Gold & Gesellschaft: Angriff der Sozi-Zombies
Was haben wir die letzten Monate eigentlich von der altehrwürdigen deutschen Arbeiter-Partei, der SPD gehört? Eigentlich nichts. Obwohl das Links-Duo Gabriel und Nahles nun endlich die Macht an herausragender Position wahrnehmen kann, die es immer in internen Kungel-Runden für sich eingefordert hatte.
Man sieht hier aber sehr gut: Wer intern gut und erfolgreich Spielchen treiben kann und seiner ehemaligen Vorstandsspitze den Schneid abkaufen konnte, ist auf dem offenen Schlachtfeld der Politik oft selbst völlig ungeeignet.
Was zeigt denn die Andrea Nahles im Lichte der Öffentlichkeit, welcher man den Populismus ihres alten Parteivorsitzenden Oskar Lafontaine nachgesagt hatte? Gar nichts – ein Komplettausfall. Die Frau ist weder medien- noch öffentlichkeitstauglich.
Auch Gabriel ist nach dem Verlust seines Umweltminister-Amts zu Zeiten der Klima-Hysterie in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit nahe dem absoluten Tiefpunkt gesunken.
Opposition wird derzeit eigentlich nur innerhalb der schwarz-gelben Koalition gesichtet. Die SPD ist zu einer Klientel-Partei des sozial-politisch industriellen Komplexes verkommen, so wie die anderen drei linken Parteien im Bundestag nebst den Gewerkschaften. Nichts mehr mit Arbeiter-Vertretern oder Speerspitze der arbeitenden Bevölkerung – Händchen halten für die Staatsabhängigen heißt das neue politische Manifest.
Nach der Sponsoring-Affäre in Nordrhein-Westfalen scheint nun wieder etwas Leben in der SPD aufzuflackern. Der SPIEGEL schreibt: Gabriel treibt die Genossen zur Jagd auf Rüttgers. Dabei hat sich die SPD gerade einen Gegner aus fremden Reihen ausgesucht, der vor Jahren mit seinen Parolen als großer Arbeiter-Vertreter bei den Sozialdemokraten hätte Karriere machen können. Das ist der Preis, wenn es nur noch einen monotonen linken Moloch in unserer Parteienlandschaft gibt.
Gabriel wittert Morgenluft, wenn er das Sponsoring mit Politikern öffentlichkeitswirksam kritisiert. Dabei bemerkt selbst der als nicht SPD-kritisch angesehene SPIEGEL: Doch Gabriel bewegt sich auf vermintem Gelände. Denn auch die SPD ist bei dieser Art der Parteien-Finanzierung nicht mehr jungfräulich: Am Donnerstag wurde bekannt, dass die bremisch-niedersächsische Bundestagslandesgruppe der SPD mit Parteichef Gabriel um Sponsoren geworben hat, schreibt der SPIEGEL.
Es mag sein, dass die SPD bis zur Landtagswahl aus dieser Affäre Nutzen ziehen kann. Eine personelle Alternative stellt diese Partei inzwischen nicht mehr dar. Wer ernsthaft seine intellektuellen Vordenker wie Wolfgang Clement ausschließt, und den jetzt unter Beschuss der Partei-Provinz stehenden Thilo Sarrazin aus der Partei entfernen will zeigt, dass er nur noch eine Organisation der Reformunwilligen und Scheintoten anstrebt.
Mit Gabriel und Nahles hat man die entsprechenden Vertreter dieser Zombie-Gattung auf das deutsche Volk losgelassen. Außer ein bisschen Schrecken werden die wohl aber nichts zustande bringen.
Die Chancen stehen gut, dass die eigentlichen Richtungs-Kämpfe weiterhin zwischen Merkel und Westerwelle, zwischen der linken, östlichen und protestantischen gegen die konservative, westliche und katholische Union ausgetragen werden. Und dort nimmt wohl keiner diese Halbtoten noch wahr.
Vielleicht findet die SPD doch noch eine neue Spitze – derzeit sieht es aber nach einem fortschreitenden Zerfall aus.
Aktuelle Entwicklung an den Gold-Märkten
Wir nähern uns dem monatlichen Ritual, das am ersten Freitag des neuen Monats immer die Märkte überschattet: Die Arbeitslosenzahlen des BLS für den abgelaufenen Monat. Kenner meiner Berichte wissen, dass die Verkündung stets mit einer kräftigen Goldpreis-Drückung begleitet wird. Nur am Ende des letzten Jahres, wo Gold fast unaufhaltsam zur Marke von $1.200 strebte, haben wir Ausnahmen gesehen.
Insoweit sollte am morgigen Tag keiner überrascht sein, wenn plötzlich aus heiterem Himmel wieder einmal der Goldpreis fallen sollte.
Einen kleinen Vorgeschmack auf morgen konnten wir schon heute erleben: Gold fiel zum Nachmittag im Preis, obwohl Platin stabil blieb und Palladium weiter kräftig ansteigen konnte. Das deutet auf eine gezielte Drückung von Gold hin und nicht auf eine währungs- oder liquiditätsgetriebene Breitband-Drückung aller Asset-Klassen.
Natürlich hat dabei der zum Nachmittag wieder stark ansteigende US-Dollar beigeholfen. Das sieht man an den Euro-Preisen zu den beiden Londoner Marken: EUR 831,02 ($1.136,25) zum A.M. Fix und EUR 831,75 ($1.134,50) zum Londoner P.M. Fix, die vor dem Dollar-Anstieg ihr gestriges Niveau in etwa gehalten haben.
Nach dem P.M. Fix setzte dann die erwartete Drückung um acht Dollar auf bis zu $1.127 ein. Aber auch hier hielt sich der Euro-Preis, bis auf einen kurzzeitigen Einbruch.
Zum Schluss des COMEX-Handels stand Gold dann mit $1.132,50 um $11 niedriger als gestern zur gleichen Zeit. Dafür ist der US-Dollar Index (USDX) um 0,7 Punkte auf 80,6 gestiegen. Der gestrigen Euphorie für die Sparpläne der Griechen ist wohl heute wieder Nüchternheit gefolgt. Die 10-jährige Staatanleihe wurde nach einem Bericht des Handelsblatts zwar nicht für 6 Prozent platziert – aber auch nicht für 7 Prozent, wie es einige Investoren sich gewünscht hatten. Die über 5 Milliarden Euro lautende Anleihe war mit EUR 16 Milliarden angeblich mehrfach überzeichnet. Als Realrendite wurde ein Wert von 6,37 Prozent genannt.
Die 10-jährigen US-Treasury Notes verharrten weiterhin unverändert bei einer Real-Rendite von 3,6 Prozent.
In eigener Sache
Ich bin am Freitag und Samstag auf der Anlegermesse im Frankfurter Marriott-Hotel. Besucher dieser Messe können mich am Stand von bullionaer – Dr.Neugebauer in der Zeit von 10:00 bis 18:00 Uhr finden. Am Samstagvormittag um 10:00 Uhr halte ich auf der Messe einen halbstündigen Vortrag unter dem Titel Gold & Gesellschaft – Ende des Sozialstaates und der Kreditgesellschaft. Wenn Sie Zeit und Interesse haben, schauen Sie einfach einmal vorbei.
Aus diesem Grunde werde ich voraussichtlich den Tagesbericht für den Freitag erst am Sonntag erstellen und veröffentlichen können. Ich bitte um Ihr Verständnis
www.bullionaer.de/shop/showZiemann.php/action/latest

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