinander sogar am wenigsten. Würde man einen Erfolg in dem Rettungspaket sehen, brauchte man Leerverkäufer nicht zu fürchten, ganz im Gegenteil. Der Markt würde sich selbst regulieren, es würden auf Kredit ( Zinssatz ist günstig ) Bankaktien in Massen gekauft und die Leerverkäufer würden sich blutige Nasen holen.

Was machen nun die großen Versicherer? Sie haben einen beträchtlichen Anteil in Bankaktien angelegt und wollen diese Pakete auch normalerweise behalten. In der Vergangenheit wurden sie den Leerverläufern auf Termin ausgeliehen. Nun ist das vorbei, also verkaufen, um den jetzigen Kursanstieg mitzunehmen. Verkaufen ist ja bis jetzt noch nicht verboten.

Offensichtlich ist vielen die Bedeutung von Leerverkäufen unbekannt; ein Farmer kann zur Absicherung seine Maisernte leerverkaufen, ohne dass überhaupt ein Halm in die Höhe ragt. Er weiß nicht, wie hoch seine Ernte sein wird und ob nicht möglicherweise ein Hurrican seine Maiskolben in den Himmel saugen wird. In jedem Fall muss er zum Termin den Mais liefern und eventuell teuer einkaufen. Nakedshortselling gibts an den Futuremärkten also sowieso, das Geschrei im Moment geht einem auf den S...
Antworten
wawidu:

Triple Witch Day (2)

14
21.09.08 18:52
Der 10-Minuten-Chart der Spyders lässt schön erkennen, dass nach dem Gap zu Handelsbeginn keine Anschlusskäufe aufkamen, sondern dass im Gegenteil im Handelsverlauf netto Material abgestoßen wurde. Die Entwicklung bei den QQQQs ist ähnlich gelaufen.
(Verkleinert auf 90%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 187794
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relaxed:

#28756 Schwieriges Thema,

5
21.09.08 19:27
historisch folgten Phasen starken wirtschaftlichen Wachstums auf Phasen signifikanter Bevölkerungsrückgänge und im Einklang mit dem darauf folgenden Wiederanstieg der Bevölkerungszahl.

Die Voraussetzung für das deutsche Wirtschaftswunder nach dem 2. Weltkrieg waren die zerstörten Imdustrieanlagen und die amerikanischen Marshall-Plan Dollars, mit welcher diese neu wieder aufgebaut wurden.
Ohne Dollars wäre das lange nichts geworden.

Das sollte man in der jetzigen Situation, die leicht anti-amerikanisch interpretiert wird, nicht vergessen.
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metropolis:

Eine Aktie die gesund ist...

9
21.09.08 19:45
...kann man nicht totshorten, Pennystocks mal ausgenommen. Folge des Verbots wird eine erhöhte Volatilität sein, weil das Schmiermittel der Leerverkäufe fehlte. Verkaufen kann man nur noch physisch, was meist der letzte Ausweg für den Halter einer Aktie ist. Wenn alle solange warten bis der Niedergang einer Firma klar wird, dann crasht die Aktie übelst.

Fazit: Das Ergebnis (der Kursboden) wird dasselbe sein. Es wird nur volatiler werden.

Wir Bären können sehr gut von dem Verbot profitieren, wenn wir diese erhöhte Vola nun einplanen. D.h. demnächst: Shorts sehr billig einsammeln und im Tief knallhart long gehen! Besser kann es doch nicht kommen....

Mal sehen was sich die Politiker im nächsten Tief einfallen lassen werden, wenn klar ist, dass das Shortverbot wirkungslos war. Vermutlich wird dann auch der physische Verkauf verboten, so abwegig ist das nicht (gab's bei Gold schon einmal) ;-)

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wawidu:

Es musste etwas passieren

9
21.09.08 19:48
Beim Anblick des Tagescharts der 3-month discount rate wird einem sofort klar, dass die Administration und die Fed JETZT handeln MUSSTEN.
(Verkleinert auf 90%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 187799
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Ballack:

SZ: Auch D soll seine Banken retten

6
21.09.08 19:52

Der USA Bären-Thread 4741424

ý

Auch Deutschland soll seine Banken retten

Die US-Regierung drängt die führenden Industriestaaten "aggressiv" dazu, wegen der Finanzkrise geschwächte Banken ebenfalls mit milliardenschweren Rettungsmaßnahmen aufzufangen. Von Daniela Kuhr, Nico Fried und Ulrich Schäfer mehr ...

Quelle: http://www.sueddeutsche.de/finanzen/137/311061/text/ 

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Anti Lemming:

relaxed - umgleiche Voraussetzungen

17
21.09.08 20:11
Der Marshall-Plan brachte nach 1945 reichlich Geld in die drei Westzonen, um die Industrie wieder aufzubauen. Damit sollte ein Exempel statuiert werden, dass der Kapitalismus (in Westdeutschland und anderswo) leistungsfähiger ist als der Kommunismus (im Osten und anderswo). Der Kalte Krieg war bereits im vollen Gange. Die Amis hatten Sorge, dass auch der Westen kommunistisch werden könnte. Da US-Territorium bis auf die Pearl-Harbor-Attacke verschont geblieben war und "der Dollar rollte", hatten sie gute Voraussetzungen, spendabel zu sein.

Im Osten sah es gänzlich anders aus. Die Russen hatten im  Krieg schwere Schäden und 50 Mio. Kriegstote zu beklagen hatten (u. a. wegen Massenerschießungen der SS und der Politik "verbrannte Erde"). Das wurde in der Geschichtsschreibung erst relativ spät aufgearbeitet. Zum Vergleich: In den KZs starben 6 Millionen Juden - das heißt auf jeden getöteten Juden kamen acht getötete Russen. Im Feinbild Hitlers verschwammen Juden und Russen ohnehin zum "jüdisch-bolschewistischen Weltfeind."

Da Russland förmlich platt gemacht worden war während der 4-jährigen deutschen Invasion, lag die Industrie dort brach. Es gab auch kein Geld, dass nach Ostdeutschland für den Wiederaufbau geschickt werden konnte. Die Russen waren selber mit ihrem Wiederaufbau beschäftigt - und bauten dazu sogar die verbliebenen Industrieanlagen in Ostdeutschland ab, um sie nach Russland zu bringen.

Insofern ist der Vergleich der Leistungsfähigkeit Ost-West nicht ganz fair. Vor allem waren die Amis nicht aus karitativen Gründen spendabel, sondern ihre "Spenden" waren Mittel im anti-kommunistischen Kampf, der in USA in der McCarthy-Ära ohnehin seltsame Blüten trieb. Selbst Oppenheimer, der Leiter des Manhattan-Projekts, dass die letztlich sieg-entscheidende US-Atombombe baute, wurde als Kommunist verfolgt.

Damit genug der historischen Exkurse.

Aktuell lebt der Kalte Krieg wieder auf. Die Amis versuchen über Vasallenstaaten wie Georgien einen Nato-Ring um Russland zu ziehen, in dem sie Mittelstreckenraketen aufstellen wollen. Die Russen setzen sich dagegen auch militärisch zur Wehr - in Georgien marschierten sie tunlichst ein, bevor dessen Natomitgliedschaft wirksam wurde.

Es geht den Amis auch darum, einen Keil zwischen Europa und Russland/Asien zu treiben. Hintergrund ist die ungeheure - und recht alte - Angst, dass Asien mit seinen Öl/Gas/Rohstoff-Vorkommen und Europa eine Allianz bilden könnte, deren Wirtschaftskraft USA in den Schatten stellt. Die US-Politik geht daher zurzeit in die Richtung, die alten Feindbilder wieder aufzubauen ("teile und herrsche").

Die Russen zahlen es den Amis teils in einem Wirtschaftskrieg heim. Sie pumpten recht emsig an der Ölblase und sprachen ständig von Öl-Peak, um den Preis hochzutreiben. Außerdem lieferten sie Atomanlagen in den Iran. Die Preistreiberei geschah zum einen, weil Rohstoff-Exporte 70 % ihrer Einkommen ausmachen (je teurer, desto besser), zum anderen, um damit den Dollar (und damit USA politisch) zu schwächen.

Die jüngsten Interventionen am Devisenmarkt zur Stützung des Dollars waren daher auch politisch motiviert. Es ging darum, den Russen durch Anstechen der Rohstoff-Blase, die vom schwachen Dollar genährt wurde, den Wind aus den Segeln zu nehmen. Das hat dann ja auch prima geklappt. Die russische Wirtschaft steht vor dem Kollaps und die Börsen sind im freien Fall, nicht zuletzt wegen der rückläufigen Öl- und Energiepreise. Das destablisiert auch den Putin-Clan.



Finanzkrise
Gewinnwarnung für den Kreml
von Max Borowski und Eva Weikert (Berlin)

Moskau ist fest entschlossen, die russische Wirtschaft vor dem Kollaps zu retten. Scheitern Präsident Medwedew und sein Regierungschef Putin bei der Bewältigung der Finanzkrise, wackelt ihre Machtbasis.

www.ftd.de/boersen_maerkte/aktien/...FCr-den-Kreml/415973.html
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metropolis:

Noch ein Vorteil des Verbots

5
21.09.08 20:17
...ist die Tatsache, dass es keine Shortsqueezes bei Banken mehr geben wird. Ohne Shorts keine Squeeze. Für Bären wird damit der Markt kalkulierbarer, da eine Aktie nur noch nach unten crashen kann, nicht mehr nach oben. Die Vola nach unten nimmt zu (allerdings erst im "letzen" Moment wenn alle verkaufen wollen), die nach oben ab. Sehr gute Entwicklung, dies....
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metropolis:

Münchener Rück nutzt die Krise

5
21.09.08 20:48
um sich über eine saftige Prämienerhöhung gesundzustoßen. Ist halt von Vorteil, wenn der größte Konkurrent schwächelt:

www.ftd.de/unternehmen/versicherungen/...September/416434.html

Na, dann steht ja dem Kursfeuerwerk bei den Münchenern morgen nichts entgegen...
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pfeifenlümmel:

Die 700 Milliarden

6
21.09.08 20:49
werden nicht reichen, A und O sind die Hauspreise in den USA. Die Hütten wurden aber tatsächlich nicht als Wohnraum benötigt; der Hauskauf war eine Möglichkeit, sich einen neuen Geländewagen leisten zu können und andere nette Konsumgüter. Wer soll die Hütten also kaufen, wenn sie nicht wirklich zum Wohnen gebraucht werden? Etwa als Kapitalanlage leer stehen lassen oder an zwielichtige Gestalten vermieten, hinter denen man mit der Miete herlaufen muss und die das Haus nach kurzer Zeit " unbewohnbar" machen?
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wawidu:

Aus Hanks Bergpredigt

7
21.09.08 20:56
für die Global Association of Cows (GAOC): Kommet - äh - her zu mir alle - o yeah -, die ihr pralle Taschen - äh, nun ja - Euter habt! Ich will euch melken oder so. So spricht der Herr - oder ist es Georgie?: Tuet Gutes denen, die euch Gutes getan haben. Nun also, kommt und spendet - äh - reichlich - yeah!
(freie Übersetzung von wawidu)

Einer der wichtigsten Indikatoren - auch für die weitere Entwicklung der Aktienmärkte - dürfte in den nächsten Tagen dieser ETF sein:
(Verkleinert auf 90%) vergrößern
Der USA Bären-Thread 187815
Antworten
wawidu:

Herr Lehmann, Herr Goldmann, Herr Sachs

4
21.09.08 21:13
Interessanter "Hintergrundartikel":

www.sueddeutsche.de/finanzen/39/310965/text/
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rolm:

Frage zu Leerverkaufs-Verbot

 
21.09.08 21:27
in USA und Deutschland.

Muss man in der Vergangenheit leerverkaufte Aktien eindecken oder ist nur das Leerverkaufen in Zukunft verboten?

Wenn die Finanzaktien im Dax nicht mehr leerverkauft werden dürfen, dann dürfte es doch keinen Put Knockout auf den Dax mehr geben. Denn dieser wird ja meines Wissen dadurch von den Banken gehedget, dass die entsprechende Anzahl von Dax-Aktien leerverkauft wird und das geht ja bei einem Teil der Dax-Aktien nicht mehr. Kann das sein?

Herzlichen Dank für euer Antwort.

Viele Grüße,
rolm
Antworten
wawidu:

@pfeifenlümmel - # 28768

2
21.09.08 21:30
tststs! SUVs sind doch keine "Konsumgüter", sondern Statussymbole. -:)
Antworten
Anti Lemming:

Steinbrück und Ariva kämpfen gegen die Finanzkrise

15
21.09.08 21:37

Um Leerverkäufe auch in Deutschland unattraktiver zu machen, hat Bundesfinanzminister Steinbrück mit der Ariva-Geschäftsführung vereinbart, dass - parallel zum Shortselling-Verbot - in Bären-Threads künftig nur noch schwarze Sterne vergeben können. Das Grünstern-Verbot bleibt bis 31.12.2008 um 23:59 in Kraft - es sei denn, der DAX erreicht bereits vorher die amtlich vorgegebene Zielmarke von 9000 Punkten. Bei Überschreiten dieser Marke wird ein neuer himmelblauer Jubel-Stern eingeführt.

Das soll zeigen, dass es nicht nur die Amis bunt treiben.

Antworten
metropolis:

rolm

2
21.09.08 21:59
Das Verbot gilt nur für neue Leerverkäufe, d.h. für die Zertifikate am Markt sollte sich erstmal nichts ändern. Ansonsten ist die Frage offen, allerdings könnte der Emmi auch zB den Dax-Future shorten (ist evtl. bei Mini-Futures der Fall weiß ich aber nicht gnau) und nicht den Dax selbst. Ein solches Zerti müßte legal sein.  
Antworten
metropolis:

Zudem

5
21.09.08 22:03
ist noch die Frage, wie es mit Auslandsbörsen aussieht. Eine Bank könnte z.b. die DB an der LSE shorten und ein entsprechendes Zerti rausgeben. Da es legal ist, US-Banken in Berlin zu shorten müßte es legal sein, dt. Banken in London zu shorten. Solange die Regierungen weltweit nicht zusammenarbeiten ist das Shortverbot damit Banane. Stets dran denken: Gier findet immer einen Weg...
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