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Der USA Bären-Thread


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Sarahspatz:

Etwas Springer-Lektüre

9
22.06.08 16:25
zum Sonntag

Der neue Buffett greift ins fallende Messer



Milliardär Eddie Lampert wettet auf den kaputten US-Immobiliensektor. Clevere Aktion oder Verzweiflungstat eines vermeintlichen Superinvestors?

von Martin Blümel (Euro am Sonntag)

Er ist für viele der neue Warren Buffett: Edward Lampert, genannt Ed, Eddie oder Fast Eddie. Der Hedgefondsmanager sorgt seit Jahren für spektakuläre Deals und Gewinne. Wie Buffett macht er sich als Aufkäufer langweiliger, in ihrer Substanz aber potenziell wertvoller und unterbewerteter Unternehmen einen Namen. 2005 etwa fusionierte er mit seinem Hedgefonds, der ESL Investments, US-Einzelhändler Sears Roebuck und Kmart und machte sich selbst zum Vorstandschef.

Jedoch: Lamperts Ansehen sank im vergangenen Jahr gewaltig. Sein neu geschaffenes Konglomerat Sears Holding ist inzwischen zwei Drittel weniger wert als noch Anfang 2007. Das Geschäft läuft schlecht, von erhofften Fusionssynergien ist nichts zu spüren. Und jetzt scheint er nach Meinung vieler ins fallende Messer zugreifen: Lampert setzt auf eine Erholung des mehr als nur angeschlagenen amerikanischen Immobiliensektors. Er kauft sich bei Wohnungsbaugesellschaften ein sowie bei Hypothekenbanken und bei einer Heimwerkerkette. Centex Home, KB Home, CIT Group und PHH Corp lauten die hierzulande wenig vertrauten Namen. Dazu kommt das bekanntere Unternehmen Home Depot, die USVariante von Obi und Praktiker.

Der vermeintliche Buffett-Nachfolger wird für diese Investments belächelt: "Irgendwie glaube ich nicht, das Buffett auch nur eines dieser Unternehmen kaufen würde", stichelt etwa Barry Ritholtz, Amerikas beliebtester Finanzblogger und Analyst beim Research-Haus Fusion IQ. In Internetforen wird Lampert sogar als Clown verspottet und sein Hedgefonds ESL als potenzieller Pleitekandidat bezeichnet.

Aber was, wenn Fast Eddie allen eine lange Nase zeigt? Sieht man einmal vom Sears-Debakel ab, kann er eine makellose Bilanz vorweisen: 1988 gründete er als gerade einmal 26-Jähriger seinen Hedgefonds ESL, der außer im Verlustjahr 2007 (minus 27 Prozent) im Schnitt 30 Prozent Gewinn pro Jahr brachte. Gelernt hat er sein Handwerk bei Goldman Sachs, im Bereich Risiko-Arbitrage, damals die Kaderschmiede für Hedgefondsmanager schlechthin. Lampert wurde damit Multimlflardär. Was er auch gerne zeigt: In Greenwich, rund 45 Kilometer von Manhattan entfernt, ist Fast Eddie zu Hause, in einer Villa auf einem 23 500 Quadratmeter großen Grundstück, das er sich 21 Millionen Dollar kosten ließ.

Lamperts neue Wetten hängen letztlich davon ab, wie weit und wie lange der Verfall der Immobilienpreise in den USA noch anhält. Ein stark beachteter Indikator hierfür ist der Case-Shiller-Index der Bewertungsagentur Standard & Poor's. Der sieht verheerend aus: 14 Prozent verlor der Index im ersten Quartal des Jahres gegenüber den ersten drei Monaten 2007 - der schlimmste Sturz in der 20-jährigen Geschichte des Index (siehe Grafik). "Der Preisverfall gerade bei Wohnimmobilien geht weiter", kommentiert IndexChef David Blitz. 'Es gibt kaum einen Silberstreifen am Horizont."

Aber wo ist dann der Boden? Geht man nach den Futures-Kontrakten, die an den Case-Shiller-Index gebunden sind und die Markterwartungen widerspiegeln, dann wird es weitere 20 Prozent nach unten gehen. Das Problem an der Krise ist der immer größer werdende Bestand an leeren und nicht verkauften Häusern und Wohnungen. Das Wirtschaftsmagazin “The Economist" spricht von einem "Überschuss" von 1,1 Millionen Häusern "on sale". Was vermutlich noch vorsichtig geschätzt ist (siehe Grafik). Die Bautätigkeit ist zwar drastisch zurückgegangen, allerdings steigt die Zahl der zwangsvollstreckten Häuser immer weiter an, woran unter anderem die steigenden Hypothekenzinsen Schuld haben. Das spezielle Problem an den Pleitehäusern: Die wechseln in der Regel nur mit einem kräftigen Discount von mindestens 20 Prozent auf den ohnehin mauen Verkehrswert den Besitzer. Wer will in so einem Umfeld bauen, kaufen, handeln, verkaufen? Der US-Immobilienmarkt ist mehr tot als lebendig.

Ein prominentes Beispiel liefert Lamperts Nachbar in Greenwich: ExCitigroup-Chef Charles Prince - bekanntlich gefeuert wegen der Immobilienkrise - versucht seit sechs Monaten sein Haus (Tudorstil) an den Mann zu bringen. Bisher vergeblich, obwohl Prince preislich bereits ein erstes Zugeständnis gemacht hat. Inzwischen will er nur noch 5,85 Millionen Dollar statt der anfänglich geforderten 6,15 Millionen.

Die Schwierigkeiten dürften Lampert nicht entgangen sein. Kritiker monieren, er sei mit seinen Investments zu früh dran. Aber vielleicht ist er einfach cleverer als die anderen? Lamperts Hedgefonds ist fast zwölf Milliarden Dollar schwer. Die Neuinvestments im Immobilienbereich machen davon gerade einmal sieben Prozent aus. "Der geht langsam, Schritt für Schritt rein", mutmaßt Gary McWilliams vom "Wall Street Journal". Lampert hätte sich jetzt erst einmal positioniert, sorgt für Presse und findet eventuell Nachahmer. Und wenn die Kurse trotzdem noch einmal fallen sollten, dann kauft Lampert nach und profitiert vom Durchschnittskosteneffekt.

Wenn dem so ist - dann müsste er jetzt kaufen. Seit seinem Einstieg bei Home Depot und Co sind nämlich die Kurse aller Neu-Investments rund 20 Prozent gefallen. Und von Bodenbildung keine Spur. Allenfalls beim US-Obi Home Depot ließe sich so etwas erkennen - allerdings nur mit viel gutem Willen.

Als ob Lampert nicht genügend Baustellen hätte. Sears etwa. 122 Jahre alt ist die Firma, einst war sie die größte US-Warenhauskette. Doch das ist lang her, der Umsatz schrumpft, die Marke ist beschädigt. Sears hat abgewirtschaftet, gilt als Ramschladen. "Mein Ziel ist es, Sears zu einer großartigen Firma zu machen", sagt Lampert. Er wolle nur die wertvollen Immobilien, mutmaßen andere. Das wäre beinahe kurios angesichts der Immo-Krise.

Lampert will nun aber klar Schiff machen, die Firma vermutlich in fünf unabhängige Einheiten aufspalten. Dazu gibt es eine Imagekampagne. "Reimagine you", heißt das Leitmotiv, was so viel heißt wie "erfinde dich neu". Das könnte genauso gut für Fast Eddie gelten. Vielleicht macht er zu viel? Chef eines Hedgefonds und Chef eines Riesenunternehmens zur selben Zeit. Das schafft wohl nur der alte und echte Buffett. Und so lässt die US-Presse Lampert, den sie in den vergangenen Jahren zum Helden und neuen Buffett erkor, jetzt fallen: Für das Web-Börsenportal MarketWatch ist Lampert schlicht "Worst CEO of 2007" und bei Motley Fool heißt es ,,Eddie Lampert lost his touch". Eine Kehrtwende um 180 Grad. Mitte 2007 war er für ,,TheStreet.com" noch der "Superinvestor", für Time Magazine" der "Go To Money Manager" und besagte Webseite Motley Fool adelte Sears vor eineinhalb Jahren zur besten Einzelhandelsaktie 2007.
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Der USA Bären-Thread 170601
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Anti Lemming:

#23597- Super, Platschquatsch

14
22.06.08 16:56
Mir gefällt an Deinen Analysen, dass Du so viele Indikatoren aus unterschiedlichen Bereichen betrachtest und auf "redundante" Signale achtest. Nach dem, was Du herausgefunden hast, scheint mir kurzfristig eine kleine Erholung bis 1340 im SPX oder evtl. sogar bis zur 50-Tagelinie bei 1370 (bis nächsten Fr.) wahrscheinlicher als ein sofortiger "C-Wellen-Durchmarsch" nach unten durch alle alten Unterstützungen - "wie durch Butter" (Zitat: Wawidu). Aufgeschoben ist freilich nicht aufgehoben...

Die sofortige C-Welle down (ohne techn. Erholung) käme wohl nur bei gravierenden unerwarteten Bad News und/oder bei einem drastischen Hochschießen des Öl-Preises auf 150 Dollar nach der Saudi-Konferenz (siehe Metro in # 23600).

Alles in allem scheint mir das PQ-Szenario kurzfristig wahrscheinlicher, während Wawidus Prognosen mittelfristig eintreffen sollten.

Mir gibt aber auch Wawidus Eliott-Zitat zu denken, wonach die stark fallende C-Welle die miesen News erst "generiert".

Doug Kass sagte mal treffend: "Sell short on the analysis and cover on the news!". Hintergrund: Wird der "Big bad event", den man mit der Analyse "vorausgeahnt" hatte, endlich als News publik, gehen ALLE short - mit der Folge, dass das Underlying dann STEIGT (= zu viele Shorts). Daher muss man VORHER shorten und bein Rauskommen der vorausgeahnten Bad News die Shorts eindecken. Das ist das Spiegelbild zu "sell-the-good-news" an Tops.

Freilich funktioniert dies nicht bei extrem unerwarteten Bad News, die auch Leute wie Kass überraschen. Nach den September-2001-Attacken z. B. fielen die Indizes mit dem Herauskommen der News wie Steine und es gab nur wenig Short-covering. Hätte man einen Tag zuvor, am 10. September 2001, tausend New Yorker interviewt und gefragt: "Wie hoch sehen Sie die Chance, das Al-Kaida morgen das World Trade Center platt macht", dann hätten einem die weitaus meisten einen Vogel gezeigt.

Fragt man hingegen tausend New Yorker heute, ob Lehman morgen pleite gehen könnte, würden das vielleicht 1/3 der Interviewten für möglich halten. Daher würde eine Lehman-Pleite oder -Übernahme nicht zwingend für obigen "C-Wellen-Durchmarsch nach unten" ausreichen. Eine Übernahme von Lehman zu halbwegs akzeptablen Konditionen (d.h. nicht für "2 Dollar" wie bei BSC) könnte sogar eine starke Rallye auslösen, weil die Short nicht damit rechnen und auf dem falschen Fuß erwischt würden.
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Anti Lemming:

Gipfelkrise auf Krisengipfel

6
22.06.08 17:40
HB
Bitterer Streit belastet Ölmarkt
Von Matthias Brüggmann und Georg Watzlawek

Der Krisengipfel der großen Spieler auf dem Ölmarkt in Saudi-Arabien droht zu Scheitern, weil sich Förderländer und Abnehmer die Schuld für Preisanstieg gegenseitig zuschieben. Die Förderländer verweigern konkrete zusätzliche Produktionsmengen und machten Spekulanten und Marktversagen für den hohen Ölpreis verantwortlich.


DSCHIDDA/DÜSSELDORF. Wie tief der Graben ist, dokumentierten die USA, die eine gemeinsame Abschlusserklärung verweigerten. [Sind Bush, Cheney und Paulson im Grunde zufrieden mit dem hohen Ölpreis, weil sie privat davon proftieren? - A.L.] Washington habe kein Interesse an einem Papier, das Kritik an den Finanzmärkten enthalte, hieß es am Rande der Konferenz. König Abdullah von Saudi-Arabien wiederholte Ankündigungen, im Juli die Öl-Produktion um 200 000 auf 9,7 Millionen Barrel pro Tag zu erhöhen. Riad sei zu mehr bereit, wenn steigende Nachfrage dies erfordere, sagte der Monarch vor Vertretern von 35 Staaten und 25 Ölkonzernen in Dschidda. Auch Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate zeigten nur grundsätzliche Bereichschaft, mehr zu fördern. Daher rechnen Experten nicht damit, dass der Ölpreis mit einem dauerhaften Abschlag reagiert.

Der Ölpreis war Mitte Juni auf fast 140 Dollar hochgeschossen und hält sich seither...

www.handelsblatt.com/News/Politik/...it-belastet-oelmarkt.html
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pfeifenlümmel:

Nun der neueste Hit,

9
22.06.08 17:51
nach den Saudis sind die Spekulanten für den hohen Ölpreis verantwortlich und jetzt kommt´s: Die hohen Steuern der Industrieländer auf Öl treiben die Preise nach oben. Wie bitte schön, sollen hohe Steuern die Nachfrage ankurbeln? Was wir hier hören, ist eine Verarschung der Ölnachfrageländer!
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pfeifenlümmel:

zu # 23604

3
22.06.08 17:56
DSCHIDDA (dpa-AFX) - Mehrere arabische Golfstaaten haben am Sonntag beim Öl-Krisengipfel in Saudi-Arabien ihre Bereitschaft signalisiert, noch mehr Öl zu fördern als bisher. Gleichzeitig wiesen sie eine Schuld an den derzeit hohen Ölpreisen zurück und warnten vor überzogenen Erwartungen. Verantwortlich für die Preisexplosion beim Rohöl seien Spekulation, steigende Nachfrage und hohe Steuern in den Industrieländern. "Dadurch, dass man sich auf die Steigerung der Produktion konzentriert, wird man nicht kurzfristig die Ölpreise senken könnten", sagte Saudi-Arabiens Öl-Minister Ali al-Nuaimi vor Vertretern von 36 Staaten und 22 Ölfirmen in der Hafenstadt Dschidda.  
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Anti Lemming:

Pfeifenlümmel, je teurer desto höher die Nachfrage

3
22.06.08 18:00
Grund: Die Autofahrer kaufen den "Ausbruch" des Benzinpreises, der jetzt die Chart-Marke von 1,50 überschritten und damit ein Kaufsignal generiert hat. ;-))

Um an diesem Ausbruch mitzuverdienen, erhöhen die Regierungen zugleich die Steuern - in Deutschland z. B. sollen ab nächstes Jahr die KFZ-Steuern drastisch steigen.

Was die Scheichs können, dass können Steinbrück und Glos schon lange...
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relaxed:

#23604 Hier geht es um Vermögensverschiebung

7
22.06.08 18:03
von den westlichen Industrienationen (speziell deren arbeitender Bevölkerung) zu den Rohstoffnationen (speziell deren Königshäuser und Nutzniesser) ;-))

Ist wohl nur ein Klischee und wir werden den Monarchen noch dankbar sein, dass sie uns auf dem Weg des Energiesparens und des Umweltschutzes so aktiv unterstützen. :-))
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metropolis:

Tja

8
22.06.08 18:04
das war abzusehen, s.o. Die Förder- und die Verbraucherländer haben unterschiedliche Interessen und die lassen sich nicht durch einen Smalltalk ausgleichen. Daher musste die Konferenz entweder komplett scheitern oder - da man den Konflikt übertünchen möchte - in Blabla enden.

Interessant fand ich übrigens den betont islamischen Touch der Veranstaltung, obwohl doch so viele christliche Vertreter anwesend waren. Das ist sehr undiplomatisch und nur als Affront zu verstehen. Ich glaube nicht, dass die OPEC tatsächlich an einem niedrigeren Preis interessiert ist. Dazu wurde zuviel provoziert.

Der Hinweis auf die Steuern ist natürlich Eigennutz: Je niedriger die Steuern, desto mehr Gewinn für die OPEC und desto weniger Bestreben, Ersatz für Öl zu finden. Das Gegenteil ist zu tun: Steuern knallhart rauf, damit dieser Ölwahn endlich ein Ende hat!



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Anti Lemming:

Fakten zur Mineralölsteuer

7
22.06.08 18:10
Das BMF behauptet auf seiner Webseite, die Mineralölsteuer sei gesunken:


Staatsanteil an Kraftstoffkosten niedrig wie nie

Bundesfinanzminister Peer Steinbrück äußerte sich beim Jahreskongress der Steuerberater auch zum Thema Benzin- und Energiepreise. Einen Video-Clip und seine Kernaussage finden Sie hier.

„Fakt ist: Der Staatsanteil an den Kraftstoffkosten ist so niedrig wie nie. Beim Eurosuper ist der Staatsanteil im Vergleich zum Jahresdurchschnitt 2007 von 64,4% auf 59,6% – bei einem Preis von 1,50 Euro [Glossar] pro Liter – zurückgegangen. Bei Diesel ist er von 56,2% auf 48,4% bei einem Preis von 1,45 Euro pro Liter gesunken. Das Energiesteueraufkommen 2007 hat sich gegenüber dem Aufkommen 2006 um 2,4% reduziert. Das ist etwas komplizierter als nur die Parole‚ der Staat sahnt ab bei den Spritpreisen’.“

Quelle: www.bundesfinanzministerium.de/nn_54/DE/...ise.html?__nnn=true



Ist die Mineralölsteuer ein konstanter Betrag pro Liter? Dann könnte obige Behauptung hinkommen. Sie bliebe dann freilich konstant und würde nur prozentual zum - gestiegenen - Benzinpreis sinken.

Man sollte auch nicht vergessen, dass der Staat durch die Mehrwertsteuererhöhung dick am Benzinpreisansteig verdient, denn die Mwst. kommt als Letztes "obendrauf" - immerhin 3 % mehr als vor der Erhöhung.
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Anti Lemming:

relaxed

5
22.06.08 18:13
Die Scheichs kühlen von dem Geld ihre Wüstenvillen und Hotels auf angenehme 16 Grad Celsius - man gönnt sich ja sonst nichts ;-))

Allen Ernstes: Ich war im Oktober kurz in Dubai und wurde von der Tiefkühlkälte in den Hotelhallen fast erschlagen. Wenn man rausgeht, glaubt man eine Sauna zu betreten (damals waren draußen 34 Grad).
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relaxed:

#23610 AL, das ist in Las Vegas auch nicht

2
22.06.08 18:27
viel anders oder vielleicht bald doch? ;-))

Bin übrigens nicht über Dubai ... ;-))
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relaxed:

#23609 Das ist wieder eine

5
22.06.08 18:33
Wortschöpfung zur Volksverdummung: "Staatsanteil in %" ;-))

Warum nicht Staatsanteil in Cents pro Liter im Jahresdurchnitt? ;-))
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Anti Lemming:

relaxed - Las Vegas

6
22.06.08 18:38
Wenn ich trade, kühle ich meine Dachgeschosswohnung auch immer auf 14 Grad (an 8 Monaten im Jahr reicht es, wenn ich dazu das Fenster öffne ;-)).

Man muss schließlich auch beim Spielen einen kühlen Kopf behalten.

Leider hat mein Broker noch kein passendes "Fun"-Skin für die Trading-Software rausgebracht. Ich wünsch mir was mit großen Schalthebeln, rollenden Zahlen und Symbolen sowie Münzengeklimper. Dafür könnten sie den ganzen Chart-Quatsch weglassen, das ist viel zu abstrakt und lenkt nur vom Spielen ab.
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Anti Lemming:

relaxed (2) - Volksverdummung

8
22.06.08 18:51
Steinbrück will suggerieren, dass der Staat weniger verdient als zuvor, obwohl der Staatsanteil - was die Mineralölsteuer betrifft - in Cent/Liter konstant geblieben ist. Dazu bedarf es der Konstruktion "sinkender Anteil der Mineralölsteuer am Gesamtpreis" - mithin Volksverdummung, wie Du korrekt anmerkst.

De facto verdient der Staat auch unterm Strich mehr. Die Mineralölsteuer pro Liter ist eine Konstante, aber die 3 %, die aus der Mwst.-Erhöhung obendrauf kommt, ist eine mit dem Gesamtpreis wachsende Variable.

Dass das Energiesteueraufkommen, wie Steinbrück anmerkt, um 2,4 % gesunken ist von 2006 auf 2007 (# 23609), kann unter obigen Prämissen nur an einem niedrigeren Verbrauch aufgrund der hohen Preise liegen. Manch einer verkneift sich bei 1,50 E/Liter halt die "Spritztour ins Grüne" am WE.

Wäre dann übrigens eine interessante Info für die Leute, die die "maßlos steigende Nachfrage" für den Ölpreisanstieg verantwortlich machen.
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relaxed:

#23614 AL, es ist noch viel "schlimmer"

4
22.06.08 19:06
Steinbrück will suggerieren, dass 59,6% Staatsanteil besser als 64,4% ist. Als ob ein Staatsanteil in dieser Höhe normal wäre.

Nun ja, der hohe Staatsanteil dient der "Erziehung" des Bürgers zu energiebewusstem Verhalten. Ist es nicht schön, dass der Staat uns zu guten Bürgern erzieht? ;-))
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metropolis:

Citi: Daumen runter

3
22.06.08 19:19

CITIGROUP

Grosse Abschreibungen drohen[10:35, 20.06.08]

Von Egmond Haidt

Der USA Bären-Thread 4428909Die weltgrößte Bank Citigroup warnt, dass im laufenden Quartal hohe Abschreibungen auf das Subprime-Portfolio anstehen. Die Belastungen im Kreditbereich könnten sogar noch größer sein als im Vorquartal.

Der USA Bären-Thread 4428909Der USA Bären-Thread 4428909Der USA Bären-Thread 4428909Der USA Bären-Thread 4428909Der USA Bären-Thread 4428909
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Der USA Bären-Thread 4428909Der USA Bären-Thread 4428909Der USA Bären-Thread 4428909Der USA Bären-Thread 4428909Der USA Bären-Thread 4428909Der USA Bären-Thread 4428909
Der USA Bären-Thread 4428909CITIGROUP INC.Alle Investoren, die geglaubt haben, das Schlimmste im Bankensektor sei vorbei, hat die Citigroup in die Wirklichkeit zurückgeholt. Das weltgrößte Finanzinstitut hat angekündigt, dass es im laufenden Quartal „erhebliche“ Abschreibungen auf sein Subrime-Portfolio haben wird. Sie könnten jedoch etwas kleiner sein, als die sechs Milliarden Dollar, die der Konzern im ersten Quartal wertberichtigen musste.

 Zusätzlich drohten aber Abschreibungen auf Anleihen, die von Anleihenversicherern wie Ambac garantiert werden. Nachdem Ambac sein AAA-Rating von Rating-Agenturen verloren hat, sinkt der Wert der von dem Versicherer garantierten Anleihen.

Trüb sieht es auch im Kreditgeschäft aus. Inklusive der Abschreibungen auf faule Kredite sowie der Rückstellungen für Kreditausfälle könnten die Belastungen noch höher sein als im Vorquartal. Damals betrugen sie 5,6 Milliarden Dollar.

BÖRSE ONLINE rät, die Citigroup-Aktie zu verkaufen und den Banksektor weiter zu meiden. Entgegen der Durchhalteparolen wie von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann ist noch kein Ende des Beginns der Krise in Sicht. Die Häuserpreise in den USA fallen weiter. Dabei ist kein Ende der Talfahrt erkennbar. Denn nachdem Notenbank-Chef Ben Bernanke durch Reden versucht, den Dollar zu stabilisieren und so die Inflation zu bekämpfen, treibt er die Zinsen am Anleihenmarkt nach oben. Hypothekendarlehen in den USA sind daher derzeit so teuer wie vor einem Jahr. In der gleichen Zeit hat Bernanke die Leitzinsen um 325 Basispunkte von 5,25 auf zwei Prozent gesenkt.

 Hohe Zinsen erschweren den Kaufwilligen aber den Erwerb von Häusern oder die Umschuldung ihrer bestehenden Darlehen. Gleichzeitig steigt die Arbeitslosigkeit, und durch die hohe Inflation verlieren die Amerikaner beträchtlich an Kaufkraft. Das sind keine guten Perspektiven für das Geschäft der Citigroup, die wie keine andere Bank unter der Finanzkrise leidet. Kein Wunder, dass der US-Banken Index (KBW Bank Index) täglich neue Fünf-Jahres-Tiefs markiert.

Empfehlung: VERKAUFEN
Kurs am 20. Juni 2008: 12,90 Euro
Rückschlagspotenzial: 25 Prozent

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metropolis:

Lybien wird Ölproduktion senken!

9
22.06.08 19:25
Gipfel von Dschidda

Ölpreisrekord treibt Keil in Opec

Saudi-Arabien fördert mehr Öl. Das ist das Ergebnis des Krisentreffens. Unklar bleibt, wie viel genau, wann und unter welchen Voraussetzungen. Andere Länder weigern sich dagegen beharrlich, den Hahn weiter aufzudrehen. Libyen will den Preis sogar aktiv hoch halten.

Der weltgrößte Ölproduzent Saudi-Arabien ist nach den Worten von König Abdullah grundsätzlich zu weiteren Produktionserhöhungen bereit, um die massiven Preissteigerungen bei dem begehrten Rohstoff zu stoppen.

Sein Ölminister Ali al-Naimi konkretisierte, Saudi-Arabien könne im Rahmen eines laufenden Investitionsprogramms 12,5 Millionen Barrel (je 159 Liter) pro Tag ab Ende 2009 fördern. Derzeit sind es 9,5 Millionen, ab 1. Juli sollen es 9,7 Millionen Barrel werden. Al-Naimi deutete außerdem an, dass zu einem nicht näher bezeichneten späteren Zeitpunkt auch eine Förderung von 15 Millionen Barrel möglich sei.

Insgesamt zeigte sich in Dschidda aber ein tiefer Dissens der Opec-Staaten zum Thema Förderung. Auch Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate bekundeten ihre Bereitschaft, mehr Öl zu fördern. Dies lehnen andere Mitglieder der Organisation Erdöl exportierender Länder ab, darunter Algerien und Venezuela. Sie wollen über höhere Förderquoten nicht vor dem nächsten regulären OPEC- Ministertreffen im September sprechen. Nigeria fördert derzeit ohnehin nur 1,5 Millionen von möglichen 2,5 Millionen Barrel täglich. Libyens Vertreter auf der Konferenz, Schokri Ghanem sagte, er rechne nach der Ankündigung Saudi-Arabiens nicht mit einem sinkenden Ölpreis. Bereits am Samstag hatte er für den Fall einer Ausweitung der saudischen Förderung eine Reduktion des eigenen Ausstoßes angekündigt.

 

Der USA Bären-Thread 4428918
 König Abdullah von Saudi-Arabien
Saudi-Arabiens König Abdullah kündigte auf dem Gipfel außerdem Initiativen an, um den armen Ländern mit Milliardenmitteln zu helfen, die Folgen der hohen Ölpreise zu bewältigen. Für den hohen Ölpreis machte er Spekulanten mitverantwortlich und beklagte vor allem die Folgen für die armen Länder. Er schlug daher einen Hilfsfonds des Ölkartells Opec vor, der sich auf 1 Mrd. $ belaufen soll. Außerdem sagte er für sein Land Finanzhilfen im Umfang von rund 500 Mio. $ zu.

Der britische Premierminister Gordon Brown rief wie Abdullah zu einer engeren Zusammenarbeit von Verbraucher- und Förderländern sowie mehr Transparenz auf. Außerdem kündigte er eine Nachfolgekonferenz noch in diesem Jahr in London an.

Brown sprach von einem "Ölschock", der mit einem "neuen Pakt" von der Staatengemeinschaft beantwortet werden solle. "Der Schlüssel zum Erfolg ist Kooperation", sagte er. Die gemeinsamen Interessen von Förder- und Verbraucherländern müssten gestärkt und die Zusammenarbeit intensiviert werden. Außerdem schlug er vor, auf beiden Seiten die Hürden für Investitionen aus dem Ausland zu senken.  

 

Glos fordert Signal an die Finanzmärkte

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos begrüßte etwaige Erhöhungen der Fördermengen: "Diese Konferenz wird Folgen haben", sagte er mit Blick auf die Ankündigung von Großbritanniens Premierminister Gordon Brown, noch in diesem Jahr eine Folgekonferenz zu organisieren.

Glos hob hervor, dass es einen allgemeinen Konsens gegeben habe, wonach der jüngste Rekordpreis für den Rohstoff von fast 140 $ je Barrel nicht andauern dürfe. Das gelte insbesondere auch mit Blick auf die Folgen für die ärmsten Länder. Für Deutschland komme es darauf an, eine Energie- und Klimastrategie zu verfolgen, die unter anderem auf eine weitere Nutzung der Kernenergie setze. sich der Forderung nach einer Erhöhung der Fördermengen an. "Der Ölmarkt braucht zum jetzigen Zeitpunkt vor allem ein starkes Signal auf der Produktionsseite", sagte er. Der Sorge vor einem Versorgungsengpass müsse "durch eine deutliche Erhöhung der Produktion entgegengewirkt werden."

Der Ölpreis, der noch vor zehn Jahren unter 10 $ pro Barrel lag, hatte zu Jahresbeginn erstmals die Marke von 100 $ durchbrochen. Seither ist er weiter gestiegen und lag unlängst bei knapp 140 $. In der Folge war der Spritzpreis an den deutschen Tankstellen auf weit über 1,50 Euro pro Liter gestiegen. Inzwischen haben erste Airlines Teile ihrer Flotte stillgelegt.

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Anti Lemming:

Citigroup - Kaufsignal?

14
22.06.08 19:36
Wenn Citi jetzt nur noch 5 Mrd. abschreiben muss nach 6 Mrd. im Vorquartal, dann sind es im übernächsten Quartal nur noch 4, dann 3, 2, 1 - NULL!

Fazit: In 5 Quartalen (Herbst/Winter 2009) ist die Subprime-Krise bewältigt! Das hatten wir hier im Thread ja auch immer ausgerechnet.

Leider kostet Öl dann 250 Dollar, weil sich die Scheichs für die insgesamt 12 Nachschüsse bei ihrer Citigroup-Beteiligung schadlos halten wollen.

Der DOW steht dann bei 6500 und man bekommt die Citibank-Aktie als Gratiszugabe für jede Mc-Donald-Aktie, die man kauft (Special Promotion von McDonalds). Die McDonalds-Aktie selbst kostet dann nur noch 2,40 E (entspricht 4,80 Dollar). Das Kaufsignal für die McDonalds-Aktie kommt, wenn sie billiger wird als ein BigMac.
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wawidu:

@platsch - # 23599

5
22.06.08 20:17
Ich schätze deine sorgfältigen Ausarbeitungen sehr, weil sie Hand und Fuß haben. Nicht als "Kontrastprogramm" dazu, sondern als Ergänzung auf mittelfristiger Ebene stelle ich hier den SPX-Wochenchart ein. Die Aussage ist klar: noch etliche Luft nach unten.

Übrigens: So wie der SSTOC bei weiter ansteigender Preiskurve mehrere Wochen im oberen Extrembereich oszillieren kann, kann er auch bei weiter fallender Preiskurve im unteren Extrembereich oszillieren.
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Der USA Bären-Thread 170631
Antworten
wawidu:

@AL - # 23618

6
22.06.08 20:37
Von mir ein "witzig". Citi ist erst beim Abschreiben von Level-3-Papierchen, doch danach drohen weitere Abschreibungen auf Papierchen im Level-2-Sektor (Alt-A-Hypotheken, ...) und wahrscheinlich auch aus CDS-Engagements.
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Der USA Bären-Thread 170633
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metropolis:

Sentix von heute

5
22.06.08 22:29
Nach langer Zeit will ich euch diesmal die Sentix-Ergebnisse von heute (Umfrage vom Freitag) nicht vorenthalten. Wichtig sind zwei Punkte:

1) Bankaktien scheinen zu unrecht verprügelt worden zu sein. Der itraxx hat deren Abwärtsbewegung nicht mitgemacht und ist vor allem deutlich (1%) unter dem März-High, d.h. im Kreditgeschäft ist es mittlerweile "normaler" als mancher befürchtet. Sentix empfiehlt, die Kapitalerhöhungen abzuwarten und erst dann long zu erwägen.

2) Spannender sieht's beim Öl aus. Sentix geht nicht von fallenden Preisen nach der Konferenz aus, und zwar aus drei Gründen: Die Öl-Lagerbestände sind seit Mai unüblich deutlich gefallen und befinden sich nun im unteren Sechstel (!) der normalen Spanne 1990-2007, mehr als 10% unter denen von 06/07!!! (Sentix fragt sich wo das Öl geblieben ist -> metro's Vermutung: Noch auf See, da die Tanker auf Reede liegen) Zudem naht die Hurrican-Saison (ab Juli steigen die Preise immer deutlich) Und drittens ist der Uptrend voll intakt.

Nr. 1 ist mir egal, mit Nr. 2 stimme ich voll überein. Die Folgen von Nr. 2 auf den Aktienmarkt dürften klar sein...
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wawidu:

Relative Schwäche

2
22.06.08 22:46
deutet auch der Chart des $NYA200R an, der anzeigt, welcher Prozentsatz an Einzelwerten über MA 200 rangiert. Seit Juli 2007 hat sich hier eine deutliche Verlagerung unter die 50 %-Linie entwickelt. Dass bei der Rallye seit März lediglich knapp über 50 % erzielt wurden, muss als "schwache Leistung" bezeichnet werden. Der "W-Boden" hat nicht gehalten, was er versprach.

Hier wird deutlich, was AL und ich schon mehrfach gepostet haben, nämlich, dass die Rallies von immer weniger Werten getragen werden.  
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Der USA Bären-Thread 170638
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Ischariot MD:

Jackie Brooks ist verzweifelt !!

3
23.06.08 00:09

Zunächst ein nicht ganz so ernstzunehmender Artikel der Euro Am Sonntag (zur allwochenendlichen Beschwichtigung der Massen):

Frühling in New York (EuramS)

Fast täglich kommen schlechte Konjunkturnachrichten aus den USA. Profi-Investoren [oder solche wie Grüner, denen der Arsch auf Grundeis geht, Isc] halten US-Aktien dennoch für attraktiv und kaufen zu.

Carsten Lootze

Jackie Brooks ist verzweifelt. Die 19-jährige Studentin aus dem US-Bundesstaat Indiana sucht seit Wochen einen Job für die Semesterferien. "Ich sagte, ich würde Teilzeit oder Vollzeit arbeiten, was immer sie brauchen", erzählt Brooks. Trotzdem hatte sie bislang keinen Erfolg – im Gegensatz zu früher. Schuld ist die zunehmende Arbeitslosigkeit in den USA. Während Jackie Brooks darüber klagt, dass sie ihre Urlaubskasse diesmal nicht aufbessern kann, stöhnen ihre Eltern beim Tanken. Schließlich kostet Sprit in den USA so viel wie noch nie. Wachsende Arbeitslosigkeit, zunehmende Zwangsversteigerungen bei Eigenheimen, steigende Preise und sinkende Zuversicht bei den Verbrauchern – die Konjunkturindikatoren aus den USA geben derzeit keinen Anlass zur Freude. Trotzdem setzen institutionelle Anleger verstärkt auf US-Aktien.

Eine Umfrage des Datenanbieters Lipper unter deutschen Vermögensverwaltern zeigt: 29 Prozent der Befragten wollen in den kommenden drei Monaten US-Aktien zukaufen. "Wir favorisieren nach wie vor den US-Markt, dem eine günstige Geldpolitik und der schwache Dollar zugutekommen", sagt auch der Chefvolkswirt der Fondsgesellschaft AXA Investment Managers, Sebastian Paris-Horvitz. Dabei raten er und andere Investmentprofis zu weltweit operierenden Großunternehmen.

5,5 Prozent Arbeitslosigkeit vermeldete die US-Regierung für Mai – 0,5 Prozentpunkte mehr als im April, der größte Anstieg innerhalb eines Monats seit 1986. Besserung scheint nicht in Sicht. Die Zeitarbeitsfirma Manpower hat Unternehmen in den USA gefragt, wie ihr Personalbedarf für die kommenden drei Monate aussieht. Das Ergebnis: Fünf von zehn Sektoren wollen weniger Menschen einstellen als im Vorquartal.

Gleichzeitig müssen immer mehr Amerikaner ihre Einfamilienhäuser zwangsverkaufen. Denn nach dem Zusammenbruch des Immobilienmarkts können sie ihre Hypotheken nicht mehr bedienen. Knapp 2,5 Prozent aller Hypothekenschuldner sind nicht in der Lage, ihre Kredite zu begleichen. Damit liegt dieser Anteil so hoch wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen 1972. Marktbeobachter rechnen mit weiteren Preisverfällen bei privaten Immobilien von zehn bis 15 Prozent.

Während wachsende Arbeitslosigkeit und sinkende Hauspreise die Finanzkraft der Haushalte schwächen, steigen die Preise für Dinge des täglichen Bedarfs. Von Mai 2007 bis Mai 2008 legten die Verbraucherpreise im Schnitt um 4,2 Prozent zu – fast doppelt so stark wie in Deutschland. Preistreiber waren Benzin und Heizöl. Da ist es kein Wunder, dass die Stimmung der US-Bürger wie Jackie Brooks auf dem Tiefpunkt angelangt ist. Der Index der Universität von Michigan, der das Verbrauchervertrauen misst, fiel im Juni auf 56,7 Punkte. Das ist der niedrigste Stand seit 1980.

Lust statt Frust zeigen dagegen die Investoren. "Die USA sind derzeit einer der attraktivsten Aktienmärkte weltweit", sagt der Vorstand der Schweizer Vermögensverwaltung Rising Star, Frank Erhard. Mit dieser Meinung steht er nicht allein: Die US-Investmentbank Morgan Stanley etwa hat 48 institutionelle Investoren gefragt, welche Anlageregion sie in den kommenden zwölf Monaten bevorzugen würden. Rund 27 Prozent gaben die USA an. Damit liegen die Staaten vor Europa (zehn Prozent) und den Schwellenländern (15 Prozent).

Auch die Investmentbank JP Morgan rät zu US-Aktien. "Vergleicht man die Schlüsselindikatoren in den vier großen, entwickelten Regionen Eurozone, Großbritannien, USA und Japan, liegen die USA bei den meisten Größen nach wie vor vorn", sagt Europa-Chefstratege Mislav Matej-ka. Ian Scott von Lehman Brothers und Roger Kunz von der Schweizer Privatbank Clariden Leu stimmen ihm zu. So hat Lehman Brothers den -Europa-Anteil in seinem Modellportfolio vor wenigen Tagen von 24 auf zwölf Prozent heruntergefahren – und im Gegenzug US-Aktien aufgestockt.

Auch Edouard Carmignac, der mit dem Carmignac Investissement einen der besten globalen Aktienfonds managt, hat den US-Anteil in seinem Fonds in den vergangenen Wochen leicht hochgefahren.

Was US-Aktien attraktiv macht, ist vielfältig. Der wichtigste Grund: Die Rezessionsgefahr scheint abgewendet. Anfang 2008 ging die Mehrheit der Ökonomen davon aus, dass die amerikanische Wirtschaft dieses Jahr – gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) – mindestens zwei Quartale in Folge schrumpfen wird. Tatsächlich wuchs sie im ersten Quartal um 0,9 Prozent.

Angesichts dieser robusten Entwicklung ist das Rezessionsthema weitestgehend vom Tisch. "Das Risiko, dass die Wirtschaft in einen handfesten Abschwung gerät, ist im vergangenen Monat verschwunden", sagt Notenbankchef Ben Bernanke. Für das zweite Quartal 2008 erwarten Ökonomen ein BIP-Wachstum von 0,5 Prozent, ergab eine Umfrage des Datenanbieters Bloomberg. Vor einem Monat waren sie noch von 0,1 Prozent ausgegangen. Auch die längerfristigen Aussichten bessern sich: Für 2009 rechnen die Volkswirte schon wieder mit 1,9 Prozent Wachstum – 0,4 Prozentpunkte mehr als in diesem Jahr. "In den USA ist das Schlimmste bald vorbei", sagt Roger Kunz von Clariden Leu. "In Europa beginnt die Wirtschaftsabschwächung dagegen erst richtig."

Das zweite Argument für US-Werte ist die Entschlossenheit der Notenbank Fed und der Regierung, die Wirtschaft zu beleben. Seit Anfang des Jahres hat die Fed den Leitzins von 4,25 Prozent auf zwei Prozent gesenkt, um das Wachstum mit günstigen Krediten anzukurbeln. Gleichzeitig hat die Regierung mit Steuererleichterungen dafür gesorgt, dass der private Verbrauch von Jackie Brooks und ihren Landsleuten nicht zu stark zurückgeht. Volkswirte und Aktienstrategen sind sich einig: Sollte die US-Konjunktur mehr Förderung brauchen, werden Fed und Regierung erneut einspringen. Kunz: "Das wird die Wirtschaft stützen."

Drittens verspricht die Erfahrung mit früheren Konjunktureinbrüchen baldige Besserung. Eine Studie der Citigroup zeigt, dass die neun US-Rezessionen seit 1953 im Schnitt 216 Handelstage dauerten. "Wenn wir dies auf die gegenwärtige Situation in den USA übertragen und voraussetzen, dass es sich um einen durchschnittlichen Abschwung handelt, würde sie etwa bis Oktober andauern und der Markt ungefähr jetzt seinen Tiefststand erreichen", sagt Fondsmanagerin Jenny Jones von der Gesellschaft Schroders.

Auch Commerzbank-Stratege Christoph Balz erwartet eine Trendwende. Sollte der aktuelle Wirtschaftsabschwung ähnlich verlaufen wie in den vergangenen Jahrzehnten, "sind die Aussichten für die Wall Street gar nicht schlecht. Ab der Jahresmitte sollten die Kurse dann wieder steigen."

1550 Punkte beim S & P 500, der die Aktienkurse der 500 größten US-Unternehmen abbildet, erwartet Citigroup-Stratege Tobias Levkovich Ende 2008. "Vom derzeitigen Stand rechnen wir bis Jahresende mit zweistelligen Erträgen", sagt er. Clariden Leu sieht das Börsenbarometer in zwölf Monaten bei 1500 Zählern. Die Mehrheit der institutionellen Investoren aus der Morgan-Stanley-Umfrage erwartet für den S & P 500 Ende 2008 ein Niveau zwischen 1400 und 1500 Punkten.

Die Profi-Investoren kaufen derzeit Aktien großer, international aufgestellter US-Unternehmen. Denn diese profitieren doppelt: einerseits vom bald wieder anziehenden Binnenkonsum, andererseits von der anhaltend hohen Nachfrage aus Exportmärkten, vor allem den Schwellenländern. Dabei kommt den globalen US-Unternehmen der schwache Dollar zugute, der ihre Produkte im Ausland billiger und attraktiver macht.

Bei den Sektoren stehen Finanzwerte, Einzelhändler, Telekom- und Gesundheitsunternehmen auf den Listen. Diese entwickeln sich in einem Umfeld hoher Inflation in der Regel besser als andere. Denn ihr Absatz ist weitgehend konstant, und sie können Preiserhöhungen gut an die Verbraucher weitergeben.

Für Jackie Brooks sieht es daher doch gut aus: Zum einen dürfte ihr die anziehende Konjunktur bald einen Job bescheren. Zum anderen könnte sie das Gehalt gewinnbringend in Aktien investieren.

http://www.finanzen.net/nachricht/Fruehling_in_New_York_EuramS__744081

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Anti Lemming:

Abstufungen der Monoliner - was jetzt droht

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23.06.08 00:16
Nach den Downgrades der großen Monoliner MBIA und Ambac müssen Banken als "Lender of last resort" bis zu 70 Milliarden an wackeligen Anleihen aufkaufen, falls die Halter dieser Anleihen von ihrem Verkaufsrecht (Put-Option) Gebrauch machen. Betroffen ist auch die auf Staatsfinanzierung spezialisierte Depfa Bank, die letztes Jahr von der Hypo-Real-Estate übernommen wurde.

Den Banken droht dadurch eine zweite Welle riesiger Abschreibungen.



Saturday, June 21, 2008
Monoline Downgrade Fallout: Muni Prices, MBIA Collateral

In the anxious January/February period, when New York Insurance Superintendent Eric Dinallo made Herculean efforts to come up with $15 billion for MBIA and Ambac, it was a high-stakes drama, since it was assumed that the loss of the AAA ratings would End the World of Finance As We Know It.

Now that the once-unthinkable has come to pass and the two big bond guarantors are no longer AAA rated, the reaction is more muted. Hey, when you've got the Fed backstopping the financial system, why worry? But the monolines have been on the ropes for months; the rating agencies have given plenty of warning of the likelihood of downgrades (although Moody's cutting MBIA from Aaa to A2 on its insurance sub was a big surprise), so investors have had time to arrange their affairs accordingly. While we'll no doubt see knock-on effects for some time, perhaps we'll escape worst-case scenario of cascading forced sales.

But don't kid yourself that there won't be dislocations, particularly since they've already started. Indeed, the generally positive Wall Street Journal is chastened:

   The long-anticipated credit-rating downgrades of the nation's big bond insurers are pressuring financial markets, perhaps worse than expected.

The Journal describes another shoe that is dropping:

   Financial firms like Bank of America Corp., J.P. Morgan Chase & Co., Depfa Bank of Dublin [schönen Gruß an die Hypo-Real-Estate-Aktionäre! - A.L.], Citigroup and several other European banks are involved in the business of backstopping municipal-bond issuers, whose debt often is also insured by bond insurers. If Wall Street can't sell the bonds, called variable-rate demand notes, in weekly or daily scheduled sales, they or the investors can exercise their right to sell it to banks that have agreed to be buyers of last resort.

   Those obligations are coming home to roost as money-market-fund managers sell out their positions on bonds insured by Ambac or MBIA. In some cases, the bonds must be sold by the funds to these backstop banks if the ratings of the insurance company reach a certain threshold.

   Of the approximately $420 billion market for variable-rate demand notes, about $70 billion is insured by Ambac or MBIA, according to industry estimates. Of that $70 billion, bankers said as much as $35 billion is likely to be sold back to these banks, further straining their balance sheets.

   When these banks do step in, the interest rate on the bonds typically rises, hurting issuers. Issuers are also forced to repay the full principal on their debt sooner than their original 30- or 10-year maturity.
[Ende WSJ-Zitat]

Bloomberg reports that...

(weiter unten, auf der Webseite sind auch interessante Folge-Links...)

www.nakedcapitalism.com/2008/06/...de-fallout-muni-prices.html
Antworten
Ischariot MD:

Wo bleibt der Konjunktureinbruch?

5
23.06.08 00:24

Wenn man centy glaubt, steht die Bauholzbranche ja derzeit vor einem Fiasko (btw, jetzt kommt ja vielleicht eine ultrakurzfristige Sonderkonjunktur: Sperrholzplatten zur Lieferung bis spätestens Mittwoch nachmittag  :o|

Demgegenüber vermeldet weissgarnix aber Erstaunliches. Man beachte den Teilnehmerkreis seiner Konferenz: International diversifizierte (Groß)unternehmen. Ist das jetzt der berühmte Elfenbeinturmeffekt, der die Führungsriegen so entspannt bleiben läßt, oder läuft's tatsächlich weiterhin so blendend ??

Ist die Rezession eine Fata Morgana?

Lesern, die sich gewundert haben, warum ich in den letzten beiden Tagen so gut wie nichts geschrieben habe, sei gesagt, dass ich auch noch einen Hauptberuf habe, der ab und an meine Aufmerksamkeit erfordert. Im Rahmen dieser Tätigkeit verbrachte ich diese Woche auf einer Konferenz, auf der zahlreiche große Investitionsgüterunternehmen präsent waren. Und was die Damen und Herren dort so erzählten, klang noch nicht mal im Ansatz nach Rezession, im Gegenteil: Ressourcenknappheit allenthalben, Gewinne auf Rekordniveau und Auftragsbücher, die weit bis ins nächste Jahr hinein proppenvoll sind. Der Begriff “Rezession” tauchte zwar in einigen Präsentationen ab und an mal auf, erntete dann aber stets dieselbe Reaktion: schallendes Gelächter.


Dabei sollten wir vielleicht mal ein wenig präzisieren: auf dieser Konferenz tummelten sich keine monothematischen Player, die mit einer Art von Produkt auch nur eine bestimmte Branche bedienen, sondern die meisten der vertretenen Unternehmen sind stark diversifiziert und beliefern mit unterschiedlichsten Lösungen eine ganze Reihe von Branchen, von Lebensmittel und Konsumgütern über Chemie und Pharma bis hin zu Öl und Energie.

Und mein Fazit der Konferenz kurz und knapp: in allen diesen Märkten geht derzeit immer noch die Post ab. Vor allem in der Energiebranche, in der neben China ein jahrelanger Investitionsstau in den meisten europäischen Ländern aber auch in Regionen wie z.B. Südafrika zum Tragen kommt. Einige der präsentierenden Unternehmen, die auf den Energie- und Kraftwerkssektor fokussiert sind, berichteten Rekorde sowohl bei der bisherigen Gewinnentwicklung als auch beim Auftragseingang. Und da in dieser Branche die Aufträge über mehrere Jahre laufen, haben sie ziemlich zuverlässige Sicht bis weit in das nächste und teilweise auch das übernächste Jahr, und da ist von Abschwächung oder gar Rückgang nach wie vor nichts zu sehen.

Das gilt insbesondere für Firmen, die stark in China engagiert sind. Von dort wurde eine erneute Beschleunigung der Expansion gemeldet, teilweise mit Wachstumsraten zwischen 30 und 40%. Querbeet durch alle Sektoren, Energie, Bau, Lebensmittel, Chemie … die Behebung der Schäden des kürzlich stattgefundenen Erdebebens wirkt zudem zusätzlich beschleunigend.

Nicht nur die Auftragseingänge, sondern auch die Gewinnentwicklung einiger dieser Firmen ist bemerkenswert, und selbst für das letzte und das laufende Quartal wurden von einigen Gewinnsteigerungen von 20-30% gemeldet, ohne Währungseffekte wohlgemerkt.

Der einzige Kontrapunkt, auf den sich alle verständigen konnten, war die Automobilzulieferindustrie, bei der läuft es zugegebenermaßen nicht ganz so phantastisch, allerdings blieben die ganz großen Einbrüche auch hier bislang aus.

Auch aus Südafrika und angrenzenden Ländern wurden gewaltige Neuprojekte gemeldet, insbesondere im Kraftwerkssektor aber auch in der Bergbauindustrie. Südafrika scheint seine notorischen Probleme noch vor der nächsten Fußballweltmeisterschaft in den Griff kriegen zu wollen und liess eine ganze Reihe von neuen Kraftwerksprojekten vom Stapel, und investiert auch massiv in Erweiterungen und Upgrades bestehender Installationen. Südafrika ist dabei ein Spezialfall, an dem nicht alle westlichen Unternehmen in gleichem Ausmaß partizipieren können, sondern nur diejenigen, die “BEE-compliant” sind. BEE steht für “Black Economic Empowerment” und kann als eine Art Kompensation für die jahrzehntelange Benachteiligung der schwarzen Bevölkerung verstanden werden. Unternehmen in Südafrika, bzw. solche, die dort Geschäfte machen wollten, wurden so gezwungen, vorwiegend schwarze Arbeitnehmer einzustellen, lokal zu produzieren und sogar Minderheitsbeteiligungen an farbige Investoren abzutreten, andernfalls blieben große Geschäfte mit den staatsnahen Unternehmen aus Energie (Eskom) oder Öl und Chemie (Sasol) eine Illusion. Viele westliche Anbieter kehrten daraufhin Südafrika den Rücken, andere blieben und arrangierten sich mit dem BEE-Programm, dafür werden sie jetzt mehr als reichlich belohnt. Ich habe mich selbst z.B. mit dem CFO der Südafrika-Tochter eines US Kraftwerksausrüsters unterhalten, der mir erzählte, dass sein jährlicher Umsatz in den letzten Jahren irgendwo bei 30-50 Millionen Dollar lag. Sein Auftragsbestand über die nächsten 3 Jahre beträgt aber bereits jetzt über 1 Milliarde Dollar, von denen zwischen 300 und 400 Millionen Umsatz pro Jahr realisiert werden, sprich er hat seinen Umsatz verzehnfacht. Sein Hauptproblem lautet jetzt, wie für die meisten anderen auch: “Woher die Leute kriegen, die diese Aufträge abarbeiten?”

Jetzt weiß ich natürlich auch, dass die Investitionsgüterbranche tendenziell erst am Ende des Zyklus so richtig in Fahrt kommt, und die Bäume daher auch für diese Unternehmen nicht in den Himmel wachsen werden. Aber wie gesagt, ein Einbruch ist noch nicht mal am Horizont erkennbar, und selbst wenn, würde es wegen der langen Vorlaufzeiten noch mindestens 12-18 Monate dauern, bis er tatsächlich beschäftigungs- und gewinnwirksam werden würde.

Noch ein Wort zum Credit Crunch, denn da sich auf besagter Konferenz vorwiegend CFOs tummelten, war das Thema Kreditverfügbarkeit und Finanzierung natürlich auf der Tagesordnung, doch auch hier: keine Wolken in Sicht. Einige der präsentierenden Unternehmen denken sogar weiterhin an Aktienrückkäufe im großen Stil, da ihre Verschuldungsquoten historisch niedriges Niveau von 1-2 x EBITDA erreicht haben. Diese Aussagen decken sich übrigens auch mit Informationen, die mir Banker schon seit Wochen zurufen, bei denen es nämlich im Corporate Finance Sektor offensichtlich heißt: “Vollgas geben!”

Mit einem Wort: ich bewegte mich in den letzten paar Tagen in einem Paralleluniversum, in dem die Begriffe “Rezession” oder gar “Deflation” schlicht nicht zum aktuellen Wortschatz zählen. “Inflation” hingegen ja, und zwar ganz massiv, alle vertretenen Unternehmen beklagen akute Personalknappheit, insbesondere in Afrika und China, zudem steigen die Löhne in diesen Ländern unvermindert mit zweistelligen Jahresraten. Die jüngsten offiziellen Richtlinien in China lauten z.B. für Peking +11,5% und Shanghai +11%. Zudem sind die Metallpreise weiterhin auf Rekordniveau und die Verfügbarkeit limitiert, insbesondere für Chrom, Titan, aber auch etwa für Schrotteisen.

Und noch ein abschliessendes Caveat: ich rede hier von internationalen Großunternehmen, bei denen die Umsatz- und Gewinnperformance nicht mehr mit der konjunkturellen Entwicklung des Heimatlandes übereinstimmen muss. Eine ganze Reihe der Firmen hat ihren Sitz an der amerikanischen Ostküste, i.e. in Staaten wie Michigan, New York oder Wisconsin, von denen wir wissen, dass der lokale Produktionssektor alles andere als boomt. Und mit dem US-Markt sind diese Firmen auch alles andere als glücklich (bis auf die Kraftwerkszulieferer, bei denen brummt es auch in USA), aber ihre Zuwächse erzielen sie halt in Übersee, und die überkompensieren die Schwächen auf dem Heimatmarkt derzeit deutlich. Kann also durchaus sein, dass die USA dennoch in eine Rezession abrutschen, obwohl es den großen US Konzernen so blendend geht, wie selten zuvor.

Dennoch: zählt man alles zusammen, dann fällt es aktuell ein wenig schwer, an den großen deflationären Einbruch zu glauben, in USA nicht, und in Europa schon überhaupt nicht. Der Kredit fliesst nach wie vor in Strömen, die Beschäftigung scheint halbwegs stabil, und die Zentralbanken wild entschlossen, keine größere Geschäftsbank untergehen zu lassen, selbst um den Preis eines heftigen monetären Debasements … ich sehe da eine Menge Gründe, hinsichtlich Inflation alert zu bleiben, aber mir will derzeit partout nichts in den Sinn kommen, was für den großen Crash spricht.

Aber OK, vielleicht gucke ich ja auch nur in die falsche Richtung …

http://www.weissgarnix.de/?p=268

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