Yen und Euro vor Ausbruch
Yen und Euro halten sich zuletzt stabil. Devisenhändlern zufolge ist dies allerdings nur eine Momentaufnahme . Die japanische Währung steht unter dem Einfluss der Geldspritzen ihrer Notenbank. Beim Euro wartet der Markt auf die Zinsentscheidung der EZB.
Entspannt und ohne Kursverwerfungen sind die europäischen Devisenmärkte in den Handel gestartet. Yen und Euro pendeln ohne große Ausschläge um ihre Vortagsniveaus. "Angesichts des globalen Ausverkaufs an den Aktienmärkten ist das schon bemerkenswert", sagt ein Händler. Zu erklären sei dies überwiegend durch die massiven Liquiditätsspritzen der Bank of Japan.
Zudem warte der Markt auf die Zinsentscheidungen der EZB und der SNB am Donnerstag. Die Abstufung der Bonität Portugals durch Moody's spiele dagegen keine Rolle. "Die folgen nur dem, was der Markt und andere Agenturen längst eingepreist haben", sagt ein Händler. Die Rating-Agentur hat ihre Bonitätsnote Portugal um zwei Stufen auf "A3" gesenkt und sieht den Ausblick weiter negativ.
Japaner holen Geld nach Hause
Den Yen sehen Analysten weiter gestützt von Währungsrückführungen in das geschundene Land. Viele Marktakteure erinnerten sich offensichtlich an das Jahr 1995, als der US-Dollar nach dem Erdbeben von Kobe gegen den Yen um 20 Prozent abwertete. Japans Versicherungskonzerne müssten einen Teil ihrer auf ausländische Währung lautenden Anlagen in den Yen zurückführen, um die notwendigen Mittel zur Deckung der katastrophenbedingten Kosten zu beschaffen.
Technische Analysten sehen den Euro weiter im Aufwärtstrend gegen den US-Dollar. Aktuell rette die US-Währung nur noch, dass der Euro an der großen Abwärtstrendlinie um 1,40 US-Dollar aus den letzten drei Jahreshochs gebremst werde. "Wenn er die genommen hat, fliegt der Deckel weg", sagt ein Händler. Kurse um 1,50 US-Dollar könnten dann schnell Realität werden. Fundamental dürften US-Inflationsängste der Treiber sein. Passend hierzu werden am Mittwoch die US-Erzeugerpreise veröffentlicht.
Quelle: DJ