Damit ich nicht falsch verstanden werde, nicht "nur" an den Ausgaben sparen. Sicherlich gibt es viele unnötige unproduktive Subventionen die man abbauen kann und sollte.
Am Ende jedoch ist es egal wie viel man subventioniert, solange die Subventionen nicht auf Konten einzelner weniger Leute versiegen.
D.h. letztendlich egal wohin man schaut, der Geldkreislauf funktioniert schlichtweg ineffektiv.
Diese Ineffektivität wird vor allem durch eine zunehmende Zwei-Klassen-Gesellschaft und Vermögensumverteilung unten nach oben noch verstärkt, so dass zwangsläufig der Staat die Ineffektivitäten ausgleichen muss.
Andernfalls würden wir in eine Rezession oder Stagnation laufen.
Dazu auch mal ein Beispiel:
- man gebe 10 Leuten je 1000€ -> es wird ein Monats-BIP von 10000€ erzeugt (wenn man mal Mehrfacheffekte herausrechnet, d.h. jemand die 1000€ (abzügl. der Steuer) bekommt und dann innerhalb des selben Monats verkonsumiert.
- man gebe nun 9 Leuten 500€ und dem 10. 5500€ -> Monats-BIP ist nun deutlich niedriger als 10000€, da die 9 Leute zwar die 500€ ausgeben (müssen) und aber die 10. Person zum Leben eigentlich nur 2500€ braucht und den Rest zur Bank aufs Konto schafft und sein Barvermögen anhäuft, gelegentlich dafür Anleihen und Aktien kauft.
Nun könnte man argumentieren, dass die Börse ja von solchen Anlegern lebt und daraus auch neue Unternehmen entstehen.
Aber...
1. wenn die Welt aus 90% der Leute besteht, die nur 500€ bekommen und 10% deutlich mehr bekommen, wer soll dann den Unternehmen ihre Produkte abkaufen?
Was nützt es einem Unternehmen, wenn es zwar Kapital zur Investition bekommt, doch es Probleme beim Absatz bekommt und diese Investitionen zunehmend keinen Sinn mehr machen?
2. Hat die Wirtschaft einen großen Nutzen davon, wenn Aktienspekulationen betrieben werden, so wie es zunehmend der Fall ist, weil eben die kleinen und mittleren langfristig orientierten Anleger fehlen und nun die Banken freies Spiel bekommen, Fundamentaldaten völlig in den Hintergrund geraten.
Nun könnte man argumentieren, dass Barkapital auf Konten für die Bank notwendig ist um die Wirtschaft und den Konsumenten mit Krediten versorgen zu können.
Aber auch diese Rechnung ist eine nette Milchmädchenrechnung und nur Theorie aber nicht Praxis...
1. Bekommen die 90% der Konsumenten angesichts ihrer geringen Einkünfte und Bonität keine Kredite mehr, weil die Banken Ausfälle fürchten.
Geben sie aber das Geld den 10%, weil sie eben ihr Barkapital behalten und lieber günstige Zinssätze nutzen wollen, dann ist es ein "linke Tasche rein" und "rechte Tasche raus" - Spiel, bringt aber nicht wirklich einen Schub oder höheren BIP und Wachstum.
Geben sie es den Unternehmen, dann passiert das Gleiche wie ich es weiter oben mit Aktienkapital erklärt habe. Was nützen den Unternehmen Kreditgelder, wenn die Umsätze wegen zunehmend zahlungsunfähiger werdenden Bürger der Konsum darunter leidet.
D.h. mit zunehmender Verteilung von unten nach oben fallen die Konsumenten weg und damit dies nicht passiert MUSS der Staat neue Schulden machen, weil das Wirtschaftssystem/Geldsystem dank der Ungleichgewichtung sich selbst nicht mehr auf soliden Beinen halten kann.
Und seien wir doch mal ehrlich, wenn die großen Arbeitgeber an der Macht wären, würden sie getreu nach dem unternehmerischen Motto "möglichst billige Arbeiter" und "möglichst viel Kohle scheffeln!" verfahren.
Sie würden wenn sie könnten den Arbeitern nahezu gar keinen Lohn zahlen und sich selbst alle Einkünfte genehmigen, in der Erwartung dass sie zum Marktführer werden und dann die Einkünfte noch weiter erhöhen können. Naja und auch den Arbeiter will man dann ein paar Euro davon abgeben, aber natürlich nur ein paar Euro.
Wenn jedoch die Masse der Unternehmen nach dem "Marktprinzip" handelt, dann gäbe es nahezu keinen Konsum mehr und das System würde zusammenbrechen.
D.h. würde man der Wirtschaft freien Lauf lassen, so wie es die FDP verlangt, würde das System relativ schnell zusammenbrechen, sich das Kapital wie im Mittelalter zu 95% in Händen des Adels bzw. der heutigen Elite befinden, die dann die Masse der armen Leute beliebig ausbeuten könnten, bis dann vielleicht mal ein Aufstand kommt, der das System kippt.
Es ist meiner Meinung nach völliger Quatsch zu glauben, dass wenn man das Umfeld für die Unternehmen verbessert, dass die Unternehmen dann zum großen Wohltäter werden.
Zwar steigen dann sicherlich die Löhne der Mitarbeiter, doch wie stark denn?
Der Facharbeiter bekommt 3% mehr Lohn, Ingenieure vielleicht 5%, weil man Angst hat sie sonst zu verlieren, Manager und Führungsangestellte 10%, denn ohne die läuft im Unternehmen schließlich gar nichts mehr.
Zur Rechnung:
Facharbeiter hat ein Entgelt von 2000€ + 3% = +60€
Ingenieur hat ein Entgelt von 4000€ + 5% = +200€
der Fürhungsangestellte hat ein Entgelt von 8000€ + 10% = +800€ !!
D.h. selbst wenn alle Mitarbeiter die gleiche prozentuale Erhöhung bekämen, was schon ein enormer Fortschritt wäre, würden wir eine Vermögensverteilung von unten nach oben erleben.
Doch da die prizentuale Verteilung zusätzlich noch ungleich ist, wird dieser Effekt noch extrem verschärft und eine exponentielle Kurve entsteht, die der Staatsverschuldung komischerweise seeehr ähnlich ist, warum wohl nur? ;-)
Dann kommen immer noch die Argumente, dass die Spitzenkräfte im Lande doch auch ihre Millionen so hart erarbeitet haben und es Ihnen doch gegönnt sein soll.
Ich möchte niemanden seine Millionen vergönnen, doch ist es nicht diskriminierend und herablassend so zu argumentieren?
Dies würde ja bedeuten, dass ein Facharbeiter nahezu keine Leistung vollbringt, indem er bei Wind und Wetter unter meist höheren Unfall- und Gesundheitsrisiko vielleicht gar noch mit giftigen Stoffen hantiert, seine Lebenserwartung deutlich geringer ist.
Damit möchte ich die Leistung eines Managers nicht mindern, doch wäre die Leistung des Managers nicht viel wert, wenn er keine Mitarbeiter unter sich hätte, die die ausführende Hand spielen. Und seien wir doch mal ehrlich, die Arbeit eines Managers besteht doch kaum mehr in der Anwendung des komplexen gelernten im Studium, sondern besteht vorwiegend aus Meetings mit den verschiedensten Leuten und mit der Zusammenstellung eines guten Teams darunter. Dabei braucht er keinen IQ von 150, sondern Menschenkenntnis, Feingefühl und muss große Zusammenhänge überschauen können.
Fazit:
Um endlich zum Schluss zu kommen, man sollte endlich mal weg von der falsch geführten Leistungsdebatte kommen, sich mal wirklich die Frage stellen, was für eine Gesellschaft wirklich wichtig ist.
Leistung darf nicht immer nur am Verdienst oder Vermögen gemessen werden, sondern sollte man Leistungen nicht derartig stark differenzieren wie wir es mittlerweile tun.
Wenn ein Manager das 50fache eines Facharbeiters bekommt, hat er dann wirklich 50mal so viel Leistung erbracht wie ein Facharbeiter?
Man stelle sich mal vor, ein Mitarbeiter müsste 50mal so viel arbeiten, welche gigantische Leistung er dann vollbringen würde.
Würde es denn nicht auch genügen, wenn er 5mal bis 10mal so viel bekommen würde?
Wäre der Anreiz dann nicht dennoch groß genug, so dass das Leistungsprinzip auch greifen würde?
Würde es einen Mitarbeiter und Bürger nicht deutlich mehr motivieren sich weiterzubilden, wenn er nicht ständig ausgebeutet werden und ungerecht bezahlt werden würde?
Entsteht dann nicht die Mentalität "Ich geh nur arbeiten um meine Unkosten bezahlen zu können?"
Es ist wie bei einer Kindererziehung, wenn man dem Kind sagt, du bekommst das Fahrrad wenn du eine 1 in Mathematik schreibst?
Das Kind versucht es, doch merkt schnell, dass es die 1 einfach nicht richtig schafft und verzweifelt relativ schnell.
Nun wird dem Kind auch das Spielzeug weggenommen und behauptet, dass das Kind doch selbst für seine Mißere verantwortlich ist, es könnte mit einer 1 in Mathematik allen Luxus haben, wenn es wollte.
Doch das Kind verliert die Lust und bringt eine 4 um gerade so die nächste Stufe zu erreichen und hat keinen Bock mehr, ist völlig demotiviert und gefrustet.
Würde man dem Kind auch schon bei einer 3 oder 2 ein kleines Leckerlie hinlegen und erklären und der Vater dem Kind erklären, dass er sich über eine 1 wirklich sehr freuen würde, dann wird es das Kind motivieren und das Kind entwickelt sein Potenzial, weil es weiß, dass der Vater es gut mit ihm meint und der Vater es dem Kind nicht übel nimmt, wenn es nicht klappt. Er nimmt dem Kind den Druck und stattdessen macht sich das Kind selbst den Druck, weil es eben die 1 für seinen Vater erreichen will.
Aber von menschlichem Verhalten verstehen viele unserer Top-Manager und auch Leute eben nix. Sowas lernt man zwar im heutigen Studium, doch wenn es dann darum geht, dann siegt eben die Machtgier und der Trieb, seine Mitmenschen unterdrücken und ausbeuten zu wollen. Sowas nenne ich "Primitivität" die man selbst mit einem IQ von 150 in sich tragen kann. Intelligent zu sein bedeutet eben nicht auch klug zu handeln.

